11.10.2008 - 02:16 Uhr

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Ein Herbsttag in Andalusien

Text: mijitas

Heute haben wir den 10. Oktober 2008. In den einschlägigen Reisemagazinen wird mit schönem Wetter, Sonne und Strand geworben. Na ja, das Meer ist um diese Jahreszeit wirklich sehr warm und bei schönem Wetter gut zu geniessen.

Ich schildere Ihnen jetzt mal Herbsttage in Mijas:
Gestern Nacht ist die schwere Metallplatte von meinem Terrassentisch zum Nachbarn gesegelt. Hat niemanden verletzt und welch ein Wunder, auch keinen Schaden angerichtet. Die Windgeschwindigkeit ist ernorm hoch und damit hat der Sturm ein leichtes Spiel mit allen Gegenständen.
Mein Terrassentisch ist nun wieder komplett und außerdem verankert, aber mein Nachbar hat mir erklärt, das das nicht bei den ganz schlimmen Stürmen hilft. Ganz schlimme Stürme??? Ich hatte gedacht, das das was wir hier jetzt erleben dürfen die Ausnahme ist. Weit gefehlt. Es kann noch schlimmer kommen.
Heute morgen beim Gassi gehen mit meinem Hund James Bond sind mir die Dachpfannen eines Nachbarn vor die Füße geknallt. Vom anderen Nachbarn segelte ein Wellbelechdach seiner Terrasse über unseren Köpfen hinweg. Mein Hund hat sich mit allem wofür er sonst reichlich Zeit benötigt sehr beeilt.
Auf den Terrassen der Nachbarhäuser schaut es aus wie nach einem Bombenangriff. Dachabdeckungen, Blumentöpfe und Möbel, alles kaputt. Man kann auch nur zu zweit raus um Schäden zu beseitigen, denn einer muß die Türe sichern.
Einige Flughäfen sind geschlossen, viele Straßen unter Wasser, die Fähren nach Mallorca haben den Dienst eingestellt und die Malaga-Melilla-Fähre wird es wohl auch tun (das kommt selten vor). Das Mittelmeer hat absolute Sturmwarnung und damit ist nicht zu spaßen.

Bis weit auf das Meer sehe ich von meinem Bürofenster weisse Schaumkronen, zwischendurch höre ich es irgendwo krachen. Wieder etwas zu Bruch gegangen.
Bin froh hier in meinem Casita zu sein, denn mein vorheriger Wohnsitz (eine einsame Finca in der Sierra Hacho) hätte dem Wetter nicht standhalten können.
Bei der Mittags-Gassirunde fiel direkt vor unseren Augen ein Eukalyptusbaum auf ein Auto. Der Baum lag quer über der Strasse und die ist in dem Bereich die einzige Ausfahrt aus dem Ort. Die Arbeiter der Stadtverwaltung und auch jemand vom Fernsehsender waren schnell zur Stelle. Hund und ich sind dann weiter, denn es fing an zu regnen.
Der kleine Weg, den wir immer gehen, war mit vom Sturm abgerissenen Ästen der Eukalyptusbäume fast versperrt. James Bond, mein Fiffi, fand die Kletterpartie über das Grünzeug Klasse. Ich hab´s über mir aber schon wieder verdächtig krachen hören und meinen Vierbeiner sowie mich aus der Gefahrenzone gebracht. Da fiel auch schon der nächste Ast herunter. Der Regen und der Wind wurden immer heftiger und ich froh, das es bis zu meinem Häuschen nicht mehr weit war.
Heute gibt es nur drei Spaziergänge, das ist beschlossene Sache.
Abends um 22:00 Uhr, der Sturm hatte immer noch nicht nachgelassen, sind wir durch den Ort gegangen. Das hielt ich für sicherer, aber da kam alles Mögliche vom Himmel geflogen. Jedes Haus hat hier eine Dachterrasse und was der Wind dort erwischen konnte landete auf der Strasse, oder sonst wo.
Man sieht sonst niemanden in den Gassen und ich frag mich, ob die spanischen Hunde bei so einem Wetter nicht raus müssen.
Für Morgen meldet der Wetterbericht Regen und eine Windgeschwindigkeit von min. 50 km/h.
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