Das Facebook-Paradox: Freunde ohne Freunde - und nie allein sein
Anders als all die Come-Together-Imperative der Sechzigerjahre-Popmusik und der Werbewelt behaupten, sind Beziehungen zwischen Menschen ja in erster Linie dies: Arbeit. Keine Konzentrations-Arbeit vielleicht, aber emotional aufwühlend, erschöpfend und verschleißend wie kaum etwas anderes. Kein Film, kein Roman kann die Qualen hervorrufen, die ich erleide, wenn sich etwa mein Sandkastenfreund als der viel passendere Geschlechtspartner für meine Freundin herausstellt, was die beiden früh bemerken, bald umsetzen, aus Rücksicht aber nicht verraten, jedenfalls nicht mir. Schließlich will der gute Mensch niemanden verletzen und tut es gerade deshalb. Alles kein Geheimnis.
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Wie wäre es wohl ausgegangen mit Chris bei Blog, StudiVZ, Facebook, etc..?
Ansonsten: fein!
Und dass meine beste Freundin jederzeit nur einen Klick weit entfernt ist, auch wenn sie in einem ganz anderen Land studiert, sehe ich durchaus als Vorteil. Früher hätten wir dann teuer telefoniert...nah sind wir uns heute genauso. Es darf eben nicht bei dieser Art der Kommunikation bleiben. Freundschaften brauchen Erlebnisse, in der echten Welt mit kalter Luft und Gerüchen.
aber im jetzt ist das auch nicht anders. wieviele meiner freunde sind online, wieviel user sind online, etc.
ist die information über das ableben jetzt unwichtig für den verlauf des films, also z.b. schon früh klar das er stirbt? oder ist das jetzt ein spoiler (sagt man doch so?) gewesen? wenn zweiteres: muss das denn sein?
tut mir leid wenn ich hier das thema verfehle, aber sowas kann ich ja leiden wie die haare an meinem hintern. und die hab ich nicht so wirklich lieb.
wie wahr
ausser hier bin ich nirgends registriert :o) und selbst hier habe ich konstant unter 10 freunde. yeah.
obwohl ich langsam fast (aber nur fast) soweit bin mich facebook anzuschliessen. aber warum eigentlich, schaffe es ja kaum mich um meine "echten" freunde zu kümmern...udn wenn man zwar allein aber nicht ganz allein sein will, dann ist jetzt.de schon mal ganz ok.
Slavoj Žižek auch.
trotzdem habe ich hier eine sehr sehr gute freundin gefunden. weil wir beide hier "nur" texte schrieben.
telefoniert habe ich mit einem grossartigen mädchen. getroffen hab ich jemanden mit dem ich mich auch so angefreundet hätte. aber wir haben uns auch nie, als die die wir gern wären, dargestellt.
Und heißt es nicht aber auch, wer nicht alleine glücklich sein kann, wird es auch mit anderen nie werden?
Ist es nicht einfacher, sich mit Leuten zu umgeben, als mit sich selbst, seinen eigenen Untiefen, konfrontiert zu werden?
Nur so ne Frage am Rande....
Mag den Text.
Also klar, das Bild das man in Social Networks nach außen gibt ist sicher ein geschöntes, aber wenn ich jemand kennen lernen will, dann wird der schon mit dem konfrontiert, was ich denke, dass "ich" bin. alles andere wär aus meiner Sicht Unsinn, ich brauche keinen Fanclub, der mich und mein tolles Leben bewundert und sich dabei denkt "so ein Arsch". Wer ok findet, wer ich bin, hat gute Chancen auf einen guten Freund, wer nicht, ist eh ungeeignet. Darf aber trotzdem in der Freundesliste bleiben, wenn er/sie will.
Leute, die mir Freundschaften angeboten haben, die ich einmal zehn Minuten in meinem Leben gesehen habe, werden auch geren von mir ignoriert. Denn ein Freund ist ein Freund ist ein Freund und ein Bekannter eben nur ein Bekannter.
Wer sich online bewegt kann Bekanntschaften und Gedanken doch auch viel schneller konsumieren, sprich mit einem Beitrag in diesem Forum erreiche ich viel schneller viel mehr Leute als im wahren Leben,z.B. in meinem Karl Marx Gespraechszirkel.
