Das Leben als Kokosnuss
Jens Jessen beklagt in der Wochenzeitung DIE ZEIT die Angepasstheit der heutigen Jugend. jetzt.de findet: Jessen hat Recht!
Angestrichen: „Aber heute? Manches wird von Hochschulen und Unternehmen der Jugend vorgeworfen, mangelnde Bildung, Disziplin, Durchhaltevermögen, aber niemals: Aufsässigkeit. Und wie auch? Die Praktikanten und Berufsanfänger akzeptieren bis zur Charakterlosigkeit jede Bedingung, jede eingespielte Dummheit, jede ethisch bedenkliche Praxis. (…) Man kann in dumpfes Brüten verfallen über die eingereichten Lebensläufe von Hochschulabsolventen, die tatsächlich alles enthalten, was heute gerne verlangt wird, Auslandsaufenthalte, soziale Hilfsdienste, Berufspraktika ohne Zahl, EDV- und Sprachkenntnisse. Sie enthalten nur eines nicht, können es auch gar nicht enthalten: persönliche Wege und Umwege zum Glück, denn für Selbstfindungen ist keine Zeit.“ Wo steht das? In der aktuellen Ausgabe der ZEIT. Der Artikel heißt: „Die traurigen Streber. Wo sind Kritik und Protest der Jugend geblieben? Angst vor der Zukunft hat eine ganze Generation entmutigt.“ Geschrieben hat ihn Jens Jessen. Ich finde: Jens Jessen ist ein ganz großartiger Journalist. Er spricht auch unpopuläre Dinge aus. Als halb Deutschland über die U-Bahnschläger schimpfte, sagte Jessen: Die Rentner in Deutschland sind auch nicht so toll. Deutsche Rentner sind Besserwisser, außerdem rechthaberisch, autoritär und latent nazi. Wer jetzt sagt: Fiese Pauschalisierung!, der soll mal bitte mit dem Fahrrad über den Münchner Marienplatz fahren. Nach spätestens 30 Sekunden, wenn drei klapprige Damen und Herren mit Stöcken auf das eigene Rad einschlagen und dabei „Fußgängerzone!“ schreien, weiß man wieder, wie einst das Böse in dieses Land kam. Jessen hat das sofort erkannt. Man könnte meinen, Jessen, 1955 geboren, sei ein Freund der Jugend. So wie der nette Deutsch- und Geschichtslehrer, der, selbst zwar schon jenseits der 50, heimlich mit den 16-Jährigen auf dem Schulhof eine durchzieht und mit ihnen dann zusammen auf eine Anti-Nazi-Demo geht. Vielleicht war Jessen mal so einer. Dann hat er aber irgendwann gemerkt, dass keiner der 16-Jährigen Bock auf Demo hat und Rauchen gar nicht mehr so cool ist. Das hat ihn geärgert und jetzt schreibt er: Die Jugend von heute ist langweilig. Alle denken nur noch an das berufliche Fortkommen, jeder macht ständig etwas für den Lebenslauf, niemand hängt einfach nur ab und fährt nach Indien. Schuld daran, so Jessen, hat aber auch ein bisschen die Gesellschaft und die Globalisierung. Die machen einerseits Druck, geben andererseits aber auch keine richtigen Feindbilder ab, gegen die man rebellieren müsste.
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affesocke sagte:
der anfang gefällt mir, aber ab dem lsdteil ist der artikel ziemlich verplant. riecht nach gras ..
haha, ja
lässt sich ja ganz unpolitisch konsumieren
Oder hat euch schon mal ein Jugendlicher unter 30 (so definiert unsere lokale Klopostille namens Hamburger Abendblatt "jugendlich" - ich jetzt auch) mit seinem Lebensentwurf überzeugt? Mich nicht.
Unoriginell, unbeeindruckend, angepasst, langweilig. Einfach egal. Es fehlt eine gute Geschichte, der man sich anschließen könnte. Gesellschaft findet nicht statt.
der Mittelteil..hm,
warum wäre es Rebellion LSD zu nehmen, das haben die doch schon vor über 40 Jahren gemacht und festgestellt, daß die tolle Bewußtseinserweiterung auch Nebenwirkungen hat..irgendwie stelle ich mir unter Rebellion was Neues vor....
Und die "traurigen Streber", das sind echt arme Schweine. Machen echt alles was man ihnen sagt, werden jetzt.de oder Zeit-Redakteur (je nach Begabung) und dann muessen sie sich auch noch anhoeren sie waeren konforme Weicheier die alles mit sich machen lassen.
