20.11.2008 - 18:30 Uhr

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In den Schuhen von: Stefan Petzner, der mal Haiders Nachfolger werden wollte

Text: philipp-mattheis

Er schrieb seine Diplomarbeit über Udo Jürgens und machte unter Jörg Haider eine beispielhafte Karriere in der Politik. Am Dienstag aber ist Stefan Petzner von seinem Amt zurückgetreten. Was nun?

Was sind das für Schuhe? Schwarze Lederschuhe passend zum Anzug oder Lodenjanker. Problematisch: Auf einmal mussten diese Schuhe in Fußstapfen passen, die dem jungen Petzner viel zu groß waren. Wo kommen diese Schuhe her? Aus Österreich, aus der Steiermark, aus einem Bauernhof. Ihr Träger gehörte zur so genannten „Buberlpartie“ des am 18. Oktober verstorbenen Jörg Haider. Schon vor dessen Tod kursierten Gerüchte, wonach der rechtskonservative Politiker homosexuelle Neigungen habe und sich deswegen immer mit einer Schar junger Männer umgebe. Der 27-jährige Petzner jedenfalls macht unter seinem „Lebensmensch“ (so nennt er Haider nach dessen Tod) eine beispielhafte Karriere: 2004 wird er als 23-Jähriger Pressesprecher der Landesregierung von Kärnten. Zwei Jahre später wählt ihn seine Partei zum stellvertretenden Bundesobmann der BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich). Petzner ist damit quasi Nachfolger seines Mentors Jörg Haider. Nach Haiders Unfalltod am 11. Oktober 2008 wird Stefan Petzner von seiner Partei zunächst auch zunächst einstimmig zum neuen Parteichef gewählt. Seine Diplomarbeit „Die Macht der Musik am Beispiel Udo Jürgens“ bleibt unvollendet. Dann erleidet seine Karriere allerdings einen Knick: Petzners Fernsehauftritte sind verstörend. Immer am Rande des Nervenzusammenbruchs vergießt er vor laufenden Kameras Tränen, und sagt Sätze, die auf ein innigeres Verhältnis zwischen ihm und seinen politischen Mentor hinweisen: "Er war ein jugendlicher 58-Jähriger und ich eine 27-jährige alte Seele, das war unser Geheimnis.“ Und "Er war mein Lebensmensch. Er und ich wissen, was das heißt". Tatsächlich muss es in der Todesnacht zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sein. Haider fuhr danach alleine in eine Klagenfurter Schwulenbar und trank dort eine Flasche Wodka. Er schickt eine letzte SMS an Petzner und rast wenig später mit 140 Km/h und 1,8 Promille gegen einen Betonpfeiler. Am Mittwoch, den 19. November, ist Stefan Petzner von seinem Amt als Parteichef der BZÖ zurückgetreten. Wo gehen diese Schuhe hin? In der momentanen Situation gibt es für Petzners Schuhe drei Möglichkeiten: 1. Sie werden ausgetauscht und durch neonfarbene Sneakers ersetzt. Stefan Petzner hängt seine politische Karriere an den Nagel und schließt sich der Jugendbewegung Krocha an. 2. Stefan Petzner eröffnet in Klagenfurt einen Schwulenclub namens „Ein Haiderspaß“, in dem überall Konterfeis des großen Kärntners hängen und ausschließlich Udo Jürgens gespielt wird. In der Mitte der Tanzfläche steht ein Glaskasten, in dem Petzner seine Schuhe aufbewahrt. Eine Aufschrift besagt: „Diese Schuhe trug Stefan Petzner am Abend, als Jörg verunglückte.“ 3. Sie begleiten ihren Träger auf einer beispielhaften Karriere: Petzner verlässt die BZÖ und gründet seine eigene Partei: die Braun-Rosa-Liste. Die Partei will allen rechtsradikalen Homosexuellen Österreichs, die gegen die Globalisierung sind, eine Stimme geben. 2014 löst Oskar Lafontaine in Deutschland einen Sturm der Entrüstung aus, als er sagt: „So eine Partei brauchen wir in Deutschland auch!“


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rinnindistub
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Mag ich Mag ich nicht

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21.11.2008 - 14:23 Uhr
rinnindistub

... klar an Stermann und Grissemann kommt das hier nicht ran. Die sind einfach die besten wenns darum geht selbsternannte Moralapostel zum Thema Pietät zu "befragen".
Geschafft hat das aber wohl auch schon dieser mittelmäßig originelle Text. Chapeau liebe Ehrfürchtigen. Wovor fürchtet Ihr Euch eigentlich ?

