In den Schuhen von Joel Tenenbaum, Tauschbörsen-Nutzer mit prominentem Beistand
Muss der Student Joel Tenenbaum tatsächlich eine Million Dollar Schadensersatz zahlen, weil er sieben Songs aus einer Tauschbörse geladen hat? Der 24-Jährige will sich dagegen wehren - und kann dabei auf prominenten Beistand zählen: Der Harvard-Professor Charles Nesson vertritt Joel vor Gericht.
Was sind das für Schuhe? Es sind die Schuhe eines 24-Jährigen, der vielleicht bald nicht mehr genügend Geld haben wird, sich neues Schuhwerk zu kaufen. Weil Joel im Alter von 17 Jahren sieben Songs aus einer Tauschbörse geladen hatte, überzog ihn der Verband der amerikanischen Musikindustrie (RIAA) mit einer Klage - wie übrigens 30.000 andere zumeist junge Amerikaner auch. Die meisten dieser Fälle wurden außergerichtlich mit Schadensersatzzahlung beendet. So hätte es auch in Joels Fall laufen sollen: Er wäre bereit gewesen, 500 Dollar zu zahlen. Die RIAA verlangte aber - mit Verweis auf das so genannte "Digital Theft Deterrence and Copyright Damages Improvement Act" aus dem Jahr 1999 - einen Betrag von 12.000 Dollar. Aus diesem Gesetz ließen sich, so das Argument der RIAA, noch viel höhere Schadensersatz-Summen ableiten - so dass Joel durchaus auch eine Million Dollar Schadensersatz drohen könnte. Wo kommen diese Schuhe her? Aus Boston. Hier hat Joel studiert und hier wurde auch die Facebook-Gruppe Joel Fights Back Against RIAA gegründet. Denn Joel will sich wehren. Dabei hat er jetzt prominente Unterstützung bekommen. Der berühmte Jura-Professor Charles Nesson vertritt den 24-Jährigen. Nesson hat sich in den USA unter anderem als Anwalt im Rahmen eines Prozesses um veröffentlichte Papiere aus dem Pentagon während des Vietnam-Kriegs einen Namen gemacht. Mittlerweile gilt der 69-Jährige auch als Spezialist für Internet-Recht - wie man auch in seinem Blog nachlesen kann.
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- Havard ist allerdings trotzdem Harvard.
- Hinter Nesson kommt auch nach reiflicher Überlegung kein Komma
- veröffentliche Papiere ist nur teilweise berichtigt
- über das hier lässt sich streiten.
03.12.2008 - 19:22 Uhr
schuechternes_Weissbrot
So hätte es auch in Joels Fallen laufen sollen:
03.12.2008 - 22:33 Uhr
Fehlerteufel
Zum Inhalt: Sehr interessant... Ich hab allerdings schon lange drauf gewartet, dass die Musikindustrie anfängt, saubere Exemplar zu statuieren. Wenn nur die verklagt werden, die im großen Stil runterladen, denkt sich Lieschen Müller: Das kann mir nicht passieren. Die verfolgen nur die Großen. Aber wenn es einen erwischt, der grade mal die fünf Hits einer Boygroup downloadet, bevor die sich auflöst... Da haben vielleicht auch Otto-Normal-Runterlader dann Angst, dass sie Ärger kriegen können... Also nachvollziehbar is das ja schon.
Dennoch: Downloaden is für mich eigentlich nicht von Haus aus Diebstahl. Wenn mans so betrachtet: Könnte man sich manches (oder so ziemlich jedes, wenn ich die Vile-Runterlader so anschaue) Lied nicht runterladen, würde man's sich wohl einfach nicht anschaffen. Der Verlust für die Musikindustrie is dann ja gleich Null... Man kann das ja nicht so rechnen, dass einem die Downloadzahl, umgeschlagen auf den Plattenpreis dann entgehen würde...
Also: auf in den Kampf, junger Mann mit den Schuhen!
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03.12.2008 - 18:41 Uhr
Fehlerteufel
Weil Joel als im Alter von 17 Jahren sieben Songs aus einer Tauschbörse geladen hatte...
...Boston. Hier hat Joel studiert und hier wurde auch die Facebook-Gruppe Joel Fights Back Against RIAA gegründet.
Nesson, hat sich in den USA unter anderem als Anwalt im Rahmen eines Prozesses um veröffentliche Papier aus dem Pentagon während des Vietnam-Kriegs einen Namen gemacht.
Mittlerweile gilt der 69-Jähriger auch als Spezialist für Internet-Recht...
Denn Joel und vor allem seine berühmter Anwalt wollen jetzt ihrerseits gegen die RIAA vorgehen.