Mädchen, warum dürfen wir bei einer Abtreibung nicht wirklich mitreden?
Text: hannes-kerber
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen.
Nein, liebes Mädchen, versprochen: Dein Bauch gehört Dir. Können wir trotzdem über Abtreibung sprechen? Einfach damit die männliche Position nicht von Steinzeit-Ideologen bestimmt wird? Weil wir keine Mammuts mehr jagen, hat sich unser Emotionshaushalt wohl verändert und es darf uns jetzt angehen, was ihr macht. Deshalb kann ein Mann Elternzeit nehmen, gleiche Rechte und die Quote fordern, ein verständnisvoller Partner und Vater sein.
In einer coolen Beziehung dürfen beide alles. Nur der Mann darf in der Abtreibungsfrage keine Position beziehen, die über eine bedingungslose Unterstützung hinaus geht? Ich finde das problematisch. Aber ich habe keinen Lösungsvorschlag und bin mir dabei meiner Inkonsequenz bewusst: Denn ich kann aus meinem schlechten Bauchgefühl keine politische Position formulieren. Ich finde, es macht keinen Sinn, den Männern bei der Abtreibung ein Mitspracherecht einzuräumen. Wenn zwei sich streiten, gibt es ein Problem, denn ohne Mehrheit funktioniert keine Demokratie. Deshalb gehört der weibliche Bauch der Frau: Ihr Selbstbestimmungsrecht wiegt schwerer als die gemeinsame, unfreiwillig eingegangene Verpflichtung.
Liebes Mädchen, wie soll sich ein Mann verhalten? Wie sollte ein Mann Zweifel an einer solchen Entscheidung mitteilen? Wenn er das nicht darf: Findest Du das in Ordnung? Wem hilft denn die männliche Verantwortungslosigkeit? Ein Mann, der seiner schwangeren Freundin mitteilt, er habe keine Kraft für ein Baby, lässt sie allein. Warum tut eine Frau, wenn sie dasselbe sagt, nicht genau das auch? Findest Du, dass die Männer in den Beratungsprozess eingebunden werden müssen? Führt das nicht wieder zurück zu Engelsmachern?
Auf der nächsten Frage kannst du die Mädchenantwort lesen.