25.01.2009 - 18:30 Uhr

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Der endgültige Chefredakteur

Text: lars-weisbrod - Foto: Tom Hintner

Weil angeblich kein anderer wollte, leitet Leo Fischer, 27, Deutschlands wichtigstes Satiremagazin "Titanic"

Ein sonniger Januarmorgen, Frankfurt-Bockenheim. Gegenüber einer großen Baustelle findet man das Klingelschild der Titanic-Redaktion, man muss aber danach suchen, wie nach einer Briefkastenfirma. Wer erwartungsvoll den Flur betritt, denkt an die Simpsons-Folge, in der Bart die Redaktion des MAD-Magazines besucht: Als er schon enttäuscht gehen will, weil es doch nicht der verrückte Spielplatz ist, den er sich vorgestellt hat, da öffnet sich eine Tür, Alfred E. Neumann schaut heraus und verlangt ein doppelt-geschnackseltes Riesensandwich, während im Hintergrund die MAD-Zeichner auf Pogostäben hüpfen und mit Saugnäpfen an der Decke gehen. Leo Fischer geht leider nicht mit Saugnäpfen an der Decke. Er telefoniert mit Hans Zippert, einem der Titanic-Herausgeber. Es geht ums Cover der nächsten Ausgabe. "Jetzt drehen die Russen uns auch noch den X ab" ist einer der unfertigen Vorschläge. "Das X wäre noch das Problem", sagt Leo. Er hat Ende vergangenen Jahres Thomas Gsella als Redaktionsleiter ersetzt. Im für einen Chefredakteur zarten Alter von 27 Jahren leitet Leo jetzt ein Magazin mit einer Auflage von immerhin fast 100 000 Exemplaren. Und es ist nicht irgendein Magazin, das ihm da anvertraut wurde, sondern die wichtigste Satirezeitschrift in Deutschland.
"Merkel verstaatlicht sich selbst", lautet der nächste Vorschlag. "Rollt nicht", sagt Leo. Im Konferenzraum steht ein runder alter Tisch, auf dem fast jedes Magazin der Welt liegt. Leo Fischer hat sein Telefongespräch beendet und setzt sich, er trägt ein schwarzes Hemd von New Yorker für sechs Euro, das erzählt er später selbst stolz in der Konferenz. Man weiß nicht genau, was einen erwartet, wenn man den Chefredakteur der Titanic interviewt. Auf Spiegel Online prognostizierte er in einem Gastbeitrag den Untergang des Internets, man bereite sich daher frühzeitig auf die Offline-Ära vor: "Unsere Web-Präsenz wird schon seit Wochen sukzessive zurückgebaut; am Ende soll nur mehr ein Link zum Focus übrigbleiben." Das seien, sagt Leo, "ganz verlässliche und seriöse Informationen" gewesen und er habe "das auch alles so gemeint." Überhaupt lässt er es nicht gelten, wenn man mutmaßt, etwas könne ironisch gemeint gewesen sein. "Ironie ist, dass man nicht unterscheiden kann, ob es ernstgemeint oder ist oder nicht", sagt Leo Fischer. Eigentlich hatte er sich auf eine ernstgemeinte akademische Karriere vorbereitet. Magisterarbeit über "Glück und Rede bei Jean Paul", dann hat er an einer Doktorarbeit zum europäischen Schauerroman gearbeitet. Tut er auch immer noch, wenn er dazu kommt. Aber Satire macht man vermutlich nicht einfach nebenbei, jedenfalls nicht solche wie er. 2007 schrieb er über "Die ARD und ihre Girls", ein brillanter Text zum Zuhause-an-die-Wand-Hängen. Leo parodiert mit einer unwahrscheinlichen Genauigkeit den Moderatorinnenportraitwahn der großen Zeitungen, der Anne Will und ihren Kolleginnen Blödsinnigkeiten wie "Fehler zu wiederholen finde ich doof" als charmant-kluge Äußerungen durchgehen ließ. Als er über Katrin Bauerfeind schreibt, scheut er aber auch vor keinem noch so doofen Wortspiel zurück: "Ihr Vater war Veteran im Bauerkrieg, ihre Mutter ißt gern Bauerjoghurt (den großen)." "Das endgültige Satiremagazin" nennt sich die Titanic in der Unterzeile. In keiner Richtung Tabus zu kennen, auch nicht nach unten, das ist ein Garant für Endgültigkeit. Oder, wie Leo es einmal der FAZ gesagt hat, als er noch Praktikant war: ",Titanic‘ hat mich schon immer fasziniert. Da stehen Pimmel-Witze neben niveauvoller Satire." - "Man macht sich dort über Journalismus lustig", hat Max Goldt einmal über das Heft geschrieben; "und da ich meine, daß dies genau das ist, was man mit Journalismus machen sollte, hat es mir bei der gewiß oft allzu derben Titanic auch immer gut gefallen." Also macht sich der Kolumnist der Männerzeitschrift über Frauen lustig, das Feuilleton macht sich über den Kolumnisten der Männerzeitschrift lustig, die Avantgarde-Magazine machen sich über das Feuilleton lustig und die Titanic über alle zusammen, einschließlich der Frauen. Man hat manchmal das Gefühl, dass die Titanic dabei behilflich ist, ein ganz pubertäres Bedürfnis nach Orientierung zu befriedigen. Man liest zum Beispiel einen Namen, sagen wir den von Maxim Biller, und einem fällt ein: ,Ach, auf den prügeln sie in der Titanic doch immer so ein. Dann ist das wohl einer von den Bösen.