23.03.2009 - 18:31 Uhr

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"Derzeit ist es opportun, Computerspiele zu bashen"

Text: dirk-vongehlen

In der Debatte um die Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden fordern Politiker ein Verbot so genannter Killerspiele. Der Münchner Blogger Deef Pirmasens wehrt sich dagegen. Er hat auf Gefühlskonserve einen offenen Brief an Medien, Eltern und Politiker veröffentlicht. jetzt.de sprach mit dem 34-Jährigen Magister der Kommunikations- und Medienwissenschaft, der als Texter und Medienberater arbeitet, über die Beweggründe.

Du hast einen Offenen Brief zu der medialen Verarbeitung des Amoklaufs von Winnenden veröffentlicht. Warum? Deef: Zunächst mal war ich nach dem schrecklichen Massenmord auch schockiert und fassungslos. In der Folge wurde in der Berichterstattung immer die Frage nach dem „Warum?“ gestellt. Das ist eine sehr menschliche Frage. Warum passieren Dinge? Und wie kann man sie verhindern? Bei dieser Debatte ist es nur leider wieder so, dass Videospiele einseitig als Ursache von Amokläufen dargestellt werden. Die andere Perspektive fehlt in der Diskussion, die Seite, die die Millionen von friedlichen Spielern vertritt und die sagt, wir wollen nicht, dass Videospiele als Sündenbock herhalten müssen und womöglich verboten werden. Videospieler haben also keine Lobby in der Öffentlichkeit. Leider nicht. Und die Hersteller von Videospielen haben sich bisher auch zurückgehalten, was bedauerlich ist. Derzeit ist es opportun, Computerspiele zu bashen. Das ist leider nichts Neues: Es war schon immer so, dass neue Medien als Prügelknaben herhalten mussten. Sogar Bücher wurden verteufelt. Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ wurde zum Beispiel vorgeworfen, junge Männer in den Selbstmord zu treiben.
Das Argument gegen so genannte Killerspiele lautet oft: Es ist ja unbestritten, dass diese Spiele aggressiv machen. Das ist es eben nicht. Eine Studie, die belegt, dass normale Menschen alleine durch gewalthaltige Computerspiele aggressiv werden, die möchte ich erstmal sehen. Ich kenne keine glaubwürdigen Forschungsergebnisse, die das belegen würden. Warum wird die Debatte trotzdem so intensiv über Videospiele geführt? Weil es schlüssig erscheint. Viele Menschen – gerade wenn sie älter sind – haben keine Berührungspunkte mit Videospielen und beziehen ihr Wissen darüber vom Hörensagen und den Medien. Groß berichtet wird über Videospiele aber nur im Zusammenhang mit Gewaltverbrechen. Da muss man sich nicht wundern, wenn sich eine diffuse negative Meinung breit macht und viele zu glauben beginnen, Videospielverbote könnten künftige Amokläufe verhindern. Die Frage, die dann oft kommt, lautet: Müssen die Spiele wirklich gewalthaltig sein? Geht’s nicht auch ohne? Es geht auch ohne und viele Spiele sind absolut friedlich. Aber man darf nicht vergessen, dass Gewalt ein wichtiges Element in unserer Erzähltradition darstellt. Man denke an Agatha Christi-Romane, den sonntäglichen Tatort oder das alte Testament der Bibel. Gewalt nach Regeln ist auch ein unverzichtbares Element im Sport, wie z.B. bei Boxen, Ringen, American Football, und Fechten. Videospiele sind ein Medium, das die Erzähltraditionen, den sportlichen Wettkampf und das Teamspiel aufgreift und auf eine andere, eine interaktive Ebene befördert. Das muss nicht jedem gefallen, aber hier jegliches Auftauchen von Gewalt gänzlich zu verbieten, hieße ein Kulturgut zu zensieren. Eine derartige Maßnahme stünde gerade einem Land wie Deutschland ganz schlecht zu Gesicht. Ein wichtiges Argument ist oft auch die Verfügbarkeit dieser Spiele ... Natürlich gilt: Nicht jedes Videospiel ist für Kinder und Jugendliche geeignet. Dafür haben wir in Deutschland schon umfassende gesetzliche Regelungen im Strafgesetzbuch und im Jugendschutzgesetz. Die müssen natürlich auch von den Händlern und den Eltern befolgt werden. Weil es sonst passiert, dass ein Spiel wie "Far Cry 2", das gar keine Jugendfreigabe hat, von einem 17-Jährigen gespielt wird ... Genau und da müssen sich die Eltern die Frage gefallen lassen, warum sie einen Sohn einen Computer ins Zimmer stellen, aber nicht darauf achten, was er damit macht. Auf eine Sache muss ich allerdings hinweisen: auch das ab 18 Jahre erhältliche Far Cry 2 ist nicht gewaltverherrlichend, sondern lediglich gewalthaltig. Es gibt überhaupt keine „Verherrlichungs-Killerspiele“ in Deutschland, denn Gewaltverherrlichung und Gewaltverharmlosung sind gemäß § 131 Strafgesetzbuch gänzlich verboten und werden mit Freiheits- oder Geldstrafen bestraft. Du hast bisher sehr viel Feedback auf deinen Offenen Brief bekommen. Hast du noch weitere Pläne? Der offene Brief hat Aufmerksamkeit in Blogs und Web-Foren bekommen, aber um relevant zu sein, muss er in die klassischen Medien. Ob das passiert, hängt maßgeblich davon ab, wie aufgeschlossen Journalisten gegenüber den Meinungen und Interessen von Videospielern sind. Ich hoffe das Beste, erwarte aber nicht allzu viel. Über das Interesse von jetzt.de habe ich mich sehr gefreut. Mehr zum Thema auf jetzt.de: Ein Interview mit Matthias Dittmayer, der die Berichterstattung von ARD und ZDF über so genannte Killerspiele kritsiert. Außerdem weitere Berichte zum Amoklauf in Winnenden.