Freiheitsliebe
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Mag ich Mag ich nicht

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21.11.2008 - 15:09 Uhr
Freiheitsliebe

der haider war ja kein überzeugungstäter. lediglich ein populist und demagoge. wirkliche politische macht wollte er nie. so wie unser herr lafon-träne. solchen leuten geht es nicht um die sache, die parteibücher sind austauschbar.

der, mit dem sich haider zerstritt, ist heute fpö-chef. und das ist wirklich ein überzeugungstäter mit rechtsradikaler vergangenheit.

ja, aber insgesamt eher ärgerlich, der text. nicht wegen mangelndem witz, sondern der mangelnden auseinandersetzung mit der sache.

paleika
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Mag ich Mag ich nicht

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21.11.2008 - 16:51 Uhr
paleika

ich bin froh dass nicht nur ich diesen artikel irgendwie geschmacklos finde. unabhängig von allem hintergrund hat petzner wahrscheinlich den menschen verloren, der ihm am meisten bedeutet hat und den letzten kontakt den er zu ihm hatte war ein streit. das ist einfach nicht schön und darüber sollte man sich nicht lustig machen.

suesswarenabteilung
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21.11.2008 - 17:26 Uhr
suesswarenabteilung

mann, warum hacken alle auf dem rum?

noise
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21.11.2008 - 18:12 Uhr
noise

AllesOderNichts sagte:
jushi sagte:
ach ja: hat petzner das wort "lebensmensch" eigentlich erfunden oder gibts das wirklich?


das gibts wirklich.


Ich kannte das allerdings bisher nur von Thomas Bernhard.
Wenn Petzner da jetzt mal den "Lebensmensch" nicht zum Unwort des Jahres 2008 macht, ...

garamond
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Mag ich Mag ich nicht

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22.11.2008 - 14:24 Uhr
garamond

xoxo sagte:
und bezüglich der schwulenbar, die keine reine schwulenbar ist -und das weiß ich weil ich selber ab und zu dort bin-
nur weil haider dort war, sagt das nichts über seine sexuelle orientierung aus, ich war gestern pizza essen und bin trotzdem kein italiener


du immer mit deiner angst davor das dein heißgeliebter schuppen als schwulen-lokal bezeichnet wird...woher kommt diese angst? :-)

Saxo
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23.11.2008 - 10:45 Uhr
Saxo

petzner (und haider) für seine angebliche homosexualität zu verspotten finde ich falsch und politisch inkorrekt.
genau die politiker im dunstkreis haiders, und vor allem er selbst!, haben sich über andere eben lustig gemacht, die einen ausländischen namen haben, vielleicht eben schwul, slowenisch oder sonstwas aus sicht der FPÖ bzw. des BZÖ ungutes an sich hatten

aber petzner, haider und konsorten gehören kritisiert, dass sie noch immer rechtes gedankengut verbreiten (haiders "odentliche bebschäftigungspolitik), und sich nicht an regeln und gesetze halten können - siehe 2sprachige ortafeln, siehe 140kmh im ortsgebiet, während sie eben aslywerber, die sich angeblich nicht daran halten können ("mutmaßlicher diebstahl") am liebsten gleich außer landes verweisen würden...
mfg saxo

xoxo
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Mag ich Mag ich nicht

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23.11.2008 - 12:15 Uhr
xoxo

garamond sagte:
xoxo sagte:
und bezüglich der schwulenbar, die keine reine schwulenbar ist -und das weiß ich weil ich selber ab und zu dort bin-
nur weil haider dort war, sagt das nichts über seine sexuelle orientierung aus, ich war gestern pizza essen und bin trotzdem kein italiener


du immer mit deiner angst davor das dein heißgeliebter schuppen als schwulen-lokal bezeichnet wird...woher kommt diese angst? :-)



angst hab ich überhaupt keine, aber tolerante weltoffene menschen (womit ich bei gott nicht sagen will, das haider ein toleranter weltoffener mensch war) gehen auch ab und zu in lokale, zu deren zielgruppe sie nicht offiziell gehören, im stadtkrämer sind hauptsächlich schwule und lesben aber nicht nur, ich finde lediglich die aussage "haider war schwul, weil er war in einer schwulenbar" etwas kurzsichtig

und bezüglich meiner heißen liebe zu dem schuppen, die ist eigentlich nicht existent, bei McDonalds bin ich öfter ;-)

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philipp-mattheis

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.