26.02.2009 - 18:30 Uhr

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Zum Beispiel: Freiheit. Eine Wirtschaftskolumne (II)

Text: klaus-werner-lobo - Foto: Paul Sturm

Er hat das "Schwarzbuch Markenfirmen" geschrieben, in "Uns gehört die Welt" erklärt er Macht und Machenschaften von Konzernen - für jetzt.de macht Klaus Werner-Lobo Wirtschaft plastisch. Heute denkt er über die Bedingungen für weltweite Zuwanderung in die EU nach.

In meiner letzten Zum Beispiel-Kolumne habe ich über Globalisierung geschrieben. Genauer gesagt: Über die neoliberale Globalisierung der Marktwirtschaft. "Liberal" heißt frei, doch die neue Freiheit gilt de facto nur für den globalen Austausch von Kapital, Waren und Dienstleistungen für die Profite reicher Unternehmen. Für Menschen allerdings gilt die Freiheit des Neoliberalismus nicht. Die meisten BewohnerInnen dieses Planeten sind den nationalen Grenzen, den nationalen Gesetzen und der Begrenztheit ihrer persönlichen Reichtümer unterworfen. Gerade diese Reichtümer aber werden einem großen Teil der Menschheit von multinationalen Konzernen weggenommen – etwa in Form von Rohstoffen, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, der Rückzahlung von Schulden, die korrupte Regierungen gemeinsam mit korrupten Banken angehäuft haben, oder dem Verlust ihrer Vermögen durch Finanz- und Währungskrisen. Nigeria zum Beispiel ist theoretisch eines der reichsten Länder der Welt. Shell und andere Erdölkonzerne verdienen dort seit Jahrzehnten Milliarden mit der Ölförderung, unterstützten dafür korrupte Herrscher und Militärdiktaturen und haben die Lebensräume von Millionen Menschen zerstört. Das ist der Hauptgrund dafür, dass dort bis heute keine demokratischen Verhältnisse herrschen und das durchschnittliche Monatseinkommen bei nur rund 45 Euro pro Person liegt. Die Lebenshaltungskosten sind dort aber fast so hoch wie bei uns. Wie soll man von 45 Euro im Monat leben und eine Familie ernähren? Verständlicherweise versuchen deshalb viele Menschen dorthin zu flüchten, wohin auch ihre Reichtümer „geflüchtet“ sind: In die reichen Industrieländer, die ohne diese Art Ausbeutung bei weitem nicht so reich wären. Den wenigsten gelingt das, doch wer es schafft, kann im besten Fall sogar Geld heimschicken und damit der eigenen Familie helfen. Diese Hilfe fließt tatsächlich: Mit jährlich über 300 Milliarden Dollar überweisen MigrantInnen weit mehr als dreimal soviel Geld an ihre Familien in der Heimat, wie weltweit an Entwicklungshilfe gezahlt wird. Für viele arme Länder sind diese Rücküberweisungen inzwischen der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Was passiert aber bei uns? Ein Nigerianer, der es geschafft hat, die teure und gefährliche Reise nach Europa anzutreten, steht an den Grenzen Europas vor verschlossenen Türen. Öl und Kapital dürfen rein, aber die Menschen nicht. Immer mehr Verzweifelte versuchen dennoch, die Mauern der „Festung Europa“ zu überwinden – und werden dann hier zu „Illegalen“ erklärt. Sie werden zu Verbrechern gemacht, ganz so, als sei der Wunsch nach einer besseren Zukunft kriminell. Dabei wissen unsere PolitikerInnen, dass Europa mehr Zuwanderung bräuchte, um seine wirtschaftliche Stabilität und soziale Sicherheit aufrecht zu erhalten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat errechnet, dass Deutschland statt derzeit rund 23.000 jedes Jahr etwa 270.000 MigrantInnen die Einwanderung erlauben müsste, will man die Bevölkerungszahl stabil halten. Denn die Geburtenraten fast aller Länder Europas sinken stetig. Angesichts des weltweiten Bevölkerungswachstums sollte es daher kein Problem sein, Menschen aus anderen Ländern hier mit offenen Armen zu empfangen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn die EU eine Art "Weltöffnung" ab dem Jahr 2020 ins Auge fassen würde? Eine schrittweise Öffnung der europäischen Grenzen nicht nur für Handel und Kapital, sondern auch für Menschen? Europa hätte dann mehr als zehn Jahre Zeit, die Ausbeutung der ärmeren Länder zu stoppen. Gelänge dies, würden europäische Regierungen und Konzerne also endlich aufhören, diesen Ländern ihre Reichtümer wegzunehmen, dann würden auch nicht plötzlich Millionen von Menschen hier leben wollen. Erinnern wir uns an die bisherigen EU-Erweiterungsprozesse: Obwohl mit ihnen neben dem freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital auch der freie Personenverkehr ermöglicht wurde, verließen nur wenige Menschen ihr Land, denn die meisten wollen dort leben bleiben, wo sie Familie und Freunde haben, wo sie die Umgebung kennen und sich eine Existenz aufgebaut haben. Diese neue Freiheit würde nur eines beschränken: Die Freiheit, von der Ausbeutung anderer zu leben. ***
Klaus Werner-Lobo ist Autor und Clown. Sein neuestes Buch heißt „Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis“, seine Website ist unsdiewelt.com