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Jollscherl
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Mag ich Mag ich nicht

-1

23.03.2009 - 18:35 Uhr
Jollscherl

"Warum wird die Debatte trotzdem so intensiv über Videospiele geführt?
Weil es schlüssig erscheint. "
Ganz genau! Weil es schwierig bis unmöglich ist, zu akzeptieren, dass manche Dinge einfach unberechenbar sind und bleiben. Was liegt da näher, als sich einfach eine scheinbar schlüssige Argumentationskette herbei zu philosophieren?

nicht ganz zum Thema, aber irgendwie doch:
http://kqe.de/pruell/althauscomputerspie...

Aporia
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Mag ich Mag ich nicht

0

23.03.2009 - 18:48 Uhr
Aporia

Danke, Jollscherl, für den Link! Großartig... ;-)

douchebag
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-4

23.03.2009 - 20:36 Uhr
douchebag

Geiler Link !

tachycardia
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Mag ich Mag ich nicht

1

23.03.2009 - 22:58 Uhr
tachycardia

also dass es keine wissenschaftliche studien gibt die eine verbindung zwischen dem spielen von gewalthaltigen studien und agressivem verhalten belegen, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln.
nichtsdestotrotz hat er natürlich irgendwie recht. kaum ein menschliches verhalten wird nur von einem faktor bestimmt. das darf man gerade bei erklärungsversuchen von amokläufen nicht vergessen. umso schlimmer dass computerspiele immer als sündenbock herhalten müssen...

phlow
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1

23.03.2009 - 23:14 Uhr
phlow

@tachycardia:
da gibts mit sicherheit studien, die das belegen und mindestens genau so viele, die genau das gegenteil aussagen.
studien die mit dem ziel auf eine bestimmtes ergebnis hinauszulaufen geführt werden laufen meist auch auf genau dieses hinaus.
ich finde diese killerspieldebatte ein ziemliches armutszeugnis für unsere medienlandschaft und daß nach aussagen von freunden der amokläufer anscheinend gar kein soooo begeisterter "hardcoregamer" war ist ja da auch vollkommen wurscht.
ich verliere langsam die lust mir überhaupt noch nachrichten anzuschaun, weils nur noch ein wettlauf um die schrecklichsten wirtschaftskrisenmeldungen und andere "sensationen" ist.