‘ Leo widerspricht vehement: "Nein, er ist keiner von den Bösen. Einer von den Dummen vielleicht. Und sicherlich sagt Maxim Biller auch kluge Sachen und sei es aus Zufall, das tut jeder Mensch. Es ist nicht die beabsichtigte Wirkung, dass jemand durch die Erwähnung bei Titanic komplett erledigt wird. Er wird in einem konkreten Zusammenhang komplett erledigt." Wenn man Leo Fischer zuhört, klingt alles versöhnlicher als bei der Lektüre einer Titanic-Ausgabe. Man macht so ein Heft nicht nur mit Wut. "Man soll ja Spaß daran haben. Meistens geht das über ein Kopfschütteln: Dass es das auch noch gibt! Dass es immer noch dümmer geht. Es ist eher Verblüffung und seltener Wut. Zumindest bei mir." Es sei schwierig, wütend zu werden, sagt er später sogar. Es ist verführerisch, einen 27-jährigen Chefredakteur danach zu fragen, wie er die Situation der "Generation Praktikum" beurteile. 2007 hatte Leo außer auf der Titanic-Website nirgendwo sonst geschrieben. Irgendwann bot man ihm aber ein Praktikum in der Frankfurter Redaktion an. "Damit ging ein Traum in Erfüllung", sagt Leo. Und das meint er wohl tatsächlich so. "Ich glaube, kein anderes Presseerzeugnis ist so frei wie Titanic, wir sind nur uns selbst verpflichtet und verantwortlich." Wenn man ihn fragt, warum man gerade ihn, den Unerfahrenen, Jungen, zum neuen Chefredakteur des Heftes auserkoren hat, dann sagt er: "Es wurde überlegt, ob es nicht Zeit für einen Generationenwechsel ist. Aber ausschlaggebend war am Ende, dass kein anderer wollte." Der Chefredakteursposten der Titanic ist mit keinen finanziellen Vorteilen verbunden, jeder bekommt das gleiche Gehalt. Leo wollte trotzdem, weil es eine Chance ist, die man wohl nur einmal im Leben bekommt. Die anderen Redakteure, die nicht wollten, loben Fischer über alle Maßen. Er könne alles, das Akademische, das Feingeistige und das Krawallige. Er scheint so eine Art Synthese aus seinen Vorgängern Martin Sonneborn und Thomas Gsella zu sein. Außerdem sei er, heißt es, ein exzellenter Kenner des Heftes: Wenn man einen Text sucht, den ein Autor vor zehn Jahren geschrieben hat, dann fragt man die Redaktionsassistentin, die zwei Stunden danach suchen muss - oder Leo, der weiß es sofort. Seit der fünften Klasse liest er die Titanic, in der langweiligen Mathestunde ging sie unter dem Tisch herum, er erinnert sich an unbeholfene Versuche, Schulaufsätze wie Max Goldt zu schreiben. "Das Heft hat sich mir mit der Zeit erschlossen und hat nie richtig gefehlt. Es war einfach Teil des Seelenhaushalts." Ob und wie sich der Humor einer jungen Generation von dem der älteren unterscheidet, darüber weiß Leo aber nicht viel zu sagen. Es gebe eben andere Interessen. "Aber ich glaube Humor ist universal und nicht auf einzelne Generationen zu beziehen." Das mit dem Rückbau der Internet-Präsenz revidiert er dann indirekt doch noch: Man möchte die Titanic-Website sogar ausbauen, vor allem das Archiv. Weil Montag ist, ist um 13 Uhr Konferenz. Kurz nach 14 Uhr sitzen dann alle Redakteure um den großen runden Tisch herum. Ein anstrengender Konferenzmarathon beginnt, denn Endgültigkeit gibt es nicht umsonst. Die Redakteure regen sich auf über die Spiegel-Berichterstattung zum Tod Merckles und über die Firma Nestlé. Sie lesen herum, in Focus, Frankfurter Rundschau und Junge Welt, sie schweigen. Einmal steht Leo Fischer auf, blättert im Duden und setzt sich wieder hin, ohne etwas zu sagen. Und natürlich werden Witze gemacht, gute Witze, manchmal im Sekundentakt. Dann ist es kurz doch so wie in der MAD-Redaktion, die Bart besucht - nur ohne Saugnäpfe und Pogostäbe. Man würde die Witze gerne aufschreiben und seinen eigenen Texte damit schmücken. Aber Fischer bittet bei der Verabschiedung darum, möglichst keine Ideen zu verraten, bevor das Heft erschienen ist. Und wer wäre man, sich mit dem Chefredakteur des endgültigen Satiremagazins anzulegen?


