Interview: "Investmentbanker sind kriminell"
Oskar Lafontaine über seine Reformvorschläge für die Finanzmärkte, warum er schon vor zehn Jahren alles besser wusste und manchmal eine Sitzung des KfW-Verwaltungsrates schwänzt
Diesen Text aus der Süddeutschen Zeitung kannst du hier leider nicht mehr lesen, er ist aber noch im Archiv der Süddeutschen Zeitung zu finden.- Null Punkte für die Meinungsfreiheit 25.05.2012
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Was mir auch auffällt: das kein deutscher Journalist das Wort "Ideologie" sinnvoll verwenden kann.
Urteil: Zunehmend GEMEINGEFÄHRLICH
adaptiv sagte:
lafontaine hat sich zu einem Demagogen übelster Sorte entwickelt. Hat zu allem etwas polemisches - mit einem Gran Wahrheit gemischt - zu melden. Aber er bezeht keine eigene verantwortunsgvolle Position.
Urteil: Zunehmend GEMEINGEFÄHRLICH
Bin kein LaFo fan, aber:
Blabla.
"Die Asienkrise 1997/98 war das Ergebnis von Währungsspekulationen, ebenso die Krise in Lateinamerika zwei Jahre später." => und trotzdem geht es allen beteiligten mittlerweile deutlich besser als vor der zeit der freien wechselkurse.
"Und die Volkswirtschaften, die nach solchen Krisen zu festen Kursen übergingen, wie China und Indien, wachsen am schnellsten." => klar, und zwar auf kosten aller anderen. fuer die gesamtheit ist diese verzerrung eher schaedlich.
wirklich traurig bei dem ganzen ist nur das es tatsaechlich noch leute gibt, die diese fraggle waehlen.
Stimmt schon, was der Herr Lafontaine da fordert klingt echt schon irgendwie unheimlich und nicht minder populistisch wie die Aktionen die er seinen politischen Gegnern da vorwirft.
Nebenbei:
Der Satz "Sie stülpen doch einfach Ihre überholte Ideologie über ein aktuelles Problem." hat mich überrascht. Sollten Journalisten diesbezüglich nicht etwas neutraler agieren?
Insofern ist dieser Ausfall eher erfrischend.
04.10.2008 - 01:40 Uhr
Crushed_on_You
Die "Frage" in der die Frager Lafontaine eine überholte Ideologie vorwerfen ist fast schon selbstironisch angesichts der eigenen Fixiertheit auf die "freie Marktwirtschaft".
Ein weiterer Glanzpunkt: "Damit kastrieren Sie die Branche so, dass sie ihre Funktion für die Marktwirtschaft nicht erbringen kann." Ein Unsinn sondergleichen, als ob eine Marktwirtschaft hochriskiofreudige Investmentbanken bräuchte, die quasi ohne Absicherung über Einlagen Geld verleihen das sie gar nicht haben. Und dann das Risiko "streuen" in dem sie es in verschiedenster Form und immer wieder aufteilen und bündeln bis keiner mehr weiß wo eigentlich welches Risiko liegt... was dann, wenn allen klar wird, dass das Risiko nicht weg ist, nur weil man es nicht mehr sieht, das ganze System ins Straucheln bringt.
04.10.2008 - 01:45 Uhr
obsidian
Zur Asienkrise und Expertentum: Japan ist seit dieser Krise in der fast alle Großbanken des Landes kollabiert sind doppelt so hoch verschuldet wie die BRD.
obsidian sagte:
Die "Frage" in der die Frager Lafontaine eine überholte Ideologie vorwerfen ist fast schon selbstironisch angesichts der eigenen Fixiertheit auf die "freie Marktwirtschaft".
Wie gesagt: gleichzeitig ein Lehrbuchbeispiel für den Begriff "Ideologie" und für seine vulgarisierte Verwendung.
Problematisch wird es wenn man folgende Dinge erlaubt:
-Wetten nicht mehr auf Gewinn des Unternehmen sondern auf Kurse (Also: insbesondere Leerverkäufe)
-Neuabpacken stark korrelierter Risiken.