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23.03.2009 - 23:17 Uhr
phlow

und - sehr passender link!
wie viele mörder schaun sich wohl vorher tatort oder columbo oder was weiss ich von den zig krimiserien im fernsehen an, um sich inspirieren zu lassen, oder zu sehen, wie man´s nicht macht?

tachycardia
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23.03.2009 - 23:28 Uhr
tachycardia

@phlow ich glaub da machst du es dir nen bisschen einfach ;) mit der auffassung müsste man das wissenschaftliche forschen ja am bestern gleich sein lassen...
ich finds nur dumm den medien vor zu werfen, sie würden sich nicht genug informieren und dann zu behaupten es gäbe solche studien nicht... und das ist gleich doppelt schade, weil er ja eigentlich recht hat.

phlow
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23.03.2009 - 23:41 Uhr
phlow

ich sag ja nicht, daß man nicht forschen soll, bzw, daß studien gleich automatisch fallsch oder geschönt sind.
aber ebensowenig soll man da jede auf die goldwage legen.
ich erinnere z.b. an das waldsterben, wo in den 80er wild von SÄMMTLICHEN MEDIEN berichtet wurde, daß es im jahr 2000 keinen oder so gut wie keinen wald mehr in deutschland geben wird. und wenn ich mich so umschau.......
was auch wieder nicht heissen soll, daß man die umwelt nicht schonen sollte oder diese theorien komplett falsch waren.
es gab sicher auch studien, die den ami´s in den 50ern weismachten, daß es was bringt, sich mit eine zeitung oder einer decke vor dem radioaktiven fallout einer atombombenexplosion zu schützen.
die tabakindustrie hat studien anfertigen lassen, die belegen, daß rauchen gesundheitlich unbedenklich ist.... etc...pp

zu sagen, es gäbe keine studien, ist natürlich ebenso verkehrt und kontraproduktiv.

tachycardia
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Mag ich Mag ich nicht

0

23.03.2009 - 23:48 Uhr
tachycardia

gut, dann sind wir uns ja einig ;)

Arbeiterkind
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Mag ich Mag ich nicht

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24.03.2009 - 00:29 Uhr
Arbeiterkind

"Aber man darf nicht vergessen, dass Gewalt ein wichtiges Element in unserer Erzähltradition darstellt. Man denke an Agatha Christi-Romane, den sonntäglichen Tatort oder das alte Testament der Bibel. Gewalt nach Regeln ist auch ein unverzichtbares Element im Sport, wie z.B. bei Boxen,..."
HAHA, Agatha und die Bibel, HAHA. prominete killerspielvorläufer. HAHA.
und das bescheuerte boxen und die schlechten krimis, die jetzt auch schon regelmässig wochenends im örf gezeigt werden, ich bin dafür , dass das zusammen mit den killerspielen und den schützenvereinen verboten wird, damit endlich schluss ist mit diesem irrsinn.

ich mag das rauchverbot gern leiden und ohne killerspiele und schützenverein kann ich auch gut leben.
deshalb meine forderung: alles sofort verbieten!

44Leselust
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Mag ich Mag ich nicht

-1

24.03.2009 - 06:35 Uhr
44Leselust

Gäääähn.
Menschen, die auf die Situation des "Töten-Müssens", wie zum Beispiel Sondereinsatzkommandos oder auch Soldaten in bestimmten Ländern, vorbereitet werden, können mit diesen Video-Animationen der Killerspiele ganz bewusst die eigene Hemmschwelle des "Auf-einen-anderen-Menschen-Schiessens", des "Töten-Wollens", senken. Das ist erwiesen und wird praktiziert.
Und diese Hemmschwelle ist bei diesen jugendichen Amok-Läufern definitiv ausgehebelt.
Also, Schluss mit diesem "Pervers-Lustig".

