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04.01.2009 - 18:27 Uhr

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Private Gefängnisse profitieren von der Krise

Foto: AP

In den USA sitzen 120 000 Eingesperrte in nichtstaatlichen Strafanstalten. Und weil den Bundesstaaten Geld fehlt, werden es täglich mehr

Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.


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MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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04.01.2009 - 19:19 Uhr
MorbusBahlsen

Wieso versteht es der Staat nicht, profitable Gefängnisse zu bauen? Wird hier nicht ein bisschen schöngerechnet und einfach nur nicht kalkulierte Sicherheiten (finanzieller Natur) doch wieder auf das Staatsgebilde abgeschoben?

Warum müssen überhaupt 1,6 Millionen inhaftiert leben?! Knapp 1.600.000 Menschen!

Einen Auswuchs von Profitgear thematisiert auch der kürzlich erschienene Film Death Race... für das Jahr 2012!

MarkTwain
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Mag ich Mag ich nicht

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04.01.2009 - 21:43 Uhr
MarkTwain

Verstehe ich nicht. Wieso ist es für den Staat billiger, Gefängnisfirmen zu bezahlen anstatt selbst Gefängnisse zu betreiben. Schließlich müssen die Gefängnisfirmen ihre Kosten erwirtschaften und dazu noch einen Profit.

Da läuft doch was falsch.

MorbusBahlsen
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Mag ich Mag ich nicht

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04.01.2009 - 22:17 Uhr
MorbusBahlsen

Die einzigen Gründe, die im Text angeführt werden, sind, dass pivate Betreiber schneller bauen und keine Beamten bezahlen müssen.

Schneller bauen heißt auch höhere Investitionen, wenn ich will, dass das Gebäude pronto fertig ist. Für Beamte müssen keine Steuern abgeführt werden... wieviel weniger bekommen denn dann die Angestellten der privaten Firmen? Und: wenn dies im privaten auch erlaubt ist, was spricht denn dann gegen die Entbeamtisierung des Apparats?

Was wenn der private pleite macht? Die Steuersünder und Tunichtgute wieder frei rumhüpfen lassen?

nordzucker
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Mag ich Mag ich nicht

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05.01.2009 - 02:57 Uhr
nordzucker

@morbus: das ist der falsche ansatz: dem staat kostet der gefange geld, dem privatunter bringt er geld
warum nicht alle gefangenen in chinesiche gefängnisse stecken, wärs wohlmöglich noch günstiger?

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 02:59 Uhr
MorbusBahlsen

Äh... warum kann der Gefangene dem Staat kein Geld bringen wenn er es dem privaten gleich täte?

nordzucker
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05.01.2009 - 03:21 Uhr
nordzucker

weil der staat dem privaten gefängniss pro gefangenen geld bezahlt.

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 03:23 Uhr
MorbusBahlsen

Und er müsste mehr pro Gefangenem zahlen, wenn er ihn selbst gefangen hält? Wieso muss dem so sein?

nordzucker
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05.01.2009 - 03:37 Uhr
nordzucker

zum einen bis in deutschland keine privatgefängnisse und es wird sie so einfach auch nicht geben. die beschreibene situation ist in den usa (und ich glaube auch in gb)
privat finanzierte gefängnissbauten gibs allerdings (ppp) oft sind die natürlich langfristig teurer, aber kurzfristig günstig.
allerdings ist es auch so, das die baubehörden als bauherr wesentlich schwerfälliger arbeiten als speziallisierte prvatunternehmen. das könnte der staat auch, der hat aber keinen grund dazu, das geld ist ja da.

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05.01.2009 - 03:39 Uhr
nordzucker

...gibt es in D ...

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 03:44 Uhr
MorbusBahlsen

Äh, ja, also von Deutschland war ja nicht die Rede. Gut dass du das erwähnst.

Der einzige Grund, warum es also kurzfristig günstiger wäre, ist, dass der Staat träge ist und langsamer handelt als private? Und wenn es, wie du sagst, so ist, dass es langfristig teurer kommt, äh, wer genehmigt sowas? Und der Grund, das Geld sei da, der zählt ja wohl mal gar nicht, sonst gäbs keine privaten Anstalten oder?

Die Forschungseinrichtung Reason Foundation schätzt, dass Regierungen durch die Beauftragung privater Gefängnisfirmen die Kosten für den Gefängnisbetrieb um 15 Prozent senken könnten. Die Konzerne bauen in der Regel schneller als der Staat und haben niedrigere Kosten, weil sie keine Beamten beschäftigen.

