26.01.2009 - 18:30 Uhr

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Kontrolle ist schlechter

Text: dirk-vongehlen - Foto: dpa

Die Musikindustrie beklagt digitales Kopieren und illegales Filesharing. Doch ist die digitale Kopie vor allem eine Chance

Mit dem Untergang ist Dieter Gorny vertraut. Wann immer der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Musikindustrie öffentlich über das Internet und die Digitalisierung spricht, ist die Apokalypse nicht fern - zumindest für den Fall, dass digitales Kopieren und illegales Filesharing nicht bald entscheidend eingedämmt werden. Als Vertreter der Rechte-Industrie wird er mit diesem Szenario sicher auch am Dienstag argumentieren - beim nichtöffentlichen Spitzengespräch im Bundesjustizministerium. Dort sollen die Internet-Provider für die sogenannte "Three Strikes and you're out"-Strategie gewonnen werden: Nach drei Verwarnungen wegen illegaler Downloads (ausgesprochen durch die Provider) soll die Drosselung und Sperrung des Internet-Zugangs für uneinsichtige Nutzer stehen. Ein Vorgehen, das man bislang nur aus diktatorischen Staaten kennt.
Die Argumente, die Gorny und Co. anführen, basieren auf der Annahme, niemand würde noch Musik machen oder Kultur schaffen, wenn beides nicht zu den Konditionen des bisherigen Systems produziert, vertrieben und finanziert würde. Sie übersehen dabei, dass die neuen technischen Möglichkeiten nicht nur zu einer betriebswirtschaftlichen Herausforderung (vulgo: Untergang) führen. Dass man heute ohne Qualitätseinbußen identischen Kopien erstellen kann, die von der Vorlage nicht zu unterscheiden sind und diese auch nicht in ihrem Wert mindern, ist für alle künstlerisch tätigen Menschen in erster Linie ein Traum. Die digitale Kopie eröffnet ihnen eine Form der Distribution und damit der Öffentlichkeit, die in der Geschichte der Kultur beispiellos ist. Wer Kultur schafft, will damit an die Öffentlichkeit. Kunst kann heute zu minimalen Kosten eine maximale Verbreitung finden - eine substantielle Herausforderung für alle, die ihr Geld bisher mit verknappten Kopien verdient haben. Denn Kopieren verursacht heute keine Kosten mehr, es ist vielmehr ein selbstverständlicher Vorgang, den jeder an seinem Computer innerhalb von Sekunden ausführen kann. Die Digitalisierung hat das Kopieren von Musik zu einer skandalisierten Alltäglichkeit gemacht, genau wie die Einführung des Rundfunks seinerzeit das Musikhören veränderte. In beiden Fällen folgt dem technischen Fortschritt ein Kontrollverlust des Bisherigen: Es ist also wenig verwunderlich, dass beispielsweise die Musikindustrie alle Energie darauf setzt, die digitale Kopie einzudämmen. Sie verteufelte zunächst auch das Radio. Auch das Radio war mal böse Die Klage lautete damals: Niemand werde noch Musik machen, wenn diese kostenlos und unkontrolliert durch den Äther geschickt würde. Für Menschen, die Songs nur gegen Bezahlung aus der Jukebox kannten, war die Regellosigkeit des Radios genauso skandalös wie für heutige Musikmanager die Praxis der Tauschbörsen. Wir wissen aber: Das Radio hat vielleicht die Popularität der Jukebox geschmälert, zum Untergang des Abendlandes oder zum Ende der Musik hat es nicht geführt. Es hat vielmehr neue Wege der Distribution möglich gemacht - und zwar, in dem Musik das Medium nutzte und nicht etwa bekämpfte. Kann man aus dieser Geschichte lernen? Kann man Lösungen suchen, die der Herausforderung der digitalen Kopie begegnen, indem sie deren unbestreitbare Chancen für die Kunst nutzen, statt diese zu blockieren? Es gibt zahlreiche Modelle, die genau dies tun. Der Verkaufserfolg der Nine Inch Nails-Alben "Ghosts I-IV", die unter einer so genannten Creative Commons Lizenz stehen, kostenfrei in digitaler Form aus dem Netz geladen werden können, aber dennoch die Liste der meistverkauften CDs beim Internethändler Amazon im Jahr 2008 anführten, ist nur das jüngste Beispiel für eine Reihe alternativer aber erfolgreicher Versuche, abseits der ausgetretenen Pfade Kultur zu erschaffen, zu verbreiten und diese auch zu finanzieren. Die Creative Commons-Szene und im Softwarebereich die Open-Source-Bewegung zeigen: Es gibt tragfähige Konzepte, die sich allerdings abseits dessen bewegen, was