Jollscherl
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24.03.2009 - 08:11 Uhr
Jollscherl

ich hatte da mal ein seminar zu dem thema.
und soweit ich mich erinnere (so lang is es nun auch nicht her, ein, zwei jahre vielleicht), gibt es schon studien, die besagen, dass der puls hochgeht, man gereizter und aggressiver ist - aber (und das ist ja das wichtige) nur, bis man das "aus"-knöpfchen drückt. und so ist das auch, könnt ich mir denken. und das ganze ist meiner meinung nach - auch wenn ich dafür sicher gleich eins auf die mütze kriege - schon auch mit dem schauen eines action-films oder dem lesen eines spannenden buchs zu vergleichen: man ist in einer "anderen welt", die aber aufhört, sobald man was anderes macht.
und da mag der schlüssel liegen: solang man noch was anderes macht außer sowas, solang ist noch nix verloren.
ausnahme: menschen mit exorbitantem vogel. und zu denen rechne ich jetzt mal der einfachheit halber menschen, die sich drauf vorbereiten lassen, andere menschen über den haufen zu schießen (siehe letzter kommentar). dies trifft aber auf den otto-normalverbraucher nicht zu.

__xxx__
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1

24.03.2009 - 08:24 Uhr
__xxx__

Computerspiele, pah - jeder weiß doch dass Metal an allem schuld ist.

chocolatecat
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Mag ich Mag ich nicht

1

24.03.2009 - 10:09 Uhr
chocolatecat

also ich hab gestern abend 1 1/2 stunden lang mit meinem freund zombies abgeknallt. ich find das sehr entspannend.

plastikfinken
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Mag ich Mag ich nicht

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24.03.2009 - 11:03 Uhr
plastikfinken

find ich super, dass endlich mal jemand diese ekelhaften killerspiele zum thema der diskussion macht. die sollten erst ab 30 jahren erlaubt sein und die käufer alle amtlich registriert und mit webcams überwacht werden. schließlich wurden bei den letzten amokläufen die meisten leute mit computermäusen erschossen.

derwodaso
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Mag ich Mag ich nicht

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24.03.2009 - 11:21 Uhr
derwodaso

ah, und wieder geht meine lieblingsdiskussion weiter :-)
zum artikel:

klar haben spieler eine lobby, die spieleindustrie ist sehr aktiv, was das promoten der eigenen produkte angeht und auch lobbyarbeit in der politik gehört dazu. auch spielemedien stellen sich der diskussion aus sicht der spieler. spieler sind längst keine gesichts- und sprachlosen opfer mehr, von diesem opferbild sollte sich die gemeinschaft der spielerinteressenvertreter endlich mal distanzieren, weil es nicht mehr stimmt.

es gibt schon studien, die eine aggressivitätsfördernde wirkung bis ca. 20 minuten nach dem spielen nachweisen. rein wissenschaftlich biologisch laufen da dieselben prozesse ab, wie in einer stresssituation. das ist biologisch auch messbar. nur verhaltensbezogen eben nicht, weil diese biologische reaktion kognitiv unterdrückt wird. der kopf sagt dem körper, dass diese stresssituation nicht problematisch ist. beim sport gucken hat man eine ähnliche reaktion. die frage ist also wie sind spiele in den gesamtkontext der stress-genussituationen einzuordnen? dieser frage stellt sich die forschung aber nicht momentan.

Aporia
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24.03.2009 - 11:23 Uhr
Aporia

Also ich kenne ja Jungs und Mädels, die werden beim Fußball spielen oder sogar beim Tischkickern unglaublich aggressiv. Ich denke, das spielt sich auf einer ähnlichen Ebene ab. Tischkickern verbieten?

chocolatecat
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24.03.2009 - 11:24 Uhr
chocolatecat

Aporia sagte:
Also ich kenne ja Jungs und Mädels, die werden beim Fußball spielen oder sogar beim Tischkickern unglaublich aggressiv. Ich denke, das spielt sich auf einer ähnlichen Ebene ab. Tischkickern verbieten?

ich hab statt tischkickern "tagestickern" gelesen... hmmm

derwodaso
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24.03.2009 - 11:26 Uhr
derwodaso

