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19.04.2009 - 18:30 Uhr

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Die Musikindustrie stirbt - mit großem Erfolg

Bild: ddp

Es kann in diesen Tagen wieder einmal leicht passieren, dass man als Journalist vom Verband der deutschen Musikindustrie angerufen wird. Es gebe gute Gründe zu reden, sagt dann ein Herr aus der Presseabteilung.

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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19.04.2009 - 20:56 Uhr
soylentyellow

Hoffentlich ist die Musikindustrie bald tot. Außer ihr selbst wird ihr kaum jemand eine Träne nachweinen. Ich jedenfalls nicht.

Seitdem man keine Rillen mehr in analoge Platten pressen, diese lagern und verteilen muss und das finanzielle Risiko für Produktion, Vorschuss, Verkalkulierung etc. nicht mehr getragen werden muss da es so gering ist dass sich das selbst der ärmste Künstler selbst finanzieren kann braucht kein Mensch mehr die Plattenindustrie.

Schön wenn sie dies selbst einsieht. Hoffentlich sucht sie sich eine ruhige Ecke zum sterben, ich empfehle die in der auch damals die Telefonistinnen für handvermittelte Gespräche zum sterben gegangen sind.

querspieler
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Mag ich Mag ich nicht

2

19.04.2009 - 21:03 Uhr
querspieler

soylentyellow, das seh ich genau andersrum. Die MI existiert ja nicht, weil sie so toll ist, sondern weil es in einer arbeitsteiligen Welt das Normalste überhaupt ist, Marketing, Vertrieb, Produktion usw. den Spezialisten zu überlassen. Hab sogar gehört, dass Künstler daran oft kein Interesse haben.
Keine Frage, da gibt es grad ein paar Umwälzungen, und die MI hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber das ist noch lange kein Todesurteil. Daran ändern auch vereinzelte Erfolge auf myspace oder wie Radiohead oder NIN nichts - dass solche Bands auch bei unkonventionellen Methoden Erfolg haben wundert nicht, würden das plötzlich alle machen, wäre der Kuchen sehr klein, den sie sich teilen müssten. Dass aber Nischen neben der MI entstehen, die Bands auffüllen können, ist allerdings sehr wahrscheinlich.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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20.04.2009 - 03:19 Uhr
MorbusBahlsen

Das ist als würde man den Ölschscheichs sagen, hey, wir tanken noch Benzin, aber das Solarauto kommt, legt euch bitte still ins Grab. Ne! Werden die nich!

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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20.04.2009 - 11:35 Uhr
soylentyellow

Die Musikindustrie verdient ihr Geld damit CDs zu verkaufen. Kennst Du jemand der innerhalb der letzten Jahre eine CD gekauft hat? Ich nicht.

Der einzige Unterschied zwischen der Musikindustrie und den Telefonistinnen für handvermittelte Gespräche von annodunnemals istdas letztere weniger Geld und damit weniger Lobby zur Verfügung hatten.

saschaistsonnig
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20.04.2009 - 12:06 Uhr
saschaistsonnig

der ton des seit über 10 jahren selbst herbei verdienten untergangs ist genauso blasiert, wie die meisten kriegsgewinnler dieser industriesparte es sind.

gejammert wird, weil der ganze radiobrei-chartschrott nicht mehr an leicht, weil quasi monopolistisch, manipulierbare hitradiohörer und tv-sklaven vertickt werden kann. oder weil man nicht die vierte "digital remasterte und geremixte neuauflage" der alten garden zu geld machen kann.

lasst sie sterben. wegen mir. oder in todesahnung weiterleben. who cares eigentlich noch?
der musik als kulturgut wird das absolut nichts anhaben.

Herling
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Mag ich Mag ich nicht

1

20.04.2009 - 12:37 Uhr
Herling

@ saschaistsonntag:

I care! Ich kaufe nämlich noch CDs und LPs. Warum? Weil ich -wenn ich zu Hause Musik höre- die Haptik brauche: Cover, die Scheibe an sich, Beilagen (Poster...) usw. Das gehört für mich schlicht und einfach zusammen. Eine seelenlose Datei lade ich mir herunter wenn es kostenlos ist, ansonsten ist sie für mich indiskutabel.