man immer schon gemacht hat. Dass man davon vergleichsweise wenig liest und hört, liegt an der ängstlichen Fixierung auf Untergangsszenarien und Verbotsphantasien. Dabei glaubt selbst auf Seiten der Rechte-Industrie vermutlich niemand, man könne die Digitalisierung aufhalten oder gar rückgängig machen. Die Tatsache, dass Apple als größter Online-Musikhändler in Absprache mit der Musikindustrie künftig auf den Kopierschutz in Musikdateien verzichtet, muss als Beleg dafür gelesen werden. Aber an einen zeitlichen Aufschub glaubt man dort sehr wohl. Es wäre doch zu schön, könnte man die Suche nach neuen Modellen einfach der kommenden Generation überlassen und sich selber noch ein wenig an den alten, den goldenen Zeiten erfreuen. So wird ein repressives Vorgehen propagiert, das eine ganze Generation junger Kulturnutzer pauschal kriminalisiert und noch weit größeren gesellschaftlichen Schaden nach sich ziehen wird. Wie soll sich das rechnen? Zunächst wird so eine Kommerzialisierung der Kultur vorangetrieben, die die Frage der Finanzierbarkeit von Kunst auf oberster Ebene abhandelt. Dabei übernehmen die Verteidiger des Althergebrachten neuerdings die Position eines Familien-Patriarchen, der auf den Berufswunsch seines Sohnes, er wolle Künstler werden, lediglich antwortet: "Und, wie soll sich das rechnen?" Große Werke der Weltliteratur, der Malerei und der Kunst wären nicht entstanden, hätten sich die Söhne und Töchter der aufs Bisherige fixierten Perspektive der Väter gebeugt. Dass sie es nicht getan haben, zeigt, dass Kunst schon immer mit widrigen Bedingungen zu kämpfen hatte - und diese oft auch überwunden hat. Neu ist also nicht, dass Kunst und Kultur sich gegen Widerstände bewähren müssen. Neu ist, dass sie dabei auf eine fast kostenfreie und nahezu grenzenlose Verbreitung zählen können. Zum zweiten schafft die aktuelle Debatte eine auf vermeintliche Originale fixierte Atmosphäre der Angst: Kultur basiert seit jeher auf dem Prinzip der Adaption, der Anspielung und der Kopie. Durch die massive Lobbyarbeit der letzten Jahre wird dieses Prinzip kriminalisiert und an den Rand gedrängt - zum Nutzen der Industrie, nicht der Kultur. Ein vermeintliches Original-Genie wie Vincent van Gogh würde unter den heutigen Bedingungen nicht mehr so selbstverständlich die Kraft der Kopie loben können, wie er das in einem Brief an seinem Bruder im 19. Jahrhundert tat: "Kopieren interessiert mich ungemein", schrieb der Maler und bekannte: "Ich finde, es lehrt einen manches, und vor allem es tröstet einen manchmal. Ich stelle mir das Schwarzweiß von Delacroix oder von Millet oder die Schwarzweiß-Wiedergabe nach ihren Sachen als Motiv vor mich hin. Und dann improvisiere ich darüber in Farbe, doch versteh mich recht - ich bin nicht ganz ich, sondern suche Erinnerung an ihre Bilder festzuhalten, aber diese Erinnerung, der ungefähre Zusammenhang der Farben, die ich gefühlsmäßig erfasse, auch wenn es nicht genau die richtigen sind - ist meine eigene Interpretation." Ein van Gogh von heute, der vielleicht nicht mit Pinsel und Farbe, sondern mit digitalen Hilfsmitteln arbeitet, müsste zunächst die Frage nach Verwertungsrechten eines Millets beantworten. So unbeschwert, wie der Maler im 19. Jahrhundert fremde Motive mit seinen eigenen Farb-Improvisationen remixte, kann heute kein Künstler mehr arbeiten. Gerade hat das Video-Portal YouTube auf Druck der Rechte-Inhaber angekündigt, Musikclips mit ungeklärter urheberrechtlicher Rechtslage stumm zu schalten. Ein passenderes Bild für den zerstörerischen Einfluss eines repressiven Urheberrechts könnte man sich gar nicht ausdenken: Es bringt Kunst zum Schweigen! Die Digitalisierung ist ein technischer Entwicklungsschritt, der revolutionäre Folgen nach sich zieht. Dieser in unzähligen Artikeln prophezeite Satz wird heute Realität. Die Gesellschaft und der sogenannte Kulturbetrieb müssen sich fragen, wie sie damit umgehen wollen. Die Urheberrechts-Expertin Jeanette Hofmann hat diese Frage unlängst rhetorisch auf den Punkt gebracht. "Hätten wir gewollt," fragte die promovierte Politikwissenschaftlerin der London School of Economics, "dass die Kerzenmacher im 19. Jahrhundert über die Nutzung von elektrischem Licht bestimmen?"


