Holger Kreymeier ist Fernsehjournalist in Hamburg - bis gestern arbeitete er auch für den NDR. Dann jedoch beendete der Sender, so Kreymeier, die Zusammenarbeit mit dem 38-Jährigen mit Verweis auf die Kampagne Dafür Zahl' ich nicht!, die Kreymeier in Anlehnung an die GEZ-Kampagne gestartet hatte. Wir sprachen mit Holger Kreymeier, der seit fast zwei Jahren auf der gleichnamigen Seite Fernsehkritik betreibt, über die Idee seiner Kampagne, über Kritik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und über das Ende der Zusammenarbeit.
UPDATE, 5.3.10 Uhr Der Norddeutsche Rundfunk hat eine Stellungnahme zu Kreymeiers Kampagne veröffentlicht.
UPDATE, 5.3., 14.30 Uhr: Holger Kreymeier hat nun seinerseits eine Stellungnahme veröffentlicht
Sie haben eine Kampagne unter dem Titel „Dafür zahl ich nicht“ gestartet, die sich kritisch mit der Werbekampagne der GEZ auseinandersetzt. Seit wann läuft das Projekt?
Die Kampagne ist im Netz Mitte Februar gestartet und seit Ende Februar laufen die Spots auch im Kino.
Und gestern hat der NDR, bei dem Sie freiberuflich arbeiten, Ihre Kampagne gesehen und möchte deshalb nicht mehr mit Ihnen zusammenarbeiten?
Genau. Ich habe gestern Nachmittag einen Anruf von meiner direkten Vorgesetzten bekommen, die mir sagte, dass alle Termine für den Monat März gestrichen werden. Es waren so zehn bis fünfzehn Arbeitstage vereinbart.
Und wie wurde dies begründet?
Sie sagte, das Justiziariat des NDR habe dies so angewiesen – mit dem klaren Verweis auf die Kampagne. Außerdem kritisierte meine Chefin, dass ich ja schließlich von den Gebührengeldern auch bezahlt würde. Ich habe ihr dann versucht zu erklären, dass meine Kampagne sich gar nicht gegen die Gebühren richtet. Ich bin ja im Gegenteil für das öffentlich-rechtliche System, mir geht es um die Inhalte, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen.
Sie sind also nicht gegen die GEZ, sondern wollen die Gelder sinnvoll in Inhalte angelegt wissen?
Ich möchte nicht, dass wir nur Privatfernsehen haben. Das wäre ja schrecklich. Aber wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer mehr wie das Privatfernsehen wird, machen die Gebühren für mich keinen Sinn mehr.
Was genau stört Sie denn?
Die ARD wird im April bereits die fünfte Daily Soap in ihrem werktäglichen Programm starten. Ich finde, das ist nun wirklich nichts, was man mit Gebührengeldern finanzieren muss. Mich stören auch die Schnulzenproduktionen, die freitags abends laufen: „Musikhotel am Wolfgangsee“, „Das Paradies am Ende der Berge“ oder wie das alles heißt. Das ist absolut triviales, doofes Fernsehen und dafür zahle ich keine Gebühren.
Fernsehkritiker Holger Kreymeier. Foto: privatWofür würden Sie denn zahlen?
Die Berichterstattung in Tagesschau und heute-journal ist natürlich noch immer weit über dem Niveau der Privatsender. Insofern informiere ich mich schon gerne bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber das war früher noch seriöser. Die Nachrichten werden immer mehr von Trivialem durchmischt.
Haben Sie, als Sie die Kampagne konzipiert haben, nicht vielleicht im Hinterkopf gehabt, dass es Ärger geben könnte mit dem NDR?
Im Hinterkopf hatte ich das vielleicht schon, aber ich habe mir nicht gedacht, dass es gleich zu einer Entlassung führen kann.
Werden Sie sich gegen die Entlassung wehren?
Nein, ich bin ja nicht Eva Herman. Außerdem war ich ein ganz einfacher freier Mitarbeiter, ich hätte da juristisch vermutlich auch keine Chance. Deshalb werde ich mich mehr auf meine Firma Alsterfilm konzentrieren und versuchen, als Journalist anderweitig zu arbeiten.
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Sind Ihnen die Werbespots aufgefallen
"Jetzt zahl ich - jetzt zahl ich
nicht?" Darin wird suggeriert, man könne
durch eine neue Ablesetechnik Strom sparen.
Tatsächlich macht das schon der gute alte
Zähler. Aus Nachfolgendem geht hervor, um was
es dabei in Wirklichkeit geht : um eine
Ausweitung der Überwachung und
Gesundheitsschädigung bis zum Tod
(Bevölkerungsreduktionsprogramm). Beides
kommt aus den USA.
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09.03.2009 - 00:10 Uhr
Duckwitz