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EloiseMigraine
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Mag ich Mag ich nicht

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25.01.2009 - 18:39 Uhr
EloiseMigraine

'Und wer wäre man, sich mit dem Chefredakteur des endgültigen Satiremagazins anzulegen?' - vielleicht jemand mit Eiern in der Hose.

Aporia
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Mag ich Mag ich nicht

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25.01.2009 - 18:40 Uhr
Aporia

Ein wenig Auffrischung tät der Titanic ganz bestimmt gut. Früher gerne gekauft, aber inzwischen lese ich sie nur noch, wenn sie irgendwo rumliegt. Viel Erfolg!

chippyq
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Mag ich Mag ich nicht

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25.01.2009 - 18:45 Uhr
chippyq

Guter artikel mehr davon

DagnyTaggart
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25.01.2009 - 18:49 Uhr
DagnyTaggart


Seit der fünften Klasse liest er die Titanic, in der langweiligen Mathestunde ging sie unter dem Tisch herum,


Da soll keiner sagen, langweilige Mathe-Stunden hätten keinen Wert ;)

DasFoehn
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25.01.2009 - 20:15 Uhr
DasFoehn

sobald ich geld besitze, wird es wieder gekauft.

allein schon, um die kompetenteste partei deutschlands zu unterstützen!

CommodoreSchmidtlepp
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25.01.2009 - 20:18 Uhr
CommodoreSchmidtlepp

Schöner Text.

glotzkind
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25.01.2009 - 20:28 Uhr
glotzkind

Ich hab die Titanic noch nie gelesen, ich glaube die finde ich genauso unlustig wie Mad.

soylentyellow
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25.01.2009 - 22:22 Uhr
soylentyellow

Deutschlands wichtigstes (weil auflagenstärkstes) Satiremagazin ist und bleibt die BILD!

loki-
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25.01.2009 - 22:32 Uhr
loki-

soylentyellow sagte:
Deutschlands wichtigstes (weil auflagenstärkstes) Satiremagazin ist und bleibt die BILD!


äh... ja, nee, eher nicht.


oder ist das nach der devise 'ironie ist, wenn man trotzdem lacht"?
falls ja: nein, ironie ist nicht, wenn man 'trotzdem' lacht.

