Fahrverbot für Atheisten
Schwere Zeiten für Gott: Das Geld für die „Buskampagne“ ist beisammen – und das viel schneller als erwartet. Eigentlich könnten die Atheisten-Busse sofort losrollen. Aber die Verkehrbetriebe machen einen Rückzieher.
Die Sache lief gut an. Gerade mal eine Woche ist es her, dass www.buskampagne.de an den Start ging (jetzt.de berichtete). Das Ziel: Eine Werbekaktion für gottloses Glück. Nachdem in London und Madrid bereits seit Monaten Busse mit Sprüchen wie „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben“ herumfahren, will eine Initiative aus Atheisten und Agnostikern die Banner auch nach Deutschland holen, vorerst nach Berlin, München und Köln. Ursprünglich rechnete der Sprecher der Gruppe, Philipp Möller, damit, über einen Monat zu brauchen, um das erste Spendenziel von 19.500 Euro zu erreichen. Im Endeffekt dauerte es dann gerade mal fünf Tage. Tausende stimmten ab, welcher Slogan ihrer Meinung nach deutsche Großstädter durch den Alltag begleiten soll. Als die Initiatoren nun aber bei den Verkehrbetrieben anriefen, um die Werbeflächen zu mieten, der Rückschlag: Die Berliner Verkehrbetriebe lehnen die Kampagne rundheraus ab, genauso wie die MVV in München, und auch die KVB in Köln will vorerst keine Werbung fürs Nichtglauben zulassen. Dabei hatte die „Buskampagne“ vor dem Spendenaufruf bei den Werbepartnern der Verkehrsbetriebe in Berlin, Köln und München angefragt. „Keiner der Mitarbeiter der zuständigen Agenturen hat Bedenken geäußert“, sagt Philipp Möller.
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17.03.2009 - 19:37 Uhr
__xxx__
was deprimierendes wie: 'es gibt nicht mal einen gott' will doch wohl niemand auf oeffentlichen verkehrsmitteln lesen, entschuldigt mal. dieses gott oder keinen gott gezeder is doch schnee von gestern. das ist wie mit dem ewigen gejammer ohne alternativen loesungsvorschlag: zum kotzen. und bei der sinnsuche ist so auch keienm geholfen. mein vorschlag daher: 'nixbewiesenausserich auf jeden bus, jede bahn und jedes flugzeug draufschreiben. das impliziert wenigstens irgendwas, es sei jedem selbst ueberlassen. aber diese fade atheistenkacke .... also nee ...
17.03.2009 - 19:45 Uhr
nixbewiesenausserich
... ist auch nur ein verkleideter appel an das bewusstsein, sicherheit oder was man dafuer haelt, waere irgendwie eine nennenswerte instanz. aber sicherheit ist, bei all meinem wissen, die groeßte luege seit dem es keinen gott mehr gibt. vielleicht lassen sich dadurch ueberwachungskameras besser verkaufen, aber fuer historische moral ist dieser slogan genauso wertvoll wie eiszapfen fuer bienen. was ein erfuelltes leben dennoch braucht: weniger besserwisser und mehr phantasie. guten abend.
17.03.2009 - 19:48 Uhr
nixbewiesenausserich
__xxx__ sagte:
Und warum darf die Kirche dann ohne Ende werben? Allein schon dass sie mittlerweile etliche Radiosender unterwandert haben ist unverzeihlich.
naja, scheisse mit scheisse zu bekaempfen endet der erfahrung nach nur in noch groeßerer scheisse. also muss man differenzieren ... (wasn shice wort...)
ja... das war das, was ich am atheismus gut fand.
und nun sowas.
wieso glaubt nicht jeder das, was er will, und lässt den anderen glauben, was er will? und vor allem: wieso kann man nicht einfach mal nix glauben und das für sich behalten, sich daran erfreuen und die anderen ihr ding machen lassen? das eine ist genauso intolerant wie das andere.
religion und auch nicht-religion hat meiner meinung nach in der werbung nix verloren.
Nichtglaubenmüssen und Aufklärung fahren ab jetzt immer mit, sehen sich in Stadtgebiet und Land um und weisen auf jede unbotmäßige und dreiste Vereinnahmung öffentlichen Raums aus der spirituellen Ecke hin. Nüchtern-freundliche Definitionsfragen von interessierten Bürgern brauchten zwar keine Banner. Aber die eine oder andere nette Anfrage beim Sender, warum denn schon wieder überbordend von der Bischofskonferenz, oder einem pariserverbietenden Papst berichtet wird bzw. Religionsvertreter sich unhinterfragt in Szene setzen dürfen seien fortan erlaubt.
Wer hat die Toten in Religiös motivierten Kriegen generiert? Wer maßt sich an, heilsbringend zu wirken, einzig trostspendend zu sein, Feste, sog. Heilige und Lebensrichtlinien stiften zu müsen? Wer streckt die Hand nach unseren Kindern, sterbenden, trauernden, Senioren aus?
Religionen, wir schauen euch auf die Finger. Humanismus und Fortschritt, Neutralität und Aufklärung, Nüchternheit und Lebensfreude brauchen euch nicht. Wir bewältigen Geburt, Kindheit, erwachsenwerden und sogar Tod, Katastrophe und Ideologie ohne euch. Ja, pfiffige Leute wenden den Ideologieverdacht an auf jede eurer Äußerungen, seien sie sprachlicher natur, Gestus oder durch Kleidungscode. Vielleicht heißt es ja dann in Bus, Bahn, Funk und Print demnächst: "Wir müssen leider draussen bleiben"
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17.03.2009 - 18:46 Uhr
kikuju