"ich mag das rauchverbot gern leiden und ohne killerspiele und schützenverein kann ich auch gut leben. deshalb meine forderung: alles sofort verbieten!"

ich kann ohne kirche ganz gut leben, und ohne parteien und ohne politiker und ohne börsianer und ohne 20 liter autos und ohne schrebergärten und ohne die bundeswehr und ohne privatfernsehn (bis auf CSI vielleicht) und ohne so viel mehr, was man da alles verbieten könnte! :-)

Aporia
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24.03.2009 - 11:29 Uhr
Aporia

chocolatecat sagte: ich hab statt tischkickern "tagestickern" gelesen... hmmm

Haha. Das gehört absolut verboten! Brrrave Arrrbeiter werrrden vom Arrrbeiten abgehalten.

derwodaso
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Mag ich Mag ich nicht

-1

24.03.2009 - 11:46 Uhr
derwodaso

44Leselust sagte:
Gäääähn.Menschen, die auf die Situation des "Töten-Müssens", wie zum Beispiel Sondereinsatzkommandos oder auch Soldaten in bestimmten Ländern, vorbereitet werden, können mit diesen Video-Animationen der Killerspiele ganz bewusst die eigene Hemmschwelle des "Auf-einen-anderen-Menschen-Schiessens", des "Töten-Wollens", senken. Das ist erwiesen und wird praktiziert.Und diese Hemmschwelle ist bei diesen jugendichen Amok-Läufern definitiv ausgehebelt.Also, Schluss mit diesem "Pervers-Lustig".


wie man nach all den jahren der diskussion solcher spiele immer noch so nen schwachsinn behaupten kann.

es gibt so viele informationsmöglichkeiten, die einem zeigen, dass einen nichts, aber auch gar nichts auf das töten eines menschen vorbereiten kann. das wird dir auch jeder soldat bestätigen, den du mal danach fragst. ich hab jungs gesehen, die aus dem irak kamen und die waren vorbereitet und trainiert und sind gebrochen und mit dem tod in den augen wieder zurückgekommen, da hilft dir kein computerspiel die tötungshemmnis auszuschalten.

es gab jetzt letzens erst ein interview mit einem bundeswehroffizier, dessen frau bei der us-army ist, der nochmal erklärt hat, dass das üben in der computersimulation nicht die tötungshemmnis senken kann, sondern dass dafür gruppenprozesse und ich nenne es mal brainwashing während der ausbildung nötig sind.

genausowenig lernt man von computerspielen mit waffen umzugehen. aber jeder glaubt halt den urbanen mythos, den er gerne hätte...

rocket_scientist
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24.03.2009 - 15:59 Uhr
rocket_scientist

fortpflanzung verbieten! dann gibt es bald keinen mehr, der andere erschießen kann! und keinen mehr, zum erschießen, mobben, quälen, foltern, übervorteilen, ausschalten, etc...!

die bakterien sind die wahren herrscher der welt!

Jollscherl
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1

24.03.2009 - 16:29 Uhr
Jollscherl

die wurzel allen übels ist hier die impulsivität und kurzsicht, mit der ans werk gegangen wird. eine überreaktion nach der anderen, sich einfach in irgendeine erklärung stürzen, und wenn sie noch so an den haaren herbeigezogen ist.
da kann man doch gar nicht anders als ins polemisieren geraten, wie man hier sieht.

jan2bach
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24.03.2009 - 16:32 Uhr
jan2bach

Wer monate- oder jahrelang vor dem Computer sitzt und Menschen bzw. menschähnliche Figuren abknallt, kann wohl kaum mehr kapieren, welch wertvolles Wunder das recht vergängliche Leben und dieses Universum insgesamt ist - und wird sich zwangsweise verändern. Da trifft er/sie sich dann wieder mit denjenigen, die sich in Politik und Wirtschaft nur noch zynisch durchmogeln und ihre Gewinne auf Kosten anderer machen. Gewalt halt, wo man hinschaut. Und das die Süchtigen jeweils weitermachen wollen, kennt man ja.

muschikaetzchen
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24.03.2009 - 17:02 Uhr
muschikaetzchen

diese leute können sich eben einfach nicht vorstellen, was in so einem typen vorgeht..is klar dass sie dann versuchen logische erklärungen für sein verhalten zu finden..schade nur dass diese so verdammt oberflächlich sind..die "killerspiele" waren bestimmt nicht sein größtes problem..

