19.10.2008 - 16:50 Uhr

3 8 Über Twitter weiterempfehlen

Eine umfassende Betrachtung der Finanzkrise

Text: Digital_Data

Zunächst kurz eine Betrachtung der Vergangenheit am Besten anhand der USA. Dort fehlen anscheinend 700 Mrd. Dollar, zumindest las man ähnliches in der Presse. Wie viel sind 700 Mrd. Dollar? Zunächst müssen wir uns klar werden, welche Kredite das sind. Natürlich Immobilienfinanzierungen, aber auch Automobilfinanzierungen (in Europa sind 50 % aller Autos fremdfinanziert, in den USA unglaubliche 95 %), Möbel-, Elektronik und andere Warenhauskredite, Kreditkartenüberziehungen, PayLoans und anderes. Ich lege hier mal eine derzeit noch offene durchschnittliche Kreditsumme von 100.000,-- Dollar zugrunde, was aber durchaus hoch erscheint. Zum einen platzt der Kredit fast nie bei voller Summe, zum anderen sind wirklich nur die Immobilienfinanzierungen über 100.000,-- Dollar anzusiedeln. Nun gut, 700 Mrd. Dollar durch 100.000,-- Dollar entspricht 7 Mio. Krediten! Wenn auch in Amerika eine Familie im Durchschnitt aus etwa 4 Personen besteht, dann sind 28 Mio. US-Bürger von Kreditkündigungen betroffen, dann sind bei 300 Mio. US Bürgern, 10 % nicht mehr kreditwürdig und nehmen nur eingeschränkt am Wirtschaftsleben teil. Und das ist evtl. noch nicht die ganze Wahrheit. Wir können aber noch etwas weiter rechnen. Die Ursprüngliche Kreditsumme war sicher höher, nehmen wir mal das Doppelte an, dann sind wir bei 1,4 Billionen Kreditsumme oder wieder etwa 10 % des Bruttoinlandsproduktes der USA. Selbst auf 10 Jahre verteilt entspricht dies noch etwa 1 % der Wirtschaftsleistung der USA jährlich. Waren die Kredite leichtfertig vergeben ? Ja und nein. Sicher waren sie leichtfertig vergeben, da sie heute Probleme verursachen. Auf der anderen Seite hätten wir in den letzten Jahren in Amerika jedes Jahr 1 % weniger Wirtschaftswachstum gehabt (siehe Berechnung oben), damit wohl in einigen dieser Jahre eine Rezession, Arbeitsplatzverlust etc. Es war also eine Investition im damaligen Jetzt, auf Kosten der damaligen Zukunft und die ist heute. Auf der anderen Seite gibt es dabei auch immer Interessenkonflikte. Wenn die Investmentabteilung einer Bank in BMW-Aktien spekuliert, dann wird man bei der Finanzierung eines BMWs wohl zu gerne ein Auge zudrücken. Jeder verkaufte BMW ist schließlich Gewinn. Ein befreundeter Ducati-Händler stößt in dieses Horn, er sagt: "Bei mir gehen Finanzierungen über den Tisch, die würde ich nie genehmigen. Die Bank macht es und ich bin froh, weil ich wieder ein Motorrad verkauft habe." Und genau so läuft das. Im Moment gerade bezahlen wir für dieses Verschieben des Konsums aus der nun Gegenwart in die Vergangenheit. Auf die eigentlichen Gründe kommen wir später noch. Einige Leute scheinen sehr gut zu wissen, wie schlimm es steht. Stand der Dollar fast zwei Monate stabil bei 1,55 Dollar je Euro, so stieg der Dollarkurs auf einmal sprunghaft etwa 2 Wochen vor Bekanntwerden der Krise. Zwischenzeitlich war der Dollar auf Höchständen von 1,35 Dollar je Euro, wobei es schon paradox klingt bei diesem Verhältnis von einem Höchststand zu reden. Warum aber steigt der Dollar im Moment? Wegen der zu erwartenden Rezession und den Börsenverlusten werden derzeit massenweise, und zwar auch schon vor Bekanntwerden der Krise, Warenkontrakte und Aktien verkauft oder Konten bei Banken aufgelöst. Und wenn man die Aktie verkauft, dann will man Geld, dann wird der Dollar knapp und steigt. So einfach ist das. Nur ist der Dollar derzeit kein wirklich geeigneter Hort. Sobald diese Personen ein neues sichereres Zuhause finden, wird der Dollar wieder und umso mehr abschmieren. Warum erwartet uns eine Rezession? Zum einen nahm schon ein nicht unbedeutender Teil der Bevölkerung nicht mehr richtig am Wirtschaftsleben teil. Zum Amtswechsel Clinton/Bush jun. sagte Clinton "Ich habe 3 Mio. Arbeitsplätze geschaffen" und die postwendende Antwort war: "Ich weiß, ich habe drei dieser Jobs." Weil man eben von einem Job nicht mehr Leben kann, ähnlich wie bei uns. Diese Leute wurden mit Krediten am Wirtschaftsleben gehalten, denn keine Volkswirtschaft kann es sich leisten so viele Konsumenten zu verlieren. In Deutschland ist Hartz IV dieser Bremsklotz. Wenn selbst gut verdienende Leute nach einem