16.11.2008 - 19:00 Uhr

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Das ModeABC. Heute: G wie (schlechtes) Gewissen

Text: xifan-yang - Illustration: Christian Fuchsberger

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass H&M-Näherinnen in Bangladesch geschlagen und genötigt werden. Sollte man H&M deshalb boykottieren?

Ein Bilderbuchmodel ist er ja nicht, dieser Typ, der derzeit in Pünktchenhemd und Sakko überlebensgroß an den Innenstadtfassaden hängt. Rasierer kennt er wohl nicht, aufgedunsen guckt er aus seiner Designer-Kollabo-Wäsche, als hätte er vor dem Fotoshooting mindestens zehn Dosenbiere mit den Eckzähnen aufgeknackt und runtergespült. Comme des Garçons endlich beim Billigschweden, lachte es uns diese Woche von allen Ecken und Enden entgegen. Während man darüber diskutierte, ob Männer und Frauen wirklich wie mies gelaunte, geschlechtslose Zirkusclowns herumlaufen sollten, ging eine weitere Schlagzeile leider etwas unter: „H&M-Näherinnen klagen über Ausbeutung“. Ein Reporterteam der ARD brachte Mitte der Woche, pünktlich zum Start der Designer-Kollektion, unangenehme Tatsachen ans Licht: Arbeiter der H&M-Zulieferfabrik "House of Sunshine" in Bangladesch, erzählten in einem Beitrag von „Report Mainz“, dass sie von ihren Vorarbeitern geschlagen und genötigt wurden. Näherinnen mussten sich mit ihren Vorgesetzten einlassen, ansonsten drohten unbezahlte Überstunden und Lohnabzug. Erniedrigungen und Belästigungen der weiblichen Mitarbeiter seien in der Fabrik, wo 1.700 Menschen arbeiten, an der Tagesordnung gewesen. Der Monatslohn beträgt dort 40 bis 50 Euro im Monat (auch für die Verhältnisse in Bangladesch extrem niedrig). H&M räumte daraufhin ein, dass es „weitreichende Probleme und Schwierigkeiten“ bei der Umsetzung des Unternehmenskodexes bei Zuliefererfirmen gibt, will aber weiter an einer Zusammenarbeit mit „House of Sunshine“ festhalten.
Überraschend kommt die Nachricht nicht. Hungerlöhne, unmenschliche Arbeitsbedingungen ohne jegliche soziale Absicherung – all das ist seit langem bekannt und so richtig schockt es niemanden mehr. 2000 beschrieb Naomi Klein in „No Logo“ die Zustände in asiatischen Sweatshops, das Buch wurde zum „Kapital“ der Globalisierungskritik. Regelmäßig deckten Journalisten in den letzten Jahren die Missstände in China und Südostasien auf – geändert hat sich jedoch wenig. Aber wie auch, wenn ein T-Shirt hier weiter für 7,99 Euro im Laden hängt? Nur auf die großen High-Street-Ketten zu schimpfen, greift allerdings zu kurz. Längst haben auch Luxuslabels einen Großteil ihrer Produktion nach Asien verlagert. Heute werden oft in ein und derselben chinesischen Fabrik Billig- und Designerklamotte nebeneinander produziert. Gleichzeitig hat auch die Textilindustrie den Trend zum nachhaltigen Konsum nicht ignorieren können. Mittlerweile springen alle auf den „Ethical Fashion“-Zug auf: Öko-Mode, die nicht nach Öko aussieht und unter fairen Bedingungen produziert wird, soll zum Verkaufsschlager werden, und das ist ja durchaus löblich. Selbst bei den Schweden gibt es eine „Organic Cotton“-Linie, das T-Shirt für rund 10-15 Euro, immer noch unschlagbar. Neben der Erschließung eines neuen Marktsegmentes ist die imagefördernde Wirkung von Öko-Kollektionen natürlich genauso wichtig. Nahezu jeder Großkonzern schmückt sich heute mit Kampagnen für einen guten Zweck. Wer etwa bei H&M ein T-Shirt aus der „Fashion against Aids“-Reihe kauft, soll nach Angaben des Unternehmens damit HIV-Infizierten in Afrika helfen. Ausgebeutet werden die Näherinnen trotzdem. Kann man denn im selben Laden sowohl politisch korrekt als auch inkorrekt einkaufen? Dass es hier um H&M, den großen Gleichmacher geht, mag exemplarisch für die Zwickmühle sein, in der man sich als Konsument wiederfindet. Sich vorzunehmen, keine H&M-Klamotten mehr zu tragen, kommt in etwa dem Vorsatz gleich, nie wieder einen Burger bei McDonald’s zu essen: Jeder weiß, dass die Qualität fragwürdig und Dreck drin ist, und dann geht man irgendwie doch wieder hin. Ohnehin sind negative Schlagzeilen schnell verdrängt. Was bleibt, ist das schlechte Gewissen. Also: Boykottieren?


