Stecknadeln, die der Wind verweht
Text: MountMcKinley
...dicke Regentropfen prasseln laut gegen die Frontscheibe. Der Scheibenwischer schwingt im gleichmäßigen Rhythmus hin und her.
Die Sicht verschwimmt.
Wird wieder klar.
Verschwimmt.
Wird wieder klar.
Im Radio läuft „Wire to Wire“ von Razorlight. Immer mehr Schneeflocken mischen sich unter den Regen, bis er sich schließlich der Kälte ergeben muss und in dicken Flocken leise vom Himmel fällt.
Der Scheibenwischer läuft immer noch, doch das laute Prasseln des Regens ist nun der weißen Stille des Schnees gewichen. Als ich das Auto auf dem Parkplatz abstelle, mich zum Gehen fertig mache und schließlich aufbreche, verwehen die letzten Worte des gerade noch gehörten Liedes in meinem Kopf...“wherever you are“...und der Wind, der mich mit seiner Kälte und dem Schnee umhüllt, nimmt sie mit sich fort...
Über die ausgetrampelte Spur hat sich schon eine dünne Schneedecke gelegt und je höher ich komme, desto unscheinbarer wird sie, bis sie schließlich kurz vor dem Gipfel ganz verschwunden ist. Der schon am Parkplatz unangenehme Wind wird mit der Höhe immer stärker und nachdem ich den Wald hinter mich gelassen habe, bin ich ihm schutzlos ausgeliefert. Das Gehen fällt immer schwerer, da die Spur durch die Schneeverfrachtungen vollständig verschwunden ist und der vom Wind aufgenommene feine Schneestaub scheint wie tausende Stecknadeln ins Gesicht zu stechen.
Die Finger werden taub, sind kaum mehr zu spüren und das Umziehen wird zu einem Wettkampf gegen die Zeit. Mühsam schnalle ich mir mit meinen steifen Fingern das Snowboard an, blicke kurz in die Richtung, aus der ich gekommen war, mit der Folge wieder mit einem Schwall Stecknadeln malträtiert zu werden. Langsam ziehe ich eine Spur durch den Schnee, die im selben Augenblick auch schon wieder vom Winde verweht scheint...
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13.03.2009 - 10:00 Uhr
alonso
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