Uns wuerde es natuerlich allen voll besser gehen wenn wir gegen die inhumane Globalisierung und ihren kleinen Freund, den Kapitalismus auf die Strasse gehen wuerden. Die Frage ist nur: Wer bezahlt dann die Stromrechnung? Mutti? Mit 28? Prost Mahlzeit.
Ich rufe hiermit, wie der grosse Vordenker Helmut Kohl seinerzeit, zur geistig-moralischen Wende auf. Sueddeutscher Verlag, Zeit, Dirk von Gehlen, stellt auch mal die Haenger ein, die im Lebenslauf abgebrochenes XY-Studium, abgebrochene Ausbildung zum Medienpups an Privatakademie Hastenichtgesehen stehen haben. Gebt mir einen roten Namen, eine Kolumne in der ich nur ueber die journalistischen Verfehlungen der Redaktion berichte, jeden Tag, Din A4 Seiten lang. Ach doch nicht? Aehem wieso? Achja, stimmt, es gibt immer ein paar "traurige Streber" die einem in den Arsch kriechen statt kritisch zu sein. Und denen hoert man dann ja auch lieber zu
Diejenigen die heute an den Hebeln sitzen haben sich doch diese unkritische Jugend herangezuechtet, weil sie nicht die Balls haben sich fuer ihren Quark kritisieren zu lassen.
Und ich Scheisse auf Artikel die mit der "traurigen Streber"-Haltung pseudoselbstironisch kokettieren.
Lock and Load,
Der Commodore
aber in groben zügen hat er sicher recht, der herr jessen.
Hartung hat mehr als ein Buch geschrieben. Er war auch Co-Autor von zwei weiteren. Sonst wäre er ja für einen 27Jährigen Streber auch ne ganz schön große Lusche.
@CommodoreSchmidtlepp
"Traurige Streber" ist der Titel des Jessen-Artikels, und Jessen ist über 50. Warum soll das selbstironisch sein ...
aber wenigstens wird mal die wahrheit ueber das rentnerpack gesagt; gut das zumindest einem von denen mal ordentlich die fresse eingetreten wurde - gell, jj?
pfannenhund sagte:
Randinfo:
Hartung hat mehr als ein Buch geschrieben. Er war auch Co-Autor von zwei weiteren. Sonst wäre er ja für einen 27Jährigen Streber auch ne ganz schön große Lusche.
@CommodoreSchmidtlepp
"Traurige Streber" ist der Titel des Jessen-Artikels, und Jessen ist über 50. Warum soll das selbstironisch sein ...
Herr Schmidtlepp meinte die Replik, wenn ich ihn recht verstehe...
Übrigens kann LSD nehmen auch angepasst sein, wenn alle oder wenigstens das eigene Umfeld das machen. Nicht angepasst sein heißt ja eigentlich nur, nach seinen eigenen Überzeugungen leben, ob es Widerstände gibt oder nicht...
Von wem kommen eigentlich die Gelben Seiten?
Jessen hat also Unrecht? Wieso? Gibt mal Beispiele!
die sache ist die: wenn mir welche dieser selber ernannten rebellen begegnen, die es, ja, auch in unserer generation gibt, dann finde ich die irgendwas zwischen langweilig und lächerlich. und eigenlich denke ich nie "boah, COOL, der hat ja schonmal lsd genommen"...
pfannenhund sagte:
@vorratsdatenspeicherung
Jessen hat also Unrecht? Wieso? Gibt mal Beispiele!
jeder 50-70jährige, der irgendwann in seiner jugendlichen charakterschwäche mal dem gruppendruck und der faulheit nachgebend irgendwelchen drecksstoff reingezogen und sich (irgend)einer karriere verweigert hat darf sich von jessen liebevollst umarmt fühlen. und so richtig als rebell.
ist das als mutig von jessen oder schlicht wohlkalkuliert?
kikuju sagte:
die sache ist die: wenn mir welche dieser selber ernannten rebellen begegnen, die es, ja, auch in unserer generation gibt, dann finde ich die irgendwas zwischen langweilig und lächerlich. und eigenlich denke ich nie "boah, COOL, der hat ja schonmal lsd genommen"...
erinnert mich an viele Punks, die sich sonst wie unangepasst fühlen, aber sich dann wieder in den eigenen eng gefassten Klamotten- und Verhaltenskodex zwängen...
Die wirklich unangepassten Leute gehen weder die von den 68ern ausgetretenen Rebellionspfade noch schwimmen sie einfach im gegenwärtigen Mainstream mit. Solche Leute sind selten, waren das aber auch schon von 30 oder 40 Jahren...
bei genauerem hinsehen stellt sich aber heraus dass es ohne eine mehrheit auch in ihrer generation, die gewisse strukturen geschützt haben, gar nicht gegangen wäre.