Jahr Arbeitslosigkeit auf Hartz IV abstürzen können, dann fehlt das Vertrauen in die Zukunft und damit das Vertrauen in langfristige Investitionen, wie z.B. Häuser, Autos, Möbel, Elektronik. Die Zeichen heute beobachten Das Ergebnis sind einbrechende Zahlen bei den Bauanträgen, die manche noch mit dem Wegfall von Subventionen begründen mögen, der Rückgang von Zulassungszahlen, BMW sperrt eine ganze Woche zu, was manche noch mit dem hohen Spritpreis begründen, Probleme der großen Möbelhäuser, da wird es schon schwieriger dies zu begründen und Schließungen von Elektronikmärkten z.B. MaxiMarkt diesen Sommer. Im Moment trifft es die Branchen die an der Kreditblase hängen, die Artikel, die man nicht so einfach vom Festgeldkonto bezahlt. Und bei Krediten werden nun die Banken wirklich genauer hinschauen. In Landshut bietet das Möbelhaus Emslander schon länger einen Schweinsbraten mit Semmelknödel und Sauerkraut für 3,90 Euro an. Nicht weil Schweinebäuche billiger geworden sind oder weil das Möbelhaus einfach ein netter Laden ist, sondern um Konsumenten in den 4. Stock des Möbelhauses zu locken, damit sie den langen Weg durchs Möbelhaus gehen. Und das mit Dumpingpreisen, denn das Angebot ist wirklich unglaublich, mit Bedienung! Die Folgen sind in Landshut deutlich sichtbar, die Preise für den Mittagstisch purzeln und so weitet sich die Krise auf die Gastronomie aus, die eigentlich mit der Finanzkrise am wenigsten am Hut hat. Das zeigt, dass niemand sicher ist und wir alle davon betroffen sein werden. Von Zulieferern und anderen gar nicht zu sprechen. Wie kam es zu dieser Situation? Die Marktwirtschaft so wie wir sie derzeit kennen, hat zwei große Probleme: 1. Problem, das Wachstum. Das Wachstum entspricht einem Zinseszinseffekt. 3 % jährliches Wachstum entsprechen einer Verdoppelung der Wirtschaftsleistung in 24 Jahren. Seit dem 2. Weltkrieg sind 63 Jahre vergangen, also in 9 Jahren müßte sich die Wirtschaft seit dem Krieg verachtfacht haben. Wer kann acht mal soviel Brot essen? Wer kann achtmal soviele Autos fahren? Wer kann achtmal soviel Kleider tragen? Irgendwann ist hier Schluß. Aber mehr noch, mögliche Chancen werden verschlafen. Beispiel HD-TV. Würde die Fernsehindustrie heute flächendeckend HD-TV einführen, was technisch möglich wäre, dann würde das den Elektronikmarkt richtig anschieben. Die Fernsehindustrie scheut aber die Kosten ohne sich die Frage zu stellen, wie der Media Markt in 2009 die "Geiz ist Geil"-Werbung bezahlen soll. Eine Industrie die so kurzsichtig agiert, kann uns derzeit aus dieser Krise nicht heraus holen. 2. Problem, das Geld: Ganz früher wurde getauscht. Der Bauer gab dem Kohlenhändler Kartoffeln und bekam dafür Kohlen. Damit konnte er nicht unendlich warten, weil ihm sonst die Kartoffeln verfaulten. Aber manchmal hatte der Kohlenhändler schon genug Kartoffeln, dann mußte der Bauer zuerst in Getreide tauschen und dann in Kohlen. Durch das Universaltauschgut Geld wurden diese beiden Probleme behoben. Nur Geld konnte man einfach aufbewahren und so wartete der Bauer mit dem Tausch des Geldes und blockierte damit den Handel. Der Kohlenhändler brauchte Geld, aber niemand kaufte die Kohlen, also machte er die Kohlen billiger aber nun wartetet man, da die Kohlen ja jeden Tag billiger wurden. Das mußte man ändern, ein Weg waren die Zinsen. Gab man Geld wieder weg, bekam man mehr zurück. Nur dieses Mehr mußte jemand bezahlen. So ist heute auf all unseren Waren ca. 1/3 Zinslast mit stark steigender Tendenz, bei Miete sind es über 2/3. Eigentlich wäre das Vorbild Kartoffel richtig, Geld hätte auch verderben müssen. In der Inflation sieht man das, der Handel floriert, jeder gibt das Geld sofort aus, bevor es verdirbt. Allerdings ist der unkontrollierte Verlust auch nicht gut. Aus dem Gedanken heraus, das Geld sich von selbst vermehrt, entstanden nun die abenteuerlichsten Finanzwerkzeuge. Ich nehme mal als Beispiel den Future an der Chikago Board of Trade. Hier kauft man für 125.000,-- Dollar Schweinebäuche, Orange Juice oder Öl. Diese Spekulanten nehmen damit den Produzenten zwar das Preisrisiko ab, sie müssen aber nur eine Kaution von 2.500,00 Dollar hinterlegen. Steigt der Preis von 125.000,00 Dollar auf 127.500,00 Dollar, also gerade einmal um 2 %, dann verdient