Das ModeABC. Heute: Ugly is the new Pretty
In dieser Rubrik deklinieren wir einmal pro Woche die Welt der Mode durch. Diesmal: Warum Mode ohne Hässlichkeit nicht auskommt
Hässlich ist, was Hass hervorruft, sagt uns die deutsche Sprache. Und kaum irgendwo sind Hässlichkeit und der Hass so große Themen, wie in Gesprächen um Klamotten und ihre Träger. In der gegenwärtigen Mode ist das Unansehnliche ja allenorten vorzufinden. Schlägt man irgendein Magazin auf, oder schaut sich nur mal auf der Straße um, verschlägt es einem vor grotesker Ugliness schier den Atem, so dass man gar nicht damit hinterher kommt, oft genug „What the Fuck?!“ zu ächzen. Ist eigentlich schon irgendwem aufgefallen, dass dicke Augenbrauen, besser gesagt, massive Augenbalken, ein Comeback feiern werden? Oder die haarigen Jacken, in denen man je nach Lesart wie ein Gorilla oder ein beliebiges Super Furry Animal aus der Sesamstraße aussieht? Generell: Die Fransenpest? Oder die Renaissance des 90er-Mülltonnenlooks, welcher als Grunge deklariert wird? Und das Beste daran: Es gibt tatsächlich Leute, die ungestraft damit herumlaufen. Prominenteste Verfechterin der Grässlichkeit ist momentan Ex-Moloko-Sängerin und Gesamtkunstwerk Róisín Murphy, die gern in Star-Trek-Gewändern garniert mit Pickelhauben gleichendem Kopfschmuck über rote Teppiche flaniert. Und dabei eine unmögliche und zugleich grandiose Figur macht.
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12.02.2009 - 17:36 Uhr
komber