01.04.2009 - 18:30 Uhr

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„Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe“

Text: marie-piltz

Der Rapper Tibor Sturm alias Quietstorm saß sieben Monate wegen „überzogener Notwehr“ im Gefängnis. Er hatte sich gegen sechs Neonazis verteidigt, die ihn angegriffen haben. Nun ist Tibor wieder frei und spricht über das Erlebte.

Sein Fall sorgte für Aufsehen: Im Dezember 2005 überfielen sechs Neonazis den afrodeutschen Rapper Tibor Sturm und schlugen auf ihn ein. Der geübte Kampfsportler griff aus Sorge um sein eigenes Leben zu einem Holzpfahl und verletzte einen der Angreifer schwer. Wegen „überzogener Notwehr“ wurde er zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt (jetzt.de berichtete). Die rechten Angreifer hingegen wurden bis heute nicht belangt. Seit Ende Januar ist Tibor wieder auf freiem Fuß – und wurde seitdem erneut von Nazis bedroht.
jetzt.de: Tibor, du hast sieben Monate in Haft gesessen, weil du dein Leben verteidigt hast. Mit welchen Gefühlen schaust du heute auf die Tat und den Gerichtsprozess zurück? Tibor Sturm: Eigentlich hätte ich jetzt schon ein wenig Abstand dazu gewinnen sollen, aber die Umstände haben es mit sich gebracht, dass es immer noch nachhaltig böse auf mich wirkt. Es ist so unglaublich, weil ich im Nachhinein noch Drohungen bekommen habe. Ich bin nicht böse auf den Staatsanwalt und den Richter als juristische Personen, aber menschlich bin ich enttäuscht, noch immer. Und was den Angriff betrifft: das war eine feige Tat, die noch immer juristisch ungesühnt ist. Das ist etwas, was mir hängen bleibt im Kopf. Gibt es denn Hoffnung, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden? Das Ding ist, dass die sich alle verschanzt haben hinter ihren Anwälten und einfach eine sehr, sehr schlaue Taktik an den Tag legen. Die Behörden bleiben aber dran. Es ist nicht so, dass das irgendwann ad acta gelegt wird – so sieht es im Moment zumindest nicht aus. Da wird weiter ermittelt, bis irgendjemand einen Fehler macht. Noch ist es aber ziemlich vage, ob die in nächster Zeit vor Gericht müssen. Inwiefern hat sich dein Verständnis der Begriffe Recht und Gerechtigkeit durch das Erlebte verändert? Ich hab das so oft gesagt: Recht und Gerechtigkeit sind zwei Paar Schuhe. Ich hatte in diesem Extremfall das Recht, mein Leben zu verteidigen. Aber gerecht wurde die Strafe, wurde mein Leben allgemein danach nicht behandelt. Recht und Gerechtigkeit – das ist ein Unterschied zwischen Himmel und Hölle. Siehst du das Urteil gegen dich als exemplarisch für den Umgang der Justiz mit rechter Gewalt? Ja, dazu muss ich auch explizit erwähnen, dass ich als Afro-Deutscher statistisch gar nicht auftauche. Ich gelte statistisch als deutscher Bürger, werde aber durch mein Aussehen bedingt als Nicht-Deutscher gesehen. Grundlage für so ein Gerichtsverfahren sind erstmal Berge von Papier. Da wird vielleicht mal beiläufig erwähnt, dass der Angeklagte ein Schwarzer ist – wenn man Glück hat. Aber allgemein ist man nur der Angeklagte und gerät in Erklärungsnot, wegen dem, was man ist. Es ist allgemein so, habe ich gelernt in der Haft, dass du als Beschuldigter deine Unschuld beweisen musst. Was in der Anklage steht, das vorläufige oder endgültige Ermittlungsergebnis, hat in vielen Fällen nichts mit der eigentlichen Tat zu tun. Das stützt sich auf Aussagen von Menschen, die über dein Leben quasi mitentscheiden. Insofern ist eine faire und offene Meinungsbildung nicht angesagt – das ist immer subjektiv. Du bist mit deinen Erlebnissen an die Öffentlichkeit getreten und hast sie auch unter dem Titel „Lebe deinen Alptraum“ verfilmen lassen. Was für Reaktionen hast du darauf erhalten? Ich hab sehr, sehr viel Zuspruch aus der Antifa-Bewegung erhalten. Die haben sogar eine Postkarte mit meinem Bild gemacht, wo draufstand „Freiheit für Tibor“. Ich habe unwahrscheinlich viel Briefpost bekommen aus ganz Europa – aus Spanien, Frankreich, Österreich, der Schweiz und überwiegend aus Deutschland. Auf der anderen Seite hatte ich persönlich mit einem bekennenden Nazi während der Haft zeitweise extreme Probleme. Der hatte natürlich auch von dem Fall mitbekommen und hat dann zehn Mitläufer um sich herum versammelt, die mir ein paar Wochen lang das Leben schwer gemacht haben. Das war eine Freigänger-Anstalt, da waren Türen und Tore offen. Die haben lauthals antisemitische Sachen oder „Heil Hitler“ geschrien, gegenseitig von einem Ende des Flures zum anderen. Sie haben Schwarzen-Witze erzählt, sodass ich es mitgekriegt habe und waren halt extrem rassistisch unterwegs. Ich war der Gefängniskoch, der einzige in diesem kleinen Haus, und da haben sie mein Essen boykottiert. Du bist nun seit rund zwei Monaten wieder in Freiheit. Wie hat dich die Haft verändert? Wenn sie mich verändert hat, dann hat sie mich noch stärker gemacht. Weil ich jetzt noch mehr nach außen gehe. Ich kämpfe noch intensiver gegen Rechts. Der Entlassungstag, der 30. Januar, war ja ein nationalsozialistisch-historischer Tag, also der Tag von Hitlers Machtergreifung. Das hat mir natürlich auch Genugtuung gegeben, so ein ganz klein bisschen ideologisch. Ich hab gleich in der Woche darauf wieder zwei Workshops gegeben an Schulen, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Und dann hat sich das plötzlich alles überschlagen. Ich hab ernstzunehmende Morddrohungen bekommen, per Mail und per Telefon und habe dann Bayern verlassen. Wo bist du denn jetzt? Ich bin jetzt an einem geheimen Ort in Berlin, habe da eine sichere Unterkunft bekommen. Ich arbeite jetzt hier, weil ich einfach einen Job gebraucht habe, aber wo, das darf niemand wissen. Ich war im Osten in der letzten Woche, in Dessau und Magdeburg. In Dessau am Grab von Alberto Adriano… … dem Mosambikaner, der im Jahr 2000 in Dessau von Neonazis ermordet wurde und dessen Grab kürzlich geschändet wurde… Genau. Ich bin da hin zu seinem Grab, habe mich da umgesehen und wurde auch prompt von einem Nazi blöd angemacht, habe mich aber nicht provozieren lassen. Der hat mich definitiv nicht erkannt, sonst wäre das wohl anders ausgegangen. Aber es war dann doch wieder so ein Gefühl da: Ich habe noch nicht richtig damit abschließen können. Ich denke auch, dass ich in absehbarer Zeit einen Psychologen zu Rate ziehen muss, zur Nachbearbeitung der Erlebnisse. In Magdeburg habe ich nur ein paar Nazis an der Ecke stehen gesehen und war schon wieder so unruhig und so kampfbereit innerlich. Obwohl es sich blöd anhört, aber ich war einfach wieder verteidigungsbereit und das möchte ich nicht mehr sein, das ist ein ganz ungutes Gefühl, was auch noch lange ins Wochenende hinein nachgewirkt hat. Fühlst du dich denn in deiner aktuellen Situation ausreichend geschützt? Ich hätte in Bayern in eine sichere Wohnung unter Personenschutz kommen können, bin aber stattdessen nach Berlin gegangen. Was mir jetzt sehr schwer fällt, ist, dass ich keinen Kontakt zu meiner Familie haben darf, zu meinem Vater und meiner Mutter. Weil niemand weiß, wie die Rechten an die ganzen Informationen über mich gelangt sind, dass die mich jetzt sogar angerufen und mir SMS geschickt haben. Meine Nummer gab es da gerade erst seit zwei Wochen und die war nirgendwo verzeichnet. Deshalb gehe ich lieber auf Nummer Sicher. Ich bin hier in Berlin, das LKA weiß Bescheid, ich fühle mich aber in der Gegend unglaublich sicher, weil es eine Künstlergegend ist und auch sehr multikulturell. Aber es gibt natürlich auch Orte, die ich bewusst meide. Ich fahre nicht in den östlichen Teil der Stadt oder begebe mich an Plätze, die als „national befreite Zonen“ oder „No-Go-Areas“ gelten. Also dieses sichere Gefühl jetzt und hier habe ich, aber es hat auch seine Grenzen. Was weckt das für Gefühle in dir, dass du dich in deinem eigenen Land nicht frei bewegen kannst? Ich bin in erster Linie sehr froh, dass ich noch am Leben bin und dass ich hier gerade nicht angegangen werde. Ich lebe eigentlich von einem Tag auf den anderen. Deswegen ist es eigentlich gerade ein Egal-Gefühl. Wenn ich drüber nachdenke, dann ärgert es mich aber natürlich sehr, dass ich mich in meinem Heimatland nicht frei bewegen kann. Aber momentan komme ich mit meiner Wohn- und Lebenssituation gut zurecht. In letzter Zeit wurden verschiedene Studien und Statistiken veröffentlicht, die von einem Anstieg rechter und rassistischer Gewalt sprechen. Spürst du persönlich eine Veränderung des gesellschaftlichen Klimas? Ja, ich spüre es schon. Weil eingetreten ist, was so lange für unmöglich gehalten wurde: dass die Rechten die Mitte der Gesellschaft erreicht haben. Du erkennst den klassischen Nazi nicht mehr, sie können auch nicht mehr zugeordnet werden. Es werden so viele Leute angegriffen aufgrund rassistischer Merkmale, dass ich schon ein sehr, sehr starkes unruhiges Gefühl habe. Ich habe auch streckenweise darüber nachgedacht, Deutschland zu verlassen, weil ich mich in meinem eigenen Heimatland nicht mehr auskenne. Ich finde es sehr alarmierend und es wird wenig bis nichts getan aus staatlicher Sicht. Wenn man sich den Aktionsplan der Bundesregierung ansieht, dann tut es mir leid, aber da kann ich nur drüber lachen. Von wegen, dass der Immigrant besser Deutsch lernen soll und dann passiert nichts mehr. Die haben es noch immer nicht auf dem Schirm. Was muss von politischer und gesellschaftlicher Seite geschehen, um diese Entwicklung einzudämmen? Es müsste einfach mehr investiert werden. Finanziell wie institutionell. Es muss ein Gegengewicht geben, damit alle, die gegen das rechte Ruder ansteuern, richtig arbeiten können. Momentan ist es ja gerade im Osten, in den neuen Bundesländern, extrem erschreckend, weil diese Diskriminierung dort schon richtig Fuß fasst. Da herrscht eine Stimmung, das kann so nicht weitergehen. Es gibt zwar schon sehr viele gute Aktionen, aber gerade die Jugendarbeit muss stärker subventioniert werden. Wie geht es für dich jetzt persönlich weiter? Ich werde Fuß fassen in Berlin, irgendwo in Berlin. Und ich gehe mit meinen Workshops jetzt bald an Schulen in die neuen Bundesländer. Ich gehe jetzt nicht plakativ auf Konfrontationskurs mit den Rechten, aber ich wandere da ein, wo sie sich heimisch fühlen – weil sie es im Gegensatz bei mir auch gemacht haben. Wo ich mich heimisch gefühlt habe, da sind sie eingewandert und haben mich bedroht, haben mein Leben grundlegend verändert. Deswegen mache ich das und auch wenn ich nur ein Kind aus den neuen Bundesländern erreichen und seine Meinung ändern kann, dann habe ich für mich selbst viel erreicht. So prognostizieren kann ich sonst nichts, aber ich hoffe wirklich inständig, dass die zuständigen staatlichen Organe endlich die Augen öffnen und sehen, dass es den Menschen, die mit einer anderen Hautfarbe geboren wurden oder die aufgrund ihrer Einstellung rassistisch angemacht werden, immer schlechter gehen wird, solange offensichtlich nichts unternommen wird.


