Die Währungsreform im Jahr 2014
aus BÖRSE ONLINE Nr. 07/09 vom 04.02.09von ROLAND LEUSCHEL
„Erst vor wenigen Tagen hat die Europäische Zentralbank mitgeteilt, einige Tonnen Gold verkauft zu haben. Gleichzeitig erreichte der Goldpreis, in Euro gerechnet, ein neues Allzeithoch von 700 Euro je Feinunze. Fünf Jahre zuvor lag die Notierung noch bei 300 Euro. Obwohl alle europäischen Notenbanken seither tonnenweise das Gold der Bürger auf den Markt geworfen hatten in der Absicht, den Preis zu drücken, trat das Gegenteil ein. Seltsam? Irgendjemand muss ja diese Mengen gekauft haben, um Geld zu verdienen. Wird mit dem Bürger ein merkwürdiges Spiel getrieben, indem er systematisch in die Irre geführt wird? Ist das ein Auftrag der Zentralbanker? Vielleicht, wie ein Blick in die Vergangenheit lehrt.
Heute weiß kaum noch ein Sparer, dass es fast 100 Jahre her ist, als ein neues Experiment des Geldsystems begann. Die damalige deutsche Regierung hob am 4. August 1914 die Noteneinlösungspfl icht auf, und der Bürger konnte seine Geldscheine nicht mehr in Goldmark eintauschen. Schon neun Jahre später, am 15. November 1923, kam die erste deutsche Währungsreform. Jeder war wegen der Geldentwertung Billionär geworden und konnte eine Billion Reichsmark in eine Rentenmark umtauschen.
Im Juni 1948 gab es in Deutschland die zweite Währungsreform, die D-Mark entstand. Diesmal gab es keinen Umtausch, jeder Bürger erhielt 40 Mark. Die Bundesbank war unabhängig und nicht an Weisungen der Regierung oder anderer Institutionen gebunden. Obwohl der Bürger mit der Mark relativ gute Erfahrungen gemacht hatte, musste er sie 2001 gegen den Euro tauschen. Auch in Europa soll laut Gesetz die Notenbank unabhängig sein. Das nutzt die EZB allerdings nicht dazu, eine wirklich eigenständige Politik zu betreiben, unabhängig von Vorgaben der USA. Es gelang ihr gar, die laxe Geldpolitik von Alan Greenspan zu überbieten. In Euroland stiegen die Geldmengen zeitweise stärker als in Amerika. Und nun ein Blick in die Zukunft, ins Jahr 2014: Als die Bevölkerung immer unruhiger wurde, weil eine Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise auf die andere folgte, entschlossen sich Europas Regierungen zu einem Experiment, um das Vertrauen der Bürger wieder herzustellen. Die Forderung nach der Einführung eines an Gold gebundenen Geldes (gesundes Geld) war ab 2009 wieder salonfähig geworden. In Deutschland und Frankreich begann das Umdenken mit der Veröffentlichung von Grundsatzartikeln angesehener Ökonomen.
Als logischer Abschluss dieser Entwicklung wird spätestens 2014, vielleicht wieder im August, eine neue Währungsreform beschlossen werden, und jeder Europäer kann für 100 alte Euro einen neuen so genannten Gold- Euro eintauschen. Vielleicht erkennen die Menschen dann, welch fatalen Einfluss die Abkehr von einem seriösen Geld und einer gesunden Währung sowie die hemmungslose staatliche Geldschöpfung auf den Gang der Geschichte hat. Übrigens: Der Preis für eine Feinunze Gold wird dann bei über 5000 Alt-Euro liegen.“
[Leuschel zählt seit Anfang der Achtzigerjahre zu den großen Börsenberühmtheiten in Europa und gilt seit dem Schwarzen Montag 1987 als „Crashprophet“.In BÖRSE ONLINE analysiert Leuschel regelmäßig die Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten]
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afrirali sagte:
hoffen wir, dass es keinen krieg geben wird, der eine währungsreform notwendig macht.
Ja, *nockonwoood* Obama ist ja grad dabei, vor den Mullahs einzuknicken und Osteuropa an die Russen zu aehhhh....
ansonsten ist der artikel halt wieder so schlecht geschrieben, wie man das bei boerse online erwartet.
die grenzen menschlicher produktivität und innovationskraft sind unbekannt, und daher ist es auch sinnlos, eine willkürliche realiendeckung zu etablieren, nur um die aufblähung der geldmenge zu dämpfen. denn das underlying einer währung ist nicht objektivierbar und im falle eines staatlichen währungsmonopols nur grob abschätzbar. es besteht binnensystemisch hauptsächlich aus der gesamtheit der subjektiven wertbeimessungen, die über das wertäquivalent „geld“ gehandelt werden können, und muss so frei wie möglich schwanken können.
das missverständnis liegt wohl darin, dass die goldanhänger meinen, eine währung müsse einen eigenwert repräsentieren. eine staatliche währung sollte aber eine möglichst neutrale verrechnungseinheit sein, und dafür reicht akzeptanz. fügt die währung dem güteraustausch irgendeinen eigenen parameter hinzu, der nahezu vollkommen losgelöst ist von der entwicklung der zivilisation, dann ist das eine permanente marktverzerrung, die das verrechnungssystem anfangs nur unschärfer macht und mit der zeit immer träger, was die abbildung des marktgeschehens angeht.
anders sähe es aus, wenn es ausschließlich privatwährungen gäbe, und auch der staat selbst sich nur über privatwährungen finanzierte. dann wären auch private, goldgedeckte währungen denkbar – aber diese wären keinesfalls die dominierenden währungen, sondern würden vermutlich nur als beimischung taugen.
12.02.2009 - 02:31 Uhr
okkasionalsozialist
DagnyTaggart sagte:
Obama ist ja grad dabei, vor den Mullahs einzuknicken
du kriegst dein iran-gemetzel schon noch, keine sorge. das zugehen auf den iran gehört zum drehbuch, weil der rest der welt sonst wieder nicht so richtig mitzieht, sobald dann die eskalation ansteht.
doch vorsicht: wenn überhaupt rechtfertigt aus meiner sicht nur die gefahr, die vom iran für andere nationen ausgeht, eine militärische aktion. wer sagt, die inneren verhältnisse einer souveränen nation rechtfertigten militärisches vorgehen, der hat ein anderes weltbild als ich.








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10.02.2009 - 14:16 Uhr
DagnyTaggart
Sound Money.
5000 E / Unze wird da vorgeschlagen? I suppose 10 000.