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24.03.2009 - 17:07 Uhr
muschikaetzchen

is "moorhuhn" dann ooch n killerspiel?
ick hab ooch mit mario schon etliche schildkröten und pilze totgetrampelt..mach ick im echten leben für gewöhnlich nicht..
aber dit is ja ooch grade nich der punkt..die sollten sich da wirklich ma n paar tiefgründige gedanken machen, die weit weit über computerspiele hinausgehn...andererseits kann man so ein individuelles schicksal vielleicht überhaupt nicht ergründen. die menschliche psyche ist ja keen offenes kinderbuch..mh.

Jollscherl
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24.03.2009 - 17:15 Uhr
Jollscherl

jan2bach sagte:
Wer monate- oder jahrelang vor dem Computer sitzt und Menschen bzw. menschähnliche Figuren abknallt, kann wohl kaum mehr kapieren, welch wertvolles Wunder das recht vergängliche Leben und dieses Universum insgesamt ist - und wird sich zwangsweise verändern. Da trifft er/sie sich dann wieder mit denjenigen, die sich in Politik und Wirtschaft nur noch zynisch durchmogeln und ihre Gewinne auf Kosten anderer machen. Gewalt halt, wo man hinschaut. Und das die Süchtigen jeweils weitermachen wollen, kennt man ja.


und grade da liegt der hase im pfeffer:
so einfach ist das nicht. input - prozess - output. das sind komplexe dinge, die da in herzen, seelen, köpfen abgehen. von mir aus würd ich mir überlegen, mal drüber nachzudenken, eventuell zustimmen zu können, wenn du sagen würdest:
"grenzdebile, von vornherein nicht nur leicht angeknackste personen, die monate- oder jahrelang vor dem computer sitzen ... usw."
und man muss sich doch nur den jüngsten vorfall ansehen. der knabe, dem da alle sicherungen durchgebrannt sind, hat doch gar nicht monate- und jahrelang ballerspiele gespielt. aber er hatte einfach von vornherein einen ziemlichen knacks. und dann gibt es all die leute, die unvorstellbare mengen an zeit für ballerspiele aufwenden, und dennoch so umgänglich und fürsorglich und sozial intelligent sind wie man nur sein kann.
es ist nicht so einfach.
es. ist. nicht. so. einfach.

muschikaetzchen
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24.03.2009 - 17:28 Uhr
muschikaetzchen

jenau . und genau um diesen "knacks" geht es ja. und der entsteht schon lange bevor dieser junge das erste killerspiel inner hand hält..

Jollscherl
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24.03.2009 - 17:28 Uhr
Jollscherl

punkt.

tisogno
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24.03.2009 - 17:44 Uhr
tisogno

Ein Aspekt, den ich in der ganzen Diskussion vermisse:
Was ist eigentlich in der Sozialisation von Menschen schief gelaufen, die Gewalt zu einem wesentlichen Element ihrer Freizeitgestaltung machen?
Nicht Spiele oder Videos oder Waffen sind das Problem, sondern Spieler, Zuschauer und Schützen.
Die ganze Gesellschaft verherrlicht Gewalt, belohnt Aggression, betet den Wettbewerb an - was völlig fehlt, ist eine Kultur der Gewaltlosigkeit.

Jollscherl
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24.03.2009 - 17:46 Uhr
Jollscherl

"was völlig fehlt, ist eine Kultur der Gewaltlosigkeit."
wo käme die denn auf einmal her? und wo gab's die jemals?