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kasi
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 19:05 Uhr
kasi

das is ja alles so ganz schön und gut, nur dennoch ist es nicht so einfach früher mit heute gleichzusetzen. denn damals hat man ne leinwand und n paar farben und pinsel gebraucht bzw. n stift und n blatt papier oder eben n klavier was dann schon teuerer war. aber mit der technisierung der kultur, steigen auch die kosten um eben diese kultur überhaupt zu produzieren. denn heutzutage gibt es nicht nur leinwände und pinsel für 15 goldmünzen, sondern photoshop, wacom tablet etc. für 1000 euro. das gleiche gilt für die musik und filme. niemand kann mir hier erzählen, dass er mit einem rückschritt dieser fabrikate auf uralte standards zufrieden wäre, nur um es kostenlos zu halten...

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 19:09 Uhr
MorbusBahlsen

Ein sehr schöner Artikel, danke. Und ich muss immer wieder über alle Begriffe lachen, mit denen sich das Konsortium betiteln lassen kann: Diesmal ist es Rechte-Industrie. Rechtsprechung als Gut der Industrialisierung, aber gerade nicht der Allgemeinheit.

radekoration
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26.01.2009 - 22:09 Uhr
radekoration

Ich glaube das Stummschalten von Videos hat mit gewissen Diensten im Netz zu tun (deezer etc.) die einfach die Audiospuren von Youtube nutzen, um ihre User mit einer riesigen Musikdatenbank zu versorgen.

soylentyellow
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26.01.2009 - 22:19 Uhr
soylentyellow

"Sperrung des Internet-Zugangs"

Kein Freedom of Speech? Wie soll der sich dann informieren? Oder kommunizieren? Oder einen Job suchen? Oder wissen wann der Zug fährt? Oder irgendwie am online-Leben teilnehmen? Oder studieren - ohne Internet und Foliendownload etc praktisch unmöglich.

Soll der dann verdammt sein sich nur aus dem Fernsehen zu informieren? Der Arme.

MorbusBahlsen
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26.01.2009 - 22:22 Uhr
MorbusBahlsen

Es ist eine Umgehung der Rechtsstaatsprinzipien. Ich hoffe nicht, dass es auf nur ansatzweise fruchtbaren Boden fällt hier. In Frankreich allerdings nicht. Selbst eine vorgeschaltete Drosselung der Bandbreite vor dem Abschalten ist der absolut falsche Weg!

Little_Joe
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26.01.2009 - 22:30 Uhr
Little_Joe

Okay, okay, aber Filesharing erreicht einfach Dimensionen, die durch Radio und Van Gogh nicht erreicht wurden. Van Gogh mag sich so viele Bilder vor die Nase stellen, wie er mag, er kopiert es doch selbst und erzeugt so etwas neues. Er hat sich nicht hingestellt und mit 20 Lehrlingen das Bild 1.000.000 Mal kopiert und dann unter die Menschen verteilt.

MorbusBahlsen
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26.01.2009 - 22:36 Uhr
MorbusBahlsen

Es ist nicht anzukreiden, dass Künstler für ihre (eigenen) Errungenschaften ihr Geld nicht bekommen sollen, die Methodik dahinter ist das Fragwürdige. Jemand der immer nen Beutel Milch klaut darf sein Geld trotzdem weiterhin irgendwo ausgeben und sich in der Stadt umherlaufen. Wenn er wo Hausverbot hat, darf er da halt hinein, aber der Straßenprovider darf ihm nicht den Zugang zur Straße verwehren.

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26.01.2009 - 22:37 Uhr
MorbusBahlsen

sich in der Stadt bewegen oder in der Stadt umherlaufen war gemeint. Zwei dumme zu einem Gedanken.

Aporia
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26.01.2009 - 22:53 Uhr
Aporia

Die Möglichkeit, Musik aus dem Netz zu ziehen, führt bei mir dazu, dass ich viel, viel mehr Musik anhöre, die ich sonst nichtmal eines Blickes gewürdigt hätte. Daraus folgt außerdem, dass ich durch mein erweitertes Musikwissen wesentlich mehr Musik kaufe, als ich das sonst getan hätte. Und ich habe eine wesentlich bessere Möglichkeit, mich vor dem Konzert einer Band über deren Musik zu informieren und gehe dadurch insgesamt zu mehr Konzerten, weil ich mir sicherer bin, dass ich ein interessantes Konzert erleben werde. Das sind doch jetzt alles Punkte, die die Plattenindustrie und vor allem die Künstler selbst eigentlich nur freuen können...

Und mal ganz ehrlich: wer braucht die Plattenindustrie, wenn die Künstler aufgrund der Digitalisierung und des Internets viel leichter ihren eigenen Vertrieb organisieren können?

MorbusBahlsen
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26.01.2009 - 22:59 Uhr
MorbusBahlsen

Leider sieht's halt auch so aus, dass der Staat dank 19 Prozent Mehrwertsteuer in diesem Milliardengeschäft direkt involviert ist, weshalb ich aufgrund aktueller Krisenstimmung befürchte, dass hier vorschnelle Lösungen durchdachten vorgezogen werden...

domarts
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27.01.2009 - 09:46 Uhr
domarts

Es ist echt sehr schade, dass es Jacques Attali's Bruit (Noise) nicht auf deutsch gibt - er hat vorletzte Woche genau zu diesem Thema einen sehr interessanten Vortrag in Berlin gehalten. Er regt u.a. die Einführung einer Kulturflatrate an - sehr spannender Gedanke, die genaue Umsetzung ist aber leider noch utopisch...