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air_kaviar
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Mag ich Mag ich nicht

9

01.04.2009 - 21:18 Uhr
air_kaviar

unglaubliche geschichte. macht immernoch sehr wütend.

alcofribas
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Mag ich Mag ich nicht

5

01.04.2009 - 21:23 Uhr
alcofribas

das ist unfassbar. da wünscht man sich fast, er hätte einen oder zwei nazis richtig ausgeknipst.

Blackjadakiss
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3

01.04.2009 - 22:05 Uhr
Blackjadakiss

Heftig! Da lernt man Selbstverdeidigung und wendet es an um seine Person zu schützen und landet prompt im Gefängnis. Hätte er etwa in seiner Angst "sanfter" zuschlagen sollen? Gegen sechs Angreifer? Damit diese feigen Nazis ihn zum Schluss noch umgebracht hätten? Wie Alberto Adriano? Wo bleibt bitte da die Gerechtigkeit?

vigezzo
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.04.2009 - 23:06 Uhr
vigezzo

alcofribas sagte:
das ist unfassbar. da wünscht man sich fast, er hätte einen oder zwei nazis richtig ausgeknipst.

hat er doch auch. was hilfts ihm?
aber ich weiß nicht wie klug es von ihm ist tipps zu geben wo er sich aufhält... aber er hat auch scho öfters komische Sachen erzählt... zum Beispiel, dass Erlangen ein Problem mit Neonazis hätte (da gibt es keine offene Nazi-Szene) und er sich dagegen engagieren möchte. Aber überfallen wurde er in Nürnberg, im Bericht erschien dann aber auch mal Erlangen als Tatort...

