Change?
Text: Maledives
Natürlich finde ich es gut, dass Obama von den Amerikanern gewählt wurde. Wer in Europa tut das auch nicht? Obama ist jung, charismatisch, schwarz - ein Mensch für die Massen (und Medien!), der den USA ein neues, menschlicheres Gesicht gibt. Intellektuelle Frau, zwei süße Töchter, bald ein kleines Hündchen. Sein Charme schafft es die Politikverdrossenen zu begeistern, man denke nur an die Wahlbeteiligung. Oder direkt vor unserer Tür: an tausende euphorische Deutsche, die einem amerikanischen Kandidaten zujubeln, als sei er die Antwort auf alle gloablen Probleme. Rückzug aus dem Irak, Gespräche mit dem Iran, gleiche Bildungschancen für alle, Reformation des Gesundheitswesens, Umweltschutz, kurz: Change.
Alle wollen ihn, diesen "Change". Aber kann ein einzelnes Individuum wirklich so viel verändern? Man muss bedenken, dass selbst der Präsident der Vereinigten Staaten nur Teil eines Politikapparats ist. Ohne Frage verfügt Mr. President über viel Macht, vor allem außenpolitisch und militärisch, aber hinter ihm stehen Lobbyisten, seine Parteianhänger, der Senat, der Kongress, das Volk, die Welt. Man könnte das lange so weiter führen. Alle stellen Erwartungen an ihn, viele beeinflussen sein Handeln, seine Arbeit hängt zum großen Teil von ihnen ab.
In diesem Hype um Obama ist zu bedenken, dass auch er nur ein einzelner Mensch ist. Wie viel dieser in seiner Amtszeit erreicht, sei dahingestellt. Ich befürchte nur, dass diese globale Euphorie um seine Person sehr schnell in enttäuschende Ernüchterung umschlagen wird, wenn der gewünschte "Change" nicht erreicht wird. Und bis dahin ist es ein schönes Stück Arbeit.
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