Hat Jessen was von LSD geschrieben? Das ist glaube ich eine jetzt-Erfindung. Es geht doch auch nicht darum, dass das Gesagte von Jessen kommt, sondern ob das Gesagte richtig ist. Und mir ist es auch egal, ob es mutig ist oder wohlkalkuliert. Ich kaufe ihm ab, dass er schreibt, was er denkt. Zu befürchten hat er ja nichts.
@kikiju
Ist mir eigentlich egal, wie alt der Kritiker ist. Es geht darum, dass es unter Jugendlichen keine eigenen Lebensentwürfe, keine eigenen Überzeugungen und kaum Leidenschaft gibt. Oder ich bin blind und bin auf deine Hilfe angewiesen.
Komisch, ihr scheint euch ja alle angegriffen zu fühlen. Es geht doch nicht darum, sich hier zu verteidigen, in dem man Jessen beschimpft und feststellt, dass alle anderen Generationen auch doof sind und waren.
Mich interessiert, ob es konkrete Beispiele gibt von jungen Menschen, die ihr eigenes Ding durchziehen.
heute ist das eben alles ein wenig differenzierter und ja, auch unsicherer. es ist halt leicht, rebellisch zu sein und zb die gesamte oberstufe durchzukiffen, wenn der abischnitt wumpe ist und es nur ums bestehen geht. nur mal so als beispiel.
und diese ganzen schmerbäuchigen alten säcke, die irgenwo sitzen, sich die eier kraulen und bockig sind, weil sie ja ach so rebellisch waren, meine herren, das NERVT.
politisches bewusstsein heißt eben nicht gleich dauernd demonstrieren rennen.
Ich stimme dir zu: Man muss die Dinge differenzierter sehen. Folgt daraus, dass man keine eigene Haltung entwickeln kann?
nur geht für mich eben "eigene haltung entwickeln" und "durch indien reisen/lsd nehmen/total rebellisch sein" nicht hand in hand.
ich bin ganz vorne mit dabei, wenn es um "macht euch mal locker und lebt nicht nur für den cv" geht.
aber dieser immergleiche vorwurf des totalen politischen desinteresses und fehlendem rückgrat, DAS ist langweilig.
@kikuju: Du meintest "oh bitte, keine (...) Überzeugungen, das ist doch albern"
Irgendjemand meinte mal, die jungen Leute heute führten ein »Lebenslaufleben«.
die jugend ist halt auch nicht mehr das was sie war. und rentner, die habe ich vor 2 wochen auch wieder live motzen erlebt im restaurant - es ging denen nicht schnell genug, dabei haben die rentner wohl genug zeit!
die einen spiessig, die anderen verbiestert. planlos abhängen udn chillen will eben doch gelernt sein. und klartext reden auch :o)
lsd war für mich eine schöne erfahrung, aber ich war zur richtigen zeit am richtigen ort mit den richtigen menschen. nichts konnte bisher wieder an diese einfache pure zufriedenheit ranreichen. ich empfehle dafür private goa hippie festivals in südafrika, da gibst auch lecker essen und sonne satt und das chilligste publikum.
jetzt bin ich ganz neugierig und möchte wissen wie es sich anfühlt einen kokosnuss zu sein. ich kaum mir mal das buch von Albert Hofmann...
kikuju sagte:
nö, wo schreibe ich das denn?
nur geht für mich eben "eigene haltung entwickeln" und "durch indien reisen/lsd nehmen/total rebellisch sein" nicht hand in hand.
richtig.
28.08.2008 - 21:30 Uhr
marquez
wann war denn die jugend schon mal? und was war sie?
wie kiku schon sagte: es war früher um längen einfacher, als "rebellisch" zu gelten. ein steinwurf in der meute auf der straße im jahre '68, schon war man anti-establishment, anti-obrigkeit.
heute würde doch ein steinwurf niemand mehr vom ofen hervorlocken. und das ist auch gut so, weil so eine aktion sowieso lächerlich ist.
und "mal eben nach indien fahren und abhängen" kann heute jeder, der in den pfingstferien sich ein bißchen geld bei mcdonald's verdient.
Es geht um eine Haltung.
abgedrochen ja. wahr auch.