Übrigens verkauft sich nicht nur der Radiobrei-Chartschrott nicht nur nicht, sondern auch die Alternativebrei-Indieschrott Musik läßt sich kaum noch an quasi monopolistisch manipulierbare Trendsetter verkaufen. Warum? Weil der hippe Trend von gestern eben der hippe Trend von gestern ist. Wer sein zweites Album rausbringt hat in der Regel schon verloren, weil nach dem fulminanten Debüt schon 5 weitere Bands auf den Zug gesprungen sind um das vermeintlich neue Sub-Genre weiter aufzusplittern. Sonst wäre es kaum zu erklären, daß (gefühlte 60 %) der CDs innerhalb von 12 Monaten nach Veröffentlichung für 9,99 oder weniger zu kaufen sind.

Im übrigen ist das Wort "Kriegsgewinnler" im Zusammenhang mit der Musikbranche ziemlich daneben.

MorbusBahlsen
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20.04.2009 - 13:05 Uhr
MorbusBahlsen

Naja, aber es ist schon irgendwie lustig, dass man sagt, hey, wir hatten mal soundsoviel Gewinn, jetzt wollen wir das von damals mindestens staatlich und gesetzlich garantiert haben. Ein bisschen wie Existenzgarantie, nicht?

st_pauline
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20.04.2009 - 13:39 Uhr
st_pauline

soylentyellow sagte:
Die Musikindustrie verdient ihr Geld damit CDs zu verkaufen. Kennst Du jemand der innerhalb der letzten Jahre eine CD gekauft hat? Ich nicht.


ich schon. ich kaufe mindestens alle zwei monate eine cd. und mein umfeld tut das auch, zumindest einige.

die musikindustrie als ganzes wird nicht sterben. sie schrumpft sich gerade gesund, und das ist sehr sehr wünschenswert. das ist zwar für alle die, die hier arbeiten (mich inbegriffen) zwar sehr schwer, aber für den fan wird am ende das übrig bleiben, was er auch haben will, weil für den ganzen schrott kein geld mehr da sein wird.

saschaistsonnig
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0

20.04.2009 - 14:20 Uhr
saschaistsonnig

ich höre manchmal auch gerne "richtige" cds, mit richtigem gedrucktem cover, mit edelbooklet und in prägedruck.

nur die musik selber interessiert gar nicht, auf welchem weg sie daher kommt. gute musik funktioniert für mich auf jedem medium und am besten live.

über das medium aber hat sich eine verwertungs- und vermarktungsmaschine drangehängt, die schlicht grotesk geworden ist. oder womöglich schon immer war. und nun aber besonders laut aufbegehrt, weil sie eine garantie hatte, ein monopol. das verbreitungsmonopol, das datenträgermonopol.

deiner argumentation folgend, bezahlst du gerne auch dafür, dass die musik, die du magst, schön aufbereitet ist und eine haptik besitzt. deine definition von musik als kunstform schliesst den weg, den die musik zu dir benötigt, ein. so weit, so gut.

aber hier trennt sich eben für viele und immer mehr werdende musikhörer die kunstform auf. oder differenziert sich aus. doch eine industrie, die ja letztlich fast ausschließlich - selten wegen der qualität der musik, oft aber wegen der werbequantität- über diesen weg mit verdient, will das naturgemäß nicht.

nun aber zensur oder quote oder urhebergründe vorzubringen, dient doch nicht dem künstler oder der musik an sich. das dient der marge.

du hast sicherlich auch früher kassetten deiner schulkameraden kopiert oder kopiert bekommen. oder deren platten für dich aufgenommen. aus dem radio mitgeschnitten.
der rahmen dessen war aber für die geldmacherei dahinter überschaubar.

ich bin fest der überzeugung, dass es keine große industrie benötigt, um musik welcher farbe auch immer und vor allem um ihrer selbst willen, immer auch per haptischem medium vertrieben werden kann. nur in den größenordnungen, die damals fette gewinne versprochen haben, eben nicht mehr.
vielleicht noch bei den sehr wenigen künstlern, die WIRKLICH außergewöhnlich sind. nicht mehr mit denen, die mit jedem "neuen" trend oder jeder neuen frisur dazu gemacht werden.

st_pauline
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0

20.04.2009 - 14:41 Uhr
st_pauline

saschaistsonnig, ja, das meine ich mit gesundschrumpfen.

Meander
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.04.2009 - 17:35 Uhr
Meander

soylentyellow sagte:
Die Musikindustrie verdient ihr Geld damit CDs zu verkaufen. Kennst Du jemand der innerhalb der letzten Jahre eine CD gekauft hat? Ich nicht. Der einzige Unterschied zwischen der Musikindustrie und den Telefonistinnen für handvermittelte Gespräche von annodunnemals istdas letztere weniger Geld und damit weniger Lobby zur Verfügung hatten.


