Die Sieger im Urheberrechtskrieg
Urs Gasser und John Palfrey haben die „Generation Internet“ untersucht – und plädieren für ein innovatives Urheberrecht
Professor Gasser, Sie haben ein Buch über die „Generation Internet“ geschrieben. Warum? Wir wollen dazu beitragen, die Wissenskluft zu schließen, die die Digitalisierung geschaffen hat. Wir haben auf der einen Seite die so genannten Digital Immigrants und auf der anderen Seite diejenigen, die in die digitale Welt hineingeboren wurden, die Digital Natives. Uns geht es zunächst darum zu beschreiben, was in diesem digitalen Raum geschieht. Und im zweiten Schritt benennen wir Probleme, die wir sehen.
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
- Zwei Pfund Nostalgie, bitte 13.05.2012
- Im Zeugungsstand 06.05.2012
- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
Gerade im Bereich der Musik ergeben sich aber auch viele Synergien. Wenn Leute Musik nehmen, neu mischen oder ein neues Video erstellen und z.B. auf YouTube hochladen, dann ist das nicht nur eine Copyright-Verletzung, sondern auch eine Werbung für diese Musik. Ich lerne mittlerweile mehr neue Musik auf YouTube und anderen Videoportalen kennen, als im Radio oder Fernsehen.
@marksu_
Ähnlich erging es ja schon der Fotoindustrie, die erleben mußte, dass der Bilderservice in sich zusammen brach. Dann müssen halt neue vernünftige Modelle her.
Digital_Data
marksu_ sagte:
die musikindustrie muss davon ausgehen, dass sie in der heutigen form nicht mehr benötigt wird. es müssen keine CDs mehr gepresst und vertrieben werden. genauso wird es den presswerken an den kragen gehen.
So weit würde ich nicht gehen. Es gibt nach wie vor viele Menschen die eine CD im Regal ein paar Bytes auf ihrer Festplatte vorziehen.
Aber das Verhältnis zwischen Industrie und Konsumenten hat sich massiv verschoben. Früher gab es nur, was im Laden angeboten wurde. Nun kann man sich die aktuellen Folgen seiner Lieblingsserien frisch aus den USA in HD-Qualität auf den Rechner holen, und zwar teilweise Minuten nach der Ausstrahlung. Musik bekommt man in der gewünschten Qualität, von Mini-MP3s fürs Handy bis hin zu verlustfreien Dateien für die 1000 €-Stereoanlage, und ohne jegliche Nutzungsbeschränkung sofort frei Haus. Spiele kann man einfach herunterladen und installieren ohne die CD im Laufwerk behalten oder sich Gedanken um irgendeine dämliche Online-Aktivierung machen zu müssen.
DAS sind die entgangenen Verkäufe. Nicht die 500-Gigabyte-MP3-Sammlungen irgendwelcher Teenager, die niemals das Geld hätten all die Musik zu kaufen. Da ist nichts zu holen. Es fehlt nicht am potentiellen Markt, sondern an den akzeptablen Angeboten. Die "digital natives" sind einfach extrem verwöhnt. Alles muss sofort kommen, in bester Qualität, mit dem Lieblingsplayer abspielbar sein und sich aufs Handy und den Laptop kopieren lassen.
Und der Preis muss stimmen, aber DAS Kriterium ist nun wirklich nicht auf die Medienwirtschaft beschränkt.
23.03.2009 - 14:19 Uhr
__xxx__
23.03.2009 - 16:40 Uhr
jastice
1.musik aufnehmen: das geht inzwischen im proberaum in völlig ausreichender qualität. jedes jugendzentrum hat produziert heute aufnahmen, für die man in den 80ern viele tausend mark bezahlt hätte. ein wichtiger aspekt der digitaliesierung, der völlig ignoriert wird.
2. musik entdecken: myspace, last.fm, youtube etc. spülen gute künstler nach oben. niemand muss mehr "entdeckt" werden. der PR-apparat ist schlicht überflüssig geworden. man kann immernoch anzeigen schalten, interviews vermitteln und spielzeit im radio kaufen. aber man muss nicht mehr. inzwischen gibt es streetteams, die kneipentoiletten aus reiner begeisterung mit bandnamen zustickern.
3. vertrieb: braucht man nicht mehr.
4. merch: jeder kleine punker hat heute seinen mailorder und tut alles dafür, um deine band mit stoff zu versorgen.
alles in allem ist die situation viel besser geworden: musiker sind nicht mehr auf plattenfirmen angewiesen und haben mehr kontrolle über ihr schaffen. der weg zur berühmtheit ist viel einfacher geworden. und man muss seine einnahmen mit gierigen schmierigen wichtigtuern teilen. ist doch was schönes: DIY ist wieder da!
geld kann man mit musik zwar nicht mehr verdienen, aber: geht es um musik oder das geschäft?








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22.03.2009 - 18:46 Uhr
marksu_
eine ähnliche revolution wie im bereich des druckwesens wird einsetzen.
die musikindustrie muss zur kenntnis nehmen, dass sie ihren kunden auf andere art und weise begegnen muss um in irgendeiner form weiter zu bestehen.
die aktuell erprobten modelle mit abos wo man die musik nicht mehr hören kann, wenn man nicht mehr zahlt, oder das handymodell wechselt sind doch auch schwachsinn.
möglicher weg: musikindustrie abspecken. ordentliche (geringe) preise bei guter verfügbarkeit. wiederauflegen von allen alten songs.
ich kaufe viele songs bei itunes und hab mich ewig mit den doofen rechten rumgeärgert, wenn ichs dann nicht überall hören kann. warum man die echten käufer mit DRM bestraft, versteht wohl niemand.