Warnen statt Klagen: Die Musikindustrie ändert ihre Strategie in Sachen Internet-Piraterie
Kurz vor Weihnachten sorgte der Verband der Musikindustrie in Amerika (RIAA) mit einer Richtungsänderung für Aufsehen: Man will seine potenziellen Kunden, die im Netz illegal Songs runterladen, nicht mehr mittels juristischer Klagen angehen, sondern mit Warnungen, die von den Internet-Providern ausgesprochen werden sollen. Wir haben bei Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie, nachgefragt, welche Folgen die amerikanische Entscheidung für Deutschland hat.
Ist der bisherige Weg im Kampf gegen Internet-Piraterie gescheitert? Nein. Im Gegenteil. Deutschland zeigt, dass es Wirkung hat, wenn man die Verfolgung von Internet-Piraterie juristisch ernst nimmt. Die Masse der Internet-Nutzer verhält sich korrekt, aber es gibt zwischen drei bis vier Millionen Menschen in Deutschland, die illegales Filesharing betreiben. Diese Zahl ist aber in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, weil das Risiko erwischt zu werden eben durch den massiven Anstieg der Verfolgung relativ hoch geworden ist. Trotzdem geht man in den USA jetzt einen anderen Weg. Der rein juristische Weg ist langfristig auch nicht die Lösung. Das will niemand und wir würden uns gerne mal wieder auf das konzentrieren, was wir am besten können und das ist: Musik zu produzieren, die den Leuten Spaß macht.

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Könnten die Authoren dieser Zeitung *bitte* damit aufhören, ständig den völlig tendenziösen Terminologie-Missbrauch der Industrie zu übernehmen?
Raub beinhaltet (mindestens) Gewaltandrohung. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass jemals ein Runterlader der Musikindustrie Gewalt angedroht hätte, um seine Kopie zu bekommen!
Über Falschetikettierung wie Piraterie oder Verbrechen red ich gar nicht erst.
Nachhilfe bietet z.B. Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Raubkopie
"raubkopierer sind verbrecher"
muhahahaha. hetzkampagne - das triffts. und dann diese werbung wo die häftlinge lüstern auf den hintern des neuankömmlings, des raubkopierers, starren und danach lechzen - köstlich.
25.12.2008 - 19:55 Uhr
garamond
sebastian_r sagte:
Weiterhin: Der Anteil von Menschen, die sich aus Tauschbörsen Musik runterladen ist zurueckgegangen und das soll aufgrund von der juristischen Verfolgung passiert sein? Das ich nicht Lache! Zum einen ist in der gleichen Zeit der allgemeinen Markt fuer Musik und Video auch stark zurueckgegangen und zum anderen gibt es mittlerweile ernst zu nehmende Alternativen. D.h. haette die Musikindustrie gleich das geliefert, was sie liefern sollte, dann haette sie das Problem nie gehabt und vielen Menschen und sich selbst eine Menge Ärger ersparen können.
Nunja, sooo ganz unrecht hat die Musikindustrie damit nicht, schließlich sind einige bekannte Anbieter tatsächlich aufgrund juristischer Probleme vom Markt verschwunden...
Deinem letzten Satz dagegen kann ich nur zustimmen. Die Musikindustrie ist wie ein kleines trotziges Kind, dass sich mit allen Mitteln versucht gegen die vermeintlich bösen Eltern (in dem Fall die Kundschaft), die das Kind nach ihren 'Vorstellungen' erziehen wollen, zu wehren versucht. Wie viel Geld man in aufwendige Kopierschutzverfahren gesteckt hat, und wie viele juristische Konsequenzen angestrebt wurden, die, die sich nicht den Machenschaften der Industrie fügen wollen, beschaffen sich nach wie vor das Gewünschte auf 'nicht-legale' Weise.
Aber wie kann man das ändern? Vielleicht sollte die Musikindustrie ganz einfach mal auf die Kundschaft zu gehen und nicht mit dem Dolch in der Hand auf sie zu rennen. Aber im Endeffekt wird man sowieso erst dann aus den Fehlern lernen, wenn alles zu spät ist...
Allein Formulierungen wie "Die Ermittlungen werden ohnehin von den Rechteinhabern weitergeführt." machen klar dass hier jemand nicht verstanden hat was das staatliche Exekutivprivileg ist. Die Lektüre des Grundgesetzes sei dringend empfohlen. Ja, auch dir, Dirk. Dann würdest du vielleicht auch mal den journalistischen Mund aufmachen und derartige Gesinnung - Selbstjustiz durch die Privatwirtschaft abseits jeglicher rechtlicher Grundlage, das und nichts anderes sind solche Pläne - kritisch hinterfragen. Und nein, "das müssen Sie erklären" ist NICHT kritisch.
Zum Heulen, zum Heulen. Unterhalte dich doch mal mit dem Kollegen Prantl aus der "richtigen" Redaktion, der kann dir das mit dem Hinterfragen ganz gut erklären, meine ich.
silanea sagte:
Zum Heulen, zum Heulen. Unterhalte dich doch mal mit dem Kollegen Prantl aus der "richtigen" Redaktion, der kann dir das mit dem Hinterfragen ganz gut erklären, meine ich.
Danke! Dieser Gedanke kam mir auch. Der Text ist halt wieder mal eines dieser typischen von-Gehlen-Nicht-Interviews... Wenn wenigstens eine kritische Frage dabei gewesen wäre, ok, aber so?
Kann der Mensch irgendwann mal Journalismus lernen?
Auch der Abo-Link zur SZ wirkt immer peinlicher. Hat es der Verlag bereits so nötig, über unterklassige Artikel auf ein Abonnement aufmerksam zu machen?
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25.12.2008 - 11:30 Uhr
knuckledragger