16.01.2009 - 18:30 Uhr

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Jungs, wie sollen wir euch anmachen?

Text: xifan-yang

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen. Heute: Anmachen

Die mutigste Tat meines bisherigen Lebens beging ich in der 9. Klasse auf dem Weg zur Schule. Mein Plan war recht simpel: Wenn dieser eine mit den Locken und den Vans aus der Straßenbahn steigen sollte, wollte ich hinterherlaufen und ihn auf der Straße anhalten. Es zwar sieben Uhr morgens, aber ich baute auf den Überraschungseffekt, darauf, dass der Van-tragende Lockenjunge sich mir in einem Zustand der Schockstarre ausliefern würde. Stadttheater. Er raus. Ich hinterher. Tippe ihm von hinten auf die Schulter. Er dreht sich um. Ich: „Hallo, gibst du mir deine Telefonnummer?“ Er öffnet langsam die Augen. Schreibt etwas auf einen Zettel. Ich sage „Tschüss“ und renne weg. Zwei Tage später ging tatsächlich die richtige Person ans Telefon, und davon beflügelt wurde es mir in diesem Moment sonnenklar: Man kann immer und überall jeden angraben. Leider hat sich so ein Erfolg nie mehr wiederholt. Würde ich heute irgendwen ansprechen wollen, müsste ich a) sehr betrunken sein und b)… keine Ahnung, ich würde es einfach nicht tun. Von Charles Darwin stammt die vielzitierte Weisheit „It’s always the womens choice“, welche besagt, dass ihr euch erst dann traut, nach unserem Namen zu fragen, wenn wir euch bereits mit Augenkontakt und Gegrinse die Erlaubnis erteilt haben. Schon anstrengend auf Dauer, finden viele emanzipierte Jungen von heute. Und so versichert ihr uns ständig mit Nachdruck, wie sehr ihr mehr Initiative aus der Damenwelt willkommen heißen würdet: Das passiert leider so selten, sagt ihr, aber prinzipiell, prinzipiell gesehen fändet ihr es voll super, öfter von Mädchen angebaggert zu werden… Warum das selten passiert? Ganz einfach: Nicht, weil wir uns dafür zu schade sind. Nein, deshalb, weil ihr in der Praxis doch meistens schreiend davonrennt, sobald Mädchen euch eindeutig „Achtung: Anmache“ signalisieren. Dann ist ganz schnell Schluss mit neu entdeckter Beuterolle, der letzte Schluck vom Bier wird runtergespült, gefolgt von „Ich muss mal aufs Klo“-Gegrummel. Und Abgang. Ja, was denn nun? Wollt ihr wirklich angebaggert werden? Seid ihr gelangweilt, wenn ihr selbst keinen Finger mehr rühren müsst? Schrecken euch deshalb offensive Mädchenavancen ab? Wollt ihr doch euren antiquierten Jagdschein zurück haben? Und: Was ist der goldene Weg, den Jungen beim Schopf zu packen? Auf der nächsten Seite die Antwort der Jungs.
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xifan-yang

ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.