der Spekulant bei einem Kapitaleinsatz von 2.500,00 Dollar 100 %. Bei Optionen und Hedgefonds und wie diese Anlagen alle heißen, sind die Hebelwirkungen teilweise noch größer. Mit diesen Anlageformen konkurrieren nun aber die Betriebe und vor allem die Aktiengesellschaften. Wer investiert sein Geld in eine Firma oder eine Aktiengesellschaft bei Umsatzrenditen von 2 % oder Dividenden von 5 %, wenn woanders 100 % winken. So kamen die Aktiengesellschaften immer mehr in einen Strudel von Anlegern, die extrem hohe Renditen erwarteten. Und die Chefs der Aktiengesellschaften geben dem nur zu gerne nach, da auch sie kurzfristig denken und selbst wieder an diesem System verdienen. Und so kommt es, dass Nokia hier in Deutschland ein lukratives Werk schließt, eben weil der Druck des Kapitals auf extreme Renditen auch für gesunde Unternehmen immens ist. Folgt man dem Druck nicht, wandert der Anleger weiter und die Aktie stürzt ab. Durch das Abwandern werden aber hier Existenzen, die am Konsum teilnahmen, vernichtet, während woanders z.B. in Rumänien oder China nicht wirklich neue Konsumenten aufgebaut werden. Auch deshalb brauchte die Wirtschaft die Kredite, um die wegfallenden Konsumenten zu ersetzen. Das Ergebnis Der Konkurrenzdruck durch fadenscheinige Investmentprodukte, die der wirklichen Konkurrenz durch geschönte Bedingungen aus dem Weg gehen, werden Unternehmen zu Entlassungen gezwungen. Dadurch gehen Konsumenten verloren. Um weiter Produkte zu verkaufen muss man nun Kredite geben und so dreht sich die Spirale, die von den Finanzmärkten initiiert wurde. Und auch die Regierungen wissen darüber Bescheid. Noch ein Beispiel, das deutsche Gesundheitswesen. Das deutsche Gesundheitswesen hat einen Anteil von ca. 10 % am deutschen Bruttoinlandsprodukt und etwa 10 % Wachstum jährlich. Im Klartext heißt das, das Gesundheitswesen trägt jährlich mit 1 % beim Wachstum bei. Für die Vergangenheit heißt das, ohne Gesundheitswesen hatten wir in Deutschland schon eine Rezession. Ist jetzt noch jemand da, für den die Frage, warum die Kosten des Systems von der Politik nicht wirklich gedeckelt werden, sondern durch Zuzahlungen, Fonds und alles mögliche weiterhin ungezügelt wachsen, unbeantwortet. Wir bezahlen damit unser Wachstum und die Politiker erhoffen sich bei Wachstum die Wählerstimme. Was wird passieren? Wir maschieren mit riesen Schritten in die Rezession. Nicht das ich das begrüße, ganz im Gegenteil, ich bin selbst selbständig und brauche auch zahlungskräftige Konsumenten. Es wird Branchen treffen, die sich derzeit noch sicher fühlen. Weitere Hiobsbotschaften über Ausfälle werden kommen und auch die derzeitigen Bestrebungen der Regierungen im Ansatz unterlaufen. Der Euro widersteht dem durch seine breite Anlage aus vielen Volkswirtschaften sicher besser als der Dollar, der eh schon mehr als wackelt. Das Pfund wird hier auch noch unter Druck kommen, hier könnte die Weigerung dem Euro beizutreten noch sehr teuer werden. An den Börsen und Terminmärkten wird es turbulent und unberechenbar, da das Geld nun permanent auf der Suche nach scheinbar sicheren Plätzen ist. Sobald einer gefunden ist, strömen alle hinterher und das System kolabiert. Immer öfter werden Gewinne von heute mitgenommen und in Verluste von morgen gewandelt. Steigt ein Kurs, ist es ein Indiz, das viel Geld in diese Anlageform wandert. Steigt der Kurs, kann man warten bis die ersten die Gewinne mitnehmen und abwandern und der Kurs wieder fällt. Die Märkte werden immer nervöser und unberechenbarer. Wochenenden werden für Anleger zum Fluch. Heute Öl, morgen Nahrungsmittel, übermorgen Rohstoffe, danach Devisen usw. Unsere Aussichten? Unsere Aussichten wären gar nicht so schlecht. Das System aus Sparkassen und Genossenschaftsbanken hat gute Chancen, das ganze einigermaßen schadlos zu überstehen. Allerdings sind auch die richtigen Schritte notwendig. Nur eine Kaution für Anlageformen zu hinterlegen muss abgeschafft werden. Wer Schweinebäuche will muss 125.000,00 Dollar dafür hinlegen, sofort, genauso wie bei Aktien. Das gleiche muss für Optionen, Hedgefonds usw. gelten. Das gäbe den Aktiengesellschaften wieder Spielräume. Hier sehe ich aber das größte Risiko, da die Politik zu sehr mit der Finanzwelt verbandelt ist. Digital_Data