__xxx__
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Mag ich Mag ich nicht

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27.01.2009 - 09:58 Uhr
__xxx__

Hätten sie nicht Milliarden in Kopien der Kopien der billigen Boybands und Brittneys investiert, würden sie evtl. noch etwas Kundschaft unter den erwachsenen haben, die auch zahlungswillig und -kraftig sind. Aber da dieses Publikum kaum noch Platten kauft (da fast nur noch Müll im angebot) und die Kids sich kaum was leisten können, gedeiht eben die Raubkopiererei.

Selbst schuld. Hoffentlich gehen die ALLE Pleite, damit eine neue Industrie von Grund auf aufgebaut werden kann. Dann wird es zumindest ein-zwei Jahrzehnte Schonfrist geben bis es wieder im seichten teeny-Kommerz ausartet.

Und mal im Ernst, 17€ für eine CD? Etliche Kosten samt Produktio0n, Werbung, Lohn und Zwischenhändler belaufen sich auf unter 5€. Daher - fuck you.

soylentyellow
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27.01.2009 - 10:35 Uhr
soylentyellow

Aporia
Und mal ganz ehrlich: wer braucht die Plattenindustrie, wenn die Künstler aufgrund der Digitalisierung und des Internets viel leichter ihren eigenen Vertrieb organisieren können?


Die Frage konnte noch keiner der Plattenindustrieleute beantworten. Das ist halt genauso wie mit dem Fräulein vom Amt. Früher, also ganz früher, hat diese Dame die Kabel am Pult vor ihr so zusammengesteckt dass eine Verbindung zwischen den zwei Telefonteilnehmern zustande kam. Seitdem es das Selbstwählverfahren gibt gibt es das Fräulein vom Amt nicht mehr.

Das gleiche passiert auch mit der Musikindustrie, nur leider will die es nicht wahrhaben und außerdem sind die zu reich und zu mächtig um einfach in der Vergangenheit zu verschwinden.

(Der Vergleich hinkt auch nicht: Früher brauchte ich viel Geld und Know How fürs Plattenstudio, fürs Vinyl herstelen, für die Vorfinanzierung und für die Distribution. Heute kann ich am heimischen PC produzieren (zumindest mal Techno), Vertriebsweg ist das Internet und der Kapitalaufwand ist unter Umständen geringer als 1000 Euro. Also liebe Plattenindustrie: Worin siehst Du heutzutage Deine Aufgabe???)


domarts sagte:
Er [Jacques Attali] regt u.a. die Einführung einer Kulturflatrate an - sehr spannender Gedanke, die genaue Umsetzung ist aber leider noch utopisch...


Dumm nur wenn jemand keine Kultur mag?Oder nicht so viel Kultur mag? Ist dieKulturflatrate nicht so wie die GEZ-Gebühr? Die bezahlt man egal ob man ARD und ZDF mag oder nicht und dann bleibt immer noch das Problem wer entscheidet was mit der Kulturflatrate bezahlt werden soll.

__xxx__ sagte:

Und mal im Ernst, 17€ für eine CD? Etliche Kosten samt Produktio0n, Werbung, Lohn und Zwischenhändler belaufen sich auf unter 5€. Daher - fuck you.


Jedesmal wenn ich im Elektrogroßmarkt bin bin ich immer wieder erstaunt dass es immernoch Leute gibt die so viel Geld für CDs ausgeben?! Vielleicht ist das wieder einer dieser Fälle wo der Preis nicht an den Kosten festgemacht wird sondern an der Zahlungsbereitschaft der Kunden und an dem was die anderen Firmen verlangen (selbst legale CDs sind in verschiedenen Ländern unterschiedlich teuer obwohl man von gleich hohen Kosten ausgehen kann).

Da CDs immer noch 17 Euro kosten muss es eben Leute geben die so viel dafür ausgeben, warum auch immer.

kachel
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27.01.2009 - 10:46 Uhr
kachel

Ich seh das ähnlich wie aporia. Ich habe mir schon oft CDs im Original nachgekauft, nachdem ich sie mir erst von Freunden kopiert hatte. Oder ich habe mir dann die Nachfolgealben gekauft.

mulmer
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27.01.2009 - 11:08 Uhr
mulmer

Wieder einmal das ganze Programm des Sozialismus, eingefordert von einem Intellektuellen unter dem Sigel der Modernisierung durch Revolution. Totalitäres Gedankengut, und der merkts vermutlich noch nicht mal.

"Kultur für alle kostenlos! Toll!"
"Das ist es, was alle Künstler wollen!"

Und die, die es nicht wollen, die muss man eben noch umerziehen. Und bis das geklappt hat: einfach enteignen. Und dann bekommen sie Staatsknete. Kulturflatrate klingt natürlich besser. Und oben sitzt die Reichsschrifttumskammer und entscheidet, welcher Autor wie viel bekommt und was gute Kunst ist und was böse. Und dann wird die Welt gut, wie im Dritten Reich und in der Sowjetunion und auf Kuba und in Nordkorea. Genau.

Ich finde es nicht eigenartig, dass das offensichtlich kein Künstler will. Jeder könnte ja sein Zeug kostenlos ins Netz stellen. Aber es will halt niemand.