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yaya
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Mag ich Mag ich nicht

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16.11.2008 - 19:25 Uhr
yaya

Seit einiger Zeit zumindest eingeschraenkt: wenn was Neues her muss gucke ich mich nu vorher nach Alternativen um, wenn ich aber keine finde kaufe ich immer noch bei H&M. Die Preisfrage stellt sich ja doch auch noch.
Glaube aber trotzdem, dasz die meisten, die behaupten, dasz sie sich fair produzierte Ware nicht leisten koennen, eher mal auf Ihren Konsum achten sollten: wer wesentlich mehr kauft als er braucht WILL einfach kein "Opfer" fuer die gute Sache bringen.
Meine Meinung.

suesswarenabteilung
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Mag ich Mag ich nicht

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16.11.2008 - 19:27 Uhr
suesswarenabteilung

ja sollte man. und wenn das wenigstens die tun, die das hier lesen, ist das schon was.

mouton
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Mag ich Mag ich nicht

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16.11.2008 - 19:37 Uhr
mouton

Hab ich schon mal, dann hat mir meine Ma erzählt, dass cih H&M angeblich für 'nen wohltätigen Zweck engagiert habe, bzw auf gute Arbeitsbedingungen achte. Daraufhin hab ich dann wieder das ein oder andere Teil dort gekauft. Wollte das aber eh nochmal recherchieren und dieser Artikel beschreibt ja auch eher das Gegenteil. Also von Neuem; Boykott.

susette
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16.11.2008 - 19:50 Uhr
susette

ja, ich vermeide h&m auch, soweit es geht. und schaue nach, wo die klamotten produziert wurden, die ich kaufen will. aber es gibt eben auch durchaus die situation, wo ich nichts ähnliches auf anhieb finde, und dann gondel ich auch nicht durch die ganze stadt, um mich einzukleiden.

knipstante
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16.11.2008 - 20:02 Uhr
knipstante

Wenn man danach geht, duerfte man nirgends mehr einkaufen.

garamond
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16.11.2008 - 20:09 Uhr
garamond

ich achte überhaupt nicht darauf. hauptsache es gefällt mir, ist nicht zu teuer usw. aber vielleicht werde ich mal drüber nachdenken und dann entsprechend handeln.

DagnyTaggart
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16.11.2008 - 20:11 Uhr
DagnyTaggart

Ach, Xifan singt das Hohnlied der Naomi Campel, ähh Klein weiter (ich kann die beiden Naomis nie auseinander halten):

Auf HundM kann man sehr wohl verzichten, ich hab mal 1998 eine Jacke dort gekauft, die ich nie getragen hab und das wars mit meiner HundM shoppingkarriere auch.

Aber zum Thema: Hungerlöhne sind immer eine Frage des Betrachters; Ohne den Handel mit Klamotten aus Indien, Bangladesh oder China würde es den Menschen dort noch viel schlechter gehen.

Die Entwicklung Westeuropas zu modernen (Post)Industriestaaten hat rund 300 Jahre gedauert, ausgehend vom 18Jrdh in England. Indien/China/Bangladesh haben vielleicht 30, 40 Jahre hinter sich und in dieser Zeit beeeindruckende Fortschritte gemacht, zumal sie nicht alle Fehler wiederholen und von der Technik, die im Westen entwickelt wird, profitieren.

garamond
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16.11.2008 - 20:19 Uhr
garamond

OT aber auch nicht ganz weil mit H+M zu tun: was haltet ihr eigentlich von COS, diesem ableger von H udnM ? ich kann mich nicht entscheiden wie ich den laden und die preise finden soll. ihr?

fraeuleiningeborg
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16.11.2008 - 20:23 Uhr
fraeuleiningeborg

@dagny: Es ist glaube ich jedem klar, dass in Bangladesh nicht auf West-Niveau gezahlt wird. Aber Schläge und sexueller Missbrauch sind nochmal was anderes.

knipstante
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16.11.2008 - 20:24 Uhr
knipstante

Ja, aber das ist ja auch in anderen Firmen so. Seht euch nur mal Tchibo an. Es troepfelt jetzt nur mal wieder ins Bewusstsein. Alle regen sich auf, sagen was fuer ein Unding das ist. Nachher wird trotzdem fleissig weitergeshoppt.

chippyq
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16.11.2008 - 20:27 Uhr
chippyq

DagnyTaggart sagte:
Ohne den Handel mit Klamotten aus Indien, Bangladesh oder China würde es den Menschen dort noch viel schlechter gehen.

ich glaube, der witz am inkriminierten argument ist: es würde ihnen NOCH (!) viel besser gehen als jetzt schon, wenn sie dabei anständige löhne und arbeitsbedingungen hätten.

garamond
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16.11.2008 - 20:29 Uhr
garamond

chippyq sagte:
DagnyTaggart sagte:
Ohne den Handel mit Klamotten aus Indien, Bangladesh oder China würde es den Menschen dort noch viel schlechter gehen.