"und "mal eben nach indien fahren und abhängen" kann heute jeder, der in den pfingstferien sich ein bißchen geld bei mcdonald's verdient" - ja das stimmt auhc. aber es macht nicht jeder. höchsten um ein super duper praktikum in den ferien knallhart durchzuziehen. das ist der unterschied.
und wer bitte hat behauptet das steinen werfen je rebellisch wäre? und überhaupt, es geht eher um das sich treiben lassen können. noch nie war einen generation so durchgeplant wie die heute anfang 20jährigen. das ist beängstigend. denn though sein muss man dann noch den rest des lebens.
ein jahr lang durch indien zu reisen, zum beispiel, nur mit dem ziel "sich treiben zu lassen", entschuldigung, mir wär das etwas zu langweilig.
und erzähl mir nicht, dass die horde abiturienten, die seit ein paar jahren nach der schule ein jahr durch die welt trotten, auf "sinnsuche" sind. die wollen viel spaß und party haben, aber sicher keinen lebensentwurf für sich selbst finden.
dann wird man schnell völlig zusammenhanglos beschimpft... frag mal shessohigh...
Und was war bitte an der 68er-Generation nicht angepasst? Alle dieselbe Masche des Auflehnens. Alle. Nur ein ganz kleines gallisches Dorf hielt (Wider-)Stand.
Eins noch: Schimpft ihr auch über Komasaufen? Über Malle oder Lloret del Mar, Budapest oder Siofok? Schimpft ihr auch darüber, dass die wenigsten Jugendlichen ihre Freizeit auch nur teilweise mit ihrer Familie verbringen? Sie lehnen sich auf, sie lehnen sich auf. Sie schreiben es nur nicht auf Plakate oder werfen Steine nach zuküntigen Rentnern.
@marqueZ: man muss ja nicht weit in die ferne reisen, obwohl so ein bisschen reisen schon empfehlenswert für die charakterbildung ist. es kommt auch darauf an wie und mit welchem ziel man reist. wenn ich die leute aus meinen abijahrgang sehe, die sich total geradlinig entwickelt ahben, dann muss cih sagen dass ich schon während wir zusammen kaffee trinken alle paar jubeljahre schon weiss, dass ich mir für die nächsten 2 jahre nichts spanneneden mit denen zu erzählen habe. sowas nenne ich langweilig. andersherum sind reisende/alternative nicht automatisch aufregend. abe rich hab jetzt keinen lust mehr das alles hier zu tippen weil ich nicht weiss ob ihrs rafft/raffen wollt.
28.08.2008 - 22:02 Uhr
MissCellaneous
Wir können doch nichts dafür, dass seine Eltern besser waren als unsere. (Kurz für: ...dass die Eltern von Jessen und anderen 68ern hart gearbeitet haben, um ihren Kindern ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, in dem man als junger Mensch auch schon ein paar Jahre rumexperimentieren kann - was Jessen und Co nicht getan haben. War ihnen wohl zu uncool und so.)
Wir sollten uns mal überlegen, wieviel Rente wir Leuten wie Jessen eigentlich zahlen sollten. Mal sehen, wer dann lacht.
http://www.tresselt.de/grafik/abbrecher....
MissCellaneous sagte:
aber echt ej. man bereut eher die dinge die man nicht getan hat, ...
genau. zum beispiel nicht an die unsexy altersvorsorge gedacht zu haben, um dann mit 50/60/70 festzustellen dass das mit dem komfortablen ruhestand wohl nix wird. i'm just saying...
ich finde dieses getue einfach albern, als ob >massvolles< planen und >massvolle< zielstrebigkeit in der jugend ein ernsthaftes hindernis fuer ein chaotisch-erfuellendes leben waeren.
selbst schülersprecherin gewesen, abitur in sicht, auslandsaufenthalt gehabt und fsj im ausland in planung.
doch ich denke mir, das mit dem lsd, das darf der mensch sein lassen. doch die eigene freiheit, das glück aus den augen verlieren sollte die jugend nicht, das tun zu viele. ich glaube das da viel mehr das problem liegt. die existenzängste sind zu groß. die angst vorm scheitern, wenn die arbeitslosenzahlen durch radio und zeitung geistern. alle wollen finanziell abgesichert sein. die risikobereitschaft für die eigene freiheit und das persönliche glück sinkt.