Das mit den Beamten stimmt so nicht. die kosten weniger oder wenigstens gleich viel. Und wenn nicht, dann spricht aus dieser Situation heraus überhaupt nichts dagegen, Personal nicht in den Beamtenstatus zu befördern. Die billigere Alternative möge gewinnen.

Es bleibt: Trägheit des Trägers?

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05.01.2009 - 03:45 Uhr
MorbusBahlsen

nordzucker sagte:
...gibt es in D ...

Oh. Wo?

nordzucker
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05.01.2009 - 03:53 Uhr
nordzucker

nein, es ist für den staat kurzfristig günstiger ein gefängnis von privat finanzieren zu lassen und dann zurückzumieten. ein wahlperiode dauert 4 jahre....
langfiristig ist mieten teuer, wie überall.

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 03:58 Uhr
MorbusBahlsen

Oder: Der Staat plant das Überangebot an Gefangenen zu reduzieren und muss gar nicht mehr rückmieten sondern lässt die privaten einfach pleite gehen. Außerdem: Gewinne müssen versteuert werden, aus Fehlkalkulationen ergibt sich Mehrbeschäftigung. Hat eigentlich nur positive Seiten, oder? Also in Zeiten der Krise...

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05.01.2009 - 04:03 Uhr
MorbusBahlsen

Ein tägliches Volumen von 12 Mio. Dollar für die Bezuschung von privaten Unternehmen, das sind 3 Mrd. im Monat, sind 36 Mrd. im Jahr. Kann nur vermuten, dass sich das super in Statistiken einarbeiten lässt.

MarkTwain
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05.01.2009 - 16:33 Uhr
MarkTwain

Mein Gott, das ist doch bescheuert. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise wäre es auch die Arbeit des Staates, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Und das geht - wie schon während der Depression - entweder durch Bauprojekte (haben die Amis gemacht unter Roosevelt) oder militärische Aufrüstung (wer das gemacht hat, brauch ich wohl nicht sagen).

Also wäre es doch naheliegend als Maßnahme des Deficit Spending ein paar Gefängnisse zu bauen.

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 16:38 Uhr
MorbusBahlsen

Naja. So gesehen ist es der bessere Weg: Einen privaten bauen lassen(!) und selbst noch woanders bauen. Zwei Baustellen sind immerhin besser als eine, oder?

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05.01.2009 - 16:39 Uhr
MorbusBahlsen

Naja. Ich sollte sagen:

So gesehen ist es der bessere Weg: Einen privaten bauen lassen(!) und selbst noch halbherzig woanders bauen. eineinhalb Baustellen sind immerhin besser als eine, oder?

drolli
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05.01.2009 - 17:18 Uhr
drolli

Können die Gefangenen das Gefängnis übernehmen, sich besseres Essen geben lassen und wenns bankrott ist, schliessen?

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 18:05 Uhr
MorbusBahlsen

Nein, aber die privaten Betreiber können offensichtlich über Zustände und Verhältnisse der Gefangenen weitgehend selbst entscheiden.

nordzucker
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05.01.2009 - 23:38 Uhr
nordzucker

nun ja, ist es so schlimm wenn eine privatfirma ein gefängnis baut und plant? der entwurf wird üblicherweise sowieso von einem privaten architekturbüro/ abteilung kommen, (hier muss der staat europaweit ausschreiben, eine privatfirma kann machen was sie will)
staatliche baufirmen gibts in D auch nicht. untersched ist nur, ob der staat als bauherr in erscheinung tritt oder ein privater investor.

betreiben ist was anderes. das ist eine hoheitliche aufgabe. da muss sich die gesellschaft entscheiden, ob man solche aufgaben abgeben will oder nicht. für mich greifen freiheitsstrafen zu sehr in die grundrechte der gefangenen ein, als das ich die durchführung dieser aufgabe entstaatlicht sehen will.

MorbusBahlsen
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05.01.2009 - 23:42 Uhr
MorbusBahlsen

Genau das ist es was mich stört, nordzucker. Private *Betreiber* die Betrieb nach Profit machen. Wenn der Staat sie schon einbuchtet, dann muss er für sie auch sorgen und sie nicht einfach nur aus Bequemlichkeit aufs private Abstellgleis hinüberrollen. Klar können auch Gefangene mal klagen, aber ich denke dass wir uns einig sind, dass sie's ungemein schwerer haben und vor allem erstmal relativ wehrlos sind. Gegen private Bauherren allein hab ich im Prinzip nichts einzuwenden, aber die Kohle kommt ja davon, dass die Gebäude auch privat betrieben werden dürfen.

nordzucker
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06.01.2009 - 00:21 Uhr
nordzucker

wie gesagt: gibs in D nicht- wirds auch so schnell nicht geben.


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