Twitter-Selbstversuch: In der Small-Talk-Maschine
Jetzt werde ich verfolgt. Und ich habe es sogar drauf angelegt, denn: Ich nutze Twitter. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Microblogging-Plattform. Auf 140 Zeichen kann man hier Texte, Statements, Beobachtungen notieren. Diese sogenannten Tweets werden für jedermann sichtbar im Internet veröffentlicht. Und wenn das einen anderen Twitter-Nutzer interessiert, kann dieser seine Lektüre öffentlich machen und wird zu einem Follower, verfolgt also das Verfasste. So simpel funktioniert Twitter. Das lohnt sich zu Beginn festzuhalten, denn in den vergangenen Wochen ist so viel und so wild über Twitter geschrieben worden, dass die Grundidee manchmal auf der Strecke blieb.
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Zudem verwende ich Twitter als Marketingginstsrument für meine Website und meine Blogs.
Manchmal ist's ziemlich banal, aber oft sehr interessant! Es ist interessant, wer einen "verfolgt" mich z. Bspl. ein Drehbuchautor aus L.A.?! Oder ich verfolge Harald Schmidt, denke aber, dass er es nicht ist, aber manchmal denke, er könnte es doch sein...
Am besten aber ist, die Möglichkeit, sich mit Freunden zu verständigen oder zu erfahren, was der oder die jenige gerade macht.
Aber manchmal ist es auch blöd, wenn ich was neues erzählen will und man sagt, "Weiß ich doch schon, haste doch getwittert..."
andererseits: eine plattform für smalltalk im netz. smalltalk im netz! eulen nach athen. mehr bla! es lohnt sich, hierüber mal nachzudenken: "Gemeinsam ist all diesen Meldungen: Sie transportieren so wenig Inhalt, dass sie es nie zu einer Mail, einem Anruf oder gar einem persönlichen Gespräch geschafft hätten".
Ausserdem ist es kein feature, sondern eine unzulänglichkeit, twitpic u.ä. oder diese kryptischen kurz-urls benutzen zu müssen.
Nehme ich dann noch die blinde begeisterung der anhänger/jünger? darüber, ich wiederhole mich, smalltalk im netz führen zu können hinzu, finde ich es (noch;) ungemein... "albern", um ein nettes wort zu benutzen
ich denke, Twitter ist vor allem für “schwache Bindungen” interessant. Also Verbindungen zu Menschen, mit denen ich sonst keinen oder kaum Kontakt habe. Anders als bei Facebook oder Xing kann man hier auch eine Verbindung einseitig eingehen, der jeweils Andere muss auf Twitter den Kontakt nicht bestätigen.
Ich glaube, dass in solchen “schwachen” Verbindungen besonderes Potenzial vor allem für Kreativität und Innovationen liegt, weil ich auf diese Weise an neue Informationen herankomme, an die ich über meinen (engen) Freundeskreis sonst nicht gekommen wäre.
Wenn ich wissen möchte, wie es einem Freund/Bekannten geht, rufe ich an oder schaue kurz vorbei. Verpaßt mein Besucher den Zug/Flug, werde ich kurzerhand mit netten Worten per SMS/Anruf informiert. Das nennt sich Kommunikationskultur und beugt neben der Verblödung auch der Isolation vor.
Da es aber Twitter offensichtlich nicht gelingt, Geld mit dem Kram zu verdienen, ist es immerhin asl eine zeitlich begrenzte Ausgeburt des Zeitgeistes interessant.
http://bleeper.de
ich glaub das mach ich.
peonopp sagte:
smalltalk ist und bleibt non-relevant conversation, also belanglos und verzichtbar - egal ob man face-to-face miteinander spricht oder twittert. ich verzichte!
99% menschlichen handelns ist im weitesten sinne non-relevant!
studio77 sagte:
Wie beschäftigungs- resp. arbeitslos muß der Mensch sein, um seine Zeit mit dem Hineintippen von Belanglosigkeiten für Belangslose zu verbringen?
damit hast du eine exakte definition von paradies, verpackt in eine rhetorische frage, abgeliefert. bravo!
studio77 sagte:
Wie beschäftigungs- resp. arbeitslos muß der Mensch sein, um seine Zeit mit dem Hineintippen von Belanglosigkeiten für Belangslose zu verbringen?
Wenn ich wissen möchte, wie es einem Freund/Bekannten geht, rufe ich an oder schaue kurz vorbei. Verpaßt mein Besucher den Zug/Flug, werde ich kurzerhand mit netten Worten per SMS/Anruf informiert. Das nennt sich Kommunikationskultur und beugt neben der Verblödung auch der Isolation vor.
Da es aber Twitter offensichtlich nicht gelingt, Geld mit dem Kram zu verdienen, ist es immerhin asl eine zeitlich begrenzte Ausgeburt des Zeitgeistes interessant.
du hast es (wie bei übrigens so ziemlich jedem kommentar, den ich von dir hier auf jetzt.de lese) mal wieder nicht verstanden.
das ist genauso ein schwachsinn als würde jemand sagen 'wenn ich wissen will wo gerade ein flugzeug abstürzt, eine geiselnahme stattfindet oder ein krieg ausbricht, ruf ich halt einfach überall auf der welt mal an' (anstatt auf spiegel.de zu gehen).
und twitter ist je nach verwendungszweck nicht nur smalltalk oder belanglosigkeit, sondern auch informationsquelle und das mitunter schneller und direkter als herkömmliche 'news' seiten.
und hey, manchen machts vielleicht auch einfach nur 'spass' zu sehen wie andere so ihren tag verbringen.
doesitoffendyou sagte:
der artikel animiert mich ja geradewegs dazu, mich dort auch anzumelden (obwohl ich zuvor eher ein anti-twitterer war ;)).
somit (mit zusätzlicher empfehlung von neon): http://twitter.com/girlswannabeher
und ich würde es erstaunlicherweise ganz nett finden,
wenn die gefühlten 4 features, die twitter so bietet, denn auch funktionieren würden. dass die einen SO minimalen service wie eben twitter nicht vernünftig ans laufen bekommen, und das bei dem geschisse, welches um twitter veranstaltet wird, keine erwähnung erfährt, finde ich eigentlich erschreckend.
führt andererseits dazu, dass man im supportforum solche schätze ausgräbt:
"I unfollowed Ashton Kutcher (twitter.com/aplusk) but he keeps showing up in my profile. I also blocked him and he is still there. I'm on FireFox 2, Windows XP. His tweets are irritating. Please make it stop!"








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13.04.2009 - 19:32 Uhr
idealist