Lange nicht gesehen, wa? Das ABC des Klassentreffens.
Text: max-scharnigg - und Christiane Lutz, Illustrationen: Katharina Bitzl
Gerade zur Weihnachtszeit sind sie besonders populär: Zusammentreffen mit den Menschen, die du schon fast vergessen hast.
A - Abitur
Der Auslöser für viele Klassentreffen bzw. eben die notwendige Klammer für ein periodisches Zusammentreffen von Menschen, mit denen einen eigentlich nichts mehr verbindet. Eine der wichtigsten Aufgaben auf einem Klassentreffen besteht deswegen darin, das Abitur und die Zeit die man dafür zusammen verbracht hat, schwerstens zu schönen – auch wenn man das ganze Jahr lang keine Minute mehr daran gedacht hat.
B - Bier
Der Motor jedes guten Kassentreffens. Nur ein gewisser Pegel ermöglich ja überhaupt dieses lockere Durchgereichtwerden, diese ganzen schrecklichen Mini-Gespräche, in denen möglichst viel Angeberei auf möglicht unverfängliche Allgemeinplätze verteilt ist. Und weil man es zwischenzeitlich überhaupt nicht erträgt, trinkt man viel schneller viel mehr, als man sich eigentlich vorgenommen hatte. Dabei gibt es wiederum nichts Hässlicheres, als als Erster auf dem eigenen Klassentreffen in die Rabatte zu kotzen. Dann lieber vorher stiller Abgang nach Hause.
C – Clique
Als verschworene Einheit sich in unlustigen Insider-Witzen suhlend hast du sie vor Jahren auf dem Schulhof verabschiedet. Sich in genau diesen Insidern suhlend, triffst du sie jetzt wieder an. Noch immer verschworen. Gleicher Kreis, gleiche Außenansicht. Irgendwie skurril, irgendwie lächerlich. „Gesellschaftliche Strukturen“, denkst du und weißt, dass sich das mit der Grüppchenbildung weder im Studium noch im Job ändert.