aber sehr guter artikel***
MorbusBahlsen sagte:
Papa, Papa, ich will später auch mal Spießer werden! :)
das nenne ich mal eine zielgruppen orientierte werbestrategie ;D
und hab somit noch nicht besonders viel vom Leben mitbekommen, könnte man meinen, aber das ist bestimmt mehr, als einige dreißigjährige, die sich sogar selbst als langweilig bezeichnen in ihrem Leben gemacht haben. Ich bin ein bisschen schockiert, weil die ganzen Redakteure scheinbar aus intuition schreiben und sich nicht einfach mal auf einen Schulhof stellen. Die heutige Jugend ist sowas von unangepasst. Rebellition ist um, Hippiezeit auch. Jetzt kommt der Anti-spießergeist auf! 20jährige rennen mit Hippiebändern um den Kopf barfuß durch die Stadt, Schüler machen mitten auf dem Stachus Werbung für Gott und es reisen soviele junge Menschen ins Ausland, wie schon lange nicht mehr. Wir haben einfach interlektuellen Spaß! Wenn das für jemandenkein Glück ist, definiert dieser Jemand Glück vielleicht als Reise als Kokusnuss durchd en indischen Ozean. Ist es etwa "langweilig", noch nie LSD genommen zu ahben oder "vernünftig"!? Nein! Es ist nur einfach bescheuert, nicht abenteuerlustig, wenn man sich mit Drogen zukifft und ist man langweilig, wenn man sich um einen Job kümmert, der einem Spaß macht, anstatt ohne Geld um die halbe Welt zu reisen,ist bodenständig etwa gleichzusetzen mit langweilig und angepasst`Ich finde Nein! Un ich habe nicht vor,LSD zu nehmen oder nach demABI erstmal den indischen Ozean zu bereisen, dann krieg ich nämlich keinen Studienplatz mehr und keinen Job und irgendwann werd ich dann Obstverkäufer,dafür hab ich dann halbindien gesehen und das nennt man dann auf Umwegen zum Glück? Nein. Ich werde schön studieren und zum Reisen die Semesterferien nutzen und dann werd ich das machen können,was mir spaß macht und gl+cklich sein und dann hab ich trotzdem was erlebt, auch wenn ich noch nie LSD ausprobiert hab!
28.08.2008 - 23:08 Uhr
kopfraucher
und hab somit noch nicht besonders viel vom Leben mitbekommen, könnte man meinen, aber das ist bestimmt mehr, als einige dreißigjährige, die sich sogar selbst als langweilig bezeichnen in ihrem Leben gemacht haben. Ich bin ein bisschen schockiert, weil die ganzen Redakteure scheinbar aus intuition schreiben und sich nicht einfach mal auf einen Schulhof stellen. Die heutige Jugend ist sowas von unangepasst. Rebellition ist um, Hippiezeit auch. Jetzt kommt der Anti-spießergeist auf! 20jährige rennen mit Hippiebändern um den Kopf barfuß durch die Stadt, Schüler machen mitten auf dem Stachus Werbung für Gott und es reisen soviele junge Menschen ins Ausland, wie schon lange nicht mehr. Wir haben einfach interlektuellen Spaß! Wenn das für jemandenkein Glück ist, definiert dieser Jemand Glück vielleicht als Reise als Kokusnuss durchd en indischen Ozean. Ist es etwa "langweilig", noch nie LSD genommen zu ahben oder "vernünftig"!? Nein! Es ist nur einfach bescheuert, nicht abenteuerlustig, wenn man sich mit Drogen zukifft und ist man langweilig, wenn man sich um einen Job kümmert, der einem Spaß macht, anstatt ohne Geld um die halbe Welt zu reisen,ist bodenständig etwa gleichzusetzen mit langweilig und angepasst`Ich finde Nein! Un ich habe nicht vor,LSD zu nehmen oder nach demABI erstmal den indischen Ozean zu bereisen, dann krieg ich nämlich keinen Studienplatz mehr und keinen Job und irgendwann werd ich dann Obstverkäufer,dafür hab ich dann halbindien gesehen und das nennt man dann auf Umwegen zum Glück? Nein. Ich werde schön studieren und zum Reisen die Semesterferien nutzen und dann werd ich das machen können,was mir spaß macht und gl+cklich sein und dann hab ich trotzdem was erlebt, auch wenn ich noch nie LSD ausprobiert hab!
also ich bin bestimmt nicht obstverkäufer sondern ahbe einen nach aussen hin tollen job. den habe ich sogar noch ohne beziehunegn bekommen. und obwohl ich lsd genommen habe. oder vielelicht weil? urlaub habe ich während des semesterns gemacht. und ich konnte auch mal 3 monate in südamerika in nur einer stadt rumhängen anstatt alles in 3 monaten abzuhetzen. und was bitte ist "interlektueller spass"? (ode rist das nur ein tippfehler weil du so schnell tippst wie ich - ich mach ja auch ständig tippfehler)
wenn lsd konsum und rumreisen in der weltgeschichte als rebellion verstanden wird, dann gute nacht!
drogenkonsum ist doch schon längst ein teil dieses spießerlebens, er ist der kontrollierte "unkontrollierte" freiraum den sich die spißer zugestehen, weil sie selbst sich freiraum nicht mehr erkämpfen können.
...und was für eine menge rucksackreisender spießer die auf den ausgelatschten pfaden des "lonly planets" herumreisen, das ist schon die ausgeburt der langeweile.
es geht jessen in seinem text eher um eine innere haltung und diese besteht in meiner heutigen jugend hauptsächlich aus angst.
