07.11.2008 - 18:30 Uhr

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"Viele denken, dass Zocker nur Opfer sind"

Text: christoph-gurk - Foto: privat

Am Donnerstag begannen in Köln die World Cyber Games. jetzt.de hat Antonia Jilek, 19, gefragt, wie aus dem Computerspielen ein Sport wird - sie ist eine der erfolgreichsten Counter-Strike-Spielerinnen Deutschlands

Hallo Antonia, ich habe früher ab und zu Counter Strike gespielt, das ist aber schon zwei, drei Jahre her. Wie lange bräuchtest du, um mich fertig zu machen? Hm, weiß ich nicht. Manche lernen Counter Strike sehr schnell, andere nicht. Aber ich bin ziemlich treffsicher, deshalb würde ich dich am Anfang schon ganz gut fertig machen... Wann hast du angefangen, Counter Strike zu spielen? Etwa vor fünf Jahren. Mein Bruder hat bei uns zu Hause eine Netzwerk Party gemacht. Ich war 14 und hatte den Computer vorher nur zum chatten benutzt. Trotzdem wollte ich unbedingt mitspielen. Heute bist du 19 und eine der besten Spielerinnen in Deutschland. Wird dir Counter Strike nicht irgendwann langweilig? Nein, eigentlich nicht. Es ist ein Teamspiel, man ballert nicht nur einfach Leute um, sondern muss taktisch vorgehen und mit seinem Team kommunizieren. Wie kam es, dass du an Turnieren teilgenommen hast? Am Anfang habe ich nur für mich gespielt und hatte keine Ahnung vom professionellen Spielen. Ich habe nie daran gedacht, an einem Turnier mitzumachen und eine Zeitlang wollte ich sogar mit dem Spielen aufhören. Dann wurde ich gefragt, ob ich nicht in einem professionellen Mädchenteam spielen will. Gibt es im eSport extra Turniere nur für Jungs und nur für Mädchen? Extra Turniere für Jungs gibt es nicht, für Mädchen aber schon. Es wird eben immer gesagt, dass Männer eine Stufe höher spielen als Frauen...
Antonia (in der Mitte) Stimmt das? Ja, ich denke schon. In der Szene gibt es mehr Männer als Frauen. Die spielen meistens schon viel länger als die Mädchen und haben deshalb einen Vorteil. Außerdem denke ich, dass Männer sich mit dem Spiel viel stärker auseinandersetzen und auch mehr Zeit investieren. Frauen haben eben noch andere Sachen zu tun, als jeden Tag sechs Stunden vor dem PC sitzen. Wenn es aber mal ein Team gibt, dass genauso viel Zeit in Counter Strike investiert wie männliche Spieler, dann glaube ich schon, dass die Frauen, die Talent haben, mithalten könnten. Wie oft trainiert ihr? Im Moment sehr wenig, nur ein bis zweimal in der Woche. Vor der Weltmeisterschaft haben wir aber fast jeden Tag gespielt und das eigentlich nur gegen Männerteams. Da konnten wir mehr lernen. Spielen Jungs denn anders als Mädchen? Ich denke Jungs spielen aggressiver. Frauen trauen sich oft nicht, einfach um die Ecke zu gehen und darauf zu hoffen, jemanden zu erwischen. Ist die Frauen Szene im eSport in anderen Ländern größer als in Deutschland? Das weiß ich nicht, im Gegensatz zu früher gibt es mittlerweile aber richtig viele Spielerinnen. Gibt es euch gegenüber Anfeindungen? Ja, sehr oft. Auf Internetseiten der Liga kann man Kommentare schreiben. Oft wird da geschrieben, dass Frauenteams sowieso nichts treffen oder Frauen an den Herd gehören, nicht an den PC. Mittlerweile bin ich das gewöhnt. Wenn wir gewinnen und dann einen dummen Spruch abbekommen, dann ist mir das relativ egal. Ich denke mir dann immer, dass das nur der verletzte männliche Stolz ist. In Japan und den USA kann man mit eSport mittlerweile richtig Geld verdienen. Wie ist das bei euch? Das ist mit Deutschland bzw. Europa nicht zu vergleichen. Die Spieler in Japan bzw. Korea bekommen wesentlich mehr Geld, als Spieler aus Europa. Allerdings machen diese auch nichts anderes mehr, als zehn Stunden am Tag zu spielen. Kriegst du denn Geld? Ja. Frauen bekommen aber wesentlich weniger Geld als Männer. Wie reagieren Fremde, wenn du ihnen erzählst, dass du eSport machst? Ich wundere mich oft, wie viele Leute Counter Strike kennen, vor allem unter den Jungs. Trotzdem sind viele überrascht, wenn ich ihnen erzähle, was ich mache. Viele denken, dass Zocker anders aussehen, die vor dem Computer hängen, also eher ungepflegt sind. Unterstützt dich deine Familie? Ja, auf jeden Fall. Meine Mutter schaut sich meine Spiele sogar live im Internet an. Spielst du noch manchmal gegen deinen Bruder? Nein, der spielt selber kaum noch. Weil du besser bist, als er? Naja, er war damals ein ziemlich guter Spieler, hatte aber keine Zeit mehr für das Spiel. Ob ich vom taktischen her besser bin, weiß ich nicht, aber ich bin auf jeden Fall treffsicherer.