ich glaube, der witz am inkriminierten argument ist: es würde ihnen NOCH (!) viel besser gehen als jetzt schon, wenn sie dabei anständige löhne und arbeitsbedingungen hätten.


was bedeutet "inkriminiertes argument"? erklärste mal? danke! :-)

knipstante
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16.11.2008 - 20:33 Uhr
knipstante

was bedeutet "inkriminiertes argument"? erklärste mal? danke! :-)


Das moechte ich auch gerne wissen.

chippyq
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16.11.2008 - 20:45 Uhr
chippyq

garamond sagte:
was bedeutet "inkriminiertes argument"? erklärste mal? danke! :-)

bei chippyq in etwa "was vom vorposter doof gefunden wurde". eigentlich hat es aber eine andere spezifische fachbedeutung, also jetzt nicht einfach auch so verwenden!

garamond
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16.11.2008 - 20:46 Uhr
garamond

chippyq sagte:
garamond sagte:
was bedeutet "inkriminiertes argument"? erklärste mal? danke! :-)

bei chippyq in etwa "was vom vorposter doof gefunden wurde". eigentlich hat es aber eine andere spezifische fachbedeutung, also jetzt nicht einfach auch so verwenden!


ok, danke. und die eigentliche bedeutung, wie wäre die? ich lerne gerne neue sachen!

frapee
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16.11.2008 - 20:54 Uhr
frapee

wenn wir gerade schon dabei sind:

welche klamottenmarken kann ich denn kaufen, damit ich ein gutes gewissen haben kann?

SabethBaem
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16.11.2008 - 20:54 Uhr
SabethBaem

also ich habe mich schon [beinahe] fuer einen naehkurs angemeldet. naeh mein zeug jetzt selbst. und mc donalds ist auch passé.

Shorebilly
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16.11.2008 - 20:58 Uhr
Shorebilly

bei h&m hab ich vor ca. 8 jahren das letzte mal was gekauft, seitdem aus qualitaetsgruenden nichts mehr.

silanea
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17.11.2008 - 10:17 Uhr
silanea

frapee sagte:
welche klamottenmarken kann ich denn kaufen, damit ich ein gutes gewissen haben kann?

DAS als fair überhaupt gehypte Label wäre American Apparel. Ich weiß nicht so wirklich was ich von dem Laden halten soll. Deren Marketingkram liest sich ja durchaus respektabel - Produktion in den USA unter fairen Arbeitsbedingungen, Umweltbewusstsein, politisches Engagement für illegale Einwanderer -, klingt aber fast schon zu gut um wahr zu sein. Die Klamotten sind überwiegend Basics, ziemlich schlicht, aber durchaus schick. Und die Preise sind nicht allzu abgedreht.

Gibt es etwas vergleichbares eigentlich auch hier aus Deutschland? (Und nein, dieses komische Alte-T-Shirts-neu-zusammenschnippel-Dings von dieser komischen Kommunikationswissenschaftsstudentin zählt nicht als vergleichbar!)

oekorealist
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17.11.2008 - 10:31 Uhr
oekorealist

boykotte bringen auf jeden fall was. allerdings nur, wenn eine umsatzveränderung stark genug ist und einem bestimmten boykottziel zugeordnet werden kann. und das ist selten, denn umsätze schwanken aus vielerlei gründen stark.

h&m ist campaigning keinesfalls egal, aber da sie ständig irgendwelchen boykottaufrufen ausgesetzt sind reagieren sie routiniert. denen sind die arbeitsbedingungen in den herstellungsländern nicht gleichgültig, nur ist eine lückenlose kontrolle auf die einhaltung (längst vorhandener) bedingungen absolut aller zulieferer im kontext mit der preispolitik wahrscheinlich unmöglich, sodass sie manchmal nur reagieren können.

aber doch, der öffentliche druck bringt auf jeden fall was, wenn er stark genug ist.

garamond
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17.11.2008 - 10:36 Uhr
garamond

silanea sagte:
frapee sagte:
welche klamottenmarken kann ich denn kaufen, damit ich ein gutes gewissen haben kann?

DAS als fair überhaupt gehypte Label wäre American Apparel. Ich weiß nicht so wirklich was ich von dem Laden halten soll. Deren Marketingkram liest sich ja durchaus respektabel - Produktion in den USA unter fairen Arbeitsbedingungen, Umweltbewusstsein, politisches Engagement für illegale Einwanderer -, klingt aber fast schon zu gut um wahr zu sein. Die Klamotten sind überwiegend Basics, ziemlich schlicht, aber durchaus schick. Und die Preise sind nicht allzu abgedreht.