AllesOderNichts
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25.01.2009 - 22:37 Uhr
AllesOderNichts

Ja. Die BILD ist ein ernstes Thema. Kann ich auch null drüber lachen. Immerhin wird sie von einem der beliebtesten Journalisten Deutschlands gemacht, das gibt ja Grund zur Hoffnung.

Prima Textchen, Larsibär. Und das Foto ist auch super.

soylentyellow
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25.01.2009 - 22:59 Uhr
soylentyellow

loki- sagte:
soylentyellow sagte:
Deutschlands wichtigstes (weil auflagenstärkstes) Satiremagazin ist und bleibt die BILD!


äh... ja, nee, eher nicht.


oder ist das nach der devise 'ironie ist, wenn man trotzdem lacht"?
falls ja: nein, ironie ist nicht, wenn man 'trotzdem' lacht.



Wie, willst Du mir etwa erzählen die Bild sei keine Satirezeitschrift? Die ist so lustig, ich amüsiere mich immer k ö s t l i c h! Das ist wirklich gut gemachte Satire, nämlich weils kaum einer merkt.

steed
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25.01.2009 - 23:44 Uhr
steed

Die BILD als Satirezeitschrift abzutun, hat zwei Vorteile:
- Distinktionsgewinn
Man fühlt sich über die ganzen Trottel erhaben, die sie Ernst nehmen bzw. mit Ernsthaftigkeit lesen. Unsympathisch. Solche Leute finden auch den Quatsch Comedy Club lustig.
- Easy Going
Man spart sich die Mühe, sich mit den inhaltlichen und sprachlichen Bösartigkeiten dieser Zeitung zu beschäftigen. Bequem und naiv. Lesetipp: Gerhard Henschel: Gossenreport: Betriebsgeheimnisse der Bild-Zeitung

loki-
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25.01.2009 - 23:45 Uhr
loki-

danke steed, wollte ähnliches schreiben.

soylentyellow
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26.01.2009 - 00:02 Uhr
soylentyellow

Der einzige der die Bild ernst nahm war Heinrich Böll in "Die Verlorene Ehre der Katharina Blum". Die Bild ist so wie die Pro 7/Sat1 "Nachrichten" - mehr Entertainment als Nachricht.

Außerdem steht in der Bild exakt das gleiche drin wie in der Sueddeutschen - nur ist das Schlagzeile in der Bild was bei der SZ ganz klein hinten im Panorama steht. Im Prinzip steht aber trotzdem exakt das Gleiche drin - nur eben anders gewichtet.

den Quatsch Comedy Club kenne ich nicht - habe aber auch keinen Fernseher (oh, der Distinktionsgewinn!)

Sprachlich ist die Bild erste Sahne - dieses Talent eine Meldung scheinbar ins Gegenteil umzudrehen aber juristisch dennoch auf der sicheren Seite zu bleiben - Chapeau!

loki-
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26.01.2009 - 02:34 Uhr
loki-

soylentyellow sagte:

Sprachlich ist die Bild erste Sahne - dieses Talent eine Meldung scheinbar ins Gegenteil umzudrehen aber juristisch dennoch auf der sicheren Seite zu bleiben - Chapeau!



ein fast schon wahnwitziger versuch, das niveaulose massenblatt schön und gut zu reden. nicht gut, monsieur.
auch kein chapeau. keines mit grund.
denn gerade sprachlich ist die bild nicht erste sahne,
wie in so einigen anderen belangen auch nicht.
das was man sprachliche königsklasse deuten kann ist lediglich populistisches handwerk, wozu keine sprachlichen wunder nötig sind.


soylentyellow sagte:

Außerdem steht in der Bild exakt das gleiche drin wie in der Sueddeutschen - nur ist das Schlagzeile in der Bild was bei der SZ ganz klein hinten im Panorama steht. Im Prinzip steht aber trotzdem exakt das Gleiche drin - nur eben anders gewichtet.


'exakt' schließt eine gleiche gewichtung mit ein. widerspricht sich also konsequent an dieser stelle.
bei dem absatz frage ich mich zudem, was genau Du nun damit relativieren möchtest? das meinungsmachende massenblatt und ihre politische ausrichtung als solches etwa?


soylentyellow sagte:

Der einzige der die Bild ernst nahm war Heinrich Böll in "Die Verlorene Ehre der Katharina Blum". Die Bild ist so wie die Pro 7/Sat1 "Nachrichten" - mehr Entertainment als Nachricht.



herrjeh. ich kann nur hoffen, dass das nun nicht mal halbwegs ernst gemeint war.

