23.01.2009 - 18:30 Uhr

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Dein Status nervt! Ein Fall für Zwei über die Kurzkommunikation

Text: peter-wagner - und Dirk von Gehlen; Fotos: Screenshots

Die Statuszeile, der Twitter-Kommentar - Ausdruck klarer Einfalt oder Poesie der Moderne?

140 Zeichen als Kulturleistung der Gegenwart "Eben nicht" pflegt ein mir bekannter Humorist zu sagen, wenn er seinem fehlenden Einverständnis prägnant Ausdruck verleihen will. Dieses trotzige "eben nicht" ist dabei selber schon eine Art Statuszeile, ein Twitter-Gezwitscher, ein Facebook-Satz, ein Microblogging-Event. Wie auch immer man diese Kurzkommunikation nennen will, sie ist sehr viel besser, tiefgehender und literarischer als du behauptest. Wobei ich natürlich zugestehe: Es gibt auch dämliche Statuszeilen. Geschenkt. Aber nur weil es auch schlechte Bücher gibt, stelle ich ja nicht das Genre "Roman" in Frage.
Die guten Statuszeilen bringen mehrere Dinge zusammen: Sie sind kleine Meisterwerke der indirekten Botschaft, das heißt sie verraten Situationen, Zustände oder Gefühle in der Andeutung. Wobei der Grad der Andeutung umgekehrt proportional zur Qualität der Botschaft steht, soll heißen: je schwächer die Andeutung umso besser die kurze Mitteilung. Zum zweiten stellen gute Statuszeilen die gängigen Wahrnehmungsmuster auf den Kopf, sie erheben das Unwichtige in den Status einer Meldung. Eine Beiläufigkeit bekommt Gewicht, in dem sie notiert wird. So etwas gefällt mir - wenn es mit Humor, Selbstironie und Sprachgefühl geschrieben ist. So etwas gefällt mir nicht - wenn es selbstgefälliger Mist ist. Aber das habe ich ja schon mal erwähnt: Es gibt auch schlechtes Bier, trotzdem trinke ich dann und wann gerne ein gutes Pils. Mein drittes Argument "pro" Status-Zeile möchte ich mit dem Wikipedia-Eintrag über Small Talk begründen. Dieser wird dort als Alltagsgespräch, als "natürlichste Form der gesprochenen Sprache" beschrieben. Ich glaube, dass das Online-Gezwitscher die digitale Entsprechung dieses Small Talks ist, das heißt: Ja, sie ist oberflächlich und auch einfältig, wird sie aber von jemandem betrieben, der den gepflegten Small Talk beherrscht, kann sie sehr unterhaltsam sein. Deshalb komme ich - als Antwort auf deine Vorrede - zu dem Schluß, der da lautet: Eben nicht! dirk-vongehlen Ja, auch jetzt.de ist auf Twitter. Einmal kann man dort den Texten aus der Redaktion folgen und einmal derselben beim Smalltalk-Üben zuschauen
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peter-wagner

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