Macht und Kehle
Text: notan
Die Wolken standen über der Wüste. Nichts bewegte sich. Der Pharao wusste, dass die Stimme, die in den letzten drei Jahren das ägyptische Volk mit ihren Witzen terrorisierte, erneut ihr schonungsloses Unwesen treiben würde.
„Wo bist Du!“, rief der erzürnte Herrscher.
Doch es war still in der Wüste. Kaum etwas regte sich.
„Ich habe keine Lust mehr auf Dich zu warten!“
Nirgends war eine Stimme zu vernehmen.
„Das ägyptische Volk hat genug von Deinem Humor. Man muss Dir Einhalt gebieten.“, rief der Alte, sodass sein Bartzopf vor Wut erzitterte.
Doch es regte sich nichts in der gesamten Wüste. Einige Steinmetze, die bei der Errichtung der Pyramiden mitzuhelfen hatten, gingen, von der Sinnlosigkeit des Vorhabens überzeugt, an ihr Tagewerk zurück.
Die Beitel und Meißel klingelten, ein Muhen und Blöken ging durch das versammelte Volk; man machte Anstalten auseinanderzugehen und den alten, ehrwürdigen Herrscher in der Wüste stehen zu lassen.
„Halt! Seht Ihr denn die Sandohren nicht? Dort! Dort hört uns die alte Wüste! Sie belauscht uns geradezu!“, schmiss jemand ein.
Der Pharao setzte seinen Kopfschmuck ab und war kahl, wie nie zuvor.
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23.01.2009 - 10:49 Uhr
rune