"Alles kostenlos" fordern wieder mal nur die Konsumenten, nicht die Künstler. Und als großen revolutionären Akt nehmen sie sichs einfach.

Dabei sind sie nichts anderes als Kleinkriminelle. Und ihren banalen Ladendiebstahl wollen sie mit hehren Idealen rechtfertigen. Und wundern sich, wenn man dafür Hausverbot erteilt. Dabei kommen sie mit einer Sperre des Internetzugangs noch gut weg, viel besser jedenfalls, als wenn sie in einer Videothek oder bei Saturn tausend CD oder DVD klauen.

__xxx__
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27.01.2009 - 11:13 Uhr
__xxx__

soylentyellow sagte:
Da CDs immer noch 17 Euro kosten muss es eben Leute geben die so viel dafür ausgeben, warum auch immer.


Wer Internet hat, bestellt sich einfach über Amazon Originale aus dem Ausland für 5-10€.

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27.01.2009 - 11:15 Uhr
__xxx__

mulmer: viele Künstler stellen ihr Zeug kostenlos ins Netz, viele verkaufen ihr Zeug auch direkt von der homepage aus ohne Plattenfirma. Funktioniert einwandfrei.

mulmer
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27.01.2009 - 11:34 Uhr
mulmer

@ __xxx__

Das ist doch prima: die einen verschenken, die anderen verkaufen, jeder wie er´s mag. Warum muss man dann alle zum verschenken zwingen?

MorbusBahlsen
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27.01.2009 - 12:31 Uhr
MorbusBahlsen

mulmer sagte:
Dabei sind sie nichts anderes als Kleinkriminelle. Und ihren banalen Ladendiebstahl wollen sie mit hehren Idealen rechtfertigen. Und wundern sich, wenn man dafür Hausverbot erteilt. Dabei kommen sie mit einer Sperre des Internetzugangs noch gut weg, viel besser jedenfalls, als wenn sie in einer Videothek oder bei Saturn tausend CD oder DVD klauen.

Ich stimme ich dir weitgehend zu... aber mit der Internetsperre wird eine zu große Keule ausgepackt. Zum einen gibts bei Diebstahl von 1000 CDs im Saturn einen Rechtsprozess. Zum anderen ist es etwa so, dass man deine Füße zeitweilig einfrieren würde, weil du die CDs durch Laufen erreichen kannst. Das kann schon dreimal nicht ohne Gerichtsurteil erlaubt werden!

__xxx__
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27.01.2009 - 12:43 Uhr
__xxx__

mulmer sagte:
@ __xxx__

Das ist doch prima: die einen verschenken, die anderen verkaufen, jeder wie er´s mag. Warum muss man dann alle zum verschenken zwingen?


Wer möchte das denn?

Es ist völlig in ordnung wenn jemand nichts verschenken will, ich bin selbst Musiker und verstehe das sehr gut. Aber was die Industrie macht ist einfach kriminell - vor allem da von dem ghanzen Geld die Künstler nur 2-3% bekommen. Auch vom Vertragsgeld muss man in der regel ALLES finanzieren, Aufnahmen, Videos, Promo - die Plattenfirma gibt da bei "kleineren" Bands absolut keinen Cent aus. Nur in Medienwirksamen Schrott (Brittney, Boyband,...) werden Millionen reingebuttert. Und das zahlen im Endeffekt die anderen Künstler, die ihres Geldes beraubt werden!

Es ist kein Wunder dass solche Leute wie Prince mittlerweile komplett auf Plattenfirmen verzichten. Lese mal in Wiki nach was Prince so alles getrieben hat seitdem er nicht unter Knebelverträgen leiden muss - seine Konzerte besuchen hunderttausende von Menschen, dann gibt es z.B. zu jeder Karte eine CD statt diese bei Media Markt/Walmart und co. in die Regale zu stellen. Oder als Zugabe in der tageszeitung, oder als freies Download. Mit der ersten Tour nach der "Trennung" hat er um die 80 Mio. Dollar umgesetzt, nur so als Beispiel - und das komplett ohne eine Plattenfirma.

Plattenfirmen sollen komplett abgeschafft werden, denn das sind die schlimmsten Blutsauger die es gibt. Wer sich ein wenig im Business auskennt, wird Dir das auch bestätigen.

MorbusBahlsen
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27.01.2009 - 12:45 Uhr
MorbusBahlsen

xxx: wenns gar so schlimm ist, warum sind dann noch so viele Musiker bei den Plattenfirmen... dafür gibts Gründe. Und Konzerteinnahmen waren noch seit jeher die absolute Topeinnahmequelle, nicht umsonst raufen sich zerstrittene Groupies wieder zusammen um nochmal auf Tour zu gehen...

__xxx__
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27.01.2009 - 13:12 Uhr
__xxx__

Weil die immer noch die beste Verbreitung ermöglichen. Sonst kommt man niemals in die Regale bei MediaMarkt, Müller etc. Und die meisten haben weder die Ressourcen noch das Können, die Sache ganz alleine zu stemmen, vor allem "Anfänger" nicht.

