So

14.12.2008 - 22:59 Uhr

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Kopfsafari

Text: Leben_leben_lassen

Ich klebe mir ein Pflaster um den Finger, so wie Mama das immer gemacht hat, und entspanne mich langsam. Da habe ich es nun, braun auf blasser hautfarbe: alles ist gut und selbst das größte Grind irgendwann passé, wenn man nur das Pflaster lange genug drauf lässt. Und eigentlich war ja auch nichts passiert, außer dass ich krank im Bett lag und mich wohlig in Selbstmittleid verkroch. R. nervte mich, unsere ganze Beziehung geprägt von Sex und Gesellschaft leisten - ohne Gefühle. Natürlich ohne Gefühle, wie sollte es auch anders sein? Wie auch immer, das nervt mich, warum muss er denn immer so viel von sich erzählen und ich so dämlich nachfragen? Langsam erinnert mich unsere zwanghafte "nicht-Beziehung" immer mehr an frühere "feste-Beziehungen", nur eben ohne Gefühl. Aber welche Rolle spielt schon die Liebe in einer Beziehung? Ja ich glaube sie wird noch ein wenig auf sich warten lassen, so eine Beziehung voller Liebe. Wahrscheinlich mag die Liebe keine Brünetten. Wie auch immer, Themawechsel. Es ist doch echt erstaunlich, wie sehr man sich verstellen kann, unbewusst jmd anders als man selbst ist oder wie wenig man manche Menschen interessiert, so dass man in den seltsamsten Momenten verblüfft feststellt, dass die "gute Freundin" so gar keine Ahnung hat, wie es einem gerade geht, was man fühlt und braucht. Und somit lässt sich auf einmal doch alles auf die selben drei Freunde runterbrechen, die schon immer da waren, auch wenn natürlich im Herz viel mehr vermerkt sind. Aber was bedeutet das schon in Zeiten von StudiVZ und ICQ? Freunde... Ich hatte früher mal nen Hund zum Freund und von dem bekomm ich, wie von jedem anderen Menschen ein Schwanzgewedel. Und das wirklich jedes mal, wenn ich mich mal wieder blicken lasse, auch wenn wir uns manchmal über ein Jahr nicht sehen und ich ihm weder zu Weihnachten, noch zu Valentienstag etwas schenke, geschweige denn weiß, wann er Geburtstag hat. Hunde sind da wirklich sehr unkompliziert... Manchmal bekomme ich bitter böse Sms, weil ich einen Geburtstag vergessen habe oder ernte einen schrägen Blick, weil ich einer "ab und zu gemeinsam nen Kaffee trinken gehen Freundin" nichts zu Weihnachten schenke... Meine beste Freundin in München wiederum hält mich für einen Engel, weil ich immer für sie da bin, auch nachts um halb 3 wenn sie vor Kummer nicht schlafen kann. Und das obwohl ich soweit weggezogen bin und sie somit ziemlich arg im stich gelassen habe. Wenn sie sagt Gott hätte mich ihr geschickt, dann leg ich entweder den Hörer auf oder muss lächeln, weil sie anscheinend gar nicht weiß, dass es ganz umgekehrt ist. Freuen tut ich mich trotzdem immer, weil sie somit quasi zugibt, dass ein Gott für sie existiert. Ich mag gläubige Menschen, ich bin selber gläubig. Und wenn faith ein Begriff ist, den sich Menschen ausgedacht haben, gegen das Alleinsein, um Verantwortung abgeben zu können oder was Philosphoen sonst noch so gegen Gott aufbringen, dann sage ich, ist Liebe das selbe. Denn faith, Gott, Vertrauen, Glauben, Geborgenheit, das sind weit mehr als Worte, das ist ein Gefühl. Ähnlich wie die Liebe, die ich bisher so kennengelernt habe. Für andere Menschen muss dies nichts bedeuten, was zähl auch mein kleines Leben in der Menschheit? Aber meine Welt, die ist voller Faith und Liebe und jeden Tag dreht sich die Erde, so dass ich verwirrte Sterne zählen kann und in Baumkronen Vögel malen, die irgendjemanden entweder durch ihr Geplapper nerven oder ihm voller Fröhlichkeit ein Lächeln ins Gesicht singen. Wahrscheinlich wird mir gleich gesagt, dass zu viel Selbstbeschreibung in diesem Text schwebt und zu wenig Handlung. Herr Lehmann kann das hier mal für mich entschuldigen (ich zitiere aus dem Kopf): "Muss denn überall ein Sinn sein, können Menschen ohne den einen, ungefundenen Sinn im Leben denn nicht auskommen? Was machen die Menschen eigentlich, wenn sie irgendwann mal alle ihre Ziele erreicht haben? Ehrlich, das ist doch scheiße" Ja scheiße ist das. Und nachts freue ich mich über die vielen Lichter am Güterbahnhof, während ich ihn tagsüber nicht ausstehen kann, seiner Hässlichkeit wegen sollte er wirklich abgerissen werden. Ich finde das ist ok, denn Widersprüchlichkeit beängstigt mich nicht. ach ja und bevor ichs vergesse: Es tät wirklich gut, dich jetzt zu küssen.


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5 Kommentare

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Onkelzgraf
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Mag ich Mag ich nicht

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15.12.2008 - 08:54 Uhr
Onkelzgraf

zum verlieben!

gynt
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Mag ich Mag ich nicht

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16.12.2008 - 17:53 Uhr
gynt

ich schließe mich an

zum dahinschmelzen

GaensebluemchenImSonnenschein
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Mag ich Mag ich nicht

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26.12.2008 - 00:37 Uhr
GaensebluemchenImSonn…

Sehr sehr schön!

estranea
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Mag ich Mag ich nicht

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25.01.2009 - 15:17 Uhr
estranea

* :)

KaktusM
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Mag ich Mag ich nicht

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23.08.2009 - 14:53 Uhr
KaktusM

GaensebluemchenImSonnenschein sagte:
Sehr sehr schön!


genau!


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