TomJones
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.04.2009 - 23:37 Uhr
TomJones

Das ist echt ne unglaubliche Geschichte, was für ne Ungerechtigkeit.

fraeuleiningeborg
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.04.2009 - 00:10 Uhr
fraeuleiningeborg

alcofribas sagte:
das ist unfassbar. da wünscht man sich fast, er hätte einen oder zwei nazis richtig ausgeknipst.


Word.

keos
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Mag ich Mag ich nicht

0

02.04.2009 - 00:35 Uhr
keos

was für eine geschichte. schön, dass ihr drangeblieben seid, ist ein gutes interview. man wünscht ihm von ganzem herzen, dass die typen irgendwann auch vor gericht stehen und bestraft werden...

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

1

02.04.2009 - 03:13 Uhr
drolli

Hmm. habe das erst jetzt mitbekommen. Habe Erlangen eigentlich immer fuer ein sichereres Pflaster als Nuernberg oder die fraenkische Provinz gehalten. Aber die Rechten haben sich wohl in den Rand/Problembereichen ausgebreitet (z.B. scheint Herzogenaurach ein lokales Zentrum zu sein).

Das Problem scheint mit hier aber beim Anwalt zu liegen. Ein Anwalt, der nicht ernsthaft davon ausgeht, b.z.w. den Mandanten nicht darauf vorbereitet, dass dieser verurteilt werden könnte, wenn er jemanden den Schaedel zertruemmert hat (selbst in Notwehr), handelt schlicht dumm und grob fahrlaessig. Gründe für eine Verurteilung gibts wie Sand am Meer, von befangenem Richter bis zu lügenden Zeugen. Oder schlicht die Tatsache dass Schlaegereien (sagte mir mal ein Richter) immer ultimativ schwierig genau aufzuklaeren sind, weil die Frage hat x aus einer Gruppe nun zugeschlagen oder nicht oft einfach nicht zu klaeren ist. Und wir haben nun mal keinen Paragraphen gegen "mit jemandem zusammen in einer Gruppe sein, der dann einen anderen verpruegelt" (so sehr man sich ihn speziell fuer under rechte freunde wuenschen wuerde, so ein Paragraph ist schwer zu machen ochne schlimmeres anzurichten). Man ist ja - so zynisch es sich anhoert - nicht vepflichtet seinem Kumpel in den Arm zu fallen wenn der "zufaellig" in eine Schlaegerei mit jemandem geraet. Ware man wohl erst dann wenn das unterlassene Hilfeleistung waere.

Man muss sich also als Anwalt darauf einstellen, sehr gut darzulegen dass die wirklich *in der gruppe* angegriffen haben. Ansonsten kann die Gruppe das spielen das sie (vermutlich) jetzt spielt und den schwarzen Peter schoen rumreichen.

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Mag ich Mag ich nicht

0

02.04.2009 - 03:14 Uhr
drolli

drolli sagte:
....


Damit kein Missverstaendniss aufkommt. Das Hauptproblem sind natuerlich die Rechten, nicht der Anwalt

MorbusBahlsen
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0

02.04.2009 - 03:37 Uhr
MorbusBahlsen

Schade dass nicht afu die "Strategie" der Angreifer näher eingangen wird, die sie anscheinend jeglicher Verurteilung entziehen. Habe den Fall nicht weiter verfolgt bisher.

Verdammt unangenehmes Leben was er da hat jetzt. Weil genauso wie seine Handynummer finden die auch irgendwann raus, wo er jetzt lebt. Und dann, wer weiß was dann passiert.

rumburak2006
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0

02.04.2009 - 10:33 Uhr
rumburak2006

Wenn man sieht wie die Mörder von Rosa Luxemburg und wie der böhmische Gefreite behandelt wurde dann reiht sich dieses Urteil für Tibor nur in eine konstante Reihe von Urteilen für rechtsradikale Gewalt der deutschen Justiz ein.

__xxx__
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-1

02.04.2009 - 10:45 Uhr
__xxx__

Es freut mich dass ich in diesem Artikel die Bestätigung für meine Thesen im Goebbels-Thread bestätigt bekomme, für welche ich so heftig angegriffen und angeprangert wurde. Die Rechte hat die Mitte nicht einfach so erreicht, die hatte sie nie wirklich verlassen, es wurde lediglich eine Maske der Normalität drüber gestulpt. Nun fühlen die sich mittlerweile stärker und kommen immer mehr aus sich raus an die Öffentlichkeit.

vigezzo
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0

02.04.2009 - 11:59 Uhr
vigezzo

Man kann nicht davon reden, dass RechtsEXTREME die Mitte des Gesellschaft erreicht haben. Wenn das so wäre würdet ihr tagtäglich davon vor den Kopf gestoßen werden. Vereinzelte Stammtische in Sportheimen in 1000-Einwohner Dörfern zählen nicht als die Mitte der Gesellschaft.
@ xxx: wie du von einem Bericht über eine Schlägerei von Nazis und einem Schwarzen darauf schließt ist mir wirklich rätselhaft. Es war ja nicht so, dass sie ihn vor St. Sebald in Nürnberg am hellichten Tag angegriffen haben und die Passanten applaudiert hätten. Also lass mal die Kirche im Dorf, dieser Vorfall passt nicht zu deiner These, ob sie stimmt oder nicht.

__xxx__
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0

02.04.2009 - 13:15 Uhr
__xxx__

Ich habe im angesprochenen Thread ausführlich erklärt wie ich zu meinen Schlüssen komme, den Text hier sehe ich lediglich als eine weitere Bestätigung wie sorglos die Gesellschaft mit dem thema umgeht.

Und meine persönliche Meinung beiseite (denn das ist sie und mehr nicht), allein in den letzten 3-4 Wochen waren hier Redaktionsartikel die sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen und in denen diverse Experten, Politiker etc. den Trend ebenfalls bestätigen.

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0

02.04.2009 - 13:18 Uhr
__xxx__

Und das mit vereinzelten Stammtischen etc. entspricht leider schon lange nicht mehr der Wirklichkeit. Genau dieser Irrglaube einiger Großstädter zeigt diese Sorglosigkeit am deutlichsten.

karrrrrrak
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-1

02.04.2009 - 13:30 Uhr
karrrrrrak

die rechte ist fester bestandteil der bürgelichen gesellschaft und wird durch parteien wie die cdu in gemäßigte salonfähige bahnen gelenkt.
die gesellschaftliche krise und das auflösen der politischen profile dieser parteien, schafft eine breitere akzeptanz radikaler rechter gesinnung und taten.