101
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 08:36 Uhr
101

Man beachte öfters mal (Startcartoon wechselt in unregelmäßigen Abständne) die Titanic-HP:
http://www.titanic-magazin.de/

Jut jemacht, Lars.

Kalef
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 09:08 Uhr
Kalef

schöner Artikel.

synthie_und_roma
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26.01.2009 - 09:22 Uhr
synthie_und_roma

einen ganzen artikel habe ich noch (fast) nie in der titanic gelesen. die sind mir dann zu unlustig oder gewollt lustig oder einfach nur beyond. aber die titelbilder sind halbgott in scheiß und innen gibt es diese rubrik im kleinanzeigen look, die lese ich sehr gern. "ausgebombte wohnungen wirken im nu wie neu, wenn man einfach in die daneben einzieht." oder keine anzeigen. oder einige der cartoons.

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 11:44 Uhr
soylentyellow

Zonen Gabi http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,gr... ist das allerbeste aller Titanic Titelblätter.

Re die verlorene Ehre der Katharina Blum, da gab es dann noch Günther Wallraffs "Der Aufmacher. Der Mann, der bei „Bild“ Hans Esser war", sehr interessant - was mich aber viel mehr fasziniert hat war diese Aufregung der Bild gegenüber - it's entertainment, mehr nicht. Oder eben Satire, das kann man sehen wie man will. Und die beste Satire ist die bei der's keiner merkt.

Die Bild ist Entertainment, genauso wie die Sat 1/Pro 7 usw. Nachrichten - das sind keine Nachrichten das ist Entertainment. So wie Die Sun auch, oder die New York Post, die kauf ich mir (genauso wie die Bild) wenn ich mal schmunzeln will, oder mich gruseln will oder wissen will was in Fernseh-Deutschland gerade Quote macht (Big Brother Container, DSDS oder das Dschungelcamp). Ohne die Bild wüsste ich noch nicht einmal dass das existiert und da hätte ich doch wahrlich etwas verpasst.

Aporia
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26.01.2009 - 11:50 Uhr
Aporia

Die BILD ist volksverdummend, wenn nicht sogar demagogisch. Wenn die BILD deinen Humor anspricht, Soylentyellow, dann mag ich lieber nicht über die Qualität deines Humors urteilen.

afrirali
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1

26.01.2009 - 11:52 Uhr
afrirali

das beste sind die briefe an die lese. oder vom fachmann für kenner. beide sehr, sehr gut.

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 11:58 Uhr
soylentyellow

Habe auf einer Party einmal eine angehende Journalistin getroffen und der war es dann total peinlich dass sie bei der Bild war. Ich war natürlich total begeistert und meinte das sei ja wohl die Krönung, denn wer für die Bild Texte schreiben kann der kann auch für alle anderen Anlässe Texte schreiben.

Sie hat mir dann von einem Fall erzählt, den ich hier wiedergeben möchte: Frau kommt mit Auto von der Straße ab und fällt in Güllegrube. Lustig, Fäkalien, Kuhscheisse, Bild Niveau, perfekt. Aber halt - es kommt noch "besser": Ihr Mann war bei der US Army und im Irak und ist dann während sie im Krankenhaus wurde schwer verletzt . Tragik. Mehrteilige Serie! (das ganze wurde dann auch in die BundesBild übernommen), Bezug zum realen Leben (Irakkrieg). Aber es kommt noch besser - äh tragischer. Auf dem Rücksitz waren ihre Kinder und die sind in der Gülle ertrunken. Kinder! Unschuld! Da kann man doch auch deren Bilder veröffentlichen (wenn man sie bekommt)! Mehrteilige Serei! Horror! Grusel!

MannOMann, das war doch DIE Bild-Geschichte, Horror für die Betroffenen, klar, aber schauriges Grusel-Entertainment für alle anderen.

