04.03.2009 - 18:30 Uhr

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Das ModeABC. Heute: XXS-XXL

Text: xifan-yang

In dieser Rubrik deklinieren wir einmal in der Woche die Welt der Mode durch. Diesmal: Von Size Zero bis Rubens - Zehn Dinge über Kleidergrößen

1. Die Durchschnittsfrau in Westeuropa misst 99-84-104 und trägt Kleidergröße 40/42 beziehungsweise M/L. Das heißt auch, dass etwa 50 Prozent aller Frauen Kleidung trägt, die größer als 42 ist. Außerdem: Die Anzahl der Frauen, die in Größe 34 passen, entspricht der Anzahl der Frauen, die 48 tragen. Das sind äußerst wenige. Size Zero, also Größe 32, ist ein Phantomtrend, der entgegen manchen Unkenrufen aus den Medien keinen Einzug in die Normalität hält. 2. Revolution auf dem Hochglanzcover - Vor einigen Tagen erschien die erste Ausgabe des britischen LOVE Magazines:
Auf dem Cover der neuen Modezeitschrift prangt kein handelsübliches Magermodel, sondern, Überraschung, die etwas, nun ja, fülligere Beth Ditto, Frontsängerin von The Gossip, und das zudem splitternackt. Ein irgendwie vorhersehbarer Akt der Provokation, aber trotzdem mal was anderes. Das Foto wird in der Magazinlandschaft einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen wie damals die Normalo-Mädchen von Dove in der Werbung. 3. Der BMI ist als Maß für Körpergewicht etwa so aussagekräftig wie der IQ für Intelligenz – also eher eingeschränkt. Denn er unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse. Der BMI stuft kleine Menschen oft falsch als übergewichtig ein, und sehr große als untergewichtig. Schlank gebaute Menschen sind dem BMI nach per se zu dünn, untersetzte Menschen zu dick. 4. Die Sanduhrfigur, Ursinnbild der Weiblichkeit, ist vom Aussterben bedroht. In den letzten 30 Jahren hat die europäische Ottonormalfrau um zwei Kilo zulegt. Dabei verteilt sich das zusätzliche Gewicht nicht gleichmäßig über den ganzen Körper, sondern konzentriert sich hauptsächlich an der Taille. Was bedeutet, dass die Taille zunehmend verschwindet. 5. Daraus folgt: Mädchenkörper werden immer jungenhafter. Wissenschaftler sprechen etwas brutal von einer „Tendenz zur Tonnenform“. Schreck. Vielleicht mit ein Grund, warum sich hoch taillierte Jeans, obwohl als Trend heraufbeschworen, nie durchsetzen konnten. Außerdem hätte wohl ein 50er-Jahre-Revival von Diors New Look heute keine Chance mehr.
6. Mit Wissenschaft hat folgender Gedanke nichts zu tun, aber es ist schon augenfällig, wie viele superdünne Jungs seit Aufkommen der Skinny Jeans so auf den Straßen herumstaksen. Bekanntlich gibt es Größe XS in der Männermode erst seit Hedi Slimane und Raf Simons, daher die Frage: Gab es wirklich schon immer so viele Magermänner? Ist die Sanduhr der Männer, die V-Figur, ein Auslaufmodell? 7. Positiver Nebeneffekt der schleichenden Körperevolution (nur für Frauen): Trugen vor 30 Jahren noch mehr als die Hälfte aller Frauen Körbchengröße A, greift jetzt die Mehrheit zu BHs mit Körbchengröße C. 8. Keine Frage: Wäre die Venus von Milo ein Kunstwerk der heutigen Zeit und nicht der Antike, würde sie erstmal ordentlich abspecken müssen. Dennoch sind manche Annahmen über das Schönheitsideal vergangener Epochen ins Reich der Mythen zu verweisen. Zum Beispiel die berühmte Rubensfrau. Weil ein einzelner Maler im Barock eine Neigung für äußerst beleibte Damen hatte, wurde daraus die Legende, nach der allen Frauen um das Jahr 1600 jeder Centimeter Körperumfang mehr gelegen kam. Belegt ist das nicht. Selbst wenn im Barock ein paar Pfunde mehr angesagt gewesen sein sollten: Im bekleideten Zustand hatten Frauen jedes Gramm Fett tunlichst zu kaschieren. Und zwar mit Korsetts, die zwar Wespentaillen, aber auch Kreislaufzusammenbrüche herbeizauberten. 9. Auch ein anderes Gerücht hält sich bis heute hartnäckig, nämlich jenes, wonach Marylin „Sexgöttin“ Monroe zu Lebzeiten Kleidergröße 42 trug. Tatsächlich hatte sie die Maße 91-61-86 und wog 54 Kilo. Das entspricht der heutigen Kleidergröße 36. 10. Ein ewiges Rätsel: Warum viele Männer ihre eigene Kleidergröße nicht kennen und deshalb in Klamottenläden Kopf und Hals Giraffenposen-artig verrenken, um sich Sicht aufs Größenetikett in der eigenen Unterhose zu verschaffen.


