01.10.2008 - 17:26 Uhr

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...und...

Text: regenstuermerin

[brief aus dem zug an einen slam-freund, grad akut] mein lieber, an manchen tagen willst du einfach nur schreiben. jemandem. oder schreien. AAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! aber so oder so - das hilft auch nicht viel. oder ändert gar was. ändert was daran, dass du eine idee hattest, eine idee von einer zukunft, die nicht lebensfähig oder –wert war. und ich frage mich, ob man auch immer ein stück von sich selbst begräbt, wenn man sie zu grabe trägt. jedenfalls fühlt man sich ebenso: verworfen. verloren. deine vergangenheit zu präsent und deine zukunft zu ungewiss... gibt es jemals eine gegenwart? und man will zusammenbrechen manchmal, aber steht auf der bühne, sagt slams zu, einfach, weil man auf der bühne STEHEN muss. und dann stehst du da und machst genau das, was du nie tun wolltest, was du immer verurteilst: alles show und nix dahinter. und NATÜRLICH kommt man so nicht weiter! baut auf einen text, der „läuft“ und den andere als deinen stärksten slam-text sehen, wo du weißt, dass es andere gibt, vielleicht nicht stärker, aber intensiver, weil sie dir aus der seele sprechen und manch einen treffen, aber ich stellte wieder die frage „kennst du das?“, wobei es mich an dem abend gar nicht interessierte, ob das publikum das kennt. weil es manchmal egal ist, weil man immer allein steht, egal wie viele das kennen. hätte die träume oder generation oder brecht machen sollen... oder plan b. eben slammen, als hielte dir jemand eine waffe an den kopf. und dann bin ich wütend, zuerst zweifle ich an meinen texten, aber dann weiß ich, dass es nicht am text liegt, sondern an mir, bin ich einfach nur wütend, weil ich meiner intuition nicht vertraue, sondern der erfahrung, die in der vergangenheit vielleicht recht hatte, aber die zukunft ja auch nicht kennt und so unflexibel ist und störrisch und mürrisch, wenn sie versagt, und weil ich auf eine maske baue, das, was ich so verachte, auf lacher am rande setze statt konfrontation aug in aug. und so ist es meistens ja auch in echt. und dann sind da all diese jungs. diese jungs, die auf die bühne gehen. die wollen gewinnen. und dann noch ein paar einzelne frauen. die wollen gewonnen werden. und doch kommen sie nie zusammen. und so viele männer, und kein mann DEIN mann, und mit jedem typen weißt du es noch mehr und ziehst dich immer weiter zurück, weil du dich mitteilen willst, aber mit niemandem teilen (kannst). wieder. und wieder. aber diese verfluchte sehnsucht so groß, dass du müde wirst und alt, das vor allem!, und deinen kopf anlehnen willst, egal an welcher schulter, oder eine hand greifen, wie gestern die von dem einen poeten, der da neben mir saß, was ich aber natürlich nie mache! weil es mir zu viel bedeutet als geste, die ich nicht verschwende, oder verschenke. und ich weiß ja auch, dass es nur wieder eine dieser phasen ist, ich weiß, wie leicht ich sein kann, wie leicht ich glücklich sein kann, als wäre man der schwere nie erlegen gewesen, sondern immer mindestens gleichstark. keine ahnung. vielleicht bin ich slammüde. vielleicht einfach urlaubsreif. vielleicht verloren. rettung... was wer rettung? (wollte „was wär“ schreiben, siehste, und das kommt dabei raus!) ach, was weiß ich. das hat allein ein kurzer sonntagsslamtrip mit mir gemacht... ich hoffe, deine tour lässt dich wohlbehalten als ganzes zurückkommen! p


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regenstuermerin

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BIST DU DIE ANTWORT... WILL ICH DIE FRAGE SEIN.
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