Gibt es etwas vergleichbares eigentlich auch hier aus Deutschland? (Und nein, dieses komische Alte-T-Shirts-neu-zusammenschnippel-Dings von dieser komischen Kommunikationswissenschaftsstudentin zählt nicht als vergleichbar!)


sorry gerade die preise bei american apparel finde ich ziemlich abgedreht.

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17.11.2008 - 10:39 Uhr
garamond

und das steht bei wikipedia:

"Der als soziale Errungenschaft hochgehaltene Mindestlohn basiert auf dem Akkordlohn, ist somit kein garantierter Mindestlohn. Rund 2/3 der Waren werden nicht in LA gewoben bzw. gefärbt. Wo und zu welchen Bedingungen dies geschieht, wird nicht veröffentlicht."

aber keine ahnung wem man im internet glauben kann. kann ja sein das trigema diesen artikel geschrieben hat :-D

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17.11.2008 - 10:42 Uhr
garamond

ach ja um noch meinen senf dazuzgeben:

diese aktion für "illegale einwanderer" mit diesem komischen legalize la slogan fand ich ziemlich - affig. aber hey, ganz ohne argumentatives futter, ich fand es einfach nur "too much" und übtrieben.

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17.11.2008 - 10:44 Uhr
garamond

um nicht als bad boy dazustene: die kleidung bei AA ist (teilweise) superduperfantastico!

MadDoc81
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17.11.2008 - 10:47 Uhr
MadDoc81

Die Frage ob man H&M boykottieren sollte stellt sich hier doch eigentlich gar nicht. Tatsache ist das die meisten Klamotten aus diesen armen Ländern kommen. Schaut doch mal in eure Labels, da steht China, Taiwan, Birma, Indien, Indonesien... und eben auch Bangladesch. Und solange keiner mehr Geld für seine Klamotten ausgeben will wird sich das auch nicht ändern. Die Bedingungen werden sich in den unterschiedlichen Fabriken kaum unterscheiden, egal ob sie für H&M, C&A oder eben auch Dolce und Gabana produzieren. Also hört auf zu jammern. Ausserdem ist der im Text angegebene Lohn völlig überzogen. Ein normaler Fabrikarbeiter in Bangladesch verdient nicht mehr als 2000 Taka = 23,53 EUR IM MONAT!!! Und selbst das ist schon ganz schön viel. Also wenn ihr wirklich was unternehmen wollt dann achtet auf Made in Germany oder andere entwickelte Länder. Allerdings beraubt ihr die Leute dann ihrer Lebensgrundlage.

pikachu
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17.11.2008 - 11:10 Uhr
pikachu

Sabeth, ich naehe meine Sachen auch viel selbst. Aber wo der Stoff dafuer herkommt, wer den wie gewebt hat, wie der gefaerbt wurde etc weiss ich nicht. Aber gut, eine Gruppe Leute, die mies behandelt werden koennten, ist schon mal raus... ich koennte natuerlich auch oekologisch korrekte und fair gehandelte Stoffe kaufen, gibts ja, aber das kann ich mir nicht leisten, zumindest die nicht, die dann NICHT nach Mueslifresse aussehen.

QuoteTheRaven
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17.11.2008 - 11:27 Uhr
QuoteTheRaven

oekorealist sagte:
boykotte bringen auf jeden fall was. allerdings nur, wenn eine umsatzveränderung stark genug ist und einem bestimmten boykottziel zugeordnet werden kann. und das ist selten, denn umsätze schwanken aus vielerlei gründen stark.

h&m ist campaigning keinesfalls egal, aber da sie ständig irgendwelchen boykottaufrufen ausgesetzt sind reagieren sie routiniert. denen sind die arbeitsbedingungen in den herstellungsländern nicht gleichgültig, nur ist eine lückenlose kontrolle auf die einhaltung (längst vorhandener) bedingungen absolut aller zulieferer im kontext mit der preispolitik wahrscheinlich unmöglich, sodass sie manchmal nur reagieren können.

aber doch, der öffentliche druck bringt auf jeden fall was, wenn er stark genug ist.


kommt selten vor: zustimmung.

realiter betrachtet ist das natuerlich ein uebler zusammenhang: je mehr die kaufkraft in der brd (oder anderen laendern der sogenannten 1. welt) nachlaesst, desto mehr billigware wird gekauft, desto groesser wird der druck auf die hersteller etc. ich kenne mich da nicht aus, aber ich wuerde mal sagen, dass gerade in der textilindustrie die wertschoepgunskette eigentlich halbwegs gut zu ueberblicken ist, da es nicht gar so viele zwischenprodukte gibt. das problem ist aber, dass die grossen ketten wirklich bei zig produzenten kaufen. teilweise sind das dann echte hinterhofklitschen, die vielleicht ein halbes jahr oder jahr mit 5-10 mitarbeiterInnen produzieren und dann wieder verschwinden. duschvorhaenge fuer ikea werden beispielsweise so produziert. (herstellungspreis 1,90; verkaufspreis gute 20,-). so was kann man nicht kontrollieren. allerdings ist es auch nicht moeglich (und innerhalb kapitalistischer verwertungszusammenhaenge auch nicht sinnvoll) vollstaendig auf produkte aus entwicklungs- und schwellenlaendern zu verzichten, da diese nun mal wirtschaftlich auf den export angewiesen sind. ein richtig schoener teufelskreis.

allerdings sind schlaege und sexueller missbrauch auf gar keinen fall tolerierbar (auch wenn dagny das so sehen mag).

boykotte sind gerade dann durchsetzbar wenn man dafuer nicht auf die befriedigung von elementar- oder grundbeduerfnissen verzichten muss bzw. es ausweichmoeglichkeiten gibt.

