Wie ein Film: Warum uns das Kino für Liebesdinge verhunzt
Die Liebe, die uns in romantischen Filmen vorgeführt wird, ist alles andere als gesund. Eine Untersuchung hat ergeben, dass dort vorgeführte Zweierkonstellationen ausgesprochen unrealistisch dargestellt sind
„Dass es nie so ist, wie im Kino!“ – so oder so ähnlich seufzt vermutlich fast jeder irgendwann, wenn die Zweierbeziehung schön langsam auf die Nerven zu gehen beginnt. Wenn zum Beispiel der Heiratsantrag in Form eines ordentlichen Klunkers auch nach zwei Wochen Beziehung mit klar ersichtlich wahrer Liebe immer noch nicht im Nachtisch aufgetaucht ist. Und wenn der andere ungeniert nackt durchs Zimmer spaziert, anstatt sich züchtig ins Laken zu wickeln und einem den Anblick verdellter Popacken zu ersparen. Und wenn es auch das netteste Exemplar der Männlichkeit nicht schafft, sich zumindest hin und wieder einigermaßen romantisch zu gerieren und im Sommerregen einen kleinen Stepptanz hinzulegen.Die Psychologen Kimberly Johnson und Bjarne Holmes der Heriot-Watt Universität in Edinborough haben 40 Hollywood-Liebesfilme aus den Jahren 1995 bis 2005 untersucht und Schlimmes festgestellt: Das, was dort als Liebe dargestellt wird, ist alles andere als realistisch. Sowohl wie die Liebe beginnt (nämlich zu schnell und überstürzt), als auch, wie sie endet (ebenfalls zu schnell, meist schon nach dem ersten Krach).

Na und, könnte man da meinen – ist ja nur Fantasie und mir doch ganz egal. Aber Johnson und Holmes fürchten, dass Menschen, die dauerhaft solchen Fantasmen ausgesetzt sind, sich diese irgendwann zum Vorbild machen könnten. Und dass dann Enttäuschungen vorprogrammiert sind, ist wohl ziemlich klar.
Die Erkenntnis, dass das Leben nur sehr, sehr selten so wie im Kino ist, hat aber durchaus auch Vorteile: Man stelle sich nur vor, wie man sich fühlen würde, wenn schon nach einer Nacht der Typ Schmalziges auf die Mailbox spricht und einen dazu überreden will, bei ihm einzuziehen! Bei Lichte betrachtet klingt ein solches Verhalten eher nach psychotisch-zwanghafter Persönlichkeit mit Stalker-Mentalität, als nach einer Zweierbeziehung mit Zukunft.
Klar, schön wäre es schon manchmal, wenn es auch mal im wahren Leben zu großen Gesten reichen würde. Aber die Erfahrung lehrt einen halt doch immer wieder, dass Menschen, die zu solchen Gesten neigen, auch sonst nicht ganz richtig im Oberstübchen sind.
Und das ist – im Gegensatz zu Kinoromanzen – dann doch für reale Beziehungen einigermaßen von Bedeutung.
- Eifersucht, später 03.02.2012
- Der Mythos von Ihm und Ihr 12.01.2012
- Der alte Affe Liebe 11.01.2012
- Die Erste 03.01.2012
- In einem anderen Licht 20.12.2011
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und auch nicht ohne tanzen.
Woody Allen hat mein Lieben zerstört.
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/...
wollen wir deshalb zensur? nein.
Da ab ich ja schon aufgehört zu lesen.Ich kenne keine Frau, die so etwas sagen würde. Und wenn ich eine treffen würde, würde ich sie whl erschießen!
Moralkodex statt Sex-Zensur
Nach heftigen Protesten aus der Medienbranche will die EU-Kommission sexistische Darstellungen von Frauen in Werbung, Zeitungen und TV nun doch nicht gesetzlich verbieten lassen. Stattdessen soll ein Verhaltenscodex für mehr Gleichberechtigung sorgen.