TomJones
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02.04.2009 - 13:42 Uhr
TomJones

Und die bürgerliche Kleinfamilie ist die Keimzelle des Faschismus.

Crushed_on_You
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02.04.2009 - 14:05 Uhr
Crushed_on_You

vigezzo sagte:
Man kann nicht davon reden, dass RechtsEXTREME die Mitte des Gesellschaft erreicht haben. Wenn das so wäre würdet ihr tagtäglich davon vor den Kopf gestoßen werden. Vereinzelte Stammtische in Sportheimen in 1000-Einwohner Dörfern zählen nicht als die Mitte der Gesellschaft.

Sondern?

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02.04.2009 - 14:07 Uhr
Crushed_on_You

TomJones sagte:
Und die bürgerliche Kleinfamilie ist die Keimzelle des Faschismus.

Noch lahmer als sich 2009 auf Wilhelm Reich zu berufen ist zu meinen, in immer noch widerlegen zu müssen.

vigezzo
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02.04.2009 - 15:48 Uhr
vigezzo

Die "Mitte" der Gesellschaft in diesem Sinne bilden die oberen und mittleren Klassen, die (nach Bourdieu) Inhaber des legitimen, bzw. mittleren Geschmack sind. Mittlerer Geschmack deshalb, weil er sich am legitimen Geschmack orientiert. Dorfstammtische gehören eher selten dazu, da dort ein teilweise populärer, illegitimer Geschmack und ungebildete Meinungsgenese vorherrschen. Mir kann hier niemand erzählen, dass Rechtsradikale den legitimen Geschmack aktiv mitbestimmen. Sie sorgen eher für eine Abgrenzung der oberen und mittleren Klasse von diesem. Äußerlichkeiten, wie zum Beispiel das Tragen unauffälliger Kleidung durch Rechtsextreme, auf das hier auch angespielt wurde, sind keine zwingenden Indikatoren für eine Akzeptanz dieser durch die Mitte der Gesellschaft. Es ist eher als ein Versuch der Anbiederung zu sehen, der, sobald Einstellungen zur Sprache kommen, von den Inhabern des legitimen Geschmacks erkannt wird und abgelehnt wird.
Auf gut deutsch: Nazis können sich so volksnah geben wie sie wollen, sie erreichen damit noch lange nicht die Köpfe der Massen, sondern nur vereinzelte, ungebildete und zum Beispiel von sozialen Problemen betroffene Menschen. Sie können im öffentlichen Diskurs durch ihre Irrationalität gar nicht bestehen. Als nächsten Beweis könnten wir hier Wahlergebnisse nach sozialem Status der Wähler analysieren...

Aber da wir hier ja eine Diskussion im Internet führen wird hier wohl niemand zugeben annähernd überzeugt zu sein.

alcofribas
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-1

02.04.2009 - 16:02 Uhr
alcofribas

vigezzo: soziologisch magst du recht haben, aber z.b. die teils revisionistischen diskussionen um deutsche sog. "opfer" im krieg befördert revanchistisches gedankengut sogar ins hauptabendprogramm.

vigezzo
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1

02.04.2009 - 16:05 Uhr
vigezzo

Wobei ich den Eindruck hatte, dass z.B. Erika Steinbach von den wenigsten Ernst genommen wird. Kann mich aber auch täuschen, hab das nur am Rande mitverfolgt.

alcofribas
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02.04.2009 - 16:07 Uhr
alcofribas

vigezzo sagte:
Wobei ich den Eindruck hatte, dass z.B. Erika Steinbach von den wenigsten Ernst genommen wird. Kann mich aber auch täuschen, hab das nur am Rande mitverfolgt.


sie wird von polen ernstgenommen, das reicht. und unionspolitikerInnen müssen noch immer auf die sog. "vertriebenenverbände" rücksicht nehmen

__xxx__
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0

02.04.2009 - 16:30 Uhr
__xxx__

vigezzo sagte:
Die "Mitte" der Gesellschaft in diesem Sinne bilden die oberen und mittleren Klassen, die (nach Bourdieu) Inhaber des legitimen, bzw. mittleren Geschmack sind.


Die Mitte im Wörtlichen Sinne bildet schlicht und einfach die Gruppe, die am meisten vertreten ist.

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02.04.2009 - 16:31 Uhr
__xxx__

Will sagen, das ist kein Titel, wie du es darstellen willst.

vigezzo
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1

02.04.2009 - 16:41 Uhr
vigezzo

Titel? Am meisten vertreten? Du hast keine Ahnung?

karrrrrrak
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4

02.04.2009 - 16:42 Uhr
karrrrrrak

vigezzo sagte:
Nazis können sich so volksnah geben wie sie wollen, sie erreichen damit noch lange nicht die Köpfe der Massen, sondern nur vereinzelte, ungebildete und zum Beispiel von sozialen Problemen betroffene Menschen. Sie können im öffentlichen Diskurs durch ihre Irrationalität gar nicht bestehen.

das ist überhebliches denken, zu meinen nur die dummen sind die nazis. jenseits der platten schläger nazis, gibt es durchaus einen rechten "interlektuellen" diskurs der gut an die mitte anknüpft.

der erste fehler ist die nazis zu unterschätzen!
und der zweite fehler ist sie als dumme soziale versager abzustempeln!
und der dritte fehler ist, deshalb zu meinen man währe frei von jeglich rechtem gedankengut!

__xxx__
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0

02.04.2009 - 16:57 Uhr
__xxx__

vigezzo sagte:
Titel? Am meisten vertreten? Du hast keine Ahnung?


Kannst du das bitte auch verständlich formulieren?

Ich rede von einer rein pragmatischen Tatsache und nicht von einer politischen/soziologischen Beschreibung. Es gibt eine Mehrheit und es gibt Minderheitsgruppen, die Mehrheit macht demnach die Mitte aus. Einfache Statistik für Anfänger.

diedrossel
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1

02.04.2009 - 17:00 Uhr
diedrossel

karrrrrrak sagte:

und der dritte fehler ist, deshalb zu meinen man währe frei von jeglich rechtem gedankengut!


da kann ich nur zustimmen.

vigezzo
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1

02.04.2009 - 19:57 Uhr
vigezzo

Nazis intelligent? Viele können reden, argumentieren. Aber nur innerhalb ihrer Dogmen, wer selbstbewusst und ein bisschen gebildet ist kann da locker mithalten. Nazis sind absolut antiintellektuell, die kommen also nicht über einen gewissen Horizont hinaus. Es gibt Menschen die erzählen einem, dass sie irgendein Nazi in Grund und Boden diskutiert hätte - daraus auf großes intellektuelles Potenzial zu schließen halte ich für verkehrt. Ein Horst Mahler macht mir intellektuell keine Angst.
@_xxx_: dein Satz klingt, als ob meine soziologische Einschätzung nichts mit der Realität zu tun hätte. Das meine ich. Es war als ob du sagen würdest "du hast so eine soziologische Einschätzung von dir gegeben, und ich komm dir jetzt mal hier mit dem Wissen des Normalbürgers". Eine Mehrheit in Deutschland bei dutzenden oder hunderten verschiedenen Milieus, Schichtungen etc. auszumachen halte ich ehrlichgesagt für ziemlich schwierig, auch wenn deine Einschätzung natürlich vernünftig klingt.
Zu dem dritten Fehler: stimme ich auch zu. niemand ist von Vorurteilen frei, aber drüber nachdenken hilft.