Nelson_
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24.03.2009 - 17:55 Uhr
Nelson_

Jollscherl sagte:
die wurzel allen übels ist hier die impulsivität und kurzsicht, mit der ans werk gegangen wird. eine überreaktion nach der anderen, sich einfach in irgendeine erklärung stürzen, und wenn sie noch so an den haaren herbeigezogen ist.
da kann man doch gar nicht anders als ins polemisieren geraten, wie man hier sieht.


Ganz genau. Ich denke die ganze Zeit, ich, der ich doch auch gerne zocke, müsste zu diesem Thread irgendetwas schreiben, hier oder in der Diskussion unter dem offenen Brief bei Gefuehlskonserve... aber irgendwie... 30+ Jahre Videospielgeschichte, Abermillionen von friedlichen Spielern - das wird einfach negiert, weil wieviele 2? 4? bekoppte amoklaufende Psychos Counterstrike auf dem Rechner hatten... angesichts dieser Absurdität fehlen mir die Mittel, etwas sachliches beizutragen.

Aporia
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24.03.2009 - 18:00 Uhr
Aporia

Ich müsste jetzt erstmal überlegen, in welchem Sport es nicht zumindest AUCH um Wettbewerb und Kräftemessen (also Gewalt) geht.

Jollscherl
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24.03.2009 - 19:05 Uhr
Jollscherl

diese pianist lang lang, der immer wegen seiner großen sensibilität, seiner fähigkeit, mit dem ton eins zu werden, gelobt wird, spielt übrigens auch "killerspiele" (was auch immer das heißen mag). wie lässt sich das vereinbaren nach all den erkenntnissen, die man über ballerspieler meint gewonnen zu haben? ach... es ist irgendwie ermüdend, darüber nachzudenken. es ist so ein käse, dass ich gar nicht weiß, wo ich ansetzen soll.

muschikaetzchen
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24.03.2009 - 20:11 Uhr
muschikaetzchen

GAAAAAAAAA...ein teufelskreis.

Arbeiterkind
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25.03.2009 - 00:58 Uhr
Arbeiterkind

derwodaso sagte:
44Leselust sagte:
Gäääähn.Menschen, die auf die Situation des "Töten-Müssens", wie zum Beispiel Sondereinsatzkommandos oder auch Soldaten in bestimmten Ländern, vorbereitet werden, können mit diesen Video-Animationen der Killerspiele ganz bewusst die eigene Hemmschwelle des "Auf-einen-anderen-Menschen-Schiessens", des "Töten-Wollens", senken. Das ist erwiesen und wird praktiziert.Und diese Hemmschwelle ist bei diesen jugendichen Amok-Läufern definitiv ausgehebelt.Also, Schluss mit diesem "Pervers-Lustig".


wie man nach all den jahren der diskussion solcher spiele immer noch so nen schwachsinn behaupten kann.

es gibt so viele informationsmöglichkeiten, die einem zeigen, dass einen nichts, aber auch gar nichts auf das töten eines menschen vorbereiten kann. das wird dir auch jeder soldat bestätigen, den du mal danach fragst. ich hab jungs gesehen, die aus dem irak kamen und die waren vorbereitet und trainiert und sind gebrochen und mit dem tod in den augen wieder zurückgekommen, da hilft dir kein computerspiel die tötungshemmnis auszuschalten.

es gab jetzt letzens erst ein interview mit einem bundeswehroffizier, dessen frau bei der us-army ist, der nochmal erklärt hat, dass das üben in der computersimulation nicht die tötungshemmnis senken kann, sondern dass dafür gruppenprozesse und ich nenne es mal brainwashing während der ausbildung nötig sind.

genausowenig lernt man von computerspielen mit waffen umzugehen. aber jeder glaubt halt den urbanen mythos, den er gerne hätte...

ironie an : ja, du hast recht, auch die nazis brauchten keine computerspiele um massenmord begehen zu konnen und trotzdem gut schlafen zu können.
das ist alles nur eine sache der mentalität. deutsche sind halt so, die haben das in den genen, oder? :ironie aus: HAHA.

combo
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25.03.2009 - 07:43 Uhr
combo

Dann wäre ein Flugsimulator auch ein Killerspiel,
da kann man auch Flieger abschießen,oder am
Boden alles abschießen.