Kein Balken nötig: Die EU will Sex in den Medien nicht per Gesetz zensieren
Athen/Hamburg - Keine nackten Frauen auf Zeitungstiteln, keine Fernseh-Sendungen oder Werbeclips, in denen Frauen klischeehaft oder sexistisch dargestellt werden - die entsprechenden Pläne der EU haben für heftige Proteste gesorgt. Bereits nach Bekanntwerden des Gesetzentwurfs, initiiert durch die EU-Kommissarin für Soziales, Diana Diamantopoulou, hatten vor allem britische und deutsche Boulevardmedien heftige Kritik geübt.
Die "Bild"-Zeitung drückte ihren Protest beispielsweise dadurch aus, dass sie die nackten Brüste ihres Seite-1-Mädchens am Freitag mit einem schwarzen Balken bedeckte - mit der Aufschrift: "Zensiert!" und dem Hinweis auf weitere Nacktbilder "ohne störenden EU-Balken" weiter hinten im Blatt. Auch die Vereinigung der europäischen Verleger, in der sich über zwanzig Vertreter europäischer Medienkonzerne zusammengeschlossen haben, sah die redaktionelle Freiheit in Gefahr.
"Das geht zu weit! Das ist ein Eingriff in die redaktionelle Freiheit, das ist nackte Zensur", sagte der Europa-Abgeordnete der CDU, Elmar Brok, gegenüber der "Bild". Die CDU-Sozialexpertin im EU-Parlament, Anne-Katrin Glase, sprach ebenfalls von "Zensur". "Es ist nicht Aufgabe der EU, sich in Medieninhalte einzumischen!" Die Grünen- Europaparlamentarierin Heide Rühle meinte: "Das ist der nackte Wahnsinn! Als Grüne bin ich für die Quote: Neben jeder nackten Frau ein nackter Mann!"
Diana Diamantopoulou sah sich ob so vehementer Kritik nun scheinbar veranlasst, ihre ursprünglichen Pläne zu mäßigen. "Ich bin keine Feministin der Extreme", erklärte sie. Nach dem gesetzlichen Sex-Verbot in den Medien fordert sie nun eine Art Leitlinie. "Diese Themen können nicht gesetzlich oder mit Zensur geregelt werden", sagte Diamantopoulou. "Wir brauchen aber wohl eine Art Codex, wonach wir uns richten können", erklärte sie im griechischen Rundfunk. So solle darauf hingewirkt werden, dass sexistische Werbung vermieden wird. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Würde des Menschen und in diesem Fall der Frauen geschützt wird", erklärte die Politikerin.
Wie die "Financial Times" berichtete, erwägt die Brüsseler Behörde neben den Maßnahmen gegen entwürdigende und sexistische Frauen-Bilder in Medien auch generelle Verbesserungen für die Frauen in anderen Bereichen. So sollen Versicherungen keine unterschiedlichen Prämien für Männer und Frauen mehr berechnen. Die Europäische Frauen-Lobby (EWL), die mehr als 3000 Organisationen in allen EU-Mitgliedstaaten vertritt, hatte die geplante Richtlinie als "wichtiges Signal für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen" begrüßt.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaf...
07.01.2009 - 20:37 Uhr
oekorealist
http://www.europarl.de/presse/pressemitt...
mehr sog i ned.
(bekanntermaszen nicht ganz richtig im oberstuebchen, aber auch nicht ganz falsch: das oxy)
gut,dass das jemand untersucht hat.
puh!
Sie ist nämlich echt und mindestens genauso spannend und viel interessanter als die ganzen Cliché-Schnulzen!
drucillaS sagte:
für alle die realistische liebesfilme sehen wollen: bollywood. da gehts nie ohne tränen und verwicklungen und missverständnisse.
und auch nicht ohne tanzen.
Gute Idee, wenn ich das nächste Mal Schluss mache, werde ich es ihr nicht sagen, sondern vortanzen! Dafür wird sie mich lieben... ach, scheiße, falscher Effekt.
Im Film...ja, da wären alle darauf abgefahren.
