Das schweißt zusammen
Die jetzt.muenchen-Sauna-Typologie zur kalten Jahreszeit: Diese Menschen triffst du nur nackt
Wenn es draußen wieder richtig kalt wird, geht die Sauna-Saison los. Leider sind diese schweißtreibenden Gesundheitsräume bevölkert von Menschen, die nicht nur nackt sind, sondern auch sonst eigenartige Verhaltensweisen an den Tag legen. Eine Typologie der fünf nervigsten Saunabesucher.
Der Körperfetischist
Er begreift die Sauna nicht als Heilort oder Platz für nachhaltige Anwendungen, sondern als Bühne. Wo schließlich kann er sonst all die aufwändig enthaarten Winkel und Falten seines Körpers so offen vorzeigen: Mit seinen Tattoos, der haarlosen, gestählten Brust, dem getunten Gemächt und den pedikürten Fußnägeln bereitet er den anderen Anwesenden schließlich nicht nur Augenschmaus – er gibt damit auch dezente Anregung, wie sich ihre Körper-Performance noch verbessern ließe. Deswegen stolziert der Körperfetischist auch betont langsam in der Sauna-Anlage auf und ab, und verteilt Strafblicke an fremde Fettpölsterchen. Das Ferrari-Handtuch hat er sich dabei, wenn überhaupt, nur lässig um den Hals gelegt. Das Saunieren selber betreibt er aus sportlichem Ehrgeiz. Er freut sich, wenn er länger kann als alle anderen und stürzt sich mit ausdrücklich zur Schau gestellter Nebensächlichkeit ins Eisbecken, wo er noch abtaucht, um zu zeigen, wie lange er die Luft anhalten kann. Gelegentlich ist er auch mit einer Freundin da, dann tragen sie die Solariumsbräune im Partnerlook und sehen sich auch sonst ziemlich ähnlich – Bodybuilding ist ja der große Gleichmacher unter den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Seine makellose Fassade bröckelt allerdings in der Umkleidekabine. Dort verwandelt er sich mittels einer zweifarbigen Jeans und eines schlimmen Sweatshirts in den unscheinbaren Langweiler von nebenan zurück, der er in Wahrheit auch ist. Manchmal verdeckt Nacktheit auch.
- Hemd versus Wohlfühlklamotten vor 8 Std.
- Wenn aus Freundschaft Arbeit wird vor 8 Std.
- „Ich schreibe alle Vorlesungen mit der Hand ab“ 05.02.2012
- Muss ich wirklich noch den Master machen? 05.02.2012
- „Es ist das Bildblog. Jemand muss es machen“ 29.01.2012