DagnyTaggart
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17.11.2008 - 11:33 Uhr
DagnyTaggart

fraeuleiningeborg sagte:
@dagny: Es ist glaube ich jedem klar, dass in Bangladesh nicht auf West-Niveau gezahlt wird. Aber Schläge und sexueller Missbrauch sind nochmal was anderes.


Keine Frage. Das ist voellig inakzeptabel. Ist ein Problem mangelder Rechtsordnung.

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17.11.2008 - 11:35 Uhr
DagnyTaggart

QuoteTheRaven sagte:
allerdings sind schlaege und sexueller missbrauch auf gar keinen fall tolerierbar (auch wenn dagny das so sehen mag).


na, jetzt interpretierst du aber ueber das zulaessige hinaus frech in mein erstes Posting hinein.

QuoteTheRaven
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17.11.2008 - 11:44 Uhr
QuoteTheRaven

DagnyTaggart sagte:
na, jetzt interpretierst du aber ueber das zulaessige hinaus frech in mein erstes Posting hinein.


na ja, ich mache es da einfach wie du mit texten: ich lese deine postings gar nicht bevor ich sie kommentiere. deine eigene medizin scheint dir nicht wirklich zu schmecken, oder?

octopussy
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17.11.2008 - 13:52 Uhr
octopussy

soso. wenn man also boykottiert und darauf achtet, was man kauft, ist man böse und entzieht tausenden arbeitern die lebensgrundlage. is klar. dass dadurch aber die firmen auf die idee kommen, bessere arbeitsbedingungen zu schaffen...

diedrossel
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17.11.2008 - 16:46 Uhr
diedrossel

öhm, sollten wir nicht erst mal versuchen, unsere eigene produzierende industrie zu retten, bevor wir aus mitleid und solidarität nun chinesische waren kaufen? wenn hier die leute wieder genug arbeit und anständige löhne haben, kaufen sie auch teurere waren, was dann auch wieder anderen regionen zugute kommt.

buy local!

suesswarenabteilung
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17.11.2008 - 17:16 Uhr
suesswarenabteilung

buy local funktioniert leider in einer so global vernetzten welt nicht. und ich vermeide bewusst das wort globalisiert. unabhängig der wirtschaftlichen vernetzung gibt es auch andere vernetzungen. sagt man buy local ist man gegen die europäische union, für den nationalstaat. denn das bedeutet, warum überschüssigen zucker aus spanien nach finnland transportieren, wenn man auch in finnland subventioniert zucker anbauen kann.
buy local funktioniert bei lebensmitteln. aber bei klamotten? ich hab einen monat lang versucht produkte aus china zu boykottieren [ohja, ich lebe politischen konsum] - ich muss gestehen, ich hab's nicht hinbekommen. ich versuche aber für meine finanziellen verhältnisse angemessen politische zu konsumieren. mühsam ernährt sich das eichhörnchen. denke ich mir immer...

diedrossel
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17.11.2008 - 17:21 Uhr
diedrossel

vor american apparell haben auch all in den usa gesagt, das funktioniert nicht.
es ist natürlich sehr schwierig, kleidung zu kaufen, die nicht in china oder bangladesh hergestellt wurde. ich weiß auch nicht, inwieweit russland oder tunesien wirklich bessere bedingungen bieten.

wollmops
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17.11.2008 - 17:31 Uhr
wollmops

jetzt mal ganz im Ernst - was soll man tun? ich würde wirklich mehr Geld für Kleidung ausgeben, damit ich nachts ruhiger schlafen kann (ruiniere mich auch schon für Bio-Essen). Aber:
- ich kann nicht nähen und habe keine Zeit (und vermutlich auch keine Begabung) es zu lernen
- wo ich wohne, gibt es keinen (mir ohnehin suspekten) American Apparel
... und eben, an H&M als Hauptsünder glaube ich auch nicht. Steht ja auch im Artikel - die teuren Labels machen das ja genauso. Also, ernsthaft - was tun?