Letzendlich vergleicht du reale Aepfel mit gemalten Aepfeln, oder?
kotznase
mir bietet das internet die möglichkeit mit etwas loseren bekanntschaften leichter in kontakt zu bleiben und darauf würde ich nicht so gerne verzichten.
und ein mädchen, die über einige jahre meine engste und wichtigste vertraute war, habe ich auch im internet kennengelernt. im realen leben wären wir uns niemals über den weg gelaufen, weil einige hundert kilometer zwischen uns liegen.
Das Wort 'Freunde' durch 'Leute, mit denen ich aus welchen Gruenden auch immer in Kontakt bleiben/treten moechte' austauschen und alles ist paletti
sorry, das ist wirklich pseudointelektuelles angeblich kulturkritisches gewäsch.
Ein wirklich anspruchsvoller Text, den man auch kritisieren könnte, wie Du es tust, afrirali, aus einer sehr bemüht rationalistischen, positivistischen Haltung heraus, ohne persönlich pejorativ zu verfahren.
Denn ob die neue Kommunikationsform eine andere Qualität hat oder nur eine andere Möglichkeit bietet, in Kontakt zu treten, darüber läßt sich ja mit vielen Argumenten streiten.
Der Liedermacher Mario Hene hat schon in den 70ern gesungen: "Lieber zu zweit allein als gemeinsam einsam" und damit eines der Grundprobleme des modernen networking beschrieben. Denn all die jungen, betrunkenen Leute suchen zwar nach der Aufhebung ihrer empfundenen Einsamkeit, aber sie finden diese doch nicht wirklich. Das dürfte doch die wesentliche Ursache für exzessives Bemühen um Besinnungslosigkeit sein.
Mein Befund wäre aber auch: illusionsgesteuert und einer pragmatischen Egozentrik verpflichtet sind sehr viele dieser jungen Menschen gar nicht wirklich allein, weil in sich selbst verliebt, mit sich beschäftigt und gefangen in ihrer ganz eigenen, so Vieles ausschließenden Welt. Durch neue Kommunikationsmedien gefördertes autistisches Verhalten quasi.
Kommt dann noch hinzu, daß die Grenzen neuer Technik und neuer Medien, wie so oft in der guten Laune eines staunendmachenden Anfangszaubers, nicht wahrgenommen oder geleugnet werden, schaffen auch die eigentlich positiven Seiten der Neuerung keinen Durchbruch.
in sozialen netzen sind profile miteinander "freunde", in echt aber heisst das nur "kenn ich irgendwoher".
so würde ich das meinem zukünftigen kind erklären.
Spontan wollte ich schon wieder alle "Freunde" im StudiVZ löschen, mit denen ich im echten Leben nichts (mehr) zu tun habe. Ab und zu mal ausmisten und sich auf die mit Inhalt gefüllten Freundschaften konzentrieren kann gar nicht schaden :-)
Schreib wieder wenn du klüger bist.
G
warum schreibt der autor hier nicht oefter?
Speziell für StudiVZ muss ich sagen, dass gut 90% meines Studiengangs dort vertreten ist und das erleichtert die Kommunikation doch erheblich.
Die FH Köln hat zwar mit "Ilias" eine Plattform geschaffen die inzwischen ganz gut funktioniert, aber zu spät kam, etwas verwirrend aufgemacht ist und lediglich für Seminargruppen, Vorlesungsunterlagen und dem verkürztem Kontakt zu den Dozenten wirklich nützlich ist.
Das Freunde nicht gleich Freunde sind dürfte ja jedem klar sein. Und einem Gespräch Auge in Auge, hält so gut wie keine Online-Kommunikation stand.
Was ich persönlich sehr schade finde ist, dass man kaum noch über den klassischen Postweg kommuniziert... der in meinen Augen auf jedenfall persönlicher ist als jede Email.
der text ist sprachlich schön geschrieben, aber eben nichts als einer der üblichen versuche, die freiheiten einer kapitalistischen konsumgesellschaft zu diskreditieren, ohne die auch der autor - wenn er ehrlich ist und sich die alternativen ernsthaft durchdacht hätte - ungerne leben wollte.
SPON:
MySpace-Teenies protzen mit Sex, Drogen und Gewalt
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,151...
Zeit:
DER WAHRE WERT VON FACEBOOK: FEINDE IDENTIFIZIEREN.
http://blog.zeit.de/zuender-blog/2009/01...
Find die Thematik spannend, mal schauen was sich daraus in ein paar Jahren entwickelt hat. Es gibt keinen Loeffel!
Ja seh ich auch so. Obwohl der Aspekt wie man sich vor anderen darstellt in beiden Artikeln ne Rolle spielt. Im Spon Artikel jedoch aus einer voellig anderen Ecke.