@kopfraucher: Wer sagt denn, dass du keinen Studienplatz kriegst und Obstverkäufer wirst, wenn du auf Reisen gehst? Machste dann halt später, aber es zwingt dich natürlich keiner.
angst = self fulfilling prophecy.
@marquez: musst ja nicht alles so ernst nehmen. aber trotzdem vieln dank für die indirekten blumen. ich stell die aber nicht ins wasser. schon morgen muss ich mich ja in dieser grausamen welt wieder aufs neue beweisen. oder was meinst du? dann schon aml einen gute nacht ohne böse riesterrententräume, sondern mit ganz viel karibikhängematten wünsch ich dir!
29.08.2008 - 00:42 Uhr
hinez
zum thema: ja, das gefuehl, dass die heutige jugend um einiges angepasster ist als sie frueher war stellt sich ein. leider ist es nur sehr schwer moeglich hier vergleiche anzustellen. eine moeglichkeit bietet der shell-jugendbericht.
soweit ich es a) aus der praxis und b) aus der theorie sagen kann: die normalisierung der gesellschaft schreitet stetig voran. das haben wir mit unserer grossen begeisterung fuer den neoliberalismus (dem grossen gleichmacher) zu verdanken. wer sich jetzt beschwert sollte ich erstmal klar machen, dass wir zur zeit das serviert bekommen was in den letzten 20-25 jahren gekocht wurde. jessen waere der erste, der laut flennen wuerde wenn sich mal wieder eine jugendbewegung bilden wuerde die einfluss auf die grundlegenden struktur der gesellschaft nimmt. fuck the system, aber nur ein bisschen ...
Ich will nicht auf Demos zerdrückt und mit Bier begossen werden. Dafür gibt es schließlich Volksfeste und die machen sogar Spaß.
Ich will mit gutem Gewissen (nach getaner Arbeit) gemütlich auf der Couch rumfläzen.
ich verlink einfach mal hier drauf:
http://www.sarahliebigt.de/files/LIEBIGT...
so.
kleinevroni sagte:
Vielleicht ist angepasst das neue lässig. Ich will nicht auf Demos zerdrückt und mit Bier begossen werden. Dafür gibt es schließlich Volksfeste und die machen sogar Spaß.Ich will mit gutem Gewissen (nach getaner Arbeit) gemütlich auf der Couch rumfläzen.
...noch fragen, herr jessen? aber das pendel wird auch wieder in die andere richtung ausschlagen, da bin ich durchaus optimist
Na? Hmmmm ich glaube fast... NICHT!
Wieso auch? Man kann auch "normal" reisen und muss keinen Drogentrip nach Indien machen. Man kann sich sozial engagieren ohne ein FSJ in Bolivien zu machen. Man kann einen "Lebensentwurf" haben ohne LSD zu nehmen.
Und ist denn "ich will denundden Job und arbeite darauf hin" kein "Lebensentwurf"? Warum muss man sich dafür anhören man sei "langweilig"?
Und ich komme nochmal auf den Anfang meines Postings zurück - ich empfinde den "Druck" der "Gesellschaft", etwas "vernünftiges" zu machen schon wirklich SEHR groß. Schon wenn man ne Geisteswissenschaft studiert kann man sich ja anhören man sei voll der Hänger der nichts auf die reihe kriegt. Wenn ich dann noch kiffe und mich 3 Jahre durch Indien treiben lasse... was wird dann aus mir? Taxifahrer? Aber ich bin dann "spannend"? Super Lebensentwurf.
ShesSoHigh sagte:
es würde mich interessieren ob herr jessen mich einstellt, wenn ich zu ihm komme und sage "nachm abi hab ich n halbes jahr interrail gemacht und nur gekifft, und dann war ich hausbesetzer und hab 20 semester studiert aber jetzt doch keinen abschluss gemacht".
Na? Hmmmm ich glaube fast... NICHT!
...
Und ich komme nochmal auf den Anfang meines Postings zurück - ich empfinde den "Druck" der "Gesellschaft", etwas "vernünftiges" zu machen schon wirklich SEHR groß. Schon wenn man ne Geisteswissenschaft studiert kann man sich ja anhören man sei voll der Hänger der nichts auf die reihe kriegt. Wenn ich dann noch kiffe und mich 3 Jahre durch Indien treiben lasse... was wird dann aus mir? Taxifahrer? Aber ich bin dann "spannend"? Super Lebensentwurf.
29.08.2008 - 10:04 Uhr
moondog
Sehr richtig!
