Die Madonna-Werdung des Kanye West
Egal, wie arrogant er auch sein mag - Kanye West wird gerade zur leuchtenden Popikone des jungen 21. Jahrhunderts. Zehn Punkte, warum
6. Auf seinem aktuellen Album „808s & Heartbreak“ wurden nahezu alle Vocalparts durch einen Verzerrer gejagt. Böse Zungen behaupten deshalb, man habe bei der Produktion Kanye eine Roboterstimme verpasst, damit sein eher beschränktes Raptalent nicht auffällt. Kennt man irgendwo her: Madonna hat auch noch niemand nachgesagt, besonders gut singen zu können. 7. Das macht Kanye West mit anderen Eigenschaften wett: Mit übersteigertem Ehrgeiz, einem zur Selbstüberhöhung neigendem Ego und… 8. … der Fähigkeit, neue Popströmungen in Windeseile zu absorbieren. Kanye transportiert diese aus der Subkultur in den Mainstream und bringt gleichzeitig das Kunststück fertig, dabei als künstlerischer Urheber dazustehen. 9. Ähnlich wie Madonna, die zu ihren goldenen Zeiten fälschlicherweise als Innovatorin neuer Trends gesehen wurde, liegt auch hier eigentlich ein Missverständnis vor. Für die neuen eklektischen Einflüsse im Hiphop zeichnet sich eigentlich ein anderer verantwortlich. Und zwar André 3000, dessen Album „The Love Below“ neue Genremaßstäbe setzte, bevor Kanye sein erstes Album veröffentlichte. Übrigens wurde André 3000 auch schon vor Jahren vom Männermagazin „Esquire“ schon zum best gekleideten Mann der Welt geehrt 10. Fazit: Kanye erfindet nichts Neues. Aber er ist der cleverste Early Adopter weit und breit. Zu den Vorbildern in seiner Jugend befragt, antwortete Kanye West neulich, seine Stilikone sei Carlton Banks aus „Der Prinz von Bel-Air“ gewesen. Falls jemand sich nicht mehr an ihn erinnert: Carlton war jener Paradeschüler der Familie, der immer seinen Pulli über sein Polohemd legte. Ein Streber aus gutem Hause; wie Kanye West.- Gekommen, um zu gehen 27.02.2012
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