Mit Rosen zu Rosamunde
Text: ZimtZucker
Vorlesung bis um zehn...abends. Anwesenheit war eher dem gestrigen Gefeiere als eifriger Motivation zu verdanken. "Wer feiern kann, kann auch schaffen". Die omasche Stimme im Kopf führt an Katertagen unerbittlich in Vorlesungen, die sonst getrost ignoriert werden. Aber ist ja gleich geschafft. Zuhause warten mineralstoffreiche Kalorien für den brodelnden Magen, Stille für den dröhnenden Kopf und eine weiche Matratze für die knackenden Knochen.
Wie immer im auserwählten U-Bahnwagen: Ein Kinderwagen (sollten die nicht längst unterm Lillifee-Mobile im Bett liegen?), Ed-Hardy-Jogginganzugträger, deren Hochleistungshandylautsprecher den eigenen Mp3-Player überschallen (wie sonst erfährt man, dass Rihanna 3 Jahre alte Sommerhits aus Osteuropa neu auflegt? Danke Jungs!), ein fideler Dorfkegelclub auf Pilgerschaft zum Hofbräuhaus ("Ohne eine Mass im Hofbräu war man nicht in München!") und ein armer aber leider auch schon länger ungewaschener Alkoholiker. Nur noch vier Stationen.
Sendlinger Tor. Die vertrauten Geräusche. Türenzischen, brummeliges Genuschel vom Fahrer, Warnpiepsen. Niemand steigt ein oder aus. Gleich daheim.
Moment! Sattrote Rosenblätter liegen auf einer schwarzen Bahnsteigfließe. Das kleine Häufchen Romantik oder Drama bleibt unbeachtet.
Im Kopf hebt sich der Kinovorhang. Programm: Rosenblätter am Sendlinger Tor. Warum, wie, von wem? Federleichte Romantikkomödie, tiefschwarze Tragödie. Für Unterhaltung bis zur Endstation ist gesorgt.
Liebe Grüße an den anonymen Rosenstreuer vom Bahnsteig!
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11.12.2008 - 23:47 Uhr
GMG
Die Hamburger sagen :" Wer saufen kann auch arbeiten, und schied dir nicht in die Büchs."