__xxx__
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02.04.2009 - 23:43 Uhr
__xxx__

Es war nicht gegen Deine Abschätzung gerichtet, wir haben nur von verschiedenen Sachen geredet.

drolli
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1

03.04.2009 - 02:45 Uhr
drolli

vigezzo sagte:
Nazis intelligent? Viele können reden, argumentieren. Aber nur innerhalb ihrer Dogmen, wer selbstbewusst und ein bisschen gebildet ist kann da locker mithalten.


Ein Trugschluss. Es gibt dumme Nazis und intelligente Nazis. Zweitere laufen meist nicht pruegelnd durch die Gegend (und sicnd auch nicht bei der NPD).

kano
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-1

03.04.2009 - 10:50 Uhr
kano

Was soll denn das afrikanische Foto im Hintergrund? Hier handelt es sich um ein rassistisches und deutsches Thema, warum wählt jetzt.de ein Foto mit drei Schwarzen und einem Schaf auf einem alten Moped als Hintergrund? Was hat das mit dem Thema zu tun? In diesem Artikel geht es um Rechtsradikalismus und Rassismus in Deutschland, und nicht um Armut in Afrika. Das sollten die Verantworlichen erklären.

marie-piltz
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03.04.2009 - 11:00 Uhr
marie-piltz

@Kano: Den jetzt-Page-Hintergrund kann jeder User für seine Profilseite frei wählen und hochladen, es hat nichts mit dem jeweiligen Artikel zu tun. Das Foto wurde also nicht als Bebilderung des Themas "Rassismus" gewählt sondern war schlicht eine Bebilderung des Autorenprofils. Da es mit dem betreffenden Interview aber offenbar eine ungünstige Verbindung eingegangen ist, habe ich es ausgetauscht.

vigezzo
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.04.2009 - 13:40 Uhr
vigezzo

drolli sagte:
vigezzo sagte:
Nazis intelligent? Viele können reden, argumentieren. Aber nur innerhalb ihrer Dogmen, wer selbstbewusst und ein bisschen gebildet ist kann da locker mithalten.


Ein Trugschluss. Es gibt dumme Nazis und intelligente Nazis. Zweitere laufen meist nicht pruegelnd durch die Gegend (und sicnd auch nicht bei der NPD).


Du verstehst anscheinend den Inhalt, den Sinn meines Beitrages nicht. Nazis können natürlich intelligent sein, das macht ihre Ideologie, ihre Argumente aber nicht wahrhaftiger, nicht schwerer zu widerlegen.

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

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03.04.2009 - 17:25 Uhr
drolli

vigezzo sagte:
....
Du verstehst anscheinend den Inhalt, den Sinn meines Beitrages nicht. Nazis können natürlich intelligent sein, das macht ihre Ideologie, ihre Argumente aber nicht wahrhaftiger, nicht schwerer zu widerlegen.



Sosehr ich die gerade vorherschenden Werte liebe, sowenig haben sich Werte als absolut bestaendig erwiesen.

Meander
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Mag ich Mag ich nicht

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04.04.2009 - 08:24 Uhr
Meander

Ich hätte da mal eine Frage: Im Fall von Mulugeta war am Anfang auch von rassistischen Taten die Rede. Später blieb dann aber nur noch die Körperverletzung. Und auch wenn es immer nahe liegend scheint, im Falle von Tibor das Konstrukt mit den "Neonazis schlagen Ausländer zusammen" zu vermuten und gleich die rassistische deutsche Rechtssprechung anzuprangern, so stellt sich doch die Frage, ob es nicht auch alternative Erklärungen gibt. Nur weil jemand eine dunkle Hautfarbe hat, ist er nicht gleich das Opfer, dem damit per se Unrecht widerfährt. Wer sich etwas mehr mit dem Fall beschäftigt hat, erinnert sich vielleicht auch noch, dass auch Tibor selbst gerade was sein Verhalten vor Gericht angeht, wohl einige Fehler gemacht haben soll. Oder mit Tibors Worten: Er habe das eh alles nicht so ernst genommen. Dies dürfte zumindest in das Urteil des Richters mit reingespielt haben. Hinzu kommt ein wenig engagierter Anwalt - durch diese Faktoren ergibt sich dann wohl auch, dass es nicht bei einer Bewährungsstrafe geblieben ist.

Ich halte die rassistischen und antisemitischen Tendenzen in dieser Gesellschaft - und vigezzo, es gibt auch in der Mittelschicht einen sehr lebendigen latenten Rassismus und einen nicht minder starken Antisemitismus - für sehr bedenklich. Ich halte es aber auch für sehr fragwürdig, wenn man die 180-Grad-Kehre einlegt und in andere Richtung zurückschlägt. Wenn hier jemand im Forum Unterstützung erhält, der schreibt, Tibor hätte einen der Nazis "ausknipsen" sollen, dann kommt dies dem Mob gleich, der einen Menschen hängen will. Rechtsstaatlichkeit gilt für alle - auch für Nazis. Jemanden aufgrund seiner Gesinnung zu wünschen, man hätte ihn "ausgeknipst", ist gerade das, was einem in diesem Land wirklich Angst machen kann. Denn da fragt man sich, ob es in diesem Land eigentlich nur noch Faschos und Fanatiker gibt, die sich am liebsten gegenseitig abschlachten.