08.01.2009 - 12:58 Uhr
stbpartestres
08.01.2009 - 12:59 Uhr
stbpartestres
le-ben sagte:
"...wie der Held in Sean Penns Erfüllungsepos „Into the Wild“ kurz vor seinem Tod zu erkennen bereit ist."
ist die information über das ableben jetzt unwichtig für den verlauf des films, also z.b. schon früh klar das er stirbt? oder ist das jetzt ein spoiler (sagt man doch so?) gewesen? wenn zweiteres: muss das denn sein?
tut mir leid wenn ich hier das thema verfehle, aber sowas kann ich ja leiden wie die haare an meinem hintern. und die hab ich nicht so wirklich lieb.
Ich halt mich mal raus aus dem Thema, aber da muß ich le-ben recht geben. SPOILERN GEHT GAR NICHT! Wollte den Film gerne die nächsten Wochen gucken, aber so vergeht einem der Spaß.
Cobretti_Rec sagte:
Hier wird etwas verteuflischt, nur, weil in diesem Zusammenhang das Wort "Freunde" auftaucht. Man könnte es auch Kontakte nennen und doch würde es identisch bleiben. Die Frage ist doch nicht, wie das heißt, sondern, wie man das ganze anwendet.
Danke, da spar ich mir das Tippen und stimme einfach zu. Ich fände es aber auch besser, wenn diese Kontaktlisten dann auch tatsächlich NICHT "Freunde" heißen würden. Einfach wegen der Assoziationen.
DarkStar77 sagte:
Cobretti_Rec sagte:
Hier wird etwas verteuflischt, nur, weil in diesem Zusammenhang das Wort "Freunde" auftaucht. Man könnte es auch Kontakte nennen und doch würde es identisch bleiben. Die Frage ist doch nicht, wie das heißt, sondern, wie man das ganze anwendet.
Danke, da spar ich mir das Tippen und stimme einfach zu. Ich fände es aber auch besser, wenn diese Kontaktlisten dann auch tatsächlich NICHT "Freunde" heißen würden. Einfach wegen der Assoziationen.
ausgerechnet in den kapitalistischen business-netzwerken ist in der regel von kontakten die rede, nicht von freunden. was sagt der autor dazu? hört sich manchen etwas zu klinisch an, und wetten, dann würde der autor einen artikel schreiben, wie kalt und menschenfeindlich diese kapitalistische welt ist, dass sie aus freunden nur noch "kontakte" macht ;)
man kann es halt nicht allen recht machen. innerhalb des netzwerkes wählen zu lassen, ob man seine freunde lieber kontakte nennt oder seine kontakte lieber freunde wäre eine unnötige komplizierung, und unnötige komplizierungen kosten user.
MorbusBahlsen sagte:
MySpace straft diese Aussage Lügen, öko...
stimmt. die hatte ich vergessen. mich persönlich überfordert der laden jedenfalls, hab da nen account bei dem ich alle halbe jahr mal vorbeischaue ;) meine 20jährige gespielin kommt mit denen aber irgendwie zurecht ;)
aber bei mir sind einige internetfreunde auch zu echten freunden geworden. und echte, dadurch dass sie weiter weg sind, zu mehr oder weniger internetfreunden.
und momentan überlege ich, dass ich wirklich mal mehr zeit für mich allein brauche.
Also, Fazit: mal so mal so; jeder halbwegs intelligente und normale Mensch wird sich nicht im Teufelskreis Freunde ohne Freunde wiederfinden. Man sollte halt auch manchmal vor die Tuer gehen.
Ich glaube aber dass fuer die Kids von morgen die damit aufwachsen angeleitet werden sollten diese Netze sinnvoll und vorsichtig zu nutzen. Genauso wie Atomstrom und Genmanipulation.
soviel dazu!
milagro sagte:
das internet ist einfach eine weitere dimension neben vielen anderen um leute kennen zu lernen, die u.U. freunde werden können. so grundsätzklich ist daran ja nichts schlechtes.
exakt. zu 100% zustimmung.
afrirali sagte:
milagro sagte:
das internet ist einfach eine weitere dimension neben vielen anderen um leute kennen zu lernen, die u.U. freunde werden können. so grundsätzklich ist daran ja nichts schlechtes.
exakt. zu 100% zustimmung.
ebenso. ein neuer kanal, mehr nicht.








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06.01.2009 - 18:45 Uhr
CommodoreSchmidtlepp