Neue Texte zum Label 'Finanzen':
Textoptionen
Mehr Texte von
Digital_Data
Mehr Texte zum Label
Finanzen
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
Der Text gefällt Dir?
Lesenswertpunkt schenken
Hier bei jetzt.de anmelden,
Texte schreiben und kommentieren.
8 Kommentare

speichern
riesenherz
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

19.10.2008 - 17:17 Uhr
riesenherz

* und empfohlen.
notwendiges rüstzeug für eine wende im kopf, denn damit finge es an.

Odetta_07
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

19.10.2008 - 18:03 Uhr
Odetta_07

danke für den text
sehr aufschlussreich!
auch von mir weiter empfohlen*

DagnyTaggart
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

19.10.2008 - 21:42 Uhr
DagnyTaggart

Der Analyse im ersten Teil laesst sich durchaus an einigen Stellen noch sinnvolles abgewinnen, den Schlussfolgerungen am Ende nicht.

Leider wiederholt sich hier ernaut das Spiel, dass einige User von D_D Argumentationen ueberzeugt werden, aber es ist schlicht falsch, nein sogar gefaehrlicher Nonsense der hier verbreitet wird.

Kapitalismus, freie Marktwirtschaft lebt immer vom Probieren und Scheitern. Die Huerden neues zu probieren muessen so gering wie moeglich sein (=Deregulierung) und die so entstehnde bunte Dynamik kann das Scheitern von alten Geschaeftsmodellen, von einzelnen Ausfaellen oder von individuellem Versagen auffangen.

Auch sei daran erinnert, dass dank sinkender Rentenerwaartung und steigender Besteuerung von Kapitalerträgen die Renditeerwartung steigen MUSS um bei mittelhoher Inflation eine gewisse Altersvorsorge zu erreichen.

Auf die anderen Halb- und Unwahrheiten in dem Text werde ich nicht weiter eingehen; ueber den Nonsense von D_Ds Zinsideen wurde im Kosmos an andere Stelle ja bereits immer wieder diskutiert

QuoteTheRaven
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

20.10.2008 - 07:11 Uhr
QuoteTheRaven

@dagny: wieder die nacht auf deinen ayn rand romanen verbracht? ich finde deine beitraege immer wieder sehr unterhaltsam. seit kg nicht mehr hier ist gibt es ja kaum mehr unterhaltsames aus der rali-mottenkiste.

Kapitalismus, freie Marktwirtschaft lebt immer vom Probieren und Scheitern.


stimmt.

Die Huerden neues zu probieren muessen so gering wie moeglich sein (=Deregulierung) und die so entstehnde bunte Dynamik kann das Scheitern von alten Geschaeftsmodellen, von einzelnen Ausfaellen oder von individuellem Versagen auffangen.

tja, so steht es in den lehrbuechern der dreissiger jahre. die frage ist nur: wer zahlt fuer das scheitern? wie sieht es mit der markgerechtigkeit aus? wer macht die gewinne?

seleukos
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

20.10.2008 - 07:17 Uhr
seleukos

@Dagny: Island ist Leuten wie dir sprichwörtlich zum Opfer gefallen. Und du findest das auch noch gut? Klasse, vielen Dank! Das schlimme an "euch" ist, ihr seid nicht mal lernfähig.
So, und nu lese ich erst mal das Essay da oben.

