12.01.2009 - 14:06 Uhr

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Philipp im Schnee 3

Text: mamau in Tagebuchschreiber (1132)

Meistens gelang es mir problemlos den Ein-Uhr-Bus zu erwischen, für die Fahrt nach Hause, für die etwa fünfzehnminütige Fahrt das Tal hinaus. Es war an manchen Stellen so eng, dass sich die Straße an das krumme Flussbett schmiegen musste, in dem sich das Restwasser Richtung Inn vorarbeitete, dann in die Donau floss und sich im Donaudelta schließlich für eine der Zig Seitenarmen entscheiden musste, ehe die Bewegung des Wassers im schwarzen Meer erlosch. Ich weiß noch, dass ich mir manchmal ausmalte, mich ins Flussbeet zu legen, doch das Restwasser war nur ein Rinnsal. Und selbst wenn man den Staudamm im Hintertal sprengen würde, ob mich die Flutwelle bis ins schwarze Meer tragen könnte, erschien mir eher ungewiss. Jedenfalls geschah es höchstens einmal pro Woche, dass der Bus schon um die Ecke vor der Bushaltestelle bog, als ich durch den Hinterausgang des Hotels die Straße betrat. Der Busfahrer musste jedenfalls sehr gute Augen, denn immer schien es ihm problemlos zu gelingen, meine unscheinbare Gestalt selbst auf drei-, vierhundert Meter Entfernung zu erkennen. Er schien genau zu sehen, ob ich es war, die aus dem Hotel eilte, und auf die er meistens wartete. So geschah es eher selten, dass ich nicht im Bus war und beschämt zum Boden blickte, als sich dessen Türen schlossen, doch ich weiß noch, dass ich es sehr möchte, wenn es dennoch einmal geschah.
Der nächste Bus fuhr dann erst in gut einer Stunde. So konnte ich in Ruhe die Eisschollen im Flussbeet betrachten durch deren Zwischenräume das besagte Restwasser schoss. Manchmal ließen die Bäume den Schnee von ihren Zweigen herabrieseln und brachten so die Luft zum glitzern, und ich sah auch gern, wenn sich die Sonne unaufhaltsam über den Alpenhauptkamm wälzte. Ihr Licht erreichte bald die Spitze des Kirchturms und kroch dann langsam den Turm hinunter. Ich weiß noch, wie Schade es dann war, wenn der Bus kam und ich nicht mehr sehen konnte, wie sich das Licht schließlich über das ganze Dorf zu ergießen begann. Doch heute wäre von alldem ohnehin nichts zu sehen gewesen. Es war zwar noch trocken, doch die Luft schien bereits ihre Leichtigkeit zu verlieren. Und der Himmel begann sich als etwas Körperhaftes zu begreifen. Er gewann an Masse und Volumen. Und er verlor weiter deutlich an Transparenz.

***


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riesenherz
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Mag ich Mag ich nicht

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12.01.2009 - 14:51 Uhr
riesenherz

Ich will wissen, wie es weiter geht.

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