Rein wieder raus
Eine eigene Waschmaschine ist ein Zeichen der Sesshaftigkeit – die urbanen Nomaden Münchens waschen auswärts. Zu Besuch in neun Waschsalons
Das auswärtige Waschen ist seit jeher das Schicksal derer, die keinen Platz für eine eigene Waschmaschine haben. Gerade in München, der Hochburg des fehlenden Wohnraums, ist die Auswahl an Waschsalons groß. Bei näherem Betrachten lässt sich das Angebot grob in vier Kategorien einteilen. Die Gemeinsamkeiten sind offensichtlich, doch gibt es auch große Unterschiede.Klicke auf das Bild, um die Fotostrecke zu starten!

1. Die Puristen
Eco-Express, Prinz-Waschsalon, Waschsalon Humboldtstraße
Der typische Puristen-Salon ist eine schlichte Erscheinung. Äußerlich auf das Wesentliche reduziert, bleibt nicht viel Raum für das Anpreisen von Spezialitäten. Lediglich Preis- und Mengenangaben oder der dezente Hinweis auf einen deutlichen Vorteil gegenüber der (nachbarschaftlichen) Konkurrenz prägen die Schaufensterfront. Sein Name ist stets nur „Waschsalon“. Auch bei der Inneneinrichtung gibt sich der Purist zurückhaltend. Neben dem obligatorischen Waschmaschinenpark findet sich nur noch ein Kaffeeautomat. Die Wände sind weiß, Effizienz und Ordnung die vorherrschenden Elemente. Passend zum Gesamtbild ist auch die Auswahl der Wanddekoration: Schlichte Schwarzweiß-Fotografien bieten dem ablenkungswilligen Wäscher ein bisschen Menschlichkeit in der ansonsten von Automaten dominierten Szenerie.
2. Die Traditionalisten
Waschsalon Klischee, Lore’s Waschsalon, Waschsalon Zoche
Die klassischen Vertreter der Waschsalon-Zunft sind schon lange im Geschäft und führen ihre Läden mit Begeisterung. Tradition wird groß geschrieben, das fängt schon bei der Namensgebung an. So trägt Lore’s Waschsalon noch immer den Namen seiner Gründerin, die ihn 36 Jahre lang führte, bevor er vor zehn Jahren von Monica Erriu übernommen wurde. Auch der Waschsalon Klischee besteht bereits seit 1960 und ist nun seit über fünf Jahren in den guten Händen von Irene Schlittenbauer und ihrem Sohn Timo. Die Individualität der Betreiber zeigt sich auch in der Einrichtung ihrer Salons. Während Lore’s noch weitgehend im Originalzustand belassen wurde, herrschen im Klischee dank farbenfroher Bilder Urlaubsstimmung und Südseefeeling. Eher schlicht geht es im Waschsalon Zoche an die Wäsche, wo Brigitte Bosch seit 30 Jahren den Kunden beim Umgang mit den ebenso alten Maschinen zur Seite steht.
3. Die Zeitgemäßen
Wunderbarer Waschsalon, Schwabinger Waschsalon, Waschcenter
Der zeitgenössische Waschsalon verknüpft Tradition und Moderne, vernachlässigt aber trotz neuester Technik den Komfort nicht. So bietet Siglinde Rechenmacher im Waschcenter Pariser Straße eine beträchtliche Auswahl Zeitschriften an, die die Wartezeit verkürzen sollen. In Regine Steckroths Wunderbarem Waschsalon darf sogar geraucht werden. Optik und Einrichtung ist freundlich, aber professionell. Die Tradition vergangener Tage wird im Schwabinger Waschsalon von Ali Sheichlarabadi und Farid Sharbati anhand alter Verpackungen und Schilder dokumentiert.
4. Der Visionär
Waschsalon Lindwurmstraße
Der Visionär glänzt durch die Verwendung von Superlativen („bester Waschsalon“, „größter Trockner“, „super Kaffee“). Zur Ablenkung und Entspannung zeigt uns Voika Ellinger neben unzähligen Filmplakaten, Computerspielen, Flipper und Internetzugang auch einen Massagesessel (!). Ach ja, waschen kann man hier auch.
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15.09.2008 - 19:35 Uhr
blumenwiese
ich hab ne waschmaschine im keller. also im haus für alle. und im moment kann ich nicht runter wegen den spinnen. ich wasch bei ner freundin.
leider gibts in meinem ort keinen waschsalon:-(
und rauchen im waschsalon ist absolut EKELHAFT (sagt eine raucherin)
@blumenwiese, das is ja mal scheiße! is mir zum glück noch nie passiert, obwohl ich immer weg gehe. bei trockner würd ich auch bleiben, spätestens nach der beeindruckenden waschsalon-/ second-handladen szene!
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15.09.2008 - 19:24 Uhr
mas