Nein, tut sie nicht. Die Musikindustrie verdient vor allem Geld an den Rechten. Ob Du dir eine CD kaufst oder als MP3 bei Musicload holst, ist der Musikindustrie erst einmal egal.

alexanderleblanc
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Mag ich Mag ich nicht

0

21.04.2009 - 13:04 Uhr
alexanderleblanc

Lieber Autor dieses vermeintlich inhaltsschwangeren Artikels...

...ist doch alles ganz einfach und nachvollziehbar:

Die Herstellung eines wirklich guten Songs ist eine Arbeit, an der mehrere Personen, summa summarum mehrere Wochen zu tun haben...ich habe selber ca 500 Songs produziert, weiß also wovon ich rede!

Während der Arbeit müssen die Beteiligten wohnen, essen, autofahren, telefonieren, krankenversicherung bezahlen, Altersvorsorge betreiben, etc etc...eben leben.

Es muss also die realistische Chance bestehen, mit dieser Arbeit etwas zu verdienen. Im Falle eines 'Hits' auch durchaus etwas mehr, denn der muss einen dann ja über die vielen 'hitlosen' Jahre tragen, die unweigerlich folgen. So ist da nun mal. Bei jedem !

Wenn z.B. Youtube jetzt 0.23 Cent als "Entlohnung" - und ich lache nur bei der Verwendung dieses Begriffs - anbietet, dann bedeutet das im Endergebnis, dass bei 100 000 Abrufen, also einem veritablen 'hit', jeder der Beteiligten ( Komponist/Texter/Verlag ) sage und schreibe ca 70,- Euro von Youtube als 'angemessene Beteiligung' erhält.

Das ist unethisch und bedarf keines weiteren Kommentares. Mein Vorschlag - die Youtube-Manager sollten doch selber mehrere Wochen für insgesamt 70,- Euro ihre Tätigkeit ausüben...man versteht...all das ist reine Farce.

Wenn eine Kreativer nicht mehr erwarten kann, dass seine Vorarbeit irgendwann verdiente Früchte trägt, dann wird er diese auch nicht mehr leisten ( können ). In meinem persönlichen Umfeld gibt es viele tüchtige Kreative, die zur Zeit kaum mehr ihr Leben bestreiten können, obwohl sie wertvolle Arbeit leisten. Die Arroganz der Internetmillionäre auf der anderen Seite ist ein Skandal. Was wären sie ohne all die schönen Inhalte, die Musik, die Filme...nichts,nichts und nochmal nichts...! Sie könnten ihre Plattformen einfach schließen, niemand würde allein wegen irgendwelcher privaten Videos dort seine Zeit verschwenden...

Also...es muss wieder eine echte 'win-win' Situation erschaffen werden...und dazu zählt eine konsequente und angemessene Entlohnung bei der kommerziellen Verwendung fremden geistigen Eigentums...alles Andere ist inakzeptabel...

P.S.: soweit ich weiß, ist der französiche Gesetzesentwurf lediglich aufgrund einer 'Abstimmungspanne' wegen temporärer Unterbesetzung des Gremiums gescheitert. Er hatte vorab eine breite Mehrheit und galt als sicherer Kandidat - wird also bestimmt im nächsten Anlauf durchgehen...

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

1

21.04.2009 - 21:45 Uhr
MorbusBahlsen

Hmm, naja, wenn sich die Musiker mit 23 Cent zufrieden geben sind sie oder ihre Lobby doch selber Schuld? Wenn ich ein Schuhgeschäft nicht betreiben kann, weil ich an meinen schönen Schuhen nicht genug zum Leben verdiene, dann bleibt mir wohl unter übel nichts anderes übrig, als mit meinem Können woanders versuchen Treffer zu landen. Ich seh's nicht ganz ein, warum jeder Schrott eine Existenzgarantie braucht. Der Haufen Schrott zieht die Preise insgesamt runter. Das ist der Punkt.

Wenn die Nachfrage nicht mehr hergibt muss das Angebot kleiner werden, wenn die Preise stabil bleiben sollen. Doch das will die Musikindustrie nicht wahrhaben. Die Welt wird nun aber mit immer noch mehr Musik und multimedialem Quatsch überschwemmt.

So und jetzt grübel ich nochmal lange drüber nach wie man von 23 per Zehnerpotenz auf 70 irgendwas kommt.


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