07.01.2009 - 22:23 Uhr
DarkStar77
Nein, nein, es ist wie im richtigen Film: die ganzen Mädels haben sich ganz tragisch verklickt und haben jetzt mir die ganzen Liebesbotschaften geschickt.
Es kommt nur darauf an, ob Dein Leben eine Komödie oder Tragödie ist ;-)
erinnert mich an dieses kinderlied
"die wissenschaft hat festgestellt (3x)
dass coca cola fett enthält
usw."
ein hoch den untersuchungen/studien/ der wissenschaft -
ohne sie wären wir aufgeschmissen!
ich suche übrigens noch den film der exakt mein leben widerspiegelt, von a bis z (oder vielmehr g oder h - bei z bin ich noch nicht), um dann sagen zu können: "schau, wie ich, genau so!"
Wer annimmt man könne eine komplette Beziehung realistisch in ca. 112 minuten pressen der tut mir leid.
Komisch das immer erst Wissenschaftler oder andere kluge Menschen kommen müssen um das zu bestätigenm was ohnehin fast jeder weis.
Vor gar nicht allzu langer Zeit haben britische Wissenschaftler festgestellt, dass man sich sein gegenüber schön trinken kann. OMG
Nur hätt ich dann gerne, wenn schon, vorher noch fürs Drehbuch ein Happy End. Dann kann von mir aus auch Woody Allen meinen Erben (Mist, muss erst noch welche finden) die Filmrechte abkaufen.
Vielleicht wird's in meinem Film dann auch was mit ner realistischen Romanze. Oder gibts sowas gar nicht??
08.01.2009 - 04:25 Uhr
__xxx__
08.01.2009 - 12:47 Uhr
tamuna
Was vor allem an den tausenden von Romantikkomödien wirklich schrecklich ist, ist nicht, dass sie die Liebe anders darstellen, als sie im wirklichen Leben ist, sondern immer gleich anders, in gleicher weise überzeichnet usw.
Nichts gegen unrealistische, rührselige Szenen, aber bitte nicht immer die selben!
Nichts gegen turbulent Wirrungen und Missverständnisse, aber bitte nicht immer nach dem selben Schema.
Nichts gegen happy ends, wo alle Figuren das bekommen was sie wollen, aber müssen alle Figuren denn immer die gleichen abgeschmackte Wünsche haben, die am Ende erfüllte werden?
Ich für meinen Teil bin kein Kind mehr! Soll heißen: Ich will nicht jeden Abend die selbe Gute-Nacht-Geschichte hören!
08.01.2009 - 15:46 Uhr
mamau
Im Grunde wird wohl jeder in der Lage sein, den Unterschied zwischen realen Erfahrungen und Narrativen zu erkennen. Dass es hinsichtlich der Liebe aber bei manchen tatsächlich dazu kommt, dass sie vom Leben die Erfüllung bestimmter Narrative erwarten, liegt mMn nach eben auch daran, dass man in Hinblick auf die Liebe immer die selben Narrative serviert bekommt.
aber wie in dem artikel schon steht: im echten leben will man doch weder nymphomanische krankenschwestern oder klempner die gleich beim reinkommen die hose aufmachen noch typen die mit kinderfahrrädern neben deinem auto herfahren und dich anflehen zu ihnen zurückzukommen, frauen die sich verkleidet bei dir einschleichen oder ähnlichen scheiss...
aber im film ist das doch toll. wer da nicht den abstand zum eigenen leben findet muss sehr,sehr unglücklich und einsam sein.
shafty sagte:
romantische komödien sind ja wie porno fürs herz.
Sehr treffender Vergleich!
Und beide Genres sind eben auch ähnlich eintönig und einfallslos.
Find ich eh nich so schlau sich mit anfang zwanzig zu binden.
Was alte Leute oder die, die einen Partner für den Alltag suchen, machen, ist mir herzlich wurscht.
Dann gibt's wohl auch keine Außerirdischen, Hobbits, Klimakatastrophe und sprechende Hunde?
sowas auch








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07.01.2009 - 18:39 Uhr
allesfliesst