Mit Brüchen im Lebenslauf oder eigentlich schon wenn man als Absolvent nich auch schon die obligatorischen Praktika, Auslandsaufenthalte und womöglich auch gleich noch drei Jahre Berufserfahrung mitbringt wird man heute ja nich mal mehr zu nem Vorstellungsgespräch eingeladen (in dem man dann die "Umwege zum Glück" erklären könnte...).
Und: der Lebenslauf is ja heute ooch nich mehr ein Blatt, dass man nur ein Mal irgendwo abgibt und wenn man erstmal nen Job hat ist man versorgt. Man hangelt sich ja von freier Mitarbeit zu Projektstelle zu befristeter Stelle... und immer wieder muss der Lebenslauf möglichst perfekt sein, damit man die Stelle kriegt und die übernächste Miete auch noch bezahlen kann...
Ich stelle ja selbst Praktikanten ein und die Lebensläufe werden immer zugeschnittener auf die Anforderungen des globalen Kapitalismus.
Soll man ihnen das jetzt vorwerfen? Schließlich sind Qualifikationen - vor allem multiple - heute fast Pflicht. Nicht um Karriere zu machen, sondern um überhaupt mitmachen zu können.
Da gibt es 22-jährige (fertige Studentinnen mit mehreren (Auslands)Praktika) die so geschliffen reden wie ein CEO. Und die selbst bei einer Absage höchst professionell sich bedanken und hoffen durch weitere Qualifikationen zu einem späteren Zeitpunkt eine Chance zu bekommen.
ich glaube, wichtiger als "der perfekte" lebenslauf sind gute netzwerke und auch dadurch zum richtigen zeitpunkt an der richtigen stelle zu sein.
Die Rentner in Deutschland sind auch nicht so toll. Deutsche Rentner sind Besserwisser, außerdem rechthaberisch, autoritär und latent nazi.
Könnte auch schreiben:
Die Journalisten in Deutschland sind auch nicht so toll. Deutsche Jornalisen sind Besserwisser, außerdem rechthaberisch, autoritär und latent nazi.
Mal Hand aufs Herz: Selbst bei der 68ern waren mindestens 70 Prozent der Studenten keine Protestler. Oder nicht durchgehend.
Die 10 bis 20 Prozent Dutschkes haben so viel Rabatz gemacht, dass wir heute glauben ALLE Studenten wären auf die Straße gegangen. Dies war aber überhaupt nicht der Fall.
29.08.2008 - 10:14 Uhr
synthie_und_roma
synthie_und_roma sagte:
Man muss doch mal die Angepasstheit der Jugend im Kontext der Jahrzehnte "rebellischer" Jugendlicher sehen.Mal Hand aufs Herz: Selbst bei der 68ern waren mindestens 70 Prozent der Studenten keine Protestler. Oder nicht durchgehend.Die 10 bis 20 Prozent Dutschkes haben so viel Rabatz gemacht, dass wir heute glauben ALLE Studenten wären auf die Straße gegangen. Dies war aber überhaupt nicht der Fall.
ja eben... die ganzen leute, die ein ausgeflipptes, wildes und spannendes ding wie zb miss beim klassentreffen langweilen, die wären auch 68 zu hause gewesen, bzw schon verheiratet und hätten vom eigenheim geträumt...
Hat schon mal einer von Fleischereifachverkäuferinnen Protesten gehört. Oder Bankkaufmann Protesten.
Wir reden bei der so genannten aufmüpfigen Jugend auch nur von einer Minderheit der Studenten, die überhaupt nicht repräsentativ für alle Jugendlichen sind.
Die intelligenten Rechthaber einer Herrn Jessen hätten gerne wieder das die anderen intelligenten Rechthaber Rabatz machen.
Herr Jessen, wer hält sie auf mit gutem Beispiel voranzugehen?
29.08.2008 - 10:21 Uhr
synthie_und_roma
Reisst die Türen eurer Redaktion auf und lasst jeden schreiben der Lust drauf hat. Anarchie at its best.
29.08.2008 - 10:29 Uhr
synthie_und_roma
Was haben denn eure so drauf? Würdet ihr jemanden ohne Abi und Vorkenntnisse nehmen der schon Vorstrafen hat wegen Steine schmeißen?
Oder doch lieber mit usöandserfahrungen und Vordiplom der Kommunikationswissenschaften?
