22.09.2008 - 19:00 Uhr

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Was blöde Leute gut finden: Jumpstyle, eine Tanzbewegung aus Belgien

Text: julia-finger - Foto: KONTOR Records

Trends sind ja nicht immer nur cool. Meistens ist es sogar andersherum: Blöde Leute finden etwas gut – und plötzlich ist es überaus erfolgreich. Damit wir da nicht hintanstehen, gibt es eine neue Reihe auf jetzt.de, die sich mit diesem Phänomen auseinandersetzt.

Teil 2: Jumpstyle, der belgische Feind von Tecktonik
Und sie jumpen...
Was ist das denn? Ursprünglich ist Jumpstyle ein Elektro-Subgenre und damit ein Musikstil der Dance Music. Jumpstyle-Songs laufen bei 140 beats per minute (bpm). Damit es sich der Gehör-Laie besser vorstellen kann: Das sind mehr als zwei Bassschläge pro Sekunde, geisttötender Hardcore-Techno, bum, bum, bum. Passend zur Musik entwickelte sich eine ähnlich einfältige Choreographie, die die Jumpstyle-Freunde einzeln oder in Gruppen tanzen. Obwohl der Tanzstil nach der Musik entstand, steht der Begriff Jumpstyle mittlerweile vor allem für die charakteristische Sprung-Choreographie. Die Beine werden im Rhythmus abwechselnd nach vorne und hinten geworfen. Wenn in Gruppen getanzt wird, führen die Tänzer entweder im Duo-Jump die Schritte synchron nebeneinander aus, oder sie stehen sich zum Duo-Kick gegenüber und berühren sich beim synchronen Jumpen absichtlich mit den Füßen. Je größer die Jump-Gruppe, desto höher ist der Schwierigkeitsgrad. Entstanden ist Jumpstyle in Belgien als Gegenbewegung zum Danse Elektro, dem Tanz der französischen Mode- und Jugendkultur Tecktonik. Ist bei Jumpstyle vor allem die Beinarbeit wichtig, dominieren im Danse Elektro die Arme die Choreographie. Beide Tanzstile sind körperlich enorm anstrengend, sehen bescheuert aus und amüsieren umso mehr den geistig und kulturell erhabenen Zuschauer.
Nicht ganz unschuldig: Scooter
Worum geht's? Um Pokale und Medaillen! Im Februar fand in Georgsmarienhütte die erste deutsche Meisterschaft im Jumpstyle statt, bei der mehr als 160 Teilnehmern in verschiedenen Kategorien gegeneinander tanzten. Wo? Na, in Georgsmarienhütte, zwischen Osnabrück und Bielefeld! Kennt doch jeder. Am 5. Juli reisten 287 Jumper nach Bremen zur "Jumpsession Vol. 4". Und in Rotterdam fand mit über 700 Teilnehmern das bislang größte Jumpstyle-Treffen statt. Für die Jumper ist Jumpstyle kein vergänglicher Jugendtrend, sondern ein Extremsport, zu dem eine bestimmte Lebenseinstellung gehört: "Jumping is not a crime" ist des Jumpers liebste Parole. Vermutlich sind sie einfach froh, nun endlich nicht mehr bloß auf der Dorfkirmes einsam neben dem Autoscooter zu zappeln, sondern in Großraumdiscotheken auf Gleichgesinnte zu treffen. Mittlerweile sieht man die Jumper vor allem vor Rathäusern süd-westfälischer Kleinstädte und an ostdeutschen Hauptbahnhöfen. Und wer macht das jetzt so erfolgreich? Die berühmteste Jumpstyle-Crew heißt Patrick Jumpen und kommt – natürlich! – aus Belgien. Patrick Mantizz, Kopf der Gruppe, gilt als Vater des Jumpstyle. Er wurde bekannt durch ein 2005 auf YouTube veröffentlichtes Jumpstyle-Tutorial-Video (siehe unten). Mittlerweile gibt der 20-Jährige an belgischen und niederländischen Grundschulen Tanz-Workshops. In den Beneluxstaaten ist er ein Star.
Patrick Mantizz' erstes Jumpstyle-Tutorial
Die Krocha, eine im Frühjahr neue, mittlerweile längst verstorbene Jugendbewegung aus Österreich, rief Jumpstyle zum eigenen Kulturtanz aus, was dem Tanzstil aber eher Negativ-PR einbrachte. Die nie tot zu kriegende Dance-Band Scooter versucht nun, Jumpstyle in Deutschland von einem trivialen Provinztrend für Dorfprolls zum next big Massentanzthing zu machen, indem bei Bühnenauftritten hinter dem charismatischen Frontschreier H.P. Baxxter mehrere Tänzer synchron jumpen. Doch wie immer, wenn eine Subkultur kommerzialisiert wird, streiten sich nun die Ur-Jumper mit denen vom Trend Neuinfizierten um Kredibilität und Realness. Jumpt es aus, Jungs!


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welpherrschaft
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22.09.2008 - 19:12 Uhr
welpherrschaft

Das sieht ziemlich anstrengend aus

Jollscherl
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:30 Uhr
Jollscherl

wie lustig. ich hab grad mal ein paar titellieder aus kinderserien dazu laufen lassen. sehr lustiges ergebnis. wollen die denn, dass man sie zum kringeln komisch findet? ich hoffe es mal. weil... cool is was anderes. :-)

margaretha
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:32 Uhr
margaretha

hey, das ist doch nur schuhplattlern!
achja: an meinem ostdeutschen hauptbahnhof hab' ich solche noch nie gesehen...

Jollscherl
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:33 Uhr
Jollscherl

p.s.: patricks ohrringe... was soll man da noch sagen?

welpherrschaft
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:33 Uhr
welpherrschaft

Gibt es irgendwo auch ein "How to tecktonik" tutorial?

chippyq
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:37 Uhr
chippyq

welpherrschaft sagte:
Gibt es irgendwo auch ein "How to tecktonik" tutorial?

ja, unter dem wikipedia-link im artikel stehen sachen. im wikipedia artikel selbst steht der beste satz des tages:

"Die Arme sind neben den Beinen der Hauptteil der Tanzrichtung."

welpherrschaft
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:39 Uhr
welpherrschaft

subba!

keos
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22.09.2008 - 19:40 Uhr
keos

sowas ist mir in berlin begegnet. glaub ich, gefragt, was die da machen, hab ich nicht.

mhm. extremsportart. right.

munli
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22.09.2008 - 19:41 Uhr
munli

ICH STEEH DRAUF
ROLLERCOSTER STRiKE AGAIN UTZZ UTZZZ

Jollscherl
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Mag ich Mag ich nicht

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22.09.2008 - 19:42 Uhr
Jollscherl

ob die was mit diesen krochern zu tun haben.... passen würde es.

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