Der endgültige Chefredakteur
Weil angeblich kein anderer wollte, leitet Leo Fischer, 27, Deutschlands wichtigstes Satiremagazin "Titanic"
Ein sonniger Januarmorgen, Frankfurt-Bockenheim. Gegenüber einer großen Baustelle findet man das Klingelschild der Titanic-Redaktion, man muss aber danach suchen, wie nach einer Briefkastenfirma. Wer erwartungsvoll den Flur betritt, denkt an die Simpsons-Folge, in der Bart die Redaktion des MAD-Magazines besucht: Als er schon enttäuscht gehen will, weil es doch nicht der verrückte Spielplatz ist, den er sich vorgestellt hat, da öffnet sich eine Tür, Alfred E. Neumann schaut heraus und verlangt ein doppelt-geschnackseltes Riesensandwich, während im Hintergrund die MAD-Zeichner auf Pogostäben hüpfen und mit Saugnäpfen an der Decke gehen. Leo Fischer geht leider nicht mit Saugnäpfen an der Decke. Er telefoniert mit Hans Zippert, einem der Titanic-Herausgeber. Es geht ums Cover der nächsten Ausgabe. "Jetzt drehen die Russen uns auch noch den X ab" ist einer der unfertigen Vorschläge. "Das X wäre noch das Problem", sagt Leo. Er hat Ende vergangenen Jahres Thomas Gsella als Redaktionsleiter ersetzt. Im für einen Chefredakteur zarten Alter von 27 Jahren leitet Leo jetzt ein Magazin mit einer Auflage von immerhin fast 100 000 Exemplaren. Und es ist nicht irgendein Magazin, das ihm da anvertraut wurde, sondern die wichtigste Satirezeitschrift in Deutschland.
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
- Was vom Macchiato-Meeting übrig bleibt 13.05.2012
- Zwei Pfund Nostalgie, bitte 13.05.2012
- Im Zeugungsstand 06.05.2012
- Hooligans - Es geht nicht darum, andere ernsthaft zu verletzen 06.05.2012
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Sie hat mir dann von einem Fall erzählt, den ich hier wiedergeben möchte: Frau kommt mit Auto von der Straße ab und fällt in Güllegrube. Lustig, Fäkalien, Kuhscheisse, Bild Niveau, perfekt. Aber halt - es kommt noch "besser": Ihr Mann war bei der US Army und im Irak und ist dann während sie im Krankenhaus wurde schwer verletzt . Tragik. Mehrteilige Serie! (das ganze wurde dann auch in die BundesBild übernommen), Bezug zum realen Leben (Irakkrieg). Aber es kommt noch besser - äh tragischer. Auf dem Rücksitz waren ihre Kinder und die sind in der Gülle ertrunken. Kinder! Unschuld! Da kann man doch auch deren Bilder veröffentlichen (wenn man sie bekommt)! Mehrteilige Serei! Horror! Grusel!
MannOMann, das war doch DIE Bild-Geschichte, Horror für die Betroffenen, klar, aber schauriges Grusel-Entertainment für alle anderen.
Jedenfalls hat sie mir dann auch erzählt dass die Bild inzwischen viel braver geworden sei, also beispielsweise die Bilder der Kinder nicht mehr abgedruckt hätte (früher hätten sie die halt von den Nachbarn besorgt, egal ob die Eltern einverstanden sind oder nicht) und außerdem die Geschichte eingestellt hätten nachdem man ihr klar gemacht hätte dass sie hier nicht erwünscht sei (sie hatte tagelang vor dem Krankenhaus ausgeharrt wo die Mutter drin war versucht ein Zitat von einem Angehörigen oder sogar von ihr selbst zu bekommen und dann wurde sie eben [zu Recht] stark beschimpft).
Nun gut, obwohl ich Bild Leser bin würde ich aber natürlich auch sofort dem Bild/RTL/SAT1/9Live etc Reporter sagen er solle sich zur Hölle scheren falls mir etwas derartiges passieren sollte und einer von denen an der Tür auftauchen sollte. NIMBYism at it's best.
über die vier großen Buchstaben sage ich nichts.
lp
Aporia sagte:
Die BILD ist volksverdummend, wenn nicht sogar demagogisch. Wenn die BILD deinen Humor anspricht, Soylentyellow, dann mag ich lieber nicht über die Qualität deines Humors urteilen.
Die Faszination des morbiden ist nicht zu unterschätzen - so ein bisschen Grusel übt einen starken Reiz aus, auch auf mich. Die menschlichen Abgründe, die sich in Bild tagtäglich auftun sind faszinierend auch wenn sie erschreckend sind.
Außerdem ist es faszinierend wie man es schafft den Eindruck zu schaffen schwarz sei weiß selbst wenn man dies nie wirklich sagt sondern durch geschickte Andeutungen diesen Eindruck recht geschickt transportiert.
selbst wenn die wagner briefe mal dada sind. meistens sind sie einfach nur kitsch eines schmutziegn alten mannes mit alkoholproblem.
Titanic online am heutigen 16. Januar 2009:
"Miss Word ist tot!
(http://www.sueddeutsche.de/panorama/277/...)
Update: Die Süddeutsche ist aufgewacht und hat das fehlende "l" nachgekauft. Glückwunsch!"
Eventuell ist sie auch im Bauernkrieg gestorben? :-)
ich fand das so geil, als die titanic so einem FDPler im Namen irgendeiner Frau Geld schenken wollte. Der Briefwechsel war so zum schießen.
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26.01.2009 - 11:52 Uhr
afrirali