#50f
Text: brokensocial
Wie ich dich ein mal liebte.
Wie ich dich ein mal liebte, glaubt kein Mensch. Das glaube nicht mal ich mir und doch liege ich jeden Tag erneut im Bett und wälze von links nach rechts, um ein verirrtes Haar von dir zu finden, eine Falte im Betttuch, in der du gelegen haben könntest.
Oh wie ich dich ein mal liebte, das hätte niemand malen - noch singen können. Dafür gäbe es keine Farben, keine Töne. Jetzt gehe ich jeden Tag die selben Stufen, schalte das Radio immer wieder erneut auf stumm, jeden Morgen das gleiche. Ich drehe den Löffel so wie früher, nur dass: dein Atem fehlt.
Ich fliehe in neue Bücher, lege mir Seiten zurecht, die mir zeigen, wie du warst. Wo du warst. In allem. Und die Männer. Jetzt nehme ich sie mit nach Haus, oder hinter der Tür nehmen sie mich, unter einem Spielautomaten oder am Bankschalter. Und in diesen Momenten könnte ich dir erzählen, wie ich dich ein mal geliebt habe. Mit vollster Freude und Innigkeit, ohne Wehmut und Zweifel. So wie sich der Löffel in der Tasse dreht, jeden weiteren Morgen, an dem du fehlst.
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24.09.2008 - 23:58 Uhr
shaddu