ShesSoHigh sagte:
es würde mich interessieren ob herr jessen mich einstellt, wenn ich zu ihm komme und sage "nachm abi hab ich n halbes jahr interrail gemacht und nur gekifft, und dann war ich hausbesetzer und hab 20 semester studiert aber jetzt doch keinen abschluss gemacht".Na? Hmmmm ich glaube fast... NICHT! Wieso auch? Man kann auch "normal" reisen und muss keinen Drogentrip nach Indien machen. Man kann sich sozial engagieren ohne ein FSJ in Bolivien zu machen. Man kann einen "Lebensentwurf" haben ohne LSD zu nehmen.Und ist denn "ich will denundden Job und arbeite darauf hin" kein "Lebensentwurf"? Warum muss man sich dafür anhören man sei "langweilig"? Und ich komme nochmal auf den Anfang meines Postings zurück - ich empfinde den "Druck" der "Gesellschaft", etwas "vernünftiges" zu machen schon wirklich SEHR groß. Schon wenn man ne Geisteswissenschaft studiert kann man sich ja anhören man sei voll der Hänger der nichts auf die reihe kriegt. Wenn ich dann noch kiffe und mich 3 Jahre durch Indien treiben lasse... was wird dann aus mir? Taxifahrer? Aber ich bin dann "spannend"? Super Lebensentwurf.
meine rede.
29.08.2008 - 10:51 Uhr
marquez
Meiner Meinung nach hat herr Jessen in der Richtung recht, wenn ich den Text richtig verstanden habe, dass sich ein Teil der Jugend (nur die Jugend?) nur den Erwartungen und Wertvorstellungen der kapitalistischen Gesellschaft unterordnet indem sie sich nur auf die Karriere fixiert. Jedoch sehe ich es auch nicht als leicht an, sich diesen Anforderungen zu entziehen, obwohl es wichtig ist die Welt differenzierter zu sehen, eben vielleicht mit einem Trip nach Indien. Reisen ermöglicht jedenfalls auch andere Kulturen zu sehen und aus seinem Egozentrismus auszubrechen. Bildung wird aus meiner Sicht ein bisschen zu eng gesehen. Es heißt eben auch Bildung einer (selbst-) kritischen Sichtweise mit der man seine Umwelt differenzierter wahrnehmen kann und so auch besser zu Empathie fähig ist. Diese kritische Sichtweise schließt für mich auch die Fähigkeit ein sich den gesellschaftlichen Zwängen wie dem perfekten Lebenslauf zu entziehen. Ob dies nun Aufsässigkeit, oder Notwendigkeit ist, auch wenn man mal fünf Jahre als Kokusnuss durch den Ozeane treibt...?
ja zu einer aufregenden jugend, ja zu abenteuern, meinetwegen auch ja zu lsd aber auch ja zum rechtzeitig die kurve kriegen,die "wilden" erfahrungen nutzen um weiterzukommen (das geht tatsächlich!) statt zu finden, dass wilde erfahrungen allein schon ausreichen.
ich bin schon der meinung, dass eine zu stromlinienförmige biographie einen u.u. nicht optimal auf das (berufs)leben vorbereitet.
mir helfen heute meine erfahrungen aller art (von der arbeit mit behinderten in den usa über band, trampen,drogen etc.) dinge in meinem berufsleben in ihrer wichtigkeit vielleicht anders zu betrachten und zu gewichten einfach aus einem weiten blickwinkel heraus.
aber ich musste auch irgendwann ziemlich langweilige dinge tun, aber ich bin froh drum und habe nicht den eindruck was verpasst zu haben.
Was soll uns dieser Text eigentlich sagen? Eigentlich hätten Sie den Platz nutzen können, um ein bisschen dagegen zu schießen. Statt dessen schreiben Sie, was sie denken, nur leider kann Ihnen dabei keiner in Ihr Hirn kucken. Das mit der Unterschwelligkeit und mit der Süffisanz in Texten üben wir dann noch mal gell?
TomJones sagte:
Also früher haben sich die alten Säcke aber auch noch mit mehr Schwung über die lahmarschige Jugend beklagt.
Haha! ;)
"Jens Jessen beklagt in der Wochenzeitung DIE ZEIT die Angepasstheit der heutigen Jugend. jetzt.de findet: Jesses, Jessen, hau doch zu deinen 68er-Freunden Audi A8 ab!
Nazis selbstironisch? Echt?
ihr habt den artikel wohl als einen der wenigen so interpretiert wie der autor. es geht halt auch ein bisschen gegen die geradlinigkeit von heute. so kann man keine innovationen vorantreiben....
Wir leben in einer Konsum- und Mediengesellschaft, wo nur gilt: höher, besser, weiter. Immer die tollsten Ideen, Parties, Reisen. Aber genügt auch nicht mal die Bescheidenheit, das zu genießen und zu schätzen, was man hat und nicht immer mehr zu wollen und zu erwarten?








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28.08.2008 - 19:12 Uhr
affesocke