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Froschhonigkuchenpferd
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Mag ich Mag ich nicht

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04.03.2009 - 18:51 Uhr
Froschhonigkuchenpferd

ich find das Cover ja prinzipiell äußerst unterstützenswert und gut gemacht - aber warum hast du das Bild zweimal drin? Absicht?

Nette Zusammenstellung :-)

max-scharnigg
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04.03.2009 - 18:54 Uhr
max-scharnigg

Hoppla, jetzt ist es nur noch einmal da.

Beru
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.03.2009 - 18:59 Uhr
Beru

Also ein Durchschnittswert sagt einmal gar nichts über die Verteilung aus. Es könnte theoretisch auch wenige extrem dicke Frauen geben und dafür mehr die knapp unter dem Schnitt liegen. Also nix mit 50/50. Oder gar noch komplett symmetrische Verteilung.

5. liegt wohl an der Emanzipation ^__^

milagro
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Mag ich Mag ich nicht

2

04.03.2009 - 19:06 Uhr
milagro

"Der BMI ist als Maß für Körpergewicht etwa so aussagekräftig wie der IQ für Intelligenz – also gar nicht."

Haha. Klar.
Ich denke, zumindest relativ haben sie durchaus Aussagekraft. Eine Frau mit IQ 130 und BMI 30 ist hundertprozentig klüger und dicker als eine mit IQ 80 und BMI 15. Man sollte nie vergessen, dass solche Zahlen Richtwerte sind und nicht die absolute Wahrheit beinhalten. Aber einen gewissen Glauben darf man ihnen schon schenken, auch wenn man es lieber nicht täte.

garamond
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Mag ich Mag ich nicht

1

04.03.2009 - 19:17 Uhr
garamond

sehr interessante liste!

ich glaube das es scon immer so "viele" magermänner gab aber früher haben die wie die meisten eben "normale" d.h. zu große kleidung getragen. und weshalb ich "viele" so geschrieben habe: ich finde das die deutschen männer leider viel zu oft viel zu fett sind. schlanke männer sind doch wirklich eher die ausnahme

zu der dame auf dem cover kein kommentar. mir sind magermodels viel lieber als diese "normalen" und "weiblichen" tonnen.

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Mag ich Mag ich nicht

-1

04.03.2009 - 19:21 Uhr
garamond

und das die menschehit immer dicker wird udn schlankheit somit immer exklusiver lässt mich nur eines sagen: mei beileid, ihr schlanken, die fette mehrheit wird euch noch mehr diskriminieren als ohnehin jetzt schon. vielleicht doch lieber fett werden, wiederstand ist zwecklos

Shorebilly
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.03.2009 - 20:19 Uhr
Shorebilly

1size zero ist nicht soo extrem, und es gibt genug frauen die das tragen koennen

2-finde ich ziemlich abstossend

3-ist voelliger humbug

6-finde ich nicht

7-ist ein schwacher trost

10-halte ich eher fuer ein dummes klischee

diedrossel
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.03.2009 - 20:30 Uhr
diedrossel

ich liiiebe den new look von dior! sobald sich eine gelegenheit für ein kleid oder kostüm ergibt greif ich zur new look silhouette.

xifan-yang
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04.03.2009 - 20:42 Uhr
xifan-yang

@beru:
ähnlich wie bei körpergröße kann man in diesem fall wohl von einer normalverteilung in der bevölkerung ausgehen. dann sagt der mittelwert schon was aus.

zum BMI:
natürlich sagt er relativ gesehen schon irgendwas aus. ich hab nur das gefühl, dass man sich viel zu sehr auf diese zahl fixiert. ob jemand zu dick oder zu dünn ist, ob jemand natürlich dünn ist oder abgemagert, das erkennt doch der gesunde menschenverstand.
in madrid darf man unter 18 ja gar nicht auf dem laufsteg laufen. ist ja prinzipiell lobenswert. es kann aber durchaus sein, dass man bei äußerst zierlichem knochenbau und mit einer gewissen körpergröße einen sehr niedrigen BMI-wert unter der als gesund betrachteten grenze hat, und dennoch muss man nicht zwingend abgemagert oder ungesund dünn sein. das kommt dann doch auch noch auf andere faktoren an (größe, körperbau, fett, sogar abstammung - bei asiaten sagt der BMI nämlich noch weniger was aus). das meine ich damit. ich hab auch schon zweimal einen IQ test gemacht und das zweite ergebnis unterschied sich um 30 punkte vom ersten.

tomatensosse
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.03.2009 - 20:44 Uhr
tomatensosse

zu 5: "heraufbeschwört"? Autsch! heraufbeschworen, oder?
...ich schwör!

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xifan-yang unbekannt

xifan-yang

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.