buntstiftsuechtig
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17.11.2008 - 17:39 Uhr
buntstiftsuechtig

bei mir ist es auch schon etwa 3-4Jahre her, dass ich was bei hm gekauft habe. bis dahin war es 1jeans (trägt jetz meine sis) 1hose, 1 schwarze hemdbluse(trag ich heute noch)1Bh der unmöglich ist gekauft. ok haargummis kauf immernoch dort, denke aber ich werde nie im leben handmade in germany haargummis finden^^. Allerdinge kaufe ich seit einiger Zeit beim hm ableger CoS. daran habe ich gemerkt ich kaufe bei hm nich, da das jeder trägt...nicht die arbeitsbed stören mich...klignt ziemlich hezlos, leider. erst letztens habe ich ein in den USA produziertes (kein AA) tshirt gekauft welches schweine teuer war! für mich geht das auch nicht auf dauer...und die leute, auch nicht so recihe wollen KonSumIEren! den 13jährigen teenis ist des doch schei*egal ob des ein 8jähriges kind hergestellt hat hauptsach die neue jacke von pimkie ist im schrank!

fraeuleiningeborg
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17.11.2008 - 19:56 Uhr
fraeuleiningeborg

Ohne jetzt Werbung machen zu wollen (ich kauf da auch nur selten),
super korrekt ist dieses hier:
www.hess-natur.info

wollmops
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17.11.2008 - 20:24 Uhr
wollmops

fraeuleiningeborg sagte:
Ohne jetzt Werbung machen zu wollen (ich kauf da auch nur selten),
super korrekt ist dieses hier:
www.hess-natur.info


hmmmmmmnnnnnnnaja, hab schon Schlimmeres gesehen. Aber ein bisschen trist ist das ja schon, wenn sich auch seit dem Ökoladen der Achtziger-Neunziger was getan zu haben scheint. Vielleicht müssen wir nochmals zehn Jahre warten?

kleinemakrele
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17.11.2008 - 21:42 Uhr
kleinemakrele

ich mag h&m. und ich mag mcdonalds. ich kaufe da! im moment allerdings gar nicht viel, weil ich kein geld hab. ich kauf nur cheeseburger.

Gradwandermaedchen
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17.11.2008 - 22:09 Uhr
Gradwandermaedchen

Ein Teil Billigläden, ein Teil selber nähen, ein Teil Secondhand, ein Teil fair und mit guter Qualität.
Dafür ess ich kein Fleisch, somit wäre auch die Sache mit McDonalds geklärt.
Ich arbeite darauf hin, könnte man sagen.

cabeca
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18.11.2008 - 03:35 Uhr
cabeca

Boykott? Klar, wenn die Konsumenten dann auch wirklich konsequent handeln würden. Wollen sie aber nicht. Würde H&M teurer produzieren lassen, kostet auch eine Jeans nicht mehr nur 30€. Jetzt frage ich mich, wer von den typischen H&M Konsumenten bereit ist, mehr auszugeben. Da finden wir zunächst American Apparel ganz großartig die von sozialverträglichen Arbeitsverhältnissen sprechen und alles brav in Californien herstellen lassen(was aber mittlerweile bei der Nachfrage höchst fraglich geworden ist), nur stehen wir dann im Laden finden wir die 20€-Leggins ja eigentlich doch ganz schön teuer was uns dann wieder im H&M enden lässt. Das Doppelpack für unschlagbare 10 Ökken. Schlechtes Gewissen? Nee, hab ja danach fairen Vanilla Latte bei Starbucks gekauft. Tja....Wenn es nach fairem Handeln ginge, müssten wir doch unsere Lebenskultur radikal ändern. Das fängt beim fair gehandelten Kaffee an und hört bei dem Boykott von beispielsweise Bayer-Aktien auf (die in Deutschland verbotene Chemikalien an indische Bauern verkaufen etc.) Doch da beginnt die moralische Gradwanderung doch erst. Boykottieren wir, könnte das eben auch bedeuten, dass Arbeitsstellen in Bangladesch ganz gestrichen werden. Wer erklärt nun der Mutter von fünf Kindern, dass sie keine Arbeit mehr hat, weil ein Mädel aus Deutschland ruhiger schlafen möchte...? Denn der Lohn wächst ja nicht auf Baumwoll-Sträuchern. Also wird nun weniger Personal eingesetzt. Dieses Problem durch Selbstnähen zu umgehen scheint auch nur auf den ersten Blick die geniale Lösung zu sein, denn woher kommt denn der Stoff eigentlich aus dem genäht wird? Ein Umdenken wäre womöglich angebracht, vielleicht müssen es auch nicht zehn Jeans im Schrank sein, sondern nur vier. Und nicht nur pro Saison. Da ist doch der Haken an der Sache, durch immer kürzere Lebenszyklen wird Bekleidung zur Wegwerf-Ware und nein Kleiderspende ist auch keine Lösung, da hiermit auch noch die letzten Existenzen von kleinen Näh-Läden in der dritten Welt zerstört wird. Klingt blöd ist es aber nicht: Klasse statt Masse.

