Steh zu Deinem Viertel!
Stadt teilen macht Spaß, aber manchmal muss man seine Ecke auch gegen alle verteidigen
In einem halben Jahr ziehe ich um. Vom beliebten und heimeligen Haidhausen nach Ramersdorf. Jeder, ausnahmslos jeder, hat mich bislang für diesen Umzug bedauert, bemitleidet oder gefragt, ob jetzt auch ich angesichts der Finanzkrise Einschränkungen hinzunehmen hätte. Wie es denn überhaupt auszuhalten sei, in ein Viertel zu ziehen, das nur dann wahrgenommen wird, wenn neue Statistiken ergeben, dass es gerade dort ganz besonders wenig lebenswert sei – in einer Stadt, die zu den lebenswertesten des Landes, ach, der ganzen Welt gehört! Bisher war ich daraufhin immer ganz still oder habe ebenfalls auf das Schicksal geschimpft, das mir meine neue Behausung dahin gepflanzt hat, wo man normalerweise nur auf dem Weg ins Gebirge durchrauscht. Bis vor einer Woche. Da war ich mit Freunden im angesagtesten aller angesagten Viertel, dem Gärtnerplatzviertel aus. Der Anblick, der sich mir an diesem völlig unspektakulären Samstagabend bot, reichte aus, mich mit der Aussicht auf ein Leben in der Peripherie zu versöhnen. An jeder der unzähligen gleichförmigen Bars standen Trauben von Menschen herum, alle auf Einlass wartend, als es ob dort Manna und Ambrosia im Angebot gäbe. Weil offensichtlich auch junge Menschen bequem und unselbständig sind, entstehen mit der Zeit Straßenzüge, in denen sich eine Bar an die andere reiht.
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Oft ist auch gar nicht das Viertel entscheidend, sondern die Straße, die Lage der Wohnung, die Licht- und Sonnenverhältnisse zu verschiedenen Jahreszeiten, die Breite der Straße, des Trottoirs, der Blick auf die Szenerie vom Frühstückstisch aus usw.
Da muß vieles zusammenkommen, damit man sich wohlfühlt.
Also, warum nicht Ramersdorf?
(Mache mich jetzt erst einmal ein bißchen schlauer;)
Man kann höchstens noch Rankings machen, welches Viertel am wenigsten peinlich ist, aber schlimm sind sie alle, und das Ganze ist noch schlimmer als die Summe seiner Teile.
kleinemakrele sagte:
für mich gibts keine coolen oder uncoolen stadtteile. son quatsch.
find es auch quatsch
ansonsten, ich hasse stadtteilfanatiker... das wird einem aber hier auch extrem leicht gemacht mit den ganzen idioten, die in mitte bspw. einen auf dicke hose und ultracool machen und noch nie was vom rest der stadt gesehen haben weils unter ihrer würde ist.
Wenn ich Party machen will, dann komme ich überall hin. Sonst habe ich Ruhe in meiner Bude und kann am WE auch ohne Probleme mit offenen Fenster pennen ohne mir Sorgen zu machen das ein besoffener herumgröllt.
Und was ganz wichtig ist. Die Mieten sind echt billig im Vergleich zu anderen Vierteln. Ich mag mein Viertel echt gern:-)
andinin sagte:
... Lidl & Schlecker um die Ecke. Was will man mehr? :-)
das waere fuer mich schon grund genug da nicht hinzuziehen. weder kaufe ich da ein, noch moechte ich leute die da einkaufen als nachbarn haben.
jedenfalls bin ich sehr zufrieden mit meinem sich rapide gentrifizierendem stadtteil, troztz hoher miete und kleiner wohnung.
dort ist es bunt, einigermaßen günstig, zentrumsnah und auch gar nicht mal so laut.
Glockenbach ist doch seit gefühlten 5 jahren nur noch treffpunkt für landeier die mal gehört haben, dass es da total alternativ wär.
es gab auch mal nen guten NEON arikel über das thema In- stadteil.
dafür habe ich einen park in unmittelbarer nähe und keine parkplatzprobleme. außerdem bin ich mit den öffentlichen trotzdem noch in 15-20 min am stachus.
das ist mein in-viertel.
alle anderen sollen das machen wo nach ihnen der sinn steht.
AllesOderNichts sagte:
das shirt gefällt mir leider nicht, der text dafür schon, und ich bin für sendling!
Jawohl!
Shorebilly sagte:
das waere fuer mich schon grund genug da nicht hinzuziehen. weder kaufe ich da ein, noch moechte ich leute die da einkaufen als nachbarn haben.
Das liegt um die Ecke und dort komme ich auch zu Fuß hin. Der Laden ist letztendlich egal, hauptsache ich bekomm da mein Zeug. Wenn es ein Penny wäre oder ein Aldi, würde ich dort ebenso einkaufen. Die Lage ist wichtig und nicht der Name. Manche Leute haben komische Ansichten...
Und wenn es ums Geld geht. Ich zähl nicht jeden Euro, denn ich will leben.
the_cat sagte:
sülz.......davon möchte man wirklich kein shirt.......
hahaha, nö, echt nicht ;)
hab ehrenfeld im angebot. davor agnesviertel. das hat mir bis jetzt am besten gefallen
die au ist ja bisher immer verschont geblieben von der hippness und as wird hoffentlich so bleiben, obwohl sie so zentral ist
milagro sagte:
ich finds ne nette idee, auch wenn ich mein viertel jetzt nicht unbedingt aufm t-shirt tragen würde, das weckt nur falsche assoziationen
ach was. bei mir genau die richtigen.
eisengrau sagte:
@milagro: Das kann ja nur Schöneberg sein. :-)
schön wärs. :)
Ich: Obergiesing. Sehr toll, aber ich will kein Shört.
Früheres Wohnviertel von mir wär allerdings beinah shörtreif: Frauenland (in Wü, Ladyland quasi).
Und natürlich: You suck, Mitte-Spast!
Wie immer, hell is other people.
milagro sagte:
eisengrau sagte: @milagro: Das kann ja nur Schöneberg sein. :-)schön wärs. :)
Ich dachte, wegen der 36 cm ;-)
Tja, was gibt's denn da noch, was Assoziationen wecken könnte? Jungfernheide? Schönholz?
1. Verleugnung
2. Coming-Out
3. Akzeptanz
4. Stolz
5. kultische Verehrung
da waren auch schöne wohnungen dabei die en appel und en ei kosteten. aber die holde nachbarschaft war mir zu hardcore...und wenn ich an steglitz oder reinickendorf denke...so alt fühle ich mich nicht. da kann ich gleich nach bielefeld ziehen.
wer braucht denn schon t-shirts!
Isar nebenan, Ruhig, Zentrum nicht weit weg, und zum Radeln ist man dank des Perlacher Forsts ganz ohne Hauptverkehrsstraßen mir nichts dir nichts im bayrischen Oberland unterwegs Richtung Alpen.
Die Hippigkeit meines Viertels würde ich eher gering einschätzen, was mir sehr sympathsich ist - aber ich bin ja auch zugezogen. Was weiß ich schon.








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27.10.2008 - 19:39 Uhr
AllesOderNichts