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Kultur

| 16.04.2009 18:30  

Matias Faldbakken: Unfun

Angestrichen:
Er wollte Filme drehen. Jo, auch ich will Filme drehen. Hallo? JETZT? Nach allem, was passiert ist? Warum nicht gleich Webdesign? Die Kaltnadelradierung des Informationszeitalters? Oder warum wirst du nicht Redakteur einer literarischen Zeitschrift? Das ist genau das, was wir brauchen, heute, in einer solchen Situation. Filmemacher, du verdammter Idiot. Das Maß ist voll, hau ab aus meinem Leben.
Wo steht das denn?

Im Roman Unfun des norwegischen Schriftstellers und bildenden Künstlers Matias Faldbakken. Der hatte in den vergangenen Jahren als der bessere Houellebecq für Aufsehen gesorgt. Seine Romane "The Cocka-Hola-Company" und Macht und Rebel zeichneten sich durch ein hohes Maß an Ekel und Provokation aus - und erzählten eine verstörende Geschichte aus dem Untergrund europäischer Großstädte. "Unfun" ist der dritte Teil dieser Misanthropie und steht den Vorgängern in Sachen Ekel und Provokation in nichts nach.

Leider fehlen "Unfun" aber die Szenen, die "The Cocka Hola Company" zu einem herausragenden und "Macht und Rebel" zu einem guten Buch gemacht haben. Dabei handelt es sich um Stellen (wie die zitierte), die die Provokation zu einer - schlimmes Wort - Gesellschaftskritik nutzen. Bei der Lektüre des "Gesellschaftspornos" um die Anarchistin Lucy und ihren Ex-Mann Slaktus bleibt lediglich das Gefühl der Verwirrung zurück. Auch wenn Faldbakken für Slaktus den Begriff des "Gewaltintellektuellen" einführt und eine bemerkenswerte Wendungen zum Beispiel rund um die hyperaktiven Söhne von Lucy und Slaktus schildert, das Buch bleibt leider hinter den Erwartungen zurück, die vor allem "The Cocka Hola Company" geweckt hatten.

Wer sich dennoch durch die 266 kämpfen will, sollte ein wenig Englisch als Rüstzeug mit auf den Weg nehmen. Weite Teile des Buches sind nämlich in Englisch - genau wie dieses Interview mit dem Autor:



Unfun ist bei Blumenbar erschienen und kostet 19.90 Euro. In der kommenden Woche ist Matias Faldbakken auf Lesetour in München, Köln und Hamburg.


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Laudi 16.04.2009 | 18:34
Yeah, endlich wieder Faldbakken!
Fan:Me

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CommodoreSchmidtlepp 16.04.2009 | 18:41
Man hat nicht den Eindruck, dass Herr von Gehlen das Buch gelesen hat.

Cheers!

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dirk-vongehlen 16.04.2009 | 18:51
@Laudi: War bzw. bin auch Fan. Fand das Buch aber sehr viel schlechter als die Vorgänger

querspieler 16.04.2009 | 19:27
Also ich fand "The Cocka-Hola-Company" ja ganz nett, aber Houellebecq scheint mir schon einen profunderen Lebensekel liefern zu können. Oder andersrum gesagt, Faldbakken ist dagegen schon eher ein Spaß-Autor.

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Klangfarbeninteressent 16.04.2009 | 19:43
Paralleleln gibt es vielleicht "ansatzweiße" bei beiden Autoren, aber in letzter Zeit diese gezwungen-unabdingbare Kombination beider Namen (Faldbakken und Houellebecq) ist ... nervig ;-)

UNFUN war meines Erachtens ein amüsanter, emotional-variabler Leckerbissen, von "durch die Seiten kämpfen" keine Spur ...

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synthie_und_roma 16.04.2009 | 19:57
faldbakken ist gott. also macht und rebel war knorke as hell.

habe das buch schon bestellt.

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alcofribas 16.04.2009 | 20:01
ich knabbere seit nem vierteljahr an the cocka-hola-company rum, irgendwie werden wir keine freunde, das buch und ich

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EloiseMigraine 16.04.2009 | 22:05
"der bessere Houellebecq"! so ist es!

cocka-hola-company war grandios.
und ich weiß nicht was es an der angestrichenen stelle auszusetzen gibt.. ich freu mich schon 'unfun' zu lesen.
mir wird in diesem "artikel" (erinnert eher an ne notiz) nicht klar, was genau, dir dirk, nun fehlt resp. warum sich kein lesevergnügen eingestellt hat. wirkt eher also sollte die kritik schnell noch mit veröffentlicht werden. ärgerlich.

wieso kommt der eigentlich nach berlin? mist.
ist der feldbakken eigentlich verheiratet? ich frag nur. wenn nicht, fahr ich doch auch mal nach hamburg zur lesung.. haha

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EloiseMigraine 16.04.2009 | 22:07
ich meinte natürlich, warum er NICHT nach berlin kommt. ich war gedanklich.. abgelenkt.

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Laudi 17.04.2009 | 11:22
Houellebecq und Feldbakken zu vergleichen ist zwar nahe liegend, würd ich aber nie machen.

Faldbakken is RocknRoll.
Houellebecq ist einfach nur (zu) anstrengende Realität.

Ich glaub ich spar mir des für den Herbst auf... Verzögerungsgenuß und so.

@Alco
des buch geht doch an 2-3 tagen durch. ich konnte das buch nicht mehr schließen als ich anfing.

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