20.10.2008 - 18:30 Uhr

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Studieren rund um die Uhr

Text: dana-brueller

Vom Morgen-Kaffee bis zur letzten U-Bahn: jetzt.muenchen zeigt 24 typische Stunden im Uni-Viertel

Das Viereck, das Ludwig- und Amalienstraße sowie Schelling- und Akademiestraße um das Hauptgebäude bilden, ist das Herz der Maxvorstadt und Tummelplatz der Münchner Studenten. Und trotzdem gleicht dort jeder Tag dem nächsten. Wir haben zum Semesteranfang 24 Stunden im Univiertel protokolliert.
03:57 Uhr: Bäckerin Anja betritt den Kuchenraum in der Schellingstraße 44. Anja stammt aus Isny, einem Ort zwischen Lindau und Kempten. Jeden Morgen steht sie um drei Uhr auf, um Roggenbrot und Mohnsemmeln für Münchner Studenten zu backen. Wenn sie damit fertig ist, macht sie sich an Kuchen und Gebäck. Manchmal geht sie gleich nachdem sie gegen halb eins von der Arbeit kommt wieder ins Bett.
06:30 Uhr: Dieter Schweiger, besser bekannt als Didi, der bekannteste Obst- und Gemüsedandler der Stadt, öffnet seinen Stand. Seit 25 Jahren steht er neben dem U-Bahnausgang Universität, gleich am Hauptgebäude, und verkauft Studenten einzelne Bananen. Bis vor kurzem sagte er im Regionalfernsehen das Wetter an, jetzt kann man auf muenchenvideo.de sehen, wie er sich über verwirrte Erstsemester freut und uns sagt, ob wir mit Sonne oder Regen rechnen müssen. Das Wetter ist Didi persönlich aber ganz egal, er ist immer unheimlich gut gelaunt – „S’Lebn is a Freid“, so steht es auf seinen Schiefertafeln.
07:00 Uhr: Das Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1 wird geöffnet – und bleibt bis 22:00 Uhr geöffnet. 07:05 Uhr: Den wohl frühesten Kaffee gibt es in der Amalienstraße, zum Beispiel im Café Amalien, Hausnummer 87, mit den legendär unfreundlichen Bedienungen, bei denen man sich schon früh morgens eine Tracht Verbalprügel abholen kann. Netter geht es nebenan in der Essbar zu, Amalienstraße 93. 07:08 Uhr: Der wohl netteste Pförtner der Welt, Herr Kirchgessner vom Sozialverband VdK, sperrt die Tür zu seinem Arbeitsplatz in der Schellingstraße 29-31 auf. Seine Arbeit fängt eigentlich um halb acht an, aber er braucht ein bisschen Zeit, um sich zu akklimatisieren. 08:00 Uhr: Die Bibliothek öffnet: Der Allgemeine Lesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek in der Ludwigstraße 16 ist bis 24.00 Uhr geöffnet. Dort gibt es 9 248 000 Bände, über 50 000 laufende Zeitschriften und auf den Online-Katalog wird jedes Jahr mehr als 5 000 000 mal zugegriffen. Aber: Der Großteil der 1 155 000 Besucher des vergangenen Jahres geht bloß zum Flirten hin. Schade.
08:50 Uhr: Die SZ-Männer beginnen mit dem Aufbau ihrer Stände. Einer steht vor der Schellingstraße 3, der andere vor dem Hauptgebäude der Universität. Sie werden jeden Studenten mindestens einmal fragen, ob er eine „Süddeutsche kostenlos?“ möchte, weil sie Abonennten gewinnen wollen. Und auch wer bereits ein Abo bei einem der SZ-Männer abgeschlossen hat, wird garantiert weiterhin gefragt.
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