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27.01.2009 - 13:13 Uhr
__xxx__

Es ging mir ja nicht um Konzerteinnamen, sondern das Beispiel zeigt dass man auch ohne Plattenfirma sehr erfolgreich sein kann.

Als noch krasseres Beispiel, die Band Phish holt jedes Jahr ein paar Millionen Leute zu ihren drei-tages-Festivals und die haben noch nie eine offizielle Platte rausgebracht.

MorbusBahlsen
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27.01.2009 - 13:15 Uhr
MorbusBahlsen

Ah... genau... da war was.

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27.01.2009 - 13:15 Uhr
MorbusBahlsen

Verbreitungsindustrie möchte man fast sagen.

Aporia
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27.01.2009 - 13:18 Uhr
Aporia

Oder sagen wir so: es ist doch schon bezeichnend, wenn eine Band wie Oasis zum Indie-Vertrieb Indigo wechselt...

__xxx__
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27.01.2009 - 13:34 Uhr
__xxx__

Zum Glück habe ich solche Probleme nicht mehr - mein Sänger-Kollege hat vor kurzem ein Label gegründet :)

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27.01.2009 - 13:35 Uhr
__xxx__

Und man kann sich wenn man ein Gewerbe hat z.B. bei Amazon anmelden und seine Platten da anbieten - das ist schon ein großes Publikum dass man damit erreichen kann. Wissen viele nicht mal.

synthie_und_roma
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27.01.2009 - 17:03 Uhr
synthie_und_roma

der van gogh vergleich ist einfach daneben. einen digitalen klon zu "produzieren" dauert sekunden. van goghs kopie (und eben kein klon) war im endeffekt immer noch eine eigenleistung. eine leistung ähnlich wie heute beio musikern, die sich von anderen inspirieren lassen.

mal eine andere frage: wenn sich jemand jetzt diesen text kopieren würde und den dann auf seiner seite nutzen würde. was würde geschehen? der süddeutsche verlag oder dirk von gehlen würden ihr copyright einklagen. aber wenn die musik als kreatives produkt alle rechte verliert, warum darf ich dann nicht auch beliebig viele text klonen oder kopieren? und überall einstellen??

MorbusBahlsen
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27.01.2009 - 17:19 Uhr
MorbusBahlsen

Wer will denn der Musik die Rechte absprechen? Es geht um das Prinzip, wie gehandelt wird bei Verstößen: SZ oder DvG klagen bei Entdeckung des Missbrauchs auf Schadensersatz und Unterlassung wahrscheinlich oder sowas, und die Rechteindustrie will sich das ersparen und lieber den Provider meinen Zugang zu SZ Online sperren lassen. Das ist doch der Punkt, oder?

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27.01.2009 - 17:19 Uhr
MorbusBahlsen

...und nicht nur zu SZ Online.

synthie_und_roma
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27.01.2009 - 17:31 Uhr
synthie_und_roma

MorbusBahlsen sagte:
Wer will denn der Musik die Rechte absprechen? Es geht um das Prinzip, wie gehandelt wird bei Verstößen: SZ oder DvG klagen bei Entdeckung des Missbrauchs auf Schadensersatz und Unterlassung wahrscheinlich oder sowas, und die Rechteindustrie will sich das ersparen und lieber den Provider meinen Zugang zu SZ Online sperren lassen. Das ist doch der Punkt, oder?


na wenn hier propagiert wird: das alte copyright muss weg - dann verliert die musk doch genau dieses copyright. wenn ich das aber weiter denke heisst das im grunde:alles verliert sein copyright. auch texte. wenn ich mit musik runterlade kann ich das auch mit texten machen, wenn sie in digitaler form vorliegen. also könnte ich dann auch diesen text kopieren und damit machen was ich will.

darum geht es doch. nur weil musik ein datenpaket ist haben die so probleme. aber ich kann dann auch digitale fotos oder texte in digitalter form nehmen und verwenden wie ich will, denn das copyright gilt doch nicht nur für musik, sondern alle ergüsse.

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27.01.2009 - 17:33 Uhr
synthie_und_roma

außerdem ist ein verlag - genau wie ein label - nichts anderes als ein auf gewinn maximierung orientiertes unternehmen. der süddeutsche verlag würde auch jeden mit klagen überziehen, wenn er fotos oder texte kopiert und für seine zwecke verwendet. ein journalistischer text ist ja auch nichts anderes als ein werk. der jeweilige reporter verkauft die rechte an diesem werk an den verlag. genau so funktioniert es mit musi. und wie bei der musik kümmert sich der verlag um die distribution.

Beru
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27.01.2009 - 18:51 Uhr
Beru

also ich hab hier auch schon sachen zitiert, also kopiert. bin ich jetzt böse?
ich mein ich kann auch schlecht michael jackson runterladen und meinen freunden weissmachen das wäre ich. jede sau würde sofort wissen, dass das lied von michael jackson ist. ihm also gehört. und ja man liest bei texten nicht unbedingt heraus wer sie verfasst hat, da hinkt der vergleich, aber man kann es dazuschreiben. wer hätte das gedacht?

