Die neuen Leiden der Jammer-Wessis
Ein Schlappschwanz klagt an: Maxim Biller predigt gegen Ossis
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Das Feuer der Wut vor 22 Std.
- Sprühen vor Glück vor 22 Std.
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Aporia verweist lediglich auf den Beitrag [ink=http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/469380]Polemik von alcofribas vom 22.03., zu Billers 'Artikel' Deutsche deprimierende Republik im FAZ.net Feuilleton, welcher dort bereits am Wochenende nachzulesen war.
ausserdem: dass billers artikel aus der sz kein lob erhaelt ueberrascht ja nicht wirklich; mancheiner hat es da offenbar nicht verkratet, auf der falschen seite der geschichte gestanden zu haben.
allein, dass sie sich zweimal als "staatsoberhaupt" bezeichnet hat, zeigt die fremdheit dieser frau in unserem system. ja, man kann sich versprechen, ja, das kann mir passieren, jedem menschen, jedem politiker, der kanzlerin. wenn das aber zweimal passiert, tippe ich - zugunsten der sprecherin - auf eine freudsche fehlleistung, zu ihren ungunsten auf ein politik und staatsverständnis, das einer kanzlerin nicht ansteht.
und was pauschalisierung billers angeht, die teile ich nicht in dieser polemik und schärfe, ich bin weder schriftsteller noch ist das feuilleton der FAZ mein podium. ich werde aber jeden, der auch in schärfe und polemik empfundene oder vorhandene missstände und fehlentwicklungen aufzeigt, immer verteidigen. dafür haben wir mehr als eine zeitung, dafür lese ich nicht das neue deutschland und dafür habe ich es leider schon zu oft erlebt - in ost wie in west - dass gesagt wird "man" dürfe dies oder das doch nicht so schreiben, "sowas" dürfe doch nicht in eine zeitung, "das" müsse man doch besser kontrollieren.
nein. ich bin froh, in einem land zu leben, in dem biller schreiben kann, ohne danach zehn jahre nach bautzen zu müssen.
biller überdreht, ja. aber ich kann ihm trotzdem nicht absprechen, einige grundlinien der entwicklung der letzten jahre richtig benannt zu haben
- einen alles zukleisternden "patriotismus", der nationalistisches gedankengut bis in die mitte der gesellschaft hoffähig macht
- die lust an einer kollektivierung des denkens, ob das in parteien, bestimmten lebenswelten oder regionen ist.
- eine oft zum glück nur platte, manchmal ins nationalistische, im schlimmsten fall antisemitische schillernde kapitalismuskritik
- die unzureichende aufarbeitung des systems DDR. da wird die rückumbenennung der clara-zetkin- in dorotheenstraße mit dem dämon kommunismus und der abriß des palasts mit asbest gerechtfertigt, während in behörden und betrieben im osten sich die alten seilschaften schön über die wende gerettet haben.
- der allgegenwärtige geschichtsrevisionismus, da darf eine frau steinbach genauso rumtoben wie man die "saubere" wehrmacht à la stauffenberg wieder aus der mottenkiste holt
- und nicht zuletzt ein reduzierung von politik auf den taktiererischen machterhalt. davon betroffen sind alle parteien, verkörpert wird dieses prinzip allerdings am besten durch die kanzlerin oder durch z.b. einen politikertyp wie althaus. ein vierteljahr von der bildfläche verschwunden, erklärt er sich nach seiner "rückkehr" nicht dem parlament, nicht seinem parteitag, nicht seinen wählern, nicht der landespressekonferenz, sondern gibt der BILD eine privataudienz. sowas kennt man sonst nur von KPdSU-generalsekretären und der prawda.
zum schluss zitiere ich gerne aus dem besagten kommentar von lohse in der FAS gestern (leider nicht online gefunden)
"Aber sie (Merkel) hält die Mitgliedschaft in einer Partei ausschließlich für eine technische Notwendigkeit zur Herstellung und zum Erhalt der eigenen Machtposition. Parteimitgliedschaft als Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls, wie sie in Westdeutschland seit je für die meisten Mitglieder von politischen Parteien galt und gilt, war und ist ihr fremd. Das mag auch mit ihrer Sozialisation in der DDR zu tun zu haben. In der Zeit, als viele der heutigen CDU-Minister oder -Ministerpräsidenten ihre Partei als Mischung von Wertegemeinschaft und Machtapparat erlebten, dominierte in der DDR der zweite Aspekt"
23.03.2009 - 21:06 Uhr
alcofribas
afrirali sagte:
die mauer muss wieder her!
naja im gewissen sinne haben wir ja eine mauer umd deutschland bzw. europa. nur halt ne umgekehrte, die in der DDR wollten nicht, dass die leute RAUS gehen, wir lassen keinen mehr REIN
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23.03.2009 - 18:37 Uhr
Aporia