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Mag ich Mag ich nicht

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07.11.2008 - 19:14 Uhr
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GEIL ! Und auch noch halbwegs ansehnlich.

lea2
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Mag ich Mag ich nicht

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07.11.2008 - 19:20 Uhr
lea2

eSport? die bezeichnung klingt wie trick 17 mit selbstverarschung. und was macht der esportler bei stromausfall?

seleukos
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Mag ich Mag ich nicht

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07.11.2008 - 19:23 Uhr
seleukos

Zocker for the win! :)

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07.11.2008 - 20:06 Uhr
ficken21

@lea2: naja, und was macht der e-gitarrist wenn der strom ausfällt ?

bernweich
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07.11.2008 - 20:12 Uhr
bernweich

gut!
endlcih mal kein mörder-bericht.
danke dafür.

silanea
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07.11.2008 - 21:16 Uhr
silanea

@lea2: (Professionelles) PC-Spielen ist genauso sehr oder wenig Sport wie Schach, Bogen- oder oder Sportschießen. Dass die meisten Muskeln dabei nicht gefordert werden ist natürlich klar. Konzentration, Reaktionsfähigkeit, Selbstkontrolle und Willensstärke sind aber in gleichem Maße gefragt wie bei "richtigen" Sportarten. Und falls du glaubst, so ein Zockerturnier sei keine körperliche Belastung, dann unterhalte dich mal mit Ligaspieler(inne)n.

Eithne
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07.11.2008 - 21:33 Uhr
Eithne

@ silanea: sorry für Off-topic, aber da muss ich doch mal ne Lanze für's Bogenschießen brechen: Bogenschießen fordert z.B. Rückenmuskeln von deren Existenz man zuvor noch nicht mal wusste - wird deswegen sogar von Orthopäden zur Unterstützung der Rehabilitation nach Bandscheibenvorfällen empfohlen... würde ich deshalb nicht unbedingt in eine Schublade mit PC-Spielen stecken ^^ Bei Schach stimme ich dir zu ;)
[/OT]

lea2
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07.11.2008 - 22:09 Uhr
lea2

silanea sagte:
@lea2: (Professionelles) PC-Spielen ist genauso sehr oder wenig Sport wie Schach, Bogen- oder oder Sportschießen. Dass die meisten Muskeln dabei nicht gefordert werden ist natürlich klar. Konzentration, Reaktionsfähigkeit, Selbstkontrolle und Willensstärke sind aber in gleichem Maße gefragt wie bei "richtigen" Sportarten. Und falls du glaubst, so ein Zockerturnier sei keine körperliche Belastung, dann unterhalte dich mal mit Ligaspieler(inne)n.


doch, ich kenne die körperlichen belastungen vom langen am pc sitzen, keine frage. ein grund mehr, für mich nicht ewig zu zocken, aber wems gefällt soll daran seinen spaß haben. wenn mich was an der sache nervt, dann ist es der mehr als weniger sinnlose stromverbrauch. so wie der motorsport für mich treibstoffverschwendung ist, auch wenn das argument, daß da technologien für den normalen automarkt getestet dagegengehalten wird.
und der e-gitarrist spielt dann eben die gute alte wandergitarre am lagerfeuer ;)
und ja, ich weiß, daß bei pc spielen einige nicht zu verachtende kognitive fähigkeiten trainiert werden, was sicherlich auch nicht verkehrt ist, obwohl man die sicherlich auch anders trainieren könnte. trotzdem ist eSport ne mißratene wortschöpfung

DonSchwan
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07.11.2008 - 23:35 Uhr
DonSchwan

bernweich sagte:
gut!
endlcih mal kein mörder-bericht.
danke dafür.


kann ich nur zustimmen.

uther_the_puter
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08.11.2008 - 01:04 Uhr
uther_the_puter

Ich hör mir ja auch keine Musik mehr von diesen Rockmusikern an, weil die sauviel Strom verbrauchen, diese blöden Hunde....total unnötig sowas. Dann kommt noch ne Pyroshow dazu....was da bei der Verbrennung freigesetzt wird...und überhaupt...während ich diesen absolut unnötigen Beitrag schreibe frisst mein Computer wertvolle Ressourcen auf....

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