Zu der Sache mit der Notwehr: Irgendwer schrieb hier, dass es doch blöd sei, wenn man Kampfsport kann und diese nicht anwenden darf. Tatsächlich wird es einem im Zweifelsfall negativ angelastet, wenn man mit Kampfsport jemand zu Brei schlägt. Denn: Tibor wäre vermutlich nicht bestraft worden, hätte er vor Gericht erklärt, er sei so in Panik gewesen. Das Überschreiten von Notwehr aufgrund der Situation ist gesetzlich geregelt - und eben in Fällen wie Panik, etc. erlaubt. Wird die Überschreitung der Notwehr durch eine antrainierte Kampfroutine begangen, so ist dies nicht erlaubt. Denn in diesem Falle unterstellt man, dass der Kampfsportler sehr genau wusste, was er tat und welche Folgen das haben kann. Anders gesagt: Es gibt einen Unterschied, ob ich in Panik jemandem einen Fußtritt verpasse oder ob ich Karate-Weltmeister bin und dann technisch versiert, jemandem den Schädel zertrümmere. Dies nur einmal zu dem rechtlichen Sachverhalt. Dazu auch: StGB §32, 33.

drolli
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04.04.2009 - 08:59 Uhr
drolli

Meander sagte:
....


naja das Hautproblem ist nicht die Frage ob es *nicht irgendwie klar ist* was passiert ist, sondern ich denke der Richter stand schlicht vor der Frage: hat derjenige, der den Knueppel abbekommen hat, wirklich in einer lebensbedrohlichen Art und Weise mitgemacht? Wenn derjenige naemlich fest bei der Aussage bleibt "also ich stand nur daneben", mag man das vielleicht laecherlich finden, aber der Richter kann, wenn der Anwalt das alles nicht passend unterfuettert, absolut nichts tun. Das mit dem Kampfsport ist nur begrenzt richtig. Sobald man eine Waffe (wohl auch Stock) in die Hand nimmt, wird es problematischer.

Letztendlich hilft das jammern aber alles nichts. Solange Nazis nicht in der Oeffentlichkeit geaechtet werden, kann das Gericht nicht in einem Gerichtsverfahren klaeren was in der Gesellschaft schieflaeuft.

marie-piltz
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04.04.2009 - 11:59 Uhr
marie-piltz

@meander: Nur eine kurze begriffliche Differenzierung meinerseits: Niemand spricht von "Neonazis schlagen Ausländer zusammen" - sowohl Mulugeta als auch Tibor sind DEUTSCHE. Das ist ein nicht unbedeutender Unterschied, der leider auch von der Politik/Justiz häufig übergangen wird, indem rassistische Gewalt als Ausländer- oder Fremdenfeindlichkeit gelabelt und damit eine Grenze gezogen wird, die es in der Realität nicht gibt. Tatsächlich ist das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen Opfer und Täter nicht die Nationalität sondern die Hautfarbe und wegen dieser wurden sie (den rassistischen Beschimpfungen nach zu urteilen, die es in beiden Fällen nachweislich gab) u.a. angegriffen.

vigezzo
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04.04.2009 - 17:19 Uhr
vigezzo

So, mal zu Tibor: Hab grad in einem lokalen Partyführer gelesen dass ein Auftritt von Brothers Keepers am 23. März in Erlangen abgesagt werden musste weil Tibor Sturm im Krankenhaus liegt/lag. Weshalb, dazu gabs keine weiteren Informationen. Wieso hat der Redakteur von dem Bericht dazu nix geschrieben?

Meander
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04.04.2009 - 17:22 Uhr
Meander

@Marie-Piltz: Stimmt, ich hätte schreiben sollen, dass "Neonazis schlagen einen dunkelhäutigen Menschen zusammen, da sie ihn als 'Nicht-Deutsch' betrachten". So wäre es korrekt gewesen. Alternativ hätte ich auch von Migrationshintergrund sprechen können. Da hast Du recht. Das war etwas fahrlässig von mir.

Dass Mulugeta angegriffen wurde, wie Du schreibst, gehört zu den Dingen, die ich mit meinen Ausführungen weiter oben meinte. Fakt ist: Die beiden Angeklagten wurden frei gesprochen, die Tonband-Aufnahmen belegen vor allem, dass Mulugeta alkoholisiert herumgeschimpft hat und sehr aggressiv an jenem Abend - laut Zeugen-Aussagen - gewesen sein soll, er selbst kann sich an praktisch nichts mehr genau erinnern. Dass Mulugeta also wirklich angegriffen wurde - und dies hieße, dass die Angeklagten den ersten Schritt gemacht haben -, steht meines Wissens nach noch immer im Raum und ist bis zum heutigen Tage ungeklärt. Fakt ist dann auch, dass Mulugeta am Ende im Krankenhaus wieder aufwachte. Und nun kommt doch das spannende: Mulugeta wurde halb tot geprügelt und jeder wollte glauben, dass er das Opfer und nur das Opfer war. Wenn Tibor jemanden ins Krankenhaus schickt, will jeder glauben, dass Tibor und nur Tibor das Opfer ist. Das heißt nicht, dass es nicht in beiden Fällen auch wirklich so sein kann oder so ist. Aber jemanden aufgrund einer menschenverachtenden Gesinnung per se zum Täter und nur zum Täter zu erklären, heißt: in einen dunklen Sumpf mit hinunterzusteigen, wo jene, die mit Hitlergruß im Kopf spazieren gehen, sich wahrlich sehr viel besser auskennen. Ein Neonazi, der zusammengeschlagen wird, ist nicht anders zu behandeln als jeder andere Mensch, der zusammengeschlagen wird.

Du kannst es auch so ausdrücken: Ab wann ist Gewalt rassistisch motiviert und wann ist Gewalt einfach nur Gewalt und der Rassismus lediglich eine Art Randelement, das aber nicht die Gewalt selbst befördert? Wenn sich zwei Menschen prügeln und der eine beschimpft mittendrin den anderen mit rassistischen Äußerungen, dann ist diese Person zwar vermutlich ein Rassist. D.h. aber nicht, dass die Prügelei ihren Ursprung in eben diesem Rassismus hat. Im Fall Mulugeta haben Zeugen beispielsweise ausgesagt, Mulugeta hätte zuerst zugetreten. Mulugeta selbst erklärte vor Gericht er habe, als er erkannte, dass es Rechtsradikale seien, Vorbereitungen getroffen. Was das konkret heißt, hatte Mulugeta vor Gericht nicht ausgeführt.

MorbusBahlsen
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04.04.2009 - 17:37 Uhr
MorbusBahlsen

Meander: Mit dem einzigen Unterschied, dass es diese Gewaltform beiderseits nicht gäbe, gäbe es keinen Rassismus. Es ist doch eher so, wenn ich die Sache anprangere, muss ich auch schauen, warum die "Gerechtigkeit" die andere Seite noch nicht erreicht hat, während sie mit der Exekution auf der einen schon fertig ist. Es ist also anzukrieden, dass dieser Teil im Artikel quasi völlig fehlt, sollte es tatsächlich um die in der Überschrift in Aussicht gestellte Sache gehen, und nicht um allgemeine Rassismusvorurteile, wie du es jetzt erwartest.

__xxx__
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-2

05.04.2009 - 01:26 Uhr
__xxx__

Meander: "Rechtsstaatlichkeit gilt für alle - auch für Nazis."

Sorry aber das ist total verkehrt. Jemand der einen Rechtsstaat ablehnt und zerstören will, verdient auch nicht eine gute Behandlung. Das ist einer der größten Fehler die man machen kann (und wohl macht). Das sind die Jungs welche mit bekannter Sicherheit die Hand beissen die sie füttert sobald sie genug erstarkt sind.