-jährliche Boni auf Gewinne aus o.g. Handlungen. Ich haette nicts dagegen, wenn man den Leuten von den Aktien, die sie gekauft haben, ein paar (mit 5-Jahres Verkaufsfrist) schenkt.
-Persoenliche nicht-verantwortung für Fehler (ja, ich waere dafuer, zumindest die Boni der Banker zu pfaenden - waere ich Bank wuerde ich das tun, wenn mein Angestellter absichtlich fahrlaessig Mist baut, fliegt er raus. Wenn er daraus gewinn zieht, ist das Betrug).
Dass Lafontaine die Sache mit den Wechselkursen so vereinfacht ist unverzeihlich. Fixe wechselkurse festigen Ungleichheiten zwischen Ländern. Stabile Wechselkurse sind trotzdem ein lohnendes Ziel.
Ich kauf dem Mann seine Anwaltschaft für eine Bessere Welt nicht ab. Oder, vielleich schreien Gysi und Lafontaine nur laut nach Sozialismus, damit wenigstens etwas soziale Wärme übrigbleibt? Und da ist die aktuelle Krise ja wohl DER Aufmacher.
obsidian sagte:
Weil ja keiner mehr weiß, wer denn jetzt eigentlich den Schwarzen Peter hat, weil man den ja so sauber gestreut hat.
Zur Asienkrise und Expertentum: Japan ist seit dieser Krise in der fast alle Großbanken des Landes kollabiert sind doppelt so hoch verschuldet wie die BRD.
In Japan ist Anfang der 1990er, also bereits vor der sog. Asienkrise, die Blase aus dem Boom in den 1980ern geplatzt und das Land befand sich unabhängig von den restlichen asiatischen Ländern in der Krise.
Wenn man dann aber im Text die Stelle liest, aus der die Überschrift abgeleitet wird, dann sieht da sganz anders aus:
"Alle Investmentbanker, die durch fahrlässiges Handeln ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben, sind kriminell."
Das nenne ich höchst unseriöses journalistisches Arbeiten, liebe jetzt.de bzw. sueddeutsche-Redaktion.
amüsantes interview...
wintersteff sagte:
...antworten fast im Stile von Palin :D
Nee, DEINE Antwort im Stile von Palin, während Lafontaine, trotz der hilflosen Attacken dieses unqualifizierten, subjektiven Interviewers, souverän argumentiert. Relativ, denn letztlich wird auch er sich ganz von diesem System lossagen müssen.
Klar ist aber auch, dass er sich einiger Wahrheiten bemächtigt (und auch in Wählerstimmen) über die Leute, die den ganzen Schlamasel produziert haben.
Von der Galerie aus kommentiert dies der Oskar natürlich genüsslich.
Von der Tendenz her kann noch nicht mal die Grosse Koalition substanziell dagegen reden, was Herr Lanfontaine sich so alles zusammen reimt.
Nothing new here, move on.
"Die theoretische Seite des Buchs, also das Plädoyer für eine selbstbewusste Kontrolle der Finanzspekulationen durch die Regierung, bleibt aktuell,...
Lafontaine hat das Problem der deregulierten Finanzmärkte in ruhigen Zeiten verstanden ..."
http://www.faz.net/s/RubC17179D529AB4E2B...
Vielleicht wir die FAZ bald zu einem echten OskarFanblättchen!
Von der Substanz her noch nicht mal die. Die große, große Koalition. Die genau wie rot/grün fröhlich den Finanzmarkt dereguliert hat, auf Druck der deutschen Banken natürlich, die "wettbewerbsfähig" bleiben wollten. Da muss man nicht viel reimen um den Verantwortlichen auszumachen...
Im Haus gab´s nichts zu trinken mehr,
Was macht ein Mann wie ich?
Bei jetzt de SUCHE Mann, Männer eingegeben UND
Nicht ein Ergebnis.
Versuch ich mal ob Frauen Bier verstand haben
Also geb ich Frau, Frauen in die jetzt de SUCHE ein UND
Ergebnis: Mehrere Hundert ehrliche Einträge im Suchergebnis.










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03.10.2008 - 20:03 Uhr
wintersteff