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

20.10.2008 - 07:56 Uhr
seleukos

Deine Ausführungen kann ich teilweise nicht ganz folgen.
Zu den Spekulationen sag ich nur eines: Kostolany.
Regulierung sollte so aussehen, das das Geld nicht "verzockt" werden kann.

Und was die Sparkassen & Genossenschaftsbanken angeht: Ich warte nur darauf, das unsere großen Finanzkonzerne zum Sturm auf diese blasen. Sie brauchen Kapital und Kundschaft.
Und ganz nebenbei: Wenn ich mich nicht sehr irre, ist z.B. die LB Bayern der Träger der Sparkassen. Ich denke, wir wissen, was das im Zweifelsfall bedeutet.

DagnyTaggart
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

20.10.2008 - 09:44 Uhr
DagnyTaggart

Die Bayern_LB ist doch ein tolles Beispiel: Hat einen Aufsichtsrat in dem sich illustre Namen aus der Politik tummeln. Aus SPD, CDU, FDP, Gruenen.

Steht seit Jahren am Rand der Pleite, ueberweisst an die bankrote Lehmann Brothers Bank noch eben schnell 300 Mille und benoetigt heute wieder 5 Milliarden aus dem Bankenrettungsplan.

Von den 300 Mille haette man den Ackermann mal eben 10 Jahre zahlen koennen, btw. Aber die politisch geführte Bayern LB pulvert diese Summe in einem Wochenende zum Fenster raus.


Island ist nicht #Leuten wie mir# zum Opfer gefallen: Es ist einfach Hybris, wenn in einem 300 000 Leute Land innerhalb von wenigen Jahren Banken so stark wachsen. dass sie das 10 fache des Bruttoinnlandsproduktes in den Bilanzen stehen haben.

Aber Island wird sich (sofern die Regierung dies nicht mit Staatseingriffen erschwert) schnell erholen: Fischfang, Energie und Aluminium dürften eine solide Bank darstellen.

Digital_Data
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

20.10.2008 - 15:15 Uhr
Digital_Data

@seleukos und vor allem DagnyTaggart

Zuerst das Geld verzocken und dann den Staat um Hilfe bitten, sieht so Deregulierung aus? Diese Hilfe wird nur wenig helfen, denn der Staat gibt ja im Moment nur Bürgschaften oder wie in Amerika übernimmt er Teile der Banken. Und wo käme das Geld her, der Staat müßte es sich ja im Moment selbst leihen.

Was aber im Moment fehlt ist reales Geld, neben den ganzen Buchwerten. Und daraus entsteht ja der ganze Mist. Man kann mit 2.500 Dollar Schweinebäuche handeln, aber wenn etwas schief geht, dann will irgendjemand 125.000 Dollar sehen und dann müssen die entsprechenden Personen mit dem Kopf schütteln. Und das passiert derzeit flächendeckend.

Das Hauptproblem der Banken sind ja im Moment noch nicht einmal so sehr die faulen Kredite, als die abwandernden Kunden. Wenn 10 % aller Kunden einer Bank die Einlagen haben wollen, dann geht nichts mehr, weil keine Bank so viel Bares hat. Und dann muss sie bankrott anmelden. Siehe Future, weiter oben. Solange wir mit Geld arbeiten, dass es eigentlich gar nicht gibt, werden wir immer wieder in die selbe Falle plumpsen. Und die Gier sorgt dafür, dass man immer wieder die selben Fehler macht. Wenn der Markt zeigt, dass er selbst nicht vernünftig genug ist, Fehler nicht dauernd zu wiederholen oder zumindest selbst Regulierungen einführt, die dies verhindern, dann muss man eben die Dummheit, Gier und Geilheit nach schnellen Geld bestrafen und den Markt von außen regulieren.

Ich denke, die Finanzmärkte haben mehr als eine Warnung in den letzten jahren bekommen und sie haben auf keine reagiert. Nun wollen Sie Hilfe, vielleicht wäre ein Hörgerät angebracht. Aber die Milliarden sind verschwendetes Geld, das würde Dir jeder Finanzexperte sagen, wenn er dieses Geld nicht gerade selbst bräuchte. Interessenkonflikt, steht auch oben.

Digital_Data


Speichern

Jetzt-Mitglied

Digital_Data offline

Digital_Data

ist jetzt-User und hat diesen Beitrag verfasst.