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riesenherz
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Mag ich Mag ich nicht

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08.03.2009 - 15:42 Uhr
riesenherz

kleines experiment von mir: als goof ein paar anmerkungen in der neuen kolumne, teil III, in der gewißheit, daß sich der oberfreie sofort an die kosmos-öffentlichkeit wenden würde, um umgehend mitzuteilen, hinter goof "verberge" sich riesenherz. nur daß es auch alle wissen. damit die verfolgung gleich wieder angeprangert werden kann.

hehe, wie der pawlowsche hund. und er entblößt isch so nackig, wie es niemand hier sehen will.
arme agenturkunden.

synthie_und_roma
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Mag ich Mag ich nicht

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08.03.2009 - 16:44 Uhr
synthie_und_roma

hahahaha. echt? will er etwa "einschüchtern" oder "drohen" unser kontrollfreak, der natürlich nichts kontrollieren will.

unser oberamtsfreiheitsrat vom freiheitsamt. hahha.

aber ihm reicht es ja jetzt hier unserem kontrollfreak. er wird bestimmt nicht mehr antworten. hahahah

okkasionalsozialist
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Mag ich Mag ich nicht

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13.03.2009 - 13:24 Uhr
okkasionalsozialist

ich bin im echten leben kein vertreter oder betreiber irgendeiner form von #agentur#.

solltest du aber angenommen haben, es sei doch so – dieser eindruck entsteht - und es hier reinschreiben, obwohl ich mit sicherheit nie eine entsprechende ansage gemacht habe..dann gilt eigentlich

zitat]sebastian-mraczny
Aber wir einigen uns darauf: es werden keine Daten preisgegeben, die derjenige nicht selbst schon preisgegeben hat. Also Namen, Whnorte, Abeitsplatz, auch der Geburtstag gehört dazu (der Fall war erst gestern). Wenn das jemand gegen den ausdrücklichen Willen des Betroffenen tut, werden die Daten von uns sofort gelöscht und der "Enthüller" mindestens verwarnt oder auch gesperrt, da kommt es auf den Einzelfall an, wie wir reagieren.

nun wirste vielleicht behaupten deine andeutungen seien aufgrund ihres nebenbei-charakters nur als joke verstehbar und nicht als die preisgabe von als sicher betrachtetem wissen. okay. gegen jokes oder gegen von mir subjektiv als unangenehm empfundene spekulationen, ob vielleicht ein job als fleischer, kneipenwirt, lehrer an einer staatlichen schule oder landschaftspfleger am ehesten meinem intellekt entspricht kann man nichts einwenden. auch sonstige spekulationen mit beleidigender tonality, die mein ego, meinen geisteszustand oder meine psyche betreffen gehen aus meiner sicht klar.

wenn du aber den eindruck erweckst, dargelegte personendaten objektiv zu wissen, die ich nicht aus eigener initiative offenbart habe – wie du wiederholt mit deiner praxiswerbung etwas von dir offenbart hast - ist das kein spass mehr. ob es nun wahr ist oder nicht, es ist hinreichend verwerflich dass du annimmst, es handele sich um objektives wissen und es daraufhin hier wiedergibst.

vermutlich spekulierst du darauf, dass man dir von redakaktionsseite aus soyziemlich jede rechtfertigung abnimmt und jede beschuldigung andersdenkender durchgehen lasst. und wohlgesonnener ist als usern, die ihnen weltanschaulich weniger nahe stehen.

eventuell stimmt das. aber nur eventuell. bisher empfinde ich mich von redaktionsseite nicht als auffallend ungerecht behandelt. ob deren bias deinen spielraum erweitert, was user-treibjagden betrifft. werden wir bald sehen, denn du willst all dem wohl kein ende machen.

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Mag ich Mag ich nicht

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13.03.2009 - 13:29 Uhr
okkasionalsozialist

interessant, in welchem fall du dann doch im anonymsein einen wert erkennst

riesenherz sagte:
Ich finde, der Artikel müßte dringend redigiert werden.
Ist bei der Bildunterschrift die aus Gründen des Jugendschutzes notwendige Abkürzung des Täternamens noch erfolgt, hält sie der Text überhaupt nicht ein.
Ändern, wenn Ihr ein wenig Gespür für die Situation habt.


http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzei...

und ich bin in dem fall deiner meinung

Zurück Seite 1 ... 37 38 39

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