riesenherz
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18.11.2008 - 16:20 Uhr
riesenherz

Sehr guter Artikel, auch das Dilemma sehr schön dargestellt. Großes Lob, Xifan.
Habe ja lange Jahre Erfahrung mit dem Boykott: immer wenn etwas Negatives über eine Firma zu erfahren war, habe ich sie auf den privaten Index gesetzt: zwanzig Jahre C und A bspw., 15 Jahre lang Streit mit dem Sohnemann wegen des Boykotts chinesischen billig-Spielzeugs, 25 Jahre konventionell erzeugte Lebensmittel boykottiert ...
Aber, trotzdem, die Porduktions- Bedingungen sind nicht wirklich zu eruieren, und was soll ich davon halten, daß i.d.Regel ein turnschuh, der hier 130 Euro im Laden kostet, für 4 oder 5 Euro eingekauft wird?
Selbst Hess (und auch manche Großen der Biobranche) haben ja durchaus Fragwürdiges zu bieten.
Bleibt nur, die Auswüchse vermeiden, und so viel wie möglich Autonomie zurückerlangen. Aber es ist nicht einfach, Möbel selbst zu entwerfen un dbeim heimischen Tischler aus europäischen Hölzern bauen zu lassen und das auch noch zu bezahlen.

greeneyedbandit
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20.11.2008 - 23:47 Uhr
greeneyedbandit

löl.. als wenns nur bei h&m so wäre..

ich bin mir sicher, daß es in wirklichkeit genug gründe gäbe, so ziemlich ALLE nahmhaften hersteller zu boykottieren.

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Mag ich Mag ich nicht

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21.11.2008 - 00:09 Uhr
greeneyedbandit

was sich ändern muss, ist die philosophie in den chefetagen - und zwar weltweit. die veranlasst nämlich derartigen bullsh*t. zumindest meiner bescheidenen meinung nach. und diese philosophie zu ändern wird schwer durch boykott, da dieser seine wirkung nur durch masse erzielt und sich diese niemals finden wird. ich denk, da muss vor allem ein generationswechsel im management her.

tintifax
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Mag ich Mag ich nicht

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21.11.2008 - 09:05 Uhr
tintifax

Ein Boykott senkt die Umsatzzahlen vielleicht um ein halbes Promille. Außerdem gesteht man so eine Mit-Schuld an den Verhältnissen. Und das ist falsch. Ein Konzern wie H&M hat eine enorme Marktmacht. Macht = Verantwortung. Der Verantwortung könnte H&M gerecht werden, wenn sie inklusive Promis und Stardesignern AUSSCHLIESSLICH für ethisch & ökologisch korrekte Produktlinien werben würden. Das heißt nicht, daß sie von heut auf morgen die Sweatshop Textilien aus dem Sortiment nehmen. Das heißt nur, daß sie ihre Macht nutzen, um die (Textil-)Welt zu verändern.

Endymion
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21.11.2008 - 09:55 Uhr
Endymion

Die verkaufen doch eh nur Mist, insofern stellt sich mir die Frage eines Boykotts garnicht...

ClarissaH
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21.11.2008 - 10:02 Uhr
ClarissaH

Bei einem T-Shirt, das für unter 10€ zu haben ist, kann man wohl keine fairen Arbeitsbedingungen erwarten - das stimmt. Doch leider kann man auch bei vielen anderen Labels, deren Klamotten um einiges teurer sind, sich nicht auf seinem guten Gewissen ausruhen, denn dort sieht auch nicht viel anders aus. Ich denke, diejenigen, die sich wirklich für Mode interessieren, befinden sich letztendlich in einem Dilemma, denn mal ganz ehrlich, so groß sind die Alternativen zu den gängigen Klamottenhersteller ja nun auch nicht.
Schläge und Missbrauch sind nicht zu akzeptieren und daher ist es wichtig, dass solche Fälle an die Öffentlichkeit kommen, um den Opfern möglicherweise zu helfen. Die Produktion ganz aus dem asiatischen Raum zu verbannen, halte ich jedoch für fragwürdig, denn für viele Frauen ist dieser schlecht bezahlte Job besser als gar kein Job.

miguelito
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21.11.2008 - 10:04 Uhr
miguelito

