Konsumkolumne: Interessante Dosenfleischsuppen auf dem Löffel
Text: peter-wagner - und Christina Waechter
Wir müssen genauer hinsehen, was wir unserem Körper zuführen. Stichwort Ernährung. Unser Esstest ist unparteiisch und fies. Heute geht's um Dosensuppen, die vor allem in groben Zeiten ihre Abnehmer finden. Alte Folgen gibt's im Label Konsumkolumne.
No wonder
Untertitel: Balance your body. Idealsuppe. Huhn-Nudeln mit Blattspinat und Schnittlauch. Ideal für Ihre LowCarb-Ernährung.
Preis
1,69
So lässt sich’s an
Pures Salatöl parkt auf den Lippen, am Ende bremst eine botoxbespritzte Portion Zitronengras vorm Geschmacksfirmensitz namens Gaumen. Na herzlich Willkommen, Synthetik!
Der Reality-Check
Christina, Bodybalancer (in gesellschafts- und konsumkritischer nachmittäglicher Aufwallung): Die Realität der Abbildung hat mit der Realität als Realität soviel zu tun wie die Realität von Frauenzeitschriftenbildern von Frauen mit der Realität von Frauen.
Peter, aus der Balance (eingeschüchtert, Hirn suppig): Da geb’ ich dir jetzt mal lieber recht.
Christina (völlig aufgewühlt, echauffiert, blasiert, wie immer): So redest du nicht mit mir!
Peter (denkt nur): Jetzt fängt die schon wegen der öligen Suppe das Stänkern an …
Christina (wieder ruhiger): Was denkst du gerade?
Peter: No wonder.
Das sagt die Grafikerin
„Ach so, low cab. Smells like teen spirit.“
Zu dieser Krise passt diese Suppe
Dan Baileys, Holzhacker in Madison, Arizona, hatte schon vor Jahren prophezeit: "Wenn ich so weiter hacke, gibt es bald keine Bäume mehr." Nach seinen Berechnungen hat er noch bis ins Jahr 2010. Was danach kommt? "Shit", sagt er. "Wenn ich nur wüsste, was danach kommt?!" Aber was er weiß: Dosensuppen sind ein nahrhaftes und kostengünstiges Glied in der Ernährungskette („rassel, rassel“).
Die Geschichte hinter der Suppe
Domenica Hugendubel blätterte eines feuchten Nachmittags hirnverloren in ihrem Salon in ihren Hochglanzzeitschriften und bekam urplötzlich Lust, nun ihren Teil zur Welt beizutragen. Sie zeichnete ein Etikett und schrieb es voll (No wonder, balance, body, carb etc.) Als sie es abends ihrem Gatten zeigte, schüttelte der nur verdrossen den Kopf und sagte: „Ich seh keinen Business Plan“. – „No Wonder“, sagte Domenica, „das ist das Etikett. Aber never mind.“ Darauf ihr Mann: „Whatever, no matter where we go.” – „My heart will go on.“ – „That is ja the Problem.“
Der bessere Werbespruch
„Fischen Sie nicht im Trüben.“