Jedenfalls hat sie mir dann auch erzählt dass die Bild inzwischen viel braver geworden sei, also beispielsweise die Bilder der Kinder nicht mehr abgedruckt hätte (früher hätten sie die halt von den Nachbarn besorgt, egal ob die Eltern einverstanden sind oder nicht) und außerdem die Geschichte eingestellt hätten nachdem man ihr klar gemacht hätte dass sie hier nicht erwünscht sei (sie hatte tagelang vor dem Krankenhaus ausgeharrt wo die Mutter drin war versucht ein Zitat von einem Angehörigen oder sogar von ihr selbst zu bekommen und dann wurde sie eben [zu Recht] stark beschimpft).

Nun gut, obwohl ich Bild Leser bin würde ich aber natürlich auch sofort dem Bild/RTL/SAT1/9Live etc Reporter sagen er solle sich zur Hölle scheren falls mir etwas derartiges passieren sollte und einer von denen an der Tür auftauchen sollte. NIMBYism at it's best.

lewis0815
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26.01.2009 - 12:04 Uhr
lewis0815

ich lese keine Zeitung und Comedy-Heftchen noch weniger!

über die vier großen Buchstaben sage ich nichts.

lp

soylentyellow
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 12:22 Uhr
soylentyellow

Aporia sagte:
Die BILD ist volksverdummend, wenn nicht sogar demagogisch. Wenn die BILD deinen Humor anspricht, Soylentyellow, dann mag ich lieber nicht über die Qualität deines Humors urteilen.


Die Faszination des morbiden ist nicht zu unterschätzen - so ein bisschen Grusel übt einen starken Reiz aus, auch auf mich. Die menschlichen Abgründe, die sich in Bild tagtäglich auftun sind faszinierend auch wenn sie erschreckend sind.

Außerdem ist es faszinierend wie man es schafft den Eindruck zu schaffen schwarz sei weiß selbst wenn man dies nie wirklich sagt sondern durch geschickte Andeutungen diesen Eindruck recht geschickt transportiert.

synthie_und_roma
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26.01.2009 - 12:24 Uhr
synthie_und_roma

bild ist keine satire. jedenfalls nicht für 95 prozent der leser. nur weil bildungsbürger die eine oder andere meldung als satire betrachten, ist sie es nicht. die nehmen sich total ernst.

selbst wenn die wagner briefe mal dada sind. meistens sind sie einfach nur kitsch eines schmutziegn alten mannes mit alkoholproblem.

Freiheitsliebe
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 13:37 Uhr
Freiheitsliebe

http://titanic-magazin.de/newsticker.htm...

Titanic online am heutigen 16. Januar 2009:

"Miss Word ist tot!
(http://www.sueddeutsche.de/panorama/277/...)

Update: Die Süddeutsche ist aufgewacht und hat das fehlende "l" nachgekauft. Glückwunsch!"

Eventuell ist sie auch im Bauernkrieg gestorben? :-)

lars-weisbrod
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26.01.2009 - 13:42 Uhr
lars-weisbrod

Nein, stand so ohne n in der Titanic: http://www.titanic-magazin.de/ard-girls.... (damit der tolle Text auch hier verlinkt ist)

MadameLezard
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 15:30 Uhr
MadameLezard

ähm wie ist denn eine zeitschrfit bitte, wenn sie "beyond" ist, synthie?

ich fand das so geil, als die titanic so einem FDPler im Namen irgendeiner Frau Geld schenken wollte. Der Briefwechsel war so zum schießen.

Jollscherl
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26.01.2009 - 15:40 Uhr
Jollscherl

27? das is ja mal schön für den jungen mann.

kleinemakrele
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26.01.2009 - 17:24 Uhr
kleinemakrele

cooles foto. da sieht der ja fast aus wie shane macgowan. das mag ich!

subsys
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Mag ich Mag ich nicht

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26.01.2009 - 23:24 Uhr
subsys

Sehr lustig, direkt unter dem Artikel diese Werbung:

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Dieser Text von jetzt.de ist in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen: hier klicken!
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..tut mir leid SZ, nach diesem Artikel möchte ich die Titanic abonnieren! :-)
(nicht, weil der Artikel schlecht war oder so, aber es hat mir eindeutig mehr Lust auf die Titanic gemacht..)


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