Aporia
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27.01.2009 - 19:19 Uhr
Aporia

@synthie_und_roma: Die Frage ist doch, ob du anderer Leute Material verwendest, um damit Geld zu machen, oder ob du es für dich selbst und deine Freunde verarbeitest. Es war noch nie verboten, sich einen Text abzuschreiben, der einem gefällt. Das Copyright tritt dann in Kraft, wenn du ihn wiederveröffentlichst. Und da kommt es dann häufig drauf an, in welchem Sinne du veröffentlichen willst. Es hat dir noch nie einer verboten zuhause oder im Freundeskreis seine Songs nachzuspielen, aber sobald du damit Geld verdienst, sollst du zahlen. So macht das ja auch Sinn.

mulmer
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28.01.2009 - 09:01 Uhr
mulmer

Beru sagte:
also ich hab hier auch schon sachen zitiert, also kopiert. bin ich jetzt böse?

Das Zitat war noch nie verboten, genau so wenig wie die Privatkopie.

Zur Sperre des Internet-Zugangs: klar ist das nur die zweitbeste Lösung. Aber die Diebe verstecken sich hinterm Datenschutz, diesem Lieblingspopanz der Deutschen. Um einen Dieb zu verfolgen muss man deshalb heute über die Staatsanwaltschaft gehen, um die Identität herauszubekommen. Und der Staatsanwalt bearbeitet nur noch Fälle mit mehr als 3000 gestohlenen Dateien. Das bedeutet fatisch, dass der Staat Diebstähle darunter nicht so schlimm findet. Im Laden wird man schon bei einer CD mit der Polizei konfrontiert.
Das ist ganz offensichtliches Unrecht. Und weil der Staat untätig bleibt, muss eine andere Lösung gesucht werde, die nicht über die Berichte geht. Da ist die "Olivenne"-Lösung pragmatisch: drei Verwarnungen, dann Sperre. Wer nach der ersten Verwarnung weiterklaut, nach der zweiten es immer noch nicht kapiert, der hat dann offline Zeit zum Nachdenken. Surfen kann er ja immer noch bei Freunden oder im Internetcafe etc. Nur wird er sich da vermutlich benehmen.

Die typische Argumentation: der wusste doch nicht, dass er das nicht darf... und: das hätte ja jeder sein können, der PC steht ja ganz offen rum..., die ziehen dann nicht mehr, die sind nach zwei Verwarnungen unglaubwürdig.

synthie_und_roma
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28.01.2009 - 09:46 Uhr
synthie_und_roma

es geht mir um das prinzip der digitalen reproduktion. wenn sich digitale bücher irgendwann durchsetzen e-books - dann wird das gleiche mit schriftstellern passieren. einer kauft das buch und lässt es klonen. was jetzt mit der musik beginnt wird dort nicht enden sondern es wird dann alle kunstformen betreffen, die das pech der digitalen reproduzierung haben.

musiker können noch auf tournee gehen und damit geld machen. das wird bei schriftstellern ein wenig schwieriger.

querspieler
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28.01.2009 - 12:39 Uhr
querspieler

Aporia sagte:
@synthie_und_roma: Die Frage ist doch, ob du anderer Leute Material verwendest, um damit Geld zu machen, oder ob du es für dich selbst und deine Freunde verarbeitest. Es war noch nie verboten, sich einen Text abzuschreiben, der einem gefällt. Das Copyright tritt dann in Kraft, wenn du ihn wiederveröffentlichst. Und da kommt es dann häufig drauf an, in welchem Sinne du veröffentlichen willst. Es hat dir noch nie einer verboten zuhause oder im Freundeskreis seine Songs nachzuspielen, aber sobald du damit Geld verdienst, sollst du zahlen. So macht das ja auch Sinn.

Aporia, da würde ich widersprechen.
Bin ja nun kein Rechtsmensch, aber was ich verstanden hab, gibt es ein "Copyright" im deutschen Recht eigentlich nicht. Der Urheber eines Werks kann ganz einfach bestimmen, wer wann wie was zu welchen Preis mit seinem Werk macht. Dieses Bestimmungsrecht (und die Verwaltung sowie das Inkasso) kann er an Dritte (Musikindustrie, Verlage, Gema, ...) abtreten, die Urheber-Eigenschaft ist aber nicht veräußerlich.
Für dich als Konsumenten gelten diese Regeln, egal ob du die Werknutzung privat mit deiner Freundin, auf der Firmenweihnachtsfeier, Youtube, oder sonst wie gewerblich machst.
Dass private Kopien und Aufführungen nicht verfolgt werden, kommt nur daher, dass es nicht praktikabel ist. Dafür gibt es dann die Abgaben auf Kopierer, CD-Brenner und Leer-Medien.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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28.01.2009 - 13:52 Uhr
MorbusBahlsen

mulmer, aha, weil der Staat also sagt, ok, zulässig bzw. duldbar, darf die Rechteindustrie rechtsstaatliche Prinzipien für Gewinnmaximierung umgehen? Interessant. Hoffentlich lassen sich nicht noch mehr Menschen so eine Denkweise indoktrinieren.

obsidian
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28.01.2009 - 15:13 Uhr
obsidian

