18.02.2009 - 18:30 Uhr

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Das ModeABC. Heute: V wie Vorne kurz, hinten lang

Text: xifan-yang - Illustration: Katharina Bitzl

In dieser Rubrik deklinieren wir einmal die Woche die Welt der Mode durch. Diesmal: Das Problem mit dem vertrauenswürdigen Friseur

Wenn große Veränderungen im Leben eintreten, geht man zum Friseur. Manche haben ja Angst vorm Zahnarzt, ich habe Angst vor Menschen, die Haare schneiden. Als Zottel fallen die Leute bei Tony&Guy oder Vidal Sassoon ein, die Spitzen ruiniert, die Stufen ausgefranst, mit bis zur Nasenspitze hängenden Ponys, sie wünschen „einmal waschen, schneiden, legen“, bitteschön, schnippschnapp, dankeschön, und kommen als komplett überholte, geföhnte Neumenschen heraus.
Wer auf der Suche nach einem guten Friseur ist, hat daher ja nichts Geringeres als eine existentielle Lebensentscheidung zu bewältigen. Jedes Mal zum Beispiel, wenn ich einen Friseurladen betrete, hält man mir ein Heftchen mit „trendigen Kultfrisuren“ vor die Nase. Die Friseurinnen und Friseure, die einem diese Heftchen bringen, führen praktischerweise diese zur Demonstration am eigenen Haupt vor: Sie haben lilafarbene Strähnchen im Haar, tragen betonharte Fahrradhelmfrisuren oder Vokuhilas. Weit verbreitet an Friseursköpfen sind auch asymmetrisch abgesäbelte Flächen und von flamboyanten Profifußballern inspirierten Kreationen. Ein so neuer Mensch will man dann doch nicht sein. Obwohl Haareschneiden eigentlich im Dienst der Körperpflege steht, liegt ein weit verbreitetes Missverständnis vor, nachdem im Friseursalon Kunst am Haar stattzufinden hat. Im Grunde ist es wie Augenbrauen zupfen oder Hornhaut abfeilen: Ab und zu steht was über, und das muss weg. Aus dem Grund geht man zum Friseur, es sei denn man ist Filmstar und muss sich was für eine Premiere ondulieren. Weil aber das Selbstverständnis eines Hairstylisten oder Coiffeurs viel glamouröser ausfällt als das von jemandem, der sich „Haarpfleger“ nennt, hat die Mehrheit der Friseure leider alles Mögliche, nur keinen Haarschnitt auf dem Kopf, der sich zur Nachahmung empfiehlt. Wahrscheinlich ist die Dichte an nicht empfehlenswerten Frisuren in keiner anderen Berufssparte so hoch wie unter jenen, die von Haus aus dazu da sind, uns unsere Haare vorteilhaft zurechtzuzimmern. Ungefähr so ausgeliefert wie auf einem Dentistenstuhl fühlt man sich im Friseursalon, trotzdem ziehe ich den Zahnarzt vor. Zu seiner Seriosität verhält sich der Friseur nämlich wie ein Schönheitschirurg, der sich selbst unterschiedlich große Brüste operiert hat. Zumindest war ich noch nie bei einem Zahnarzt, der mir zur Begrüßung seine schlechten Zähne gezeigt hat.


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getupkid
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Mag ich Mag ich nicht

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18.02.2009 - 18:33 Uhr
getupkid

haha, sehr schön. schlimmste friseure: diese blaugelben "unisex"-salons, die es seit neustem in jeder großstadt zu geben scheint. was da an symetrien zerstört und mit farben rumgerührt wird - schrecklich.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.02.2009 - 18:47 Uhr
MorbusBahlsen

Der Zahnarzt kann einem aber nicht nur seelischen sondern auch verdammt teuflischen physischen Schmerz zufügen... Nene, lieber Frisör. Notfalls bleiben immer noch die schmerzfreien 3mm oder Glatze. Und in 10 Wochen ist dann wieder alles halbnormal. Ok. Langhaarfrisuren ausgenommen :)

milagro
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Mag ich Mag ich nicht

1

18.02.2009 - 18:54 Uhr
milagro

für einen guten friseur lohnt es sich, ein paar mark mehr auf den tisch zu legen. ich war die letzten male immer sehr zufrieden. dafür geh ich aber auch nur ein zweimal im jahr.

wollmops
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0

18.02.2009 - 19:29 Uhr
wollmops

xifan: der Panda ist ja klasse!!!!!!!!!!!!!!!

komber
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Mag ich Mag ich nicht

1

18.02.2009 - 19:54 Uhr
komber

augen zupfen?
autsch!

Henriettesbimmelbahn
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.02.2009 - 20:18 Uhr
Henriettesbimmelbahn

hab meinen Mitbewohner gebeten mir die Haare zu schneiden.
Nach einer halben Stunde "oioioj das ist mir zu viel Verantwortung!!!" hat er dann beherzt zur Küchenschehre gegriffen und siehe da:
einigermassen gerade!
Hat nichtmal ne Viertelstunde gedauert und Strähnchen wollte er mir auch keine andrehen.

wollmops
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Mag ich Mag ich nicht

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18.02.2009 - 20:26 Uhr
wollmops

ich schneid mir die Haare meistens selbst. Der Frisör will immer irgendwas Komisches mit mir machen und es ist sauteuer.

guckmalumdieEcke
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Mag ich Mag ich nicht

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18.02.2009 - 20:51 Uhr
guckmalumdieEcke

ich schneid auch selbst, ich vertraue friseuren nicht mehr, seit einer mir mal meine "stränchen" neumachen wollte. problem dabei ist: ich hatte keine strähnchen drin, das war natur..soviel inkompetenz hat mich überzeugt, dass ich das auch selbst kann :)
und am kopf rumgewurschtel fand ich schon immer sehr unangenehm.

gynt
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Mag ich Mag ich nicht

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18.02.2009 - 21:51 Uhr
gynt

schneiden sich hier alle die haare selbst...?
hab ich einmal gemacht als ich kleiner war, weil ich mit mamas schnitt unzufrieden war. aber dann musste ganzganz dringend nachgeschnitten werden... :-D
und bei meinem dad hab ich einmal rangedurft und die ganze zeit so gelacht, weil ihm das scheiß egal war, dass ich so inkompetent war. udn zu allem überfluss war er dann auch noch ganz zufrieden....:-D, da hab ich mich dann vollends weggeschmissen....

seit paar jahren geh ich dann doch zum friseur, naja die dame hat ihr 'studio' zu hause ich weiß nicht genau wie up-to-date die ist, auch wenn sie mir immer alles mögliche machen will und die 'hottesten' hefte da hat....
strähnchen hier, farbe da, blabla tralala


ach ja, viele fremdwörter heute, oder bin ich einfach zu blöd?
hat aber gut gefallen, der text mein ich

lea2
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Mag ich Mag ich nicht

0

18.02.2009 - 22:03 Uhr
lea2

schöner letzter satz!
ich bin lehrlings-versuchsobjekt. bob klassisch, da kann man nicht viel hie machen. und mich zu strähnchen zu überreden hat sie mittlerweile aufgegeben

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xifan-yang

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.