Nicht nur Hasi&Mausi (H&M) lassen ausbeuten. Scheinbar tun es auch Unternehmen, die sich selbst ein grünes, ethisch und sozial engagiertes Image geben. Die schwedische Nobelmarke Gudrun Sjöden beispielsweise zeigt auf ihren Anzeigen eine weiße europäisch aussehende Frau, die natürlich Gudrun-Sjöden-Klamotten trägt. Die weiße Frau umarmt eine indisch aussehende Frau, die in traditionellem Sari gekleidet ist. Das soll sagen, wenn ich Gudrun Sjöden trage, tue ich der Welt und vor allem den armen indischen Frauen was Gutes...
Ich habe im Dezember 2006 an die Pressedame von Gudrun Sjöden geschrieben, ob ihr Unternehmen seine Lieferanten zur Einhaltung der fairer Arbeitsbedingungen verpflichten.
Keine Reaktion von Gudrun Sjöden!
Ich habe noch einmal bei der Presseagentur des Unternehmens nachgefragt. Immerhin bekam ich einen Zwischenbescheid: Man würde eine Informationsschrift vorbereiten, ich solle mich gedulden... Das war März 2007.
Bis heute keine Antwort!
Ist es so schwer eine kurze Antwort zu schreiben: "Gudrun Sjöden hat sich und seine Lieferanten auf die Einhaltung der Standards, die durch Internationale Arbeitsorganisation ILO definiert werden, verpflichtet..." Scheinbar ist das so schwer....
Es gibt Labels, die einerseits ökologisch und andererseits sozial korrekt arbeiten. Die sind zwar teurer als H&M, aber man hat dabei ein gutes Gewissen, die können nach Ökoschick aussehen, müssen aber nicht.
Oder man macht sich seine Klamotten selbst. Ist vielleicht mit Arbeit verbunden, aber man hat Unikate und garantiert coole Klamotten!

jananord
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21.11.2008 - 10:25 Uhr
jananord

weniger ist mehr. das gilt auch für die menge an kleidung.....aber dem gro der menschen die dort und ähnlichen läden shoppen geht ist das h wumpe wer das zeug was sie am leibe tragen unter welchen bedienungen herstellt.
hauptsache "billig"
ich mag diese geiz ist geil mentalität nicht.
alle jammern das es in DEUTSCHLAND stundenlöhe von unter 7euro gibt (gibt viele die arbeiten VOLLZEIT für knapp 6euro/std)
diese bekommen dann teils noch geld vom arbeitsamt weil ihr ehalt für ihren 40stunden job nicht reicht.

ja aber warum ist das das so? weil keiner mehr bereit ist mehr als 50cent für 10eier zu bezahlen.9,90 für ein shirt...leute überlegt doch mal. da ist material,herstellung,die lagerung,personalkosten,und noch einiges mehr mit drin.
wer die dinge die er nicht wertschätzt über den preis.... wie den sonst
ich könne noch ewig so weiterschreiben - nur wer liest es ?

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21.11.2008 - 10:26 Uhr
jananord

ach ich vergass
ABER Iphones ohne ende kaufen und co...:-) zu sonst was für Preisen
verkehrte Welt

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21.11.2008 - 10:31 Uhr
jananord

2004 war Gap auch schon mal wegen Kinderarbeit in den Schlagzeilen...2007 wieder

Einem Fernsehteam des WDR-Wirtschaftsmagazins "markt" ist es zusammen mit einem britischen Zeitungsreporter gelungen, Kinderarbeit in Indien zu dokumentieren. In zahlreichen versteckten Hinterhofnähereien, sogenannten Sweatshops, entdeckten sie Kinder unter 14, teilweise sogar unter 10 Jahren. Sie besticken Kleidungsstücke z.B. mit winzigen Paletten und Perlen, darunter auch Produkte internationaler Modemarken.

Vertreter der amerikanischen Modekette GAP zeigten sich entsetzt von einem Video, in dem ein etwa elfjähriger Junge ein Oberteil aus ihrer Kinderkollektion mit Perlen besticken muss - auf dem Boden eines mit Kot beschmierten Raumes sitzend. Der Konzern verweist darauf, dass es dazu kommen konnte, weil vermutlich ein indischer Zulieferer illegalerweise weitere Subunternehmer beschäftigt hat. Der Konzern versprach, der Sache sofort nachzugehen, räumte aber auch ein, dass sich Kinderarbeit trotz interner Kontrollen nicht hundertprozentig vermeiden ließe.

Die Kinder stammen meist aus den armen Regionen Indiens wie Bihar oder aus angrenzenden Ländern wie Bangladesh. Sie werden ihren Elternvon professionellen Menschenhändlern unter falschen Versprechungen für wenige Euros abgekauft und von Schleusern an ihre Bestimmungsorte - zum Teil Tausende von Kilometern entfernt - gebracht. Dort werden sie weiterverkauft und müssen häufig unter primitiven Umständen leben und ohne Lohn für ihre "Besitzer" arbeiten.

m29
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22.11.2008 - 15:48 Uhr
m29

vielleicht einfach weniger kaufen?

squall
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29.11.2008 - 21:20 Uhr
squall

also ich boykottiere h&m ebenso wie McDonalds schon seit jahren, und das erfolgreich! billige klamotten finde ich auch anderswo, vorallem qualitativ hochwertigere und individuellere. klamotten, die nicht jedes 15jährigemädchen trägt...
und warum man immer noch bei mcdonalds essen sollte, wird mir für immer ein rätsel sein. und ich fahr eigentlich ganz gut damit.


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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.