Zum Beispiel: Globalisierung. Eine Wirtschaftskolumne (I)
Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute verlangt er offene EU-Grenzen - für alle Menschen
Globalisierung bezeichnet die zunehmende weltweite Vernetzung in allen Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur und Kommunikation. Ich zum Beispiel habe Freunde und Freundinnen in Brasilien, im Kongo und Australien, mit denen ich in verschiedenen Sprachen fast gratis chatten, E-Mails verschicken und via Skype online telefonieren kann. Als Journalist kann ich im Internet auf die Archive der New York Times oder einer kleinen indischen Zeitung zugreifen, mir von Menschenrechtsgruppen in Hong Kong oder Nigeria Informationen schicken lassen und per Weblog mit Leuten auf der ganzen Welt kommunizieren. Ich lade mir die Musikfiles internationaler Bands und DJs herunter und sehe mir auf YouTube Filme aus aller Welt an. Außerdem genieße ich fair gehandelten Kaffee aus Bolivien, Schokolade aus Ghana und Bananen aus Costa Rica. Und hin und wieder steige ich in ein Flugzeug, um fremde Kulturen kennen zu lernen, obwohl ich weiß, dass das aus ökologischer Sicht gar nicht gut ist und es sich nur wenige Menschen leisten können.

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Kalef sagte:
Und das ist alles? Da hätte jetzt aber schon etwas mehr Fleisch am Knochen sein können.
die meisten differenzen zwischen uns sind eh künstlich aufgebauscht. ihr wärt in verantwortlichen positionen wesentlich markt- und wettbewerbsfreundlicher - es ginge gar nicht anders.
traurig.
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28.02.2009 - 08:19 Uhr
okkasionalsozialist
ich übersetze deine "ketten", kalef, mal mit konditionierungen. aber ich würde behaupten, ich bin freier von solchen konditionierungen als "ihr".
es stimmt, ich interpretiere "euer" weltbild in einer bestimmten weise. es stimmt, an bestimmten stellen halte ich es für möglich, "eure" grundvorstellungen einem gemeinsamen prinzip zuzuordnen, trotz aller unterschiede, die sich im detail zwischen "euch" ergeben. aber das ist eben auch nur der versuch, "eure" denkstrukturen zu verstehen, wie du das in hinsicht auf mich ebenfalls so schön vesuchst.
es kommt bei euch eben, und das ist euer gemeinsames grundprinzip, sehr schnell ein punkt, an dem ihr die rechte des individuums einem vermuteten oder tatsächlichen kollektivnutzen zu opfern bereit seid. natürlich unterscheidet ihr euch dabei stark im detail - aber das grundprinzip ist doch ähnlich. und ich halte dieses grundprinzip des kollektivismus für einen der tragischsten fehler der menschlichen ideengeschichte. darum versuche ich ihn zu stellen, zu entblößen, in seinen furchtbaren konsequenzen vorzuführen.
das heisst aber nicht, dass ich dabei nicht für mich selbst ein äußerst glücklicher mensch sein kann. weil sich die historie im prinzip in zwei sätze zusammenfassen lässt: a) irgendwas is immer b) "et hätt noch immer jut jejange"