derwodaso
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25.03.2009 - 10:03 Uhr
derwodaso

"Die ganze Gesellschaft verherrlicht Gewalt, belohnt Aggression, betet den Wettbewerb an - was völlig fehlt, ist eine Kultur der Gewaltlosigkeit."

die frage ist, ob wir überhaupt zur gewaltlosigkeit fähig sind.
wir sind ja biologisch immer noch affen, die n paar weniger haare haben und da ist die frage, ob wir durch unsere tierischen voraussetzungen nicht doch immer noch sehr viel gewalt und aggressivität in uns tragen, mit der wir in unserer gesellschaft nicht mehr umgehen können.

aber das ist ein sehr komplexes thema von dem ich nicht genug ahnung habe. ich hab nur dieses difuse bauchgefühl, dass wir zu sowas wie gewaltlosigkeit in aller konsequenz biologisch gar nicht fähig sind. eher halte ich es für bewundernswert, dass wir gewalt in unserer gesellschaft bereits so an den rand drängen konnten.

okkasionalsozialist
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25.03.2009 - 10:52 Uhr
okkasionalsozialist

der staat darf niemals unerwünschte gedanken oder gefühle verbieten oder bestrafen - oder kunst- und kulturprodukte, die diese hervorrufen. auch wenn uns diese noch so falsch erscheinen. sonst gibt es für die zensur schnell keine grenzen mehr.

er darf nur konkrete handlungen verbieten oder bestrafen. oder planungen und drohungen, die nur als handlungsvorbereitend oder handlungsankündigend verstanden werden können.

Jollscherl
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25.03.2009 - 11:22 Uhr
Jollscherl

okkasionalsozialist sagte:
der staat darf niemals unerwünschte gedanken oder gefühle verbieten oder bestrafen - oder kunst- und kulturprodukte, die diese hervorrufen. auch wenn uns diese noch so falsch erscheinen. sonst gibt es für die zensur schnell keine grenzen mehr.


das kommt noch obendrauf. ja.

Arbeiterkind
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25.03.2009 - 15:05 Uhr
Arbeiterkind

okkasionalsozialist sagte:
der staat darf niemals unerwünschte gedanken oder gefühle verbieten oder bestrafen - oder kunst- und kulturprodukte, die diese hervorrufen. auch wenn uns diese noch so falsch erscheinen. sonst gibt es für die zensur schnell keine grenzen mehr.

er darf nur konkrete handlungen verbieten oder bestrafen. oder planungen und drohungen, die nur als handlungsvorbereitend oder handlungsankündigend verstanden werden können.

gefühle verbieten kann der staat sowieso nicht, den verkauf von waffen oder ähnlichem kann ein staat natürlich verbieten, auch konderpornografie kann und darf der verbieten, auch rassistische neonazipropaganda darf der verbieten und spiele, die zum töten animieren auch. damit muss niemand geld verdienen.

Jollscherl
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25.03.2009 - 15:30 Uhr
Jollscherl

Arbeiterkind sagte:

gefühle verbieten kann der staat sowieso nicht, den verkauf von waffen oder ähnlichem kann ein staat natürlich verbieten, auch konderpornografie kann und darf der verbieten, auch rassistische neonazipropaganda darf der verbieten und spiele, die zum töten animieren auch. damit muss niemand geld verdienen.


die gedanken si-hind freiiii.... :-)

derwodaso
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27.03.2009 - 09:42 Uhr
derwodaso

"spiele, die zum töten animieren"

gibt es nicht.

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27.03.2009 - 09:45 Uhr
derwodaso

vgl. hierzu auch
"Schon bei Affen wurde eine Unterscheidung zwischen spielerischem und echtem Kampf festgestellt."
aus einem der links von gigashadow

volksphoner
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13.09.2009 - 18:55 Uhr
volksphoner

Danke auch für den Link. Gruß Olli

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13.09.2009 - 18:56 Uhr
volksphoner

Ich danke auch für den Link jollscher


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dirk-vongehlen offline

dirk-vongehlen

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.