you think i’m over-reacting out here? then you should be inside my head…
Text: regenstuermerin
seit 8 monaten hast du deinen namen nicht mehr an der wohnungstür, weil du angst hast, der, den du nicht suchtest, könnte dich einmal mehr finden.
...und er erntet mitleid, weil die anzeige zu hart ist oder mein verhalten in den letzten wochen „bissig und selbstbezogen“ oder jetzt gar „hysterisch“.
aber da mein mehrfaches klares „lass mich in ruhe“ nicht wirkte... weiß ich mir nicht mehr anders zu helfen als mit anzeige und einstweiliger verfügung.
8 monate schweigen, und er nennt meine einzige öffentliche reaktion auf ihn aus verzweiflung, den letzten tatsächlich bitterbösen blog-eintrag, in dem sein name aber nicht einmal genannt wird und der, auf der seite, wo es anscheinend wichtig ist, weil ein bruchteil poeten anwesend sind, nur 18 mal (mindestens einmal von ihm selbst) gelesen wurde: „rufmord“.
ja, bei der poetendichte auf der site und der anzahl von klicks und der nichtnennung von namen ist das tatsächlich rufmord im ganz großen stil... da kann sogar die bild noch was von mir lernen.
wo es genug geschichten gab, noch vor meiner slam-zeit und lange vor unserem ersten kontakt, die allein durch sein handeln seinen ruf schwer gefährdeten.
„frag irgendeinen poeten und er kann dir eine halbe stunde echt seltsame geschichten von dem typ erzählen,“ ist die erste reaktion damals von dritten, als bei einem slam sein name fällt.
die wenigen, mit denen ich darüber sprach später, als es mich zu nerven begann, als die mails nicht mehr interessant und literarisch zum austausch einluden oder mich klar auch zum lächeln brachten, als es mir sehr schlecht ging, oder als seine avancen nicht mehr zum schmunzeln und einfach zu widerlegen waren, sondern in intensität und beharrlichkeit beängstigend, nachdem es im oktober 2007 ja schon mal so einen heftigen ausbruch von sms- und telefonterror gab, den ich aber irgendwie abfangen und in eben jenen seichten mailkontakt umleiten konnte, der dann aber auch zu heftig wurde, da waren es 3 kollegen damals im frühjahr, 2 herren, eine frau, diese wenigen warnten mich vor ihm... jedenfalls die jungs.
„antworte nicht mehr. reagier nicht mehr. jede reaktion schürt ihn an.“ der begriff stalking fiel hier von anderer seite als meiner zum ersten mal.
ich belächelte diesen begriff in bezug auf die situation damals noch. sowas passiert doch nie einem selbst!
reagierte aber nicht und schwieg.
und verdrängte es.
bis zum anruf im oktober, der meinen kontaktabbruch und die ansage „endgültig“ im juli mit seiner wut zollte. da sprach ich aus angst mit 2 poeten mehr. verdrängte es aber nach 3 im urlaub vor verzweiflung und wut und hilflosigkeit durchheulten nächten weiter, schwieg, reagierte nicht.
verdrängung...
bis zur begegnung im januar, die mir solche angst machte, dass ich wieder drei tage schlaflos komplett neben mir stand.
denn der typ ist ca. 2 meter groß und athletisch, daneben stehst du, gefühlte 1000 mal kleiner und zerbrechlicher und versuchst dein bestes, ihn zu ignorieren, und er lehnt sich zu dir und raunt „das ist gar nicht cool“ in einem ton, der dir angst macht.
so sehr, dass du albträume hast.
aber ich zögerte mit der anzeige, weil er dann irgendwann schrieb, er müsse jetzt endlich gehen. wonach eine psychologin, weil ich wissen wollte, ob das jetzt wirklich das ende ist, seine vergangenen mails las und daraufhin meinte, wenn ich ihm bereits zweimal gesagt habe, einmal per mail ende juli, einmal am telefon anfang oktober, dass er mich in ruhe lassen soll, sollte ich anzeige erstatten, dann wäre es nicht mehr nur wahnhaft, sondern möglicherweise auch gefährlich.
aber ich zögerte, wollte kein fass aufmachen, denn entgegen der psychologin, die in „gehen“ auch selbstmordgedanken interpretierte, hoffte ich, er meinte mit „gehen“, er müsse mich jetzt endlich in ruhe lassen, weil er endlich realisiert hätte, dass ich nicht interessiert bin. an ihm. an kontakt. jeglicher art...
aber er kam zurück. schrieb weiter. er nennt all seine mails an mich jetzt „kompensation“... für sein schreiben auf der bühne, das ihm fehlt. aber was habe ich damit zu tun? soll er tagebuch schreiben wie jeder andere auch.
und wenn er solche sachen schreibt: dass er keinen punkt setzen könne, so lange ich nicht alles bekommen hätte, was ich erwarten könne von ihm, als meinem mann, „dein ist mein ganzes herz“, und wenn mehr wüchse, schenkte er es nach, und ich hätte alle zeit der welt... sieht so die kompensation für bühnentexte aus?
ich reagierte nicht. „jede reaktion schürt ihn an.“ diese worte hallten nach. vielleicht war ich auch einfach gelähmt.
aber dann schrieb er, ich hätte angerufen, das sei schön gewesen. und ich bekam angst. einmal mehr. was in seinem kopf vorginge, was er da zusammenspinnt.
in seiner verteidigung, die nun auf rufmord und vor allem auf meiner dummheit basiert, schreibt er, „erstaunlicherweise bin ich kaum mehr auf diese frau fixiert“.
kaum mehr. das ist noch zu viel. wenn ihn das bei 5 verpassten anrufen von unbekannt darauf schließen lässt, dass ausgerechnet ich ihn angerufen hätte.
und jetzt macht er sich zum opfer, schreibt mails an kollegen, die meiner show ein ende bereiten sollen.
dabei verdreht er alles sehr hübsch. so hübsch, dass sogar ich beginne an allem, besonders an meinen verstand zu zweifeln...
schreibt, dass all das schon damalige „petra und der wolf verhalten“ ein köder für meinen ex sei, der mich dann retten könne. (das schreibt er ironischerweise wohl unwissentlich ausgerechnet auch meiner ex-flamme, mit dem ich seit monaten keinen kontakt mehr habe, der also von dem ganzen desaster bis dato gar nichts mehr mitbekam, der aber damals, als alles noch verflucht wunderbar war zwischen uns, schon einmal eindringlich vor dem kerl warnte, nicht mehr zu reagieren, weil er ihn kennt, der hört nicht auf.)
oder stellt mich als diva dar, die um jeden preis gewinnen will...
aber was denn gewinnen? außer: ruhe.
„eure drama queen ist leider so leer von besessenheit zu siegen, dass sie nie verstehen wollte, warum ich kein gegner bin und daher besser.“
besser??
so trägt der wolf den anzug unschuldslamm.
und du fürchtest, man glaubt ihm tatsächlich mehr, einfach aus: mitleid.
und du bist allein mit all deiner angst, weil freunde können dir nur den rücken stärken, nicht aber durchmachen, was du durchmachst und helfen kann dir keiner von ihnen dabei.
und im zug von göttingen, was so entspannt und so großartig war, nach berlin, was so angespannt und so beschissen ist, will ich am liebsten aussteigen.
nur wie? und wo?
braunschweig wäre der nächste halt.
aber das änderte ja auch nichts. daran:
es ist wie im krieg...
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