Kluger und gut geschriebener Artikel und ein längst fälliger Kontrapunkt zum ewigen Lobbygewäsch der Musikindustriebürokraten. Natürlich können Künstler nicht im luftleeren Raum existieren, gerade dass sie ein Umfeld besitzen das zur "Verwertung" ihres Schaffens beiträgt, ermöglicht ihnen ja erst sich auf die Kunst zu konzentrieren und Künstler zu sein. Aber, gerade in Bezug auf die Musikindustrie, hat sich dieses Umfeld zu einer parasitären Riesenbürokratie entwickelt die den fetten Jahren nachtrauert und den Status Quo mit Nägeln, Zähnen und ekelhaftester Lobbyarbeit verteidigt. Es ist entgegen ihrer mantrahaften Beteuerung nicht mehr die Sorge um die Künstler, die Musik und die Kunst im Allgemeinen die diese Leute antreibt, es ist der Versuch die eigene obsolet gewordene Position mit allen Mitteln zu retten. Dass dazu sogar offen Künstler, Musik und Kunst unterdrückt wird, zeigt nur einmal mehr die wahren Intentionen der "Rechteindustrie".

highno
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30.01.2009 - 21:08 Uhr
highno

hmm, also grundsätzlich wird diese einseitige rangehensweise nie zum ziel führen.
grundsätzlich finde ich eine "bestrafung" grundsätzlich richtig, denn auch wenn die muckemafia diesen zustand selber hat enstehen lassen (inkl. dem unrechtsbewusstsein), ist es doch ein form von diebstahl.
diese digital revolulotion komplett zu kriminalsieren, wird bei bekifften, sinnentleerten kiddies genauswenig weiter helfen, wie so eine selten dämliche kampagne "copy kills musik".
ich habe neulich irgendwo gelesen, dass es der musikindustrie so "schlecht" geht, wie vor einführung der cd. kann also so schlimm nicht sein, nur das sie nicht sehen wollen, das dieses goldene zeitalter nur einmalig mit dem eintritt in das ditgital zeitalter möglich war. leider sitzen an den hebln ja nur vergraiste, angstvolle vollpfosten, die diese phase ja null genutzt haben, sondern die käufer nach strich und faden ausgenommen haben. und das ist halt mit dem internet vorbei gewesen und es ist bei den heutigen downloadpreisen für kommerzielle musik (über die cd preise muss man schon seit 10 jahren nicht mehr reden) auch kein wunder, dass das ganze nur teilweise funzt. denn es gibt nur 2 gründe den digitalen vertrieb ertragreich zu gestalten: entweder über den preis, oder den zeitlichen aufwand (aber natürlich auch gekoppelt an den preis). das ist der grund warum itunes läuft, es ist einfach!
was her muss, sind neue, völlig neue vertriebsmodelle a la p2p. sprich, ich kaufe ein stück und für jedes weitervertriebene stück per rechner oder fon, bekomme ich eine provision usw.
meiner meinung nach das modell der zukunft, denn die flatrate ist wieder so eine kriminelle nötigung wie der gez quatsch.
aber grundsätzlich hat die musikindustrie das loch selber geschaufelt, weil sie einfach aml alles komplett verschlafen haben und das loch mit diesen ganzen kurzweiligen nicht auszuhaltenden müll versuchen zu füllen.
das ganze passt aber auch gut in diese volksverdummungsmaschinerie der gleichgeschalteten medien (oder erträgt jemand noch diesen ganzen gallileo ravioli speziall scheiss?).
bis das netz nicht die kritische maße erreicht hat, was nur bietrinkenderweise am sofa funktioniert, werden alle weiterhin schön dumm gehaltenund mit glück wachen sie dann stück für stück aus ihrem kommatösen schlaf auf und merken, hej, die mediale welt ist ja grösser als der einheitsmüll.
das ganze wird aber mit sicherheit von diversen lobbyisten versucht zu verhindern, denn möglich ist das ganze ja nun schon etliche jahre.
wo kommen wir denn da hin, selbstbestimmte medien user, die womöglich auch noch wieder lernen, verantwortung selber zu tragen. revolution, nieder mit ihnen, schnauze halten und bier trinken ;-)
und steuern zahlen nicht vergessen........

ach ja und dann ist da noch der schlimmste verein von allen, der niedergebrannt gehört: die olle gema!
wenn jemand hier dafür verantwortlich ist, dass sich keine neuen konzepte und ideen verbreiten, dann die vögel, denn es wird alles im keim erstickt, mit utopischen gebühren, die jeglicher grundlage entbehren und so offensichtlich erkenn lassen, wo der hase längst läuft, bzw längs zu laufen hat!
ganz schlimm!!!!

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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30.01.2009 - 23:49 Uhr
MorbusBahlsen

Die eircom in Irland (größter Internetprovider dort) hat sich auf das 3-Strikes-System mit der Musikindustrie (auch mit der Film- und Rechteindustrie?) geeinigt...

http://www.heise.de/newsticker/Keine-Int...

In D stehen die Zeichen noch auf Fernmeldegeheimnis. Zum Glück.


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dirk-vongehlen

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.