MorbusBahlsen
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2

05.04.2009 - 01:32 Uhr
MorbusBahlsen

Nuja. So ganz nun auch wieder nicht. Denn wo ist der Anfang, wo das Ende der Meinungsfreiheit?

"Wenn ich auch nicht deiner Meinung bin, so werde ich doch entschieden dafür eintreten, daß du deine Meinung frei sagen kannst"
(Arouet Fr. H. Voltaire)

Ich würde solche Meinungen ganz gewiss nicht unterstützen wollen, oder überhaupt wollen, aber sie lassen sich aus den Köpfen mancher nie verdrängen leider.

Meander
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2

05.04.2009 - 02:30 Uhr
Meander

__xxx__ sagte:
Meander: "Rechtsstaatlichkeit gilt für alle - auch für Nazis."

Sorry aber das ist total verkehrt. Jemand der einen Rechtsstaat ablehnt und zerstören will, verdient auch nicht eine gute Behandlung. Das ist einer der größten Fehler die man machen kann (und wohl macht). Das sind die Jungs welche mit bekannter Sicherheit die Hand beissen die sie füttert sobald sie genug erstarkt sind.


_xxx_, da falle ich jetzt echt fast aus den Latschen. Wenn jemand den Rechtsstaat ablehnt und zerstören will, soll der Rechtsstaat für diesen Menschen nicht gelten? Wir reden hier nicht von einer "guten" Behandlung, sondern von einer "fairen" Behandlung, so wie sie jedem Bürger zusteht. Wer den Rechtsstaat ablehnt, braucht keinen fairen Prozess zu erhalten? Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann ruhig gefoltert werden? Ich hatte immer gedacht, Du würdest zu jenen gehören, die sich gegen Guantanamo und George W. Bushs Politik ausgesprochen haben. Dafür argumentierst Du erstaunlich stark auf seiner Linie.

drolli
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05.04.2009 - 05:03 Uhr
drolli

__xxx__ sagte:
Meander: "Rechtsstaatlichkeit gilt für alle - auch für Nazis."

Sorry aber das ist total verkehrt. Jemand der einen Rechtsstaat ablehnt und zerstören will, verdient auch nicht eine gute Behandlung. Das ist einer der größten Fehler die man machen kann (und wohl macht). Das sind die Jungs welche mit bekannter Sicherheit die Hand beissen die sie füttert sobald sie genug erstarkt sind.


Dein ambivalentes Verhaeltniss zum Rechtsstaat kenne ich schon. Falls man es ihnen nachweisen kann, dass sie Verfassungsfeindlich sind, gibt es ja Paragraphen und mittel sie zu sanktionieren. Wenn man sie einfach so sanktioniert wuerde man die Thesen, mit denen die NPD auf Stimmengang geht, unnoetig untermauern. Das gefaehrliche ist, diese Positionen fuer Protestwaehler attraktiv zu machen. Zur Zeit nimmt die Linke ziemlich viel von dem moeglichen Spektrum an enttaeuschten Hartz IV-lern auf. Wenn die Linke sich mal (das kommt sicher) an ein paar mehr Landesregierungen beteiligt, waere meine Vorhersage, dass viele Wähler zur NPD wandern, falls sie noch nicht Pleite ist, und zwar umso mehr, je mehr man spezielle Gezetze fuer sie macht. Haette man damals keien neuen Gesetze fuer die RAF gemacht, ihr Zulauf waere wohl schneller versiegt. Dadurch dass man damals alle Linken mal mit unter Pauschalverdacht gestellt hat, hat man einen "wir gegen den Staat" Mythos quer durch das Linke Spektrum erzeugt, welcher bis heute anhaellt, bis hin zur Billigung von Gewalt und der Zusammenarbeit mit Autonomen (siehe die Texte von SB hier). Zur Zeit versuchen auch die Rechten um die Autonomen zu werben. Wenn wir ihnen das *ganz einfach* machen wollen, dann muessen wie nur nicht Rechtsstaatliche Mittel gegen sie einsetzten.

Meander
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05.04.2009 - 09:54 Uhr
Meander

@drolli: Mh, ich persönlich tippe immer darauf, dass die NPD erfolgreicher wird, sobald sie ein gescheiteres Führungspersonal an der Spitze hat, das nicht durch diverse Vorstrafen etc. belastet ist. Und in Teilen arbeitet die NPD auch tatsächlich darauf hin - kommt allerdings trotzdem nur Grütze bei raus.

drolli
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05.04.2009 - 10:14 Uhr
drolli

Meander sagte:
@drolli: Mh, ich persönlich tippe immer darauf, dass die NPD erfolgreicher wird, sobald sie ein gescheiteres Führungspersonal an der Spitze hat, das nicht durch diverse Vorstrafen etc. belastet ist. Und in Teilen arbeitet die NPD auch tatsächlich darauf hin - kommt allerdings trotzdem nur Grütze bei raus.


Richtig deswegen sollten wir dafuer sorgen dass das gescheitere Fuehrungspersonal sich erstmal in der Linken aufarbeitet. Zwischen Lafontaine und Wagenknecht gedeiht noch micht mal Unkraut.

__xxx__
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07.04.2009 - 09:45 Uhr
__xxx__

Meander sagte:
__xxx__ sagte:
Meander: "Rechtsstaatlichkeit gilt für alle - auch für Nazis."

Sorry aber das ist total verkehrt. Jemand der einen Rechtsstaat ablehnt und zerstören will, verdient auch nicht eine gute Behandlung. Das ist einer der größten Fehler die man machen kann (und wohl macht). Das sind die Jungs welche mit bekannter Sicherheit die Hand beissen die sie füttert sobald sie genug erstarkt sind.


_xxx_, da falle ich jetzt echt fast aus den Latschen. Wenn jemand den Rechtsstaat ablehnt und zerstören will, soll der Rechtsstaat für diesen Menschen nicht gelten? Wir reden hier nicht von einer "guten" Behandlung, sondern von einer "fairen" Behandlung, so wie sie jedem Bürger zusteht. Wer den Rechtsstaat ablehnt, braucht keinen fairen Prozess zu erhalten? Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann ruhig gefoltert werden? Ich hatte immer gedacht, Du würdest zu jenen gehören, die sich gegen Guantanamo und George W. Bushs Politik ausgesprochen haben. Dafür argumentierst Du erstaunlich stark auf seiner Linie.


Ich meine die nachgewiesenen Fälle wo keine Zweifel bestehen was Sache ist. Und ja, bei solchen Fällen würde ich definitiv hart vorgehen. Man muss manchmal auchausserhalb der starren Regeln denken, zumindest in Fällen wo sie gegen einen selbst arbeiten und unschuldige darunter leiden müssen.

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07.04.2009 - 09:49 Uhr
__xxx__

"alls man es ihnen nachweisen kann, dass sie Verfassungsfeindlich sind, gibt es ja Paragraphen und mittel sie zu sanktionieren. Wenn man sie einfach so sanktioniert wuerde man die Thesen, mit denen die NPD auf Stimmengang geht, unnoetig untermauern."

Die NPD würde wenn's nach mir ginge schon lange nicht mehr existieren und nicht zur Wahl antreten dürfen. DAS ist eben die verkehrte Denke von falscher Gleichheit, wo meiner Meinung nach von Fall zu Fall entschieden werden soll statt sich stumpf auf die Gesetze zu halten die lediglich den kleinsten gemeinsamen Nenner abzudecken versuchen.

Ich verstehe dass die ihren Sinn haben und Missbrauch verhindern sollten, jedoch ermöglichen sie auf den anderen Seite eine schlimmere Art Missbrauch wie man am Beispiel NPD sieht.

Und wenn jetzt noch das unglaublich dumme Gesetz durchgedrückt werden sollte wo die "Weltanschauung" geschützt wird, holla die Waldfee.

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07.04.2009 - 09:50 Uhr
__xxx__

"der" anderen Seite ^^

MorbusBahlsen
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07.04.2009 - 14:21 Uhr
MorbusBahlsen

Solange die NPD existiert haben die meisten von denen einen mehr oder weniger gesellschaftlich geächteten Heimathafen. Tut sie das nicht mehr, wird das Denken nicht weniger, aber es durchsetzt die Gesellschaft von der Basis weg.

__xxx__
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07.04.2009 - 14:40 Uhr
__xxx__

Das halte für einen Mythos. Und Dir ist es lieber dass sie in diversen Landtagen sitzen dürfen und in der Politik mitmischen? Also bitte. Theoretisch könnten sie die Wahlen in Herbst gewinnen (weit hergeholt, aber technisch möglich) und Auschwitz wieder aufmachen, ohne dass jemand was tun könnte. Das ist total absurd.

MorbusBahlsen
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07.04.2009 - 14:53 Uhr
MorbusBahlsen

Du willst also lieber, dass alle ihre Aktionen dann im Untergrund stattfinden (und das ist nicht nur theoretisch so, sondern ganz praktisch und nah hergeholt), wo sie sich nicht mal mehr an bestehende Gesetze halten werden.

Außerdem würde es viel über die Prinzipien sagen, wenn man unterscheidet zwischen anwendbar/nicht anwendbar. Da zieht jeder ne andere Grenze. Nein.

__xxx__
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07.04.2009 - 15:29 Uhr
__xxx__

Den Untergrund gibt es so oder so, hier gibt man denen noch ein echtes politisches Instrument dazu. Und der Untergrund ist ganz praktisch und real vorhanden, heute.

Das mit den Prinzipien ist natürlich ein schwieriges Thema, da weiß ich pauschal auch keine bessere Lösung.

MorbusBahlsen
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07.04.2009 - 15:34 Uhr
MorbusBahlsen

Nicht alles was verboten ist, ist aus den Köpfen raus. Der Untergrund würde zahlenmäßig um ein Vielfaches größer werden. Und damit viel gefährlicher als er jetzt ist.

__xxx__
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07.04.2009 - 16:05 Uhr
__xxx__

Eben diese These wage ich zu bezweifeln.

MorbusBahlsen
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07.04.2009 - 16:12 Uhr
MorbusBahlsen

Zu Königs Zeiten war es verboten, auflärerische Gedanken zu verbreiten. Hat sich aber doch irgendwie durchgesetzt oder...

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07.04.2009 - 16:12 Uhr
MorbusBahlsen

...aufklärerische...

__xxx__
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07.04.2009 - 22:59 Uhr
__xxx__

Das ist aber doch etwas ganz anderes, meinst Du nicht? Da ging es eher um Freiheiten, während es dieser Meute um Unterdrückung geht.

Wobei ich mir gut vostellen kann dass in deren perversen Köpfen ihre Ziele aus deren Sicht als "Freiheit" angesehen werden. Grmpfh. Scheiß Teufelskreis.

MorbusBahlsen
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07.04.2009 - 23:03 Uhr
MorbusBahlsen

Ob von + zu - oder von - zu plus, die Distanz ist diesselbe, die Hindernisse dann auch.

drolli
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08.04.2009 - 03:24 Uhr
drolli

__xxx__ sagte:
Das ist aber doch etwas ganz anderes, meinst Du nicht? Da ging es eher um Freiheiten, während es dieser Meute um Unterdrückung geht.

Wobei ich mir gut vostellen kann dass in deren perversen Köpfen ihre Ziele aus deren Sicht als "Freiheit" angesehen werden. Grmpfh. Scheiß Teufelskreis.


Nehmen wir an, sie kaemen irgendwo in Dt. and die Macht. Dann ist mir eine nicht durch Feindstrafrecht verdorbene Justiz lieber.

__xxx__
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08.04.2009 - 08:18 Uhr
__xxx__

Feindstrafrecht würden gerade die einführen, das wäre das allererste wenn sie rein theoretisch in Dt. an die Macht kämen (also Bundesebene, nicht irgendwo). Ob die Justiz davor verdorben war oder nicht würde höchstwahrscheinlich nichts zur Sache tun.

drolli
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08.04.2009 - 10:48 Uhr
drolli

__xxx__ sagte:
Feindstrafrecht würden gerade die einführen, das wäre das allererste wenn sie rein theoretisch in Dt. an die Macht kämen (also Bundesebene, nicht irgendwo). Ob die Justiz davor verdorben war oder nicht würde höchstwahrscheinlich nichts zur Sache tun.


aua aua. Bitte tu mir einen Gefallen. Lies erstmal die Verfassung. Dann mache Dir klar dass man zum aendern eine 2/3 mehrheit braucht und dass der Ausstausch des Verfassungsgerichts Zeit braucht. nehmen wir mal an, die rechten bekaemen knapp 50% oder wuerden es schaffen eine koalition zu bilden. Dann ist es ein signifikanter unterschied ob mal fuer sie die Mittel den Rechtstaat auszuschalten scho bereitgelegt hat oder ob sie es nicht schaffen eine 2/3 mehrheit zusammenzubekommen.

__xxx__
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08.04.2009 - 20:57 Uhr
__xxx__

Du hast schon Recht, aber erinnere Dich mal an die Geschehnisse vor so ca. 80 Jahren. Wenn so einer mal an der Macht ist, schert er sich nicht um solche Feinheiten. Eine Diktatur ist schnell errichtet.

Aber natürlich halte ich den Fall für extrem unwahrscheinlich, hier spricht nur Phantasie welche gewissen unterschwelligen Befürchtungen entspringt.

MorbusBahlsen
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08.04.2009 - 21:21 Uhr
MorbusBahlsen

Nur mal so nebenbei... wenn sich 50%+ NPD-Wähler finden lassen, dann bringt das beste Verbot nix.

__xxx__
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09.04.2009 